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Netflix in der Schweiz?

1'622 Antworten252'885 AufrufeGestartet von Noel ·

Zusammenfassung der Erfahrungen: Netflix Schweiz — was Mitglieder in diesem und weiteren Themen berichten.

magicfriend3'697 Beiträge
#1301
Scheissegal jetzt. Netflix flutscht und zwar sowas von. Seit einer Stunde "Better Call Saul" ohne ein einziges Zwischenbuffern.

MichelZ672 Beiträge
#1302
Ja eben, hab ich doch gerade geschrieben 😉

Viele machen ein Peering an einem lokalen IXP, aber sie übernehmen nicht selbst den Transit zu den Kunden. Das ist der grosse Unterschied 🙂
Du verstehst mich falsch.

Viele machen ein Peering an VIELEN - weltweiten IXP's.

Es ist in vielen Fällen sogar in der Peering Policy festgehalten das mehr als ein Verbindungspunkt und auch international verteilt hergestellt werden muss.

Wenn du dir das Beispiel von Init7 ansiehst (kleiner schweizer provider), so haben diese Leitung in etliche IXP:

https://www.peeringdb.com/net/163

sogar bis in die USA. Init7 hat dabei die Leitung bis in die USA gemietet, das läuft ganz ohne Transit Provider bis dahin.

easypeacy422'068 Beiträge
bearbeitet #1303
Das ist leider falsch. Peering ist eine Netz-optimierungs Massnahme. Das Internet funktioniert jedoch auch ohne direktes Peering. (simpel gesagt... natürlich funktioniert es schlussendlich nicht wenn überhaupt niemand peert!).

Transit heisst eigentlich nur soviel wie "zugriff auf das Internet". Dein ISP ist sozusagen auch "dein Transit provider".

http://drpeering.net/core/ch2-Transit.html


Mir scheint wir reden irgendwie aneinander vorbei. Dieser Text zeigt ja, wie eben die Transit-Abkommen vereinbart werden. Genau davon rede ich. Und ja, mein ISP ist in der Tat mein "Transit-Provider", deshalb bezahle ich ihn als Kunden ja dafür, dass er meinen Datenverkehr "von und nach Internet" transportiert. Ich bezahle ihn zwar nicht direkt nach Datenvolumen sondern nach zur Verfügung gestellter Bandbreite, ist aber im Prinzip dasselbe. Aus der Sicht von mir als Kunden ist das natürlich ein Transit-Abkommen, ja. Beim direkten Peering zwischen Netflix und z.B. der Swisscom gibt es keinen reinen Transit, sondern es sind zwei direkte Business-Partner, die direkt Datenvolumen austauschen, ohne reinen Transit-Provider dazwischen (Peering eben). Und das ist nicht dasselbe wie das von mir beschriebene Transit-Abkommen.

PS: Ja klar, Peering ist eine Netz-Optimierungs Massnahme. Glaube nicht, dass ich irgend etwas anderes behauptet habe.

Markus1'750 Beiträge
#1304
Als Zückerchen fehlt jetzt noch der Netflix-Client auf der Swisscom-TV-Box ;-).

Gruss Markus

Wrzlbrnft2'742 Beiträge
#1305
Bevor das kommt, wird man noch eher die Aufnahmen in der Cloud verlustfrei zuhause abspeichern können...

Gelöschtes Mitglied 757
#1306
Peerings können auch eine gute Möglichkeit sein um Kosten zu sparen. Viele Firmen, die ein datenintensives Angebot haben wie Google, Zattoo oder auch Akamai bieten bei SwissIX das Gratispeering an. So lassen sich die kostenpflichtigen Uplinks entlasten. Das Ganze hat leider einen Haken. Grössere Firmen oder auch Provider müssen mit dem Ausfall der Uplinks rechnen, so auch mit den Peeringpunkten. Was also über die Peerings an Daten eingespart werden kann, muss trotzdem über die übrigen Anbindungen abgefangen werden können. Trotzdem kann die Rechnung aufgehen, da vielfach mit einer BurstRate, Spielraum über der vertraglich abgmachten Datenlimite, gerechnet werden kann.

Natürlich kann ein Peering auch sonst sinnvoll sein um die Strecke zwischen zwei Netzen zu verkürzen oder entlasten.

