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Netflix in der Schweiz?

1'622 Antworten252'885 AufrufeGestartet von Noel ·

Zusammenfassung der Erfahrungen: Netflix Schweiz — was Mitglieder in diesem und weiteren Themen berichten.

Tux0ne59 Beiträge
#1261
Und mir suggerierte bezüglich diesem Thema erst kürzlich ein gewisser Manager von Swisscom ich sein ein Spinner.

Da kann ich froh sein hat es noch andere davon. Und zwar ein ganzes Volk davon 😀

roman709'245 Beiträge
#1262
Was war eigentlich der Grund, warum Netflix ihr Routing änderte und nicht mehr direkt über die Deutsche Telecom leitete?

Matia218 Beiträge
#1263
Du erwartest also, dass Netflix ihren Hauptprovider für den globalen Traffic-Upload in über 190 Länder wechselt, nur weil es einem kleinen lokalen CH Provider nicht passt?? Das ist doch eine sinnfreie Forderung. Für alle anderen Provider in der Schweiz funktioniert es ja auch so wies jetzt ist. Es ist eindeutig belegt, dass die Swisscom nicht an einer fairen Lösung interessiert ist. Somit gibt es in dieser Geschichte einen klaren Schuldigen. Und das ist nicht Netflix.


Ich möchte auch in einer Welt leben, in welcher alles schwarz und weiss ist. Was ist den aus deiner Sicht eine faire Lösung? Und ist diese Lösung dann auch aus der Swisscomsicht fair? Belegt ist einzig, dass die Swisscom nicht gratis ein direktes Peering machen will. Ob dies nun fair oder korrekt ist, gehen die Meinungen auseinander. Die Swisscom kann sich genauso einfach darauf berufen, dass die Daten nicht genügen schnell auf ihrem Netz ankommen? Soll nun die Swisscom ihre Peeringpartner austauschen, weil ein Anbieter die Daten über ihr Netzwerk nicht genügend schnell Swisscom liefern kann? (Falls stimmt, was die Swisscom schreibt und sie die Daten nicht in ihrem Netz verlangsamen, das wäre eine ganz andere Geschichte).

Der Herr Künzler ist sicher ein kompetenter, aber kein objektiver Ideengeber. Wie watson schreibt, spielt es seiner Klage in die Hände, falls UPC das Peering nun ohne Kosten für Netflix durchgeführt hat. So ganz sicher bin ich mir da nicht. Das Netflix auch schon für ein direktes Peering bezahlt hat, ist eine Tatsache.

Ich bleibe dabei. Beide! Parteien tragen ihre Sturheit auf den Köpfen ihrer zahlenden Kundschaft aus.

Matia218 Beiträge
#1264
Was war eigentlich der Grund, warum Netflix ihr Routing änderte und nicht mehr direkt über die Deutsche Telecom leitete?


Wahrscheinlich die Kosten. Einfach so verändert man kein funktionierendes Routing.

smid12'144 Beiträge
bearbeitet #1265
Ich kann mich nicht erinnern, dass Swisscom schon mal so viel negative Presse hatte.

Das war bis jetzt eigentlich UPC vorbehalten 🙂

vagzubi1'319 Beiträge
bearbeitet #1266
Was war eigentlich der Grund, warum Netflix ihr Routing änderte und nicht mehr direkt über die Deutsche Telecom leitete?
Man kann nur vermuten, aber so wie ich bis jetzt die DeTelekom einschätze, hat es Netflix viel Geld gekostet dort Daten hin zu senden. Netflix hat ja sein CDN deutlich ausgebaut und sagt jetzt wohl, ihr könnt die Daten direkt dort hollen. Zum anderen ist Netflix auch nicht ganz blöd. Nach der Reaktion die vorallem Swisscom trifft, werden sie wohl den Datenverkehr welcher über die "teuren" Leitungen gehen eher reduzieren bis zu 0 um auch Swisscom ein direktes Peering aufzuzwingen. Sie greifen quasi Swisscom mit den gleichen mitteln an wie Swisscom versucht ihre CH Macht durch zu setzen.

Das Postive an der ganzen Sache ist, wir reden über Netzneutralität und was ein Provider darf und was nicht. Bis vor kurzem hat das die "Masse" überhaubt nicht interessiert. "Das Internet geht ja."

UPC hat sich recht schnell aus der Schusslinie genommen, was jetzt betrachtet ein smarter move war.

PS: Nach dem was jetzt gerade passiert, wird die negative PR jedoch wohl von den aktuellen Ereignissen überlagert. Es ist auch deutlich schrecklicher und wird von mir aufs tiefste verabscheut.

Gruss

doom2'266 Beiträge
#1267
Was ist den aus deiner Sicht eine faire Lösung?
Swisscom gibt ihre paid peering Politik auf. Punkt!

Es ist eine Schweinerei wenn Millionen Kunden beim teuersten Provider der Schweiz jeden Monat viel abdrücken dann auch noch zu verlangen dass die Diensteanbieter der Dienste auf welche die Swisscom Kunden zugreifen müssen, nochmals zahlen dürfen. Lustigerweise gibts sowas nur bei den Grossen, kleine Provider können sich so ein Verhalten nicht leisten weil der Diensteanbieter sie auslacht wenn sie mit finanziellen Forderungen kommen.

Wenn das andere Provider auch so machen (ja es gibt sie.. double paid traffic ist ein weiltweites Problem), das ist keine Entschuldigung. Ich bin sicher wenn deine Kids was tun das für dich nicht OK ist, lässt du die Entschuldigung "aber xyz in der Schule/Chindsgi/Kita darf das" auch nicht durch. Die Deutsche Telekom ist auch einer dieser bekannten double paid Traffic Provider. Gut möglich dass diese die finanziellen Konditionen verändert haben - sie wollen ja auch kräftig (und unberechtigt) mitverdienen.

Auch wenn du Freddy nicht magst - man zeige mir die Beispiele wo er nicht die Wahrheit sagt. Er ist, und das schon lange, die einzige Stimme welche immer wieder aufzeigt mit welchen niederen Machenschaften die Swisscom operiert. Ich bin auch seit längerem in einer Branche tätig wo Swisscom marktbeherrschend ist und dieses Verhalten ist branchenintern nix Neues. Nur hat es Swisscom bisher immer geschickt gedeichselt dass die Kunden davon nix mitbekamen (z.B. frühere Peering Distribute, siehe Zattoo, oder Margin Squeeze bei DSL Resellern)  oder sich sogar noch dafür instrumentalisieren liessen (Beispiel Sport Monopol).

vagzubi1'319 Beiträge
bearbeitet #1268
Nur kurz die Situation um INIT7 und Swisscom, oder um was es geht:

Die Kunden von Swisscom schätzen nicht nur Swisscom TV sondern auch die Sendervielfalt von Zattoo. Der Internet-TV-Anbieter Zattoo ist Kunde von Init7 und entsprechend viele Daten müssen zwischen den beiden Providern ausgetauscht werden. Dies ist auch keine Problem, da zwischen ihnen in Zürich und Genf ein direktes Peering mit 2 x 10 Gbit/s besteht.

Als die Swisscom plötzlich Geld für das Peering haben will, und Init7 eine Bezahlung verweigert, drosselt der Staatsbetrieb die Verbindung. Swisscom diskriminiert damit nicht nur einen einzelnen Dienst sonder gleich einen ganzen, konkurrierenden Provider mitsamt seinen Kunden.

Vor diesem Hintergrund hat Init7 2012 beim Handelsgericht des Kantons Bern ein Gesuch um Erlass einer Zugangsverfügung eingereicht: Swisscom soll verpflichtet werden, das Peering wieder herzustellen. Das Verfahren ist vor Bundesgericht hängig.

Da die Situation existenzbedrohend für den Provider wurde, hat Init7 im März 2013 eine Zwischenverfügung beim BAKOM beantragt. Die zuständige eidgenössische Kommunikationskommission (ComCom) hat dieser zugestimmt. Swisscom hat rekurriert und im Dezember vor dem Bundesverwaltungsgericht verloren. Das Peering ist wieder hergestellt, das Hauptverfahren aber noch offen.

Quelle: digitale-gesellschaft.ch

ComCom: Zwischenverügung

Bundesverwaltungsgericht: Urteil

Bedenktlich finde ich, das die Swisscom so viel Geld wollte das es für INIT7 "existenzbedrohend" wurde und dem vom Gericht sogar stattgegeben wurde. Swisscom hat als grösster Anbieter auch eine Verantwortung (und Macht) welche sie damit nach meiner Meinung missbrauchen.

Matia218 Beiträge
bearbeitet #1269
Swisscom gibt ihre paid peering Politik auf. Punkt!

Es ist eine Schweinerei wenn Millionen Kunden beim teuersten Provider der Schweiz jeden Monat viel abdrücken dann auch noch zu verlangen dass die Diensteanbieter der Dienste auf welche die Swisscom Kunden zugreifen müssen, nochmals zahlen dürfen. Lustigerweise gibts sowas nur bei den Grossen, kleine Provider können sich so ein Verhalten nicht leisten weil der Diensteanbieter sie auslacht wenn sie mit finanziellen Forderungen kommen.

Wenn das andere Provider auch so machen (ja es gibt sie.. double paid traffic ist ein weiltweites Problem), das ist keine Entschuldigung. Ich bin sicher wenn deine Kids was tun das für dich nicht OK ist, lässt du die Entschuldigung "aber xyz in der Schule/Chindsgi/Kita darf das" auch nicht durch. Die Deutsche Telekom ist auch einer dieser bekannten double paid Traffic Provider. Gut möglich dass diese die finanziellen Konditionen verändert haben - sie wollen ja auch kräftig (und unberechtigt) mitverdienen.

Auch wenn du Freddy nicht magst - man zeige mir die Beispiele wo er nicht die Wahrheit sagt. Er ist, und das schon lange, die einzige Stimme welche immer wieder aufzeigt mit welchen niederen Machenschaften die Swisscom operiert. Ich bin auch seit längerem in einer Branche tätig wo Swisscom marktbeherrschend ist und dieses Verhalten ist branchenintern nix Neues. Nur hat es Swisscom bisher immer geschickt gedeichselt dass die Kunden davon nix mitbekamen (z.B. frühere Peering Distribute, siehe Zattoo, oder Margin Squeeze bei DSL Resellern)  oder sich sogar noch dafür instrumentalisieren liessen (Beispiel Sport Monopol).


Ich habe nie gesagt, dass ich Freddy nicht mag, ich sage nur, er ist ist in dieser Situation kein neutraler Beobachter von aussen.

Die Frage ist, ob das wirklich double paid traffic ist. Du zahlst die Swisscom für IHR Netz. Wenn sie innerhalb ihres Netzes nicht liefern können, dann ist es klar die Schuld von Swisscom. Wenn aber die Daten nicht schnell genug ins Swisscomnetz kommen, ist die Situation viel komplexer.

Jeder Anbieter zahlt für Upload. Wenn ich einen Webserver miete (oder irgendwas in der Cloud) zahle ich auch für die Daten. Ist das dann auch double paid? Natürlich nicht, ich zahle einfach für die Daten, welche ich ins Netz einspeise. Und nein, wer sein Netz zur Verfügung stellt, um Daten weiter zu leiten verdient nicht unberechtigt mit.

Die Situation ist doch folgende: Netflix hat irgendwas an ihren Providern rumgetauscht (wohl um Geld zu sparen). Der Durchsatz zu Swisscom wurde dadurch massiv schlechter. Nun wollen sie, um das Problem zu lösen, gratis direkt ins Swisscomnetz Daten einspeisen können. Und das ist jetzt alles einfach die Schuld von Swisscom?

Das die Swisscom aber alles andere als ein karikativer Verein ist, stimme ich aber auch zu. Wie gesagt, die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen.

Hanfred482 Beiträge
bearbeitet #1270
Bei meinem Sony TV ( und Sony Blu-ray Player) funktioniert die Netflix App meist wieder wenn ich den Internet inhalt aktualisiere. Bei meiner PS4 gibts die Möglichkeit nicht. 
Die App lässt sich resetten, das hat bei mir noch immer funktioniert. Also zumindest wenn die App gar nicht mehr wollte und eine Fehlermeldung produzierte. Aber darum geht es hier wohl nicht sondern um die miese Performance. Dafür hab eich natürlich auch keine Lösung, abgesehen davon, dass es mit meinem Provider diese Probleme nicht gibt. B)

easypeacy422'068 Beiträge
#1271
Die Frage ist, ob das wirklich double paid traffic ist. Du zahlst die Swisscom für IHR Netz. Wenn sie innerhalb ihres Netzes nicht liefern können, dann ist es klar die Schuld von Swisscom. Wenn aber die Daten nicht schnell genug ins Swisscomnetz kommen, ist die Situation viel komplexer.

Jeder Anbieter zahlt für Upload. Wenn ich einen Webserver miete (oder irgendwas in der Cloud) zahle ich auch für die Daten. Ist das dann auch double paid? Natürlich nicht, ich zahle einfach für die Daten, welche ich ins Netz einspeise. Und nein, wer sein Netz zur Verfügung stellt, um Daten weiter zu leiten verdient nicht unberechtigt mit.

Die Situation ist doch folgende: Netflix hat irgendwas an ihren Providern rumgetauscht (wohl um Geld zu sparen). Der Durchsatz zu Swisscom wurde dadurch massiv schlechter. Nun wollen sie, um das Problem zu lösen, gratis direkt ins Swisscomnetz Daten einspeisen können. Und das ist jetzt alles einfach die Schuld von Swisscom?


Ich glaube nun bringst du ein paar Dinge durcheinander. "Double paid traffic" hat nichts damit zu tun, dass du für die Einspeisung von Traffic ins Internet Geld bezahlen musst. Natürlich musst du Geld dafür bezahlen. Auch Netflix bezahlt dafür viel Geld, und zwar überall dort, wo ihre Content Server stehen und sie einen CDN-Provider oder ein Data-Center dafür bezahlen, dass sie dort stehen und Datenvolumen einspeisen. Eben genau so wie wenn du einen Webserver mietest.

Das spezielle bei Netflix ist "lediglich", dass sie mittlerweile gleichzeitig ihr eigener Transit-Netz Provider sind, d.h. sie mieten sich von Transit-Providern mit physischer Infrastruktur Kapazitäten, auf welcher dann ihr logisches "Autonomous System" AS2906 läuft. Auch dafür bezahlt Netflix Geld. Dafür haben sie dann aber die Möglichkeit, erstens die notwendigen Netzwerk-Kapazitäten und das Routing teilweise selbst zu beeinflussen, was in besserer Service Qualität für ihre Kunden resultiert, sprich: im Interesse aller Netflix Kunden ist. Und schlussendlich haben sie das Privileg, selbst Netzwerk-Peerings mit lokalen ISPs anzubieten, was ein "normaler" Content Provider nicht kann. Und hier beginnt das Problem des "Doppelten Marktes". Netflix hat nun also bereits wie üblich Geld bezahlt, um den Traffic ins Internet einzuspeisen und ihn quer über den Globus zu transportieren. Nun kommt aber die Swisscom und möchte, dass Netflix beim lokalen Peering gerade nochmals bezahlt! Das ist der "Doppelte Markt", denn das widerspricht dem Prinzip des Internets und der Netzneutraliät. Die Swisscom als ISP erhält von ihren Kunden bereits Geld dafür, dass sie im Hintergrund alle notwendigen Anbindungen unterhält, um die Inhalte des Internets konfliktfrei ihren Kunden zur Verfügung zu stellen. Das ist ihr Leistungsauftrag als "ISP" und dafür wird sie von allen Kunden bezahlt. Dass sie nun für genau solche Anbindungen gerade nochmals Geld "auf der anderen Seite" ihres Netzwerks verlangen möchte, ist eben der "Doppelte Markt", den man im Sinne der Netzneutralität und somit im Interesse aller Internet Benutzer nicht zulassen sollte.

Dass Netflix ihre Transit-Provider gewechselt hat, ist ganz normal und völlig irrelevant. Jeder grosse Content Provider macht das, um natürlich Kosten zu optimieren, denn wie du schon richtig gesagt hast, ist Netflix natürlich auch nicht die Wohlfahrt. Fakt ist aber, dass in der ganzen Schweiz die Swisscom der einzige ISP ist, der Probleme mit Netflix Streams hat. Das zeigt auch, dass die Änderungen bei Netflix nicht unüblich waren und alle anderen ISPs damit klar kommen.

Soweit die belegten Fakten. Nun noch etwas Spekulation meinerseits. Ich gehe davon aus, dass die Swisscom mit einer unendlichen Arroganz die Verhandlungen mit Netflix geführt hat, was sich auch aus den offiziellen Swisscom Statements herauslesen lässt. Bei Netflix ist man darüber nach all diesen Monaten wahrscheinlich stinkesauer, weshalb so ein kleiner, aufgeblasener lokaler ISP aus der kleinen Schweiz versucht, den grossen Max zu spielen und zu keiner fairen Lösung bereit ist (fair = das was alle anderen ISPs auch problemlos akzeptiert hatten, d.h. keinen "Doppelten Markt" zu erzwingen). So hat nun auch Netflix wahrscheinlich zu einer etwas unsauberen Massnahme gegriffen und den Daten-Hahn über den "allgemeinen Transit" wohl etwas zugedreht. Damit geht dann bei den Providern, welche stur den unlauteren "Doppelten Markt" erzwingen möchten, die rote Lampe an und der Netflix Traffic stottert bei diesen ISPs. Wie auf dieser Karte zu sehen ist, stottert es offenbar in ganz Europa einzig und alleine nur bei der Swisscom:

http://www.watson.ch/Digital/Schweiz/979580196-Die-Swisscom-im-Netflix-Shitstorm--Es-ruckelt-und-stottert--doch-niemand-will-schuld-sein

Damit ist eigentlich auch schon alles gesagt. Natürlich kann man jetzt Netflix auch vorwerfen, dass sie - potentiell da nicht bewiesen - durch ihre aktuelle Massnahme ihre eigenen Kunden bei der Swisscom beeinträchtigen. Sollte Netflix das momentan wirklich machen, wäre das natürlich schon so. Ich als Swisscom und Netflix Kunde muss dazu aber sagen, dass ich die (potentielle) Netflix Massnahme absolut verstehe und unterstütze, denn anders kann man die Swisscom offenbar nicht zur Vernunft bringen und dazu zwingen, die Netzneutralität zu wahren. Und die Netzneutralität muss im eigenen Interesse für jeden Kunden das höchste Gut sein.

Matia218 Beiträge
bearbeitet #1272
Dass Netflix ihre Transit-Provider gewechselt hat, ist ganz normal und völlig irrelevant. Jeder grosse Content Provider macht das, um natürlich Kosten zu optimieren, denn wie du schon richtig gesagt hast, ist Netflix natürlich auch nicht die Wohlfahrt. Fakt ist aber, dass in der ganzen Schweiz die Swisscom der einzige ISP ist, der Probleme mit Netflix Streams hat. Das zeigt auch, dass die Änderungen bei Netflix nicht unüblich waren und alle anderen ISPs damit klar kommen.

Soweit die belegten Fakten. Nun noch etwas Spekulation meinerseits. Ich gehe davon aus, dass die Swisscom mit einer unendlichen Arroganz die Verhandlungen mit Netflix geführt hat, was sich auch aus den offiziellen Swisscom Statements herauslesen lässt. Bei Netflix ist man darüber nach all diesen Monaten wahrscheinlich stinkesauer, weshalb so ein kleiner, aufgeblasener lokaler ISP aus der kleinen Schweiz versucht, den grossen Max zu spielen und zu keiner fairen Lösung bereit ist (fair = das was alle anderen ISPs auch problemlos akzeptiert hatten, d.h. keinen "Doppelten Markt" zu erzwingen). So hat nun auch Netflix wahrscheinlich zu einer etwas unsauberen Massnahme gegriffen und den Daten-Hahn über den "allgemeinen Transit" wohl etwas zugedreht. Damit geht dann bei den Providern, welche stur den unlauteren "Doppelten Markt" erzwingen möchten, die rote Lampe an und der Netflix Traffic stottert bei diesen ISPs. Wie auf dieser Karte zu sehen ist, stottert es offenbar in ganz Europa einzig und alleine nur bei der Swisscom:

http://www.watson.ch/Digital/Schweiz/979580196-Die-Swisscom-im-Netflix-Shitstorm--Es-ruckelt-und-stottert--doch-niemand-will-schuld-sein

Damit ist eigentlich auch schon alles gesagt. Natürlich kann man jetzt Netflix auch vorwerfen, dass sie - potentiell da nicht bewiesen - durch ihre aktuelle Massnahme ihre eigenen Kunden bei der Swisscom beeinträchtigen. Sollte Netflix das momentan wirklich machen, wäre das natürlich schon so. Ich als Swisscom und Netflix Kunde muss dazu aber sagen, dass ich die (potentielle) Netflix Massnahme absolut verstehe und unterstütze, denn anders kann man die Swisscom offenbar nicht zur Vernunft bringen und dazu zwingen, die Netzneutralität zu wahren. Und die Netzneutralität muss im eigenen Interesse für jeden Kunden das höchste Gut sein.
Tut mir leid, aber ich bin immer noch nicht einverstanden. Es ist nicht so, dass andere keine Probleme hatten (siehe UPC). Mittlerweile sind einfach alle direkt gepeert. Und ja, dass sie ihre Transitprovider wechseln ist normal, aber nicht irrelevant. Wenn sie aus Preisgründen den Anbieter wechseln und dort zuwenig Leistung einkaufen, oder der Anbieter die versprochene Leistung nicht liefern kann ist dass in erster Linie ein Problem zwischen Netflix und Transitprovider, aber nicht von Swisscom. Oder noch komplizierter, da wohl mehrere Transitprovider beteiligt sind, aber nicht alle einen Vertrag mit Netflix haben klemmt es irgendwo und alle schieben sich den schwarzen Peter zu.

Wie gesagt: "Wir haben unsere Kosten optimiert, dafür kommen nicht mehr genug Daten bei euch an. Jetzt müsst ihr uns gratis direkt anbinden" funktioniert so einfach auch nicht.

Als weder Swisscom noch Netflix Kunde bin ich auf alle Fälle gespannt, wer da am längeren Hebel sitzt.

tosci5'731 Beiträge
#1273
Gemäss Eintrag in der SC-Supportcommunity scheint das direkte Peering bereits umgesetzt. Kann das jemand bestätigen?

1    <1 ms    <1 ms    <1 ms  192.168.1.1
  2     1 ms    26 ms    27 ms  213.3.239.226
  3     4 ms     4 ms     4 ms  193.134.95.65
  4     4 ms     4 ms     3 ms  i69lss-005-ae11x0.bb.ip-plus.net [193.134.95.64]
  5     *        *        *     Zeitüberschreitung der Anforderung.
  6    37 ms    37 ms    39 ms  as2906.swissix.ch [91.206.52.85]
  7    37 ms    37 ms    37 ms  198.38.116.8
  8    24 ms    24 ms    24 ms  ipv4_1.cxl0.c013.fra001.ix.nflxvideo.net [198.38.116.142]
smid12'144 Beiträge
#1274
Gemäss dieser Seite noch nicht

http://bgp.he.net/AS2906#_peers

schnuerbel1'837 Beiträge
#1275
Hab mein Abo auch mal gekündet bei Netflix. Das Problem sich nicht einigen zu können auf den Schultern der Kunden zu eskalieren finde ich von beiden Beteiligten daneben.
Wenn Du das von beiden Beteiligten nicht OK findest, warum kündigst Du nur Netflix?

schnuerbel1'837 Beiträge
#1276
Ich finde gut, dass Swisscom von Netflix Geld verlangt.

In letzter Konsequenz wird dies bedeuten, dass - sofern Netflix Geld bezahlt - das Internet-Abo bei Swisscom für diejenigen Kunden günstiger wird, die viel Netflix schauen. Mir ist zwar noch nicht ganz klar, wie Swisscom diese Messungen und Leistungserstattungen bewerkstelligen will, aber alles Andere (diese Zusatzeinnahmen nicht an den Kunden weiterzugeben) wäre Betrug.

MichelZ672 Beiträge
#1277
Gemäss Eintrag in der SC-Supportcommunity scheint das direkte Peering bereits umgesetzt. Kann das jemand bestätigen?

1 <1 ms <1 ms <1 ms 192.168.1.1
2 1 ms 26 ms 27 ms 213.3.239.226
3 4 ms 4 ms 4 ms 193.134.95.65
4 4 ms 4 ms 3 ms i69lss-005-ae11x0.bb.ip-plus.net [193.134.95.64]
5 * * * Zeitüberschreitung der Anforderung.
6 37 ms 37 ms 39 ms as2906.swissix.ch [91.206.52.85]
7 37 ms 37 ms 37 ms 198.38.116.8
8 24 ms 24 ms 24 ms ipv4_1.cxl0.c013.fra001.ix.nflxvideo.net [198.38.116.142]

Scheint so. AS2906 ist Netflix. Ich nehme nicht an das Swisscom Transit über SwissIX hat 🙂

MichelZ672 Beiträge
#1278
1 194.209.108.1 (194.209.108.1) 1.090 ms 0.372 ms 0.370 ms
2 212.243.81.34 (212.243.81.34) 1.010 ms 0.909 ms 0.906 ms
3 i79zhh-010-vla51.bb.ip-plus.net (138.187.132.193) 0.626 ms 0.643 ms 0.640 ms
4 i79zhh-000-ten2-6x10.bb.ip-plus.net (138.187.131.222) 0.757 ms 0.610 ms 0.637 ms
5 i79zhb-005-bun4.bb.ip-plus.net (138.187.129.110) 1.026 ms 1.196 ms 1.170 ms
6 i79inx-015-ae2.bb.ip-plus.net (138.187.130.108) 1.690 ms 1.811 ms 4.504 ms
7 as2906.swissix.ch (91.206.52.85) 31.379 ms 31.643 ms 31.513 ms
8 198.38.116.8 (198.38.116.8) 31.500 ms 31.272 ms 31.517 ms




https://extranet.swisscom.ch/ipplus/public/public/tools/traceroute/internal/

MichelZ672 Beiträge
#1279
Ich finde gut, dass Swisscom von Netflix Geld verlangt.

In letzter Konsequenz wird dies bedeuten, dass - sofern Netflix Geld bezahlt - das Internet-Abo bei Swisscom für diejenigen Kunden günstiger wird, die viel Netflix schauen. Mir ist zwar noch nicht ganz klar, wie Swisscom diese Messungen und Leistungserstattungen bewerkstelligen will, aber alles Andere (diese Zusatzeinnahmen nicht an den Kunden weiterzugeben) wäre Betrug.
LOL, der war gut...   wo lebst du denn?!

easypeacy422'068 Beiträge
#1280
Tut mir leid, aber ich bin immer noch nicht einverstanden. Es ist nicht so, dass andere keine Probleme hatten (siehe UPC). Mittlerweile sind einfach alle direkt gepeert. Und ja, dass sie ihre Transitprovider wechseln ist normal, aber nicht irrelevant. Wenn sie aus Preisgründen den Anbieter wechseln und dort zuwenig Leistung einkaufen, oder der Anbieter die versprochene Leistung nicht liefern kann ist dass in erster Linie ein Problem zwischen Netflix und Transitprovider, aber nicht von Swisscom. Oder noch komplizierter, da wohl mehrere Transitprovider beteiligt sind, aber nicht alle einen Vertrag mit Netflix haben klemmt es irgendwo und alle schieben sich den schwarzen Peter zu.
Wie gesagt: "Wir haben unsere Kosten optimiert, dafür kommen nicht mehr genug Daten bei euch an. Jetzt müsst ihr uns gratis direkt anbinden" funktioniert so einfach auch nicht.

Als weder Swisscom noch Netflix Kunde bin ich auf alle Fälle gespannt, wer da am längeren Hebel sitzt.
Nein, das ist nicht korrekt. Netflix hat nicht "zuwenig Leistung eingekauft". Das Problem der Swisscom begann, weil ihr "Hauptprovider" Deutsche Telekom, ihres Zeichens ebenfalls bekannt als notorischer Verletzer der Netzneutralität, sich in einen Rechtsstreit mit Cogent begab wegen eines überlasteten Peerings (einer von zwei "Hauptprovider" von Netflix). Netflix hat als Folge davon ein direktes Peering oder alternativ das zur Verfügung stellen der Netflix Content Server angeboten. Swisscom hat das abgelehnt, weil sich die Swisscom im Gegensatz zum durchschnittlichen seriösen ISP mit ihrer aggressiven 2:1 Peering Policy eine goldene Nase verdient. Diese Einnahmen drohen wegzufallen, wenn Swisscom das Netflix Angebot annehmen würde.

Es geht hier also eigentlich gar nicht um Netflix vs. Swisscom sondern darum, dass die Swisscom krampfhaft am unseriösen "Doppelten Markt" festhalten möchte und dabei offenbar über Leichen (resp. ihre Kunden) geht. Die meisten anderen ISPs haben dieses "Problem" