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Fiber-Ausbau in der Schweiz

525 Antworten161'520 AufrufeGestartet von tosci ·

Bänz146 Beiträge
bearbeitet #401
So wie ich das sehe bleiben dann zwei Möglichkeiten:
Ja das sind wohl die Möglichkeiten. Als Anschlussinhaber kann man offenbar nicht herausfinden, wo die restlichen Fasern enden.

Du kannst ja mal bei Swisscom fragen B)

@CHnuschti Worauf zielen deine Einschübe ab? Er will halt wissen was für einen Anschluss er hat.

Bei mir soll es im März (selbstbezahltes) FTTH geben und ich weiss auch nicht was ich bekomme, nur das eine der Fasern für XGS-PON ist.

CHnuschti753 Beiträge
#402
@CHnuschti Worauf zielen deine Einschübe ab? Er will halt wissen was für einen Anschluss er hat.
Ah ja? Aus dem Geschriebenen kann ich nur entnehmen, dass ihn gar nicht interessiert, was fürn Anschluss er denn hat oder haben könnte. Vielmehr scheint er "besorgt" darüber zu sein, dass die "WEKO-Massnahmen" bei "Anderen" möglicherweise nicht greifen, mit Unterton "rechtswidrig"? Eine reichlich merkwürdige Vorstellung, die er hier abgibt ...

dito8 Beiträge
bearbeitet #403
Danke @Bänz, vielleicht werde ich tatsächlich mal bei der Swisscom nachfragen... Obwohl es mich erstaunen würde da tatsächlich etwas neues zu erfahren. Aber fragen kostet ja nix.

@CHnuschti nochmals, ich ziele hier auf überhaupt nichts ab. Ich möchte lediglich die Hintergründe verstehen. Am besten ich hole nochmals etwas aus um die Situation zu erklären:

In Uster gibt es seit einigen Jahren ein Glasfasernetz, welches in einer P2P-Topologie ausgebaut wurde. Swisscom gewährt anderen Anbietern Zugang zu Layer 1. Aus Konsumentensicht ist dies ideal. Ich kann beispielsweise bei Salt einen XGS-PON Anschluss bestellen, bei Init7 einen Ethernet Anschluss und iWay lässt mir beim Bestellprozess sogar die Wahl. Entscheidend ist, dass der Markt spielt und ich als Kunde die Wahlfreiheit aus verschiedenen Anbietern und Technologien habe. Ganz offensichtlich hat sich dieses Geschäftsmodell für die Swisscom gelohnt, anderenfalls hätten sie das Netz in Uster wohl kaum gebaut. Das ist exakt die Situation an der Bankstrasse, die du herausgesucht hast.

Nun hat die Swisscom aber ihre Ausbaustrategie geändert. Sie erschliesst offenbar eine Neubausiedlung am 1. Februar 2021 nicht mit durchgehenden Leitungen, sondern mit einer geteilten Leitung in einer P2MP-Topologie. Dadurch haben offensichtlich andere Anbieter keinen Zugang mehr zu einer dunklen Faser. iWay kann an diesem Standort nur noch XGS-PON anbieten. Salt Fiber ist überhaupt nicht verfügbar. Im Frühsommer werde ich in die besagte Neubausiedlung ziehen, was bedeutet, dass ich von der Swisscom einen neuen Router aufgedrückt bekomme, den ich eigentlich gar nicht will. Es stört mich halt einfach, insbesondere weil in sämtlichen angrenzenden Liegenschaften (soeben nochmals überprüft) P2P verfügbar ist.

Das ist natürlich alles jammern auf sehr hohem Niveau, ist mir bewusst. Ich frage mich einfach warum die Swisscom neu auf P2MP setzt obwohl die Infrastruktur für das flexiblere P2P bereits gegeben ist und wie das mit den vorsorglichen Massnahmen der Weko zusammenpasst. Dazu habe ich ganz einfach noch keine schlüssige Antwort gefunden, wesswegen ich die Frage hier im Forum in die Runde geworfen habe.

CHnuschti753 Beiträge
bearbeitet #404
Nun es sind wahrlich keine neuen Erkenntnissen. P2MP hat , wohl eher geringfügige, finanzielle Vorteile gegenüber P2P, wenn man es in grösserem Massstab absetzen kann. Scheint soweit "Marktkonsens" zu sein. Bevorteilt natürlich den Platzhirsch Swisscom. Dass Swisscom alle sauberen bis zweifelhaften Register zieht, um Konkurrenz möglichst aussen vor zu lassen bzw. zu Swisscom-eigenen Bedingungen sich einmieten zu lassen, ist auch nichts neues. Passt hier also bestens zusammen.

Zu erinnern ist, dass Swisscom meines Wissens seine "Angebote" was Glasfaser betrifft an Drittprovider auf freiwilliger Basis macht. In der damaligen Revision des Fernmeldegesetzes wurde die Regulierung der Glasfaser ausdrücklich ausgelassen. Scheint mir öfters vergessen zu gehen.

Dass Swisscom in jener neuen Bausiedlung "rechtswidrig" Anschlüsse in Betrieb nimmt würde ich bezweifeln, juristisch ist Swisscom bestimmt nicht auf den Kopf gefallen.

P.S. Iway hat noch nie etwas anderes gemacht, als "fertige" Swisscomprodukte (BBCS) weiterzuverkaufen.

CHnuschti753 Beiträge
#405
Nun hat die Swisscom aber ihre Ausbaustrategie geändert. Sie erschliesst offenbar eine Neubausiedlung am 1. Februar 2021 nicht mit durchgehenden Leitungen, sondern mit einer geteilten Leitung in einer P2MP-Topologie. Dadurch haben offensichtlich andere Anbieter keinen Zugang mehr zu einer dunklen Faser.


IMO ist das auch Narrativ. Soweit ich meine gelesen zu haben, ist die "dunkle" Layer1 Faser auch weiterhin bei Swisscom mietbar auch beim P2MP-System. Nur werden dann Drittanbieter Geld in die Hand nehmen müssen für Racks/Hardware für die absehbare kleine Anzahl Kunden, was sich dann eben nicht mehr lohnt. Das ist etwas anderes als "keinen Zugang" zu haben.

dito8 Beiträge
#406
Zu erinnern ist, dass Swisscom meines Wissens seine "Angebote" was Glasfaser betrifft an Drittprovider auf freiwilliger Basis macht. In der damaligen Revision des Fernmeldegesetzes wurde die Regulierung der Glasfaser ausdrücklich ausgelassen. Scheint mir öfters vergessen zu gehen.


Inwiefern das freiwillig geschieht weiss ich nicht. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass man sich hier den Goodwill der Politik nicht verspielen wollte und damit einer Reglementierung entgeht. Das ist aber nur eine Vermutung meinerseits, ohne mich vertieft mit dem Thema befasst zu haben.

Dass Swisscom in jener neuen Bausiedlung "rechtswidrig" Anschlüsse in Betrieb nimmt würde ich bezweifeln, juristisch ist Swisscom bestimmt nicht auf den Kopf gefallen.


Ich stimme dir zu, dass Swisscom kaum rechtswidrig Anschlüsse in Betrieb nimmt... Trotzdem scheint es doch hier eine Differenz zwischen dem Ist und dem Soll zu geben. Es ist aber gut möglich, dass ich schlichtweg den vorsorglichen Entscheid der Weko falsch interpretiere.

IMO ist das auch Narrativ. Soweit ich meine gelesen zu haben, ist die "dunkle" Layer1 Faser auch weiterhin bei Swisscom mietbar auch beim P2MP-System. Nur werden dann Drittanbieter Geld in die Hand nehmen müssen für Racks/Hardware für die absehbare kleine Anzahl Kunden, was sich dann eben nicht mehr lohnt. Das ist etwas anderes als "keinen Zugang" zu haben.


Das ist durchaus möglich und würde meine Frage beantworten. Es fällt mir einfach schwer das zu glauben, da wie gesagt die Infrastruktur in der Telefonzentrale bereits besteht. Rein betriebswirtschaftlich macht es doch überhaupt keinen Sinn die eigene Hardware brach liegen zu lassen und stattdessen auf die Hardware der Swisscom zurückzugreifen... Da ich jetzt bereits viel zu viel Zeit dem Thema gewidmet habe, kann ich auch gleich mal noch bei den Providern direkt anfragen. Vielleicht ergibt sich ja noch was.

doom2'266 Beiträge
#407
Drittprovider könnten Durchaus Zugriss auf nicht beleuchtete Fasern haben. Aber: Es gibt ab manhole eine Faser pro Wohnung, aber von der Telefonzentrale bis zum manhole nur 1 Faser. D.h. ein Drittprovider müsste jedes manhole mit eingebendem FTTS Equipment ausstatten. Das rechnet sich erst ab einem gewissen Marktanteil auf den in der Schweiz nur Swisscom kommt 😉

Und dass Swisscom es mit dem Gesetz nicht immer so Ernst nimmt zeigen die diversen Verfahren gegen sie. Und das ist die Spitze des Eisbergs - bei 10+ Jahre Verfahrensdauer und Busse geht an den Staat, nicht den Geschädigten, lassen viele Geschädigte es gleich bleiben.

Ob das im vorliegenden Fall zutrifft werden wir sehen - wurde der Tiefbau erst im 2021 gemacht? Gut möglich dass das ne Rolle spielt. Wenn das Glas bereits gezogen war vor der Verfügung, mag das ne andere Ausgangslage sein als wenn der Baustart erst danach war.

dito8 Beiträge
#408
wurde der Tiefbau erst im 2021 gemacht?


Das ist eine gute Frage, die ich leider nicht beantworten kann. Gemäss Swisscom Checker wurde der Standort per 1. Februar 2021 ausgebaut. Gut möglich, dass die Kabel aber bereits vorher gelegt wurden.

Bänz146 Beiträge
#409
Fragen kostet nichts. Netzbau Kontaktformular:

https://www.swisscom.ch/de/business/netzbau/kontakt.html

julius888 Beiträge
#410
Das ist eine gute Frage, die ich leider nicht beantworten kann. Gemäss Swisscom Checker wurde der Standort per 1. Februar 2021 ausgebaut. Gut möglich, dass die Kabel aber bereits vorher gelegt wurden.
Hallo

Woher hast du denn die Information, dass in Uster in deinem Neubau ausschliesslich P2MP gebaut wird?!

Die P2MP Architektur wird nur in bestehenden FTTS/B Gebieten angewandt. Ein Ausbau der bestehenden FTTS/B auf P2MP ist in der Tat kostengünstiger zu realisieren als P2P.

Das sog. Feederkabel ab Zentrale bis Schacht ist bereits gezogen. Der sog. mCAN wird entfernt, eine Glasfaserleitung ins Haus gezogen und ein Splitter im Schacht oder BEP montiert. Oftmals sind die Kabelrohranlagen derart voll, dass es ohne grössere Gräben nicht möglich wäre, ein zusätzliches, grösser dimensioniertes Kabel einzuziehen. Die Kosten hätte Swisscom zu tragen. Ausserdem nutzen bei XGS PON mehrere Kunden ein Port - bei der P2P hat jeder Kunde ein eigenes Port. Dass dies im Endeffekt günstiger ist muss ich wohl kaum vorrechnen. Wer diese Rechnung gerne haben möchte, dem rechne ich dies natürlich gerne vor.

Dass im besagten P2MP die Provider keine eigene Faser ab CO bis OTO Dose haben isz korrekt. Inhouse wird aber nach wie vor ein 4 Fs Modell angestrebt. Das heisst, es wird ein 4 faseriges Inhousekabel eingezogen. Je nach Bedarf können weitere Fasern mit geringem Aufwand gespleisst werden. 

Theoretisch könnte man mit verschiedenen Farbspektren auf der Faser zwischen CO und BEP mehrere Provider anbieten. Ist aber natürlich nicht das klassische P2P Prinzip. Da i.d.R. noch Reservefasern zwischen CO und BEP bestehen, könnte man auch andere Provider bis zum BEP speisen. Aber auch hier könnte man nicht alle Anschlüsse im Haus mit einer durchgehenden Faser bedienen. Wie oben schon beschrieben, wäre ein grösser dimensionierter Feeder notwendig. Ob aber Mitbewerber die Kosten für das nachziehen/ausbauen der bestehenden Rohranlagen bezahlen, bezweifle ich.

Nun zurück nach Uster:

Swisscom hat mehrmals kommuniziert, dass bestehende P2P Netze auch weiterhin nach dem P2P Prinzip gebaut werden. Die besagte WEKO Klage bezieht sich auf jene Gebiete/Projekte, in denen die mCAN aufgehoben und durch FTTH erweitert werden. In diesen Fällen wird die P2MP Netzarchitektur angewandt. 

Dass nun eine Neubausiedlung in Uster mit P2MP gebaut wird, bezweifle ich stark. Nenne uns doch mal die mysteriöse Adresse dieser Überbauung. Kann auch per PN geschehen.

Grüsse

CHnuschti753 Beiträge
bearbeitet #411
Oftmals sind die Kabelrohranlagen derart voll, dass es ohne grössere Gräben nicht möglich wäre, ein zusätzliches, grösser dimensioniertes Kabel einzuziehen. Die Kosten hätte Swisscom zu tragen.
Nun, vielleicht weist du aus, ob du direkt bei Swisscom arbeitest oder aber Swisscom dein hauptsächlicher Auftraggeber ist? Würde etwas zur Klärung beitragen.

Denn mich würden Berichte von Leuten "vor Ort" interessieren, was es denn wirklich auf sich hat mit diesem "zuwenig Platz in den Leerrohren" für z.B. ein 432-Fasern-Kabel. Oder wie oft dies der Fall ist. Habs zwar auch schon an anderer Stelle gelesen und schätze das als "möglich" ein. Andererseits wurde dargelegt, dass eben ein 432-Faser Kabel 18mm Durchmesser hat, so dass schon mal der Verdacht aufkommen kann, das sei bloss eine vorgeschobene, faule Ausrede. Wie auch hier dargelegt wurde, hatten diese "bestehende" Leerohre früher den ganzen Kupferkram aufnehmen müssen, der wohl auch sein Platz beanspruchte. Insofern gibt es Zweifel.

julius888 Beiträge
bearbeitet #412
Nun, vielleicht weist du aus, ob du direkt bei Swisscom arbeitest oder aber Swisscom dein hauptsächlicher Auftraggeber ist? Würde etwas zur Klärung beitragen.

Denn mich würden Berichte von Leuten "vor Ort" interessieren, was es denn wirklich auf sich hat mit diesem "zuwenig Platz in den Leerrohren" für z.B. ein 432-Fasern-Kabel. Oder wie oft dies der Fall ist. Habs zwar auch schon an anderer Stelle gelesen und schätze das als "möglich" ein. Andererseits wurde dargelegt, dass eben ein 432-Faser Kabel 18mm Durchmesser hat, so dass schon mal der Verdacht aufkommen kann, das sei bloss eine vorgeschobene, faule Ausrede. Wie auch hier dargelegt wurde, hatten diese "bestehende" Leerohre früher den ganzen Kupferkram aufnehmen müssen, der wohl auch sein Platz beanspruchte. Insofern gibt es Zweifel.
Kein Problem. Deine Frage bzw deine Zweifel sind berechtigt. Ich befasse mich einerseits mit aktuellsten Technologien im Telekommunikationsnetz weltweit, andererseits arbeite ich hin und wieder für Swisscom im Bereich des Netzbaus. Aber auch für andere Auftraggeber.

Und ja, ich habe somit Praxiskenntnis der Situation vor Ort. Bestehende Leerrohre ohne darin befindliche Kabel gibt es selten. Die Rohre sind gefüllt mit verschiedensten Kupferkabeln. 50er, 100er, 200er, 300er, 400er, 800er, 1200er oder 2400er Kupferkabel. Diese wiederum verschiedenster Baujahre. Die Kabel liegen meist schon Jahrzehnte in den Kabelkanälen. Kabel auszuziehen ist längst nicht überall möglich. Vielfach sind die Kabel in sich überworfen. Würde man nun eines dieser Kupferkabel ausziehen, läuft man in Gefahr, die übrigen zu zerstören. Die älteren Kabel sind im Innern des Kabels papierisoliert. Wird ein solches zu sehr beansprucht, reissen die Papierisolationen und das Kabel unbrauchbar. Folgestörungen wären die Folge.

Des Weiteren sind viele unterirdische Kabelanlagen aus Zores Halbschalen. Diese lassen meist bei kleinem Leerraum kein Kabelzug mehr zu. Die Zores müssten auf der Gesamtlänge geöffnet werden oder durch K-Rohre ersetzt werden. Baubewilligungen sind nötig und meterlange Gräben. 

Des Weiteren sind die Biegeradien beim Kabelzug eines 432er anders als jene eines 192Fs. Ein kleineres Glasfaserkabel lässt sich bei vollen Rohranlagen besser einziehen ohne etwas zu beschädigen. Welche Kabelgrössen als Feeder beim mCAN (FTTS) Bau eingezogen werden/wurden kann ich nicht beantworten.

Zu Guter letzt stelle ich mir die Frage:

Wieso hätte Swisscom, wenn es baulich keine Mehraufwände generiert hat, ein kleineres Glasfaserkabel einziehen sollen? Das wäre ja total sinnlos - denn die Preisunterschiede zu einem 432er Glasfaserkabel sind im Verhältnis minim. Den Kabelzugaufwand hat man so oder so. Also ist die Begründung von vollen Rohranlagen absolut legitim und sinnvoll. Meine persönlichen Erfahrungen decken diese These.

Ich bin in meiner Meinung bezüglich Swisscom und deren Strategie neutral. Auch versuche ich in keiner Weise den von der WEKO kritisierten Ausbau der Swisscom zu stützen. Was ich hingegen gerne tue ist, meine Meinung wie auch meine Erfahrungen mit anderen zu teilen. Meine Informationen beruhen auch auf offiziellen Statements der Swisscom. 

Auch wenn vielleicht gewisse Aussagen meinerseits den Eindruck erwecken sollten, dass ich Swisscom in dieser Angelegenheit "decke" oder "unterstütze" - dieser Eindruck soll nicht entstehen.

1× hilfreich
dito8 Beiträge
#413
Vielen Dank @julius88 für deine aufschlussreiche Antwort. Ich bin mittlerweile auch etwas weiter.

Zuerst einmal wird in Uster nicht ausschliesslich P2MP ausgebaut. Falls ich das so geschrieben habe ist eine Falschaussage meinerseits. Ich habe einige Neubauprojekte abgeklappert und siehe da, überall P2P. Umso merkwürdiger dann natürlich warum scheinbar einzig mein neuer Wohnort P2MP ausgebaut wird. Eine Anfrage bei der Swisscom, ob denn vielleicht doch noch P2P ausgebaut werde konnte mir nicht beantwortet werden, da es sich um einen sogenannten "Landlord-Standort" handle. Ich solle beim Eigentümer nachfragen wie die Liegenschaft ans Netz angeschlossen würde. Was genau unter "Landlord-Standort" zu verstehen ist weiss ich leider nicht genau. Klingt für mich so, als hätte der Eigentümer die Fasern einziehen lassen... Weiss hier vielleicht jemand etwas darüber?

WIe dem auch sei. Ich habe jetzt die Frage erstmal beim Eigentümer platziert. Falls jemand interessiert ist, poste ich die Antwort gerne hier.

julius888 Beiträge
#414
Vielen Dank @julius88 für deine aufschlussreiche Antwort. Ich bin mittlerweile auch etwas weiter.

Zuerst einmal wird in Uster nicht ausschliesslich P2MP ausgebaut. Falls ich das so geschrieben habe ist eine Falschaussage meinerseits. Ich habe einige Neubauprojekte abgeklappert und siehe da, überall P2P. Umso merkwürdiger dann natürlich warum scheinbar einzig mein neuer Wohnort P2MP ausgebaut wird. Eine Anfrage bei der Swisscom, ob denn vielleicht doch noch P2P ausgebaut werde konnte mir nicht beantwortet werden, da es sich um einen sogenannten "Landlord-Standort" handle. Ich solle beim Eigentümer nachfragen wie die Liegenschaft ans Netz angeschlossen würde. Was genau unter "Landlord-Standort" zu verstehen ist weiss ich leider nicht genau. Klingt für mich so, als hätte der Eigentümer die Fasern einziehen lassen... Weiss hier vielleicht jemand etwas darüber?

WIe dem auch sei. Ich habe jetzt die Frage erstmal beim Eigentümer platziert. Falls jemand interessiert ist, poste ich die Antwort gerne hier.
Bei Landlord wird der Drop von Swisscom bis in den Technikraum/Keller des Gebäudes gebaut. Den Bau des BEP und der OTO Dosen wird dann durch den Elektriker der Bauherrschaft durchgeführt. Swisscom hat hiermit nichts zu tun.

CHnuschti753 Beiträge
#415
Und ja, ich habe somit Praxiskenntnis der Situation vor Ort. Bestehende Leerrohre ...
Nun danke, sehr informativ. Dass man "alte" Kabelstränge gar nicht mehr rauskriegt ist auch für mich neu, kann einiges erklären. Auch dass "alte" Kuper-Kabelstränge weiterhin vorgehalten werden müssen, kann schon mal vergessen gehen. Oder Swisscom die womöglich vorhalten will als Reserve/Option?, auch denkbar.
Und ja, diese Zores Halbschalen würde ich als eine schlechte Voraussetzung einschätzen, schon konstruktionsbedingt eher ne wacklige und den "Durchzug" behindernde Angelegenheit, verglichen mir runden Leerrohren, was das Einziehen von Leitungen angeht.

Zum zweiten Teil, ja ein objektiver/vorausschauender Kopf würde auch ein grösseres Kabel einziehen, wenns denn möglich wäre. Allerdings gibts da IMO schon eben auch das Swisscom-Marketing, dem wohl weniger das "Wohl aller" als sein eigenes "Wohl" am Herzen liegt. Und wenn man damit Konkurrenz abwehren kann, würde ich mal unterstellen dass man dann wohl auch für "unvernünftige" Lösungen weniger Skrupel hat.

julius888 Beiträge
#416
Nun danke, sehr informativ. Dass man "alte" Kabelstränge gar nicht mehr rauskriegt ist auch für mich neu, kann einiges erklären. Auch dass "alte" Kuper-Kabelstränge weiterhin vorgehalten werden müssen, kann schon mal vergessen gehen. Oder Swisscom die womöglich vorhalten will als Reserve/Option?, auch denkbar.
Und ja, diese Zores Halbschalen würde ich als eine schlechte Voraussetzung einschätzen, schon konstruktionsbedingt eher ne wacklige und den "Durchzug" behindernde Angelegenheit, verglichen mir runden Leerrohren, was das Einziehen von Leitungen angeht.

Zum zweiten Teil, ja ein objektiver/vorausschauender Kopf würde auch ein grösseres Kabel einziehen, wenns denn möglich wäre. Allerdings gibts da IMO schon eben auch das Swisscom-Marketing, dem wohl weniger das "Wohl aller" als sein eigenes "Wohl" am Herzen liegt. Und wenn man damit Konkurrenz abwehren kann, würde ich mal unterstellen dass man dann wohl auch für "unvernünftige" Lösungen weniger Skrupel hat.
Könnte sein. Dies zu beurteilen liegt aber nicht in meiner Kompetenz. Auch möchte ich niemandem etwas unterstellen.

Leider hätte ich noch einige andere Beispiele, in denen Mitbewerber Glasfasernetze bauen - aber nur dort, wo es sich für sie rechnet. Es ist also nicht nur die Swisscom welche kosteneffiziente Netze baut. Immerhin bekommen durch die Strategie beinahe 60% aller Schweizer Haushalte bis 2025 einen Glasfaseranschluss bis in die Wohnung. 

Es gibt diverse FTTH Netzeigentümer (EW, Gemeinden), welche Aussenquartiere nicht mit FTTH erschliessen weil es sich für sie nicht lohnt. 

Fazit: natürlich ist dies keine Entschuldigung oder Schönrede für etwas. Aber man sollte auch links und rechts schauen und stellt dann schnell fest, dass andere teilweise gar nichts erschliessen wollen. 

Wiederum gibt es 2, 3 Fälle in der Schweiz, in welchen die Swisscom als Provider zur FTTH Mitnutzung ausgeschlossen wurde. In einem Fall, bei welchem die Gemeinde ein FTTH Netz gebaut hat, wollten sie Swisscom nicht auf dem gemeindeeigenen FTTH Netz. 2 Jahre später wollte Swisscom in dieser Gemeinde FTTS ausbauen um auch den Swisscom Kunden einen zeitgemässen Breitbandanschluss anbieten zu können. In der Folge hat die Gemeinde alle Baugesuche für den Neubau/Umbau der Schächte abgelehnt. Swisscom ging vor Gericht und bekam Recht. Nur mal so am Rande.... 

CHnuschti753 Beiträge
bearbeitet #417
@julius88

Ein Freund der Swisscom bin ich wahrlich nicht. Hat sich etwas gelegt seit hier in der Stadt Glasfaser ist von anderen. Ich meine, Swisscom nutzt den ihr letztlich von der Politik gegebenen Spielraum "vorbildlich" aus. Und Regierung&Parlament haben wohl kaum was dagegen einzuwenden.
Aber selbst bei Gegnerschaft bin ein ein Befürworter des objektiven Augenmasses, was die Beurteilung der Swisscom angeht. Da macht man es sich bei den Gegnern oft allzu leicht.

Was diese WEKO Angelegenheit angeht, bin eigentlich weniger zuversichtlich dass diese beim Verwaltungsgericht durchkommt, die Argumentation scheint mir etwas gar dünn.

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Es gibt ein Lebenszeichen von Nicht-Swisscom-FTTH 😉 : Swiss fibre net kündigt +100000 Anschlüsse an bis Ende 2021:
https://www.swissfibrenet.ch/fileadmin/user_upload/swissfibrenet/Medienmitteilungen/Initial-MM_Jan21_210122_Final.pdf

Ist wohl der kümmerliche Überrest der keine 1 Jahr alte, angekündigten Salt&Sunrise "Offensive", die damals nichts geringeres als "Investitionen bis zu 3 Milliarden in den nächsten 5 Jahren" bzw. +1.5 Mio Anschlüsse trompeteten. 😉

Bänz146 Beiträge
#418
Was mich betrifft bin ich seit Jahrzehnten ein dezidierter Kritiker von Swisscom bzw. früher PTT. Die Aufspaltung von Privatwirtschaft und Bund halte ich in Sachen Grundversorgung der Telekommunikationsinfrastruktur für völlig misslungen. Das hat schliesslich dazu geführt dass Swisscom den Glasfaserausbau lange verschlafen hat, was nun zu unnötigen FTTS-Auswüchsen führt.

Aber ich muss auch eingestehen: Bei uns (ich wohne in der Pampa) würde folgedessen sonst niemand Glasfaser bauen. Daher werde ich mich auch nicht beklagen, wenn es bei mir im März nur P2MP gibt.

Gelöschtes Mitglied 757
#419
Wieso hätte Swisscom, wenn es baulich keine Mehraufwände generiert hat, ein kleineres Glasfaserkabel einziehen sollen? Das wäre ja total sinnlos - denn die Preisunterschiede zu einem 432er Glasfaserkabel sind im Verhältnis minim.
Ich denke das Faserhandling dürfte am Ende nicht vernachlässigt werden. Auf Grösse der Spleissmuffen, Kabinen könnte das schon noch einen Einfluss haben.

Bänz146 Beiträge
#420
Sofern die Tiefbaukosten der Grund für die Verlegung von zu wenigen Fasern war, hätte Swisscom die Problematik vorzeitig der Fernmeldekommission KVF vortragen müssen. Daher ist es durchaus glaubhaft, dass dies aus Gründen zur Sicherung des Monopols unterlassen wurde.

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