Was den Providerwechsel von Netflix betrifft, so muss dies nicht unbeding einen finanziellen Ursprung haben. Eine veränderte Marktsituation kann ebenfalls der Grund sein. Nicht jeder Provider ist global gleich stark vertreten. Das kann dazu führen, dass sich der Verkehr extrem auf einzelne Uplinks verteilt. Natürlich lassen sich solche Strecken künstlich verschlechtern um den Verkehr besser zu verteilen, aber im Endeffekt gilt es den optimalsten Provider zu finden. Das kann natürlich auch über den Preis gehen.

Noel3'777 Beiträge
#1307
Die Frage wird sein wo wird die Swisscom das nächste Mal zuschlagen und den Kunden durch ihre Peering Politik ausbremsen? Gamestreaming und die ganze VR Brillen Geschichte lässt grüssen.

vom iPhone mit Tapatalk

MichelZ672 Beiträge
#1308
Die Frage wird sein wo wird die Swisscom das nächste Mal zuschlagen und den Kunden durch ihre Peering Politik ausbremsen? Gamestreaming und die ganze VR Brillen Geschichte lässt grüssen.

vom iPhone mit Tapatalk


Naja, Swisscom hat da schon auch recht. Es ist kein "ausbremsen" in dem Sinne. Und die Swisscom kann wirklich nichts dafür wenn es Upstream Kapazitätsprobleme gibt. (OK, an ihrer Stelle würde ich das ganze natürlich beim Transitprovider eskalieren, und mir überlegen ob es sinn macht den Provider zu wechseln... aber sowas kann man natürlich nicht innerhalb weniger Stunden erledigen.).

Aber Grundsätzlich sollte alles auch ohne Peering vernünftig laufen können. Peering ist eine Netzoptimierung, mehr nicht. (Es ist eine aus meiner Sicht sinnvolle Netzoptimierung, absolut!)

smid12'144 Beiträge
#1309
Als Zückerchen fehlt jetzt noch der Netflix-Client auf der Swisscom-TV-Box ;-).

Gruss Markus


In UK hat Virgin Media zum Beispiel einen solchen Client auf ihren Boxen.

Möglich wäre es schon.

artan21481 Beiträge
easypeacy422'068 Beiträge
#1311
Aber Grundsätzlich sollte alles auch ohne Peering vernünftig laufen können. Peering ist eine Netzoptimierung, mehr nicht. (Es ist eine aus meiner Sicht sinnvolle Netzoptimierung, absolut!)


Da hast du im Prinzip schon recht. Aber man muss sich auch folgendes bewusst sein:

Das Internet wurde nicht dafür gebaut und ist auch nicht dafür ausgelegt, Echtzeit-Daten / Video-Streams (ist genau genommen nicht dasselbe) zu übertragen. Das ist eine relativ neue Herausforderung, wofür es auch neue Massnahmen braucht. Man hat ja gesehen, dass es monatelang wegen dem überlasteten Cogent/DTAG Peering für "herkömmlichen" Internet Traffic (Surfen, Email, etc.) keine spürbaren Beeinträchtigungen gab, bei Video Streams allerdings schon. Solche "neumodischen Neuland" Anwendungen (frei nach A.Merkel) brauchen auch weitere Massnahmen, um in gewünschter Qualität weltweit angeboten werden können. Dazu kommt noch, dass diese "neuen" Anwendungen wie Netflix und Youtube nicht nur zeitkritisch sind, sondern massivste Datenvolumen mit sich bringen (soweit ich mich recht erinnere ist alleine Netflix in den USA für ca. 35% des gesamten Internet Traffics verantwortlich).

Da muss man ganz einfach verstehen, dass dann "Netzoptimierung" nicht mehr optional ist sondern zum "Muss" wird, im Interesse der Effizienz für alle Beteiligten, d.h. im Interesse des Content-Anbieters, der Transit-Provider und der ISPs, und schlussendlich auch den Kunden all dieser Provider. Es hat seine guten Gründe, weshalb Netflix sich entschieden hat, den Transit ihrer Daten möglichst selbst vorzunehmen, wie schon aufgeführt (1.Kosten,2.bessere Kontrolle&Qualität). Es ist somit auch nachvollziehbar, dass die Grossen in diesem Business (Google, Apple, Netflix) dieselbe Strategie fahren (lokale Content Servers, direktes Peering). Für den durchschnittlichen ISP ist das auch kein Problem, der ist dafür sogar dankbar, da seine herkömmlichen Peerings mit dieser "Netzoptimierung" geschont werden. Die Swisscom - und im Jan/Feb auch die UPC resp. Liberty Global - gehören da zu den Providern, die sich durch ihre Marktmacht ihre "Cashcow-Privilegien" aufgebaut haben, die mit dieser "Neuland Weltordnung" nun ins Wanken gerät resp. nun offenbar gefallen ist. Beim vorherigen "Kampf" der Swisscom ging es eigentlich gar nicht ums Netflix-Peering, sondern um ihre "Cashcow-Privilegien" im Allgemeinen. Brave New World ...

roman709'245 Beiträge
#1312
Wenn Netflix wie z.B. in den USA 35 % des gesamten Datenvolumens ausmacht, muss man sich aber auch nicht wunder, wenn andere diese "Kosten" auch zu kompensieren versuchen. Das soll ja in den USA auch so passiert sein...

easypeacy422'068 Beiträge
#1313
Wenn ich die Diskussionen so verfolge, dann kriege ich teilweise das Gefühl, dass die Leute meinen, Netflix würde einfach "gratis" überall ihren Traffic hinschieben können. Das ist aber überhaupt nicht so. Netflix bezahlt als erstes mal grosse Summen dafür, um diesen Traffic bei ihren ISPs einspeisen zu können (so wie jeder andere auch, der z.B. einen Webserver betreibt ... die Dimensionen sind einfach massiv grösser, die Kosten deshalb auch). Dazu bezahlt sie nochmals grosse Summen für den Transport dieser Datenmengen quer über den Globus. Sie mietet als eigener Transit-Provider gegen Bezahlung von den Betreibern der physischen Netz-Strukturen die notwendigen Kapazitäten und ist somit wohl einer der grössten Kunden dieser Betreiber. Oder sie mietet Kapazitäten bei Transit-Providern, die den Datentransport über ihre eigenen AS vornehmen und die von Netflix dafür ebenfalls bezahlt werden.

Der ISP am "Ende" dieser Kette, der die Daten an die Nutzer direkt ausliefert, wird aber von seinen Kunden (du und ich) dafür bezahlt, dass er die notwendigen Kapazitäten bereit hält. Nun kann man argumentieren, dass er "wegen" Netflix nun gezwungen wird, evtl. seine Infrastruktur auch auszubauen, ohne dass er etwas direkt von Netflix erhält (resp. die Swisscom hat's 8 Monate lang erfolglos versucht). Ja, das stimmt. Das gilt aber für jeden anderen Content Provider ebenso (Google, Apple, jeder einzelne Webserver im Internet). Hier kehrt sich das Prinzip eben um: Es sind die Kunden des ISPs, welche die Daten anfordern, und welche diese Datenvolumen über ihre Abos decken müssen. Somit muss der ISP selbst kalkulieren, welche Abos und Bandbreiten er seinen Kunden zu welchem Preis anbietet, um das schlussendlich finanzieren zu können. Allerdings sind die Kapazitäten in einem eher "lokalen" Netz (wie z.B. innerhalb der ganzen Schweiz) vergleichsweise sehr günstig im Vergleich zum internationalen Transit. Ob du da 10Gbits oder 40Gbits über deine Glasfaser laufen lässt, macht den Braten nicht mehr so fett. Die wirklichen Kosten fallen für den ISP hier eher im konstanten Ausbau der berühmten letzten Meile an als an der Kapazitätserweiterung des Core-Netzwerks und der Peerings an sich. Somit macht dieses Prinzip für mich durchaus Sinn.

MichelZ672 Beiträge
#1314
Wenn ich die Diskussionen so verfolge, dann kriege ich teilweise das Gefühl, dass die Leute meinen, Netflix würde einfach "gratis" überall ihren Traffic hinschieben können. Das ist aber überhaupt nicht so. Netflix bezahlt als erstes mal grosse Summen dafür, um diesen Traffic bei ihren ISPs einspeisen zu können (so wie jeder andere auch, der z.B. einen Webserver betreibt ... die Dimensionen sind einfach massiv grösser, die Kosten deshalb auch). Dazu bezahlt sie nochmals grosse Summen für den Transport dieser Datenmengen quer über den Globus. Sie mietet als eigener Transit-Provider gegen Bezahlung von den Betreibern der physischen Netz-Strukturen die notwendigen Kapazitäten und ist somit wohl einer der grössten Kunden dieser Betreiber. Oder sie mietet Kapazitäten bei Transit-Providern, die den Datentransport über ihre eigenen AS vornehmen und die von Netflix dafür ebenfalls bezahlt werden.

Der ISP am "Ende" dieser Kette, der die Daten an die Nutzer direkt ausliefert, wird aber von seinen Kunden (du und ich) dafür bezahlt, dass er die notwendigen Kapazitäten bereit hält. Nun kann man argumentieren, dass er "wegen" Netflix nun gezwungen wird, evtl. seine Infrastruktur auch auszubauen, ohne dass er etwas direkt von Netflix erhält (resp. die Swisscom hat's 8 Monate lang erfolglos versucht). Ja, das stimmt. Das gilt aber für jeden anderen Content Provider ebenso (Google, Apple, jeder einzelne Webserver im Internet). Hier kehrt sich das Prinzip eben um: Es sind die Kunden des ISPs, welche die Daten anfordern, und welche diese Datenvolumen über ihre Abos decken müssen. Somit muss der ISP selbst kalkulieren, welche Abos und Bandbreiten er seinen Kunden zu welchem Preis anbietet, um das schlussendlich finanzieren zu können. Allerdings sind die Kapazitäten in einem eher "lokalen" Netz (wie z.B. innerhalb der ganzen Schweiz) vergleichsweise sehr günstig im Vergleich zum internationalen Transit. Ob du da 10Gbits oder 40Gbits über deine Glasfaser laufen lässt, macht den Braten nicht mehr so fett. Die wirklichen Kosten fallen für den ISP hier eher im konstanten Ausbau der berühmten letzten Meile an als an der Kapazitätserweiterung des Core-Netzwerks und der Peerings an sich. Somit macht dieses Prinzip für mich durchaus Sinn.


Da stimme ich dir 100% zu. Netflix "verursacht" nicht den Traffic. Die Kunden welche Filme Streamen wollen machen das. Wenn man als Eyeball-provider diese Datenmengen nicht haben möchte, oder dafür bezahlt werden will, dann kann man halt nicht eine "Flatrate" für billig anbieten, und damit rechnen dass die Kunden die versprochenen XXX Mbit einfach nicht nutzen....

roman709'245 Beiträge
#1315
Wenn ich die Diskussionen so verfolge, dann kriege ich teilweise das Gefühl, dass die Leute meinen, Netflix würde einfach "gratis" überall ihren Traffic hinschieben können.


Vielleicht gibt es Leute, die das meinen.

Es ist einfach definitiv auch so, dass Netflix auch einen schönen Anteil dazu beigetragen hat, dass ihre zahlenden Kunden die Dienstleistung nicht mehr immer akzeptabel beziehen können.

easypeacy422'068 Beiträge
#1316
Ja es braucht natürlich grundsätzlich eine differenzierte Diskussion, wenn man diese Geschichte im Detail beleuchten möchte. Selbstverständlich ist auch Netflix "nur" ein gewinnorientiertes Unternehmen und macht das, was aus Business-Sicht für sie am lukrativsten ist. Allerdings habe ich in mehrfacher Hinsicht sehr viel mehr Verständnis für das was Netflix geboten hat im Vergleich zu dem, was die Swisscom geboten hat. Aber die Diskussion habe wir ja schon ausführlich geführt /emoticons/default_smile.png

cybi2'842 Beiträge
#1317
Heute Abend läufst wieder bestens. UHD Startet gleich und läuft stabil.

olifaessler4'260 Beiträge
#1318
So gut wie jetzt lief es noch nie. Instant Start in bester Auflösung. Ich hoffe mal die beiden finden sich, und die Qualität bleibt langfristig so gut.

micromag84646 Beiträge
#1319
Gestern endlich wieder top... startet sofort und ist scharf wie noch nie 🙂

Gelöschtes Mitglied 757
bearbeitet #1320
Wenn Netflix wie z.B. in den USA 35 % des gesamten Datenvolumens ausmacht, muss man sich aber auch nicht wunder, wenn andere diese "Kosten" auch zu kompensieren versuchen. Das soll ja in den USA auch so passiert sein...
Das zeigt aber auch, dass die Provider nicht auf einen solchen Service vorbereitet sind. Mit anderen Worten, Bandbreite verkaufen, die nicht wirklich geliefert werden kann. Der Überbruchungsfaktor muss neu angesetzt werden. In einem solchen Fall muss sich jeder Provider an der eigenen Nase nehmen.

Oder auch, der Kunde kann nur das nutzen, was er bestellt hat. Wenn das nun mehrere Kunden tun ist das nicht das Problem des einzelnen Kunden.

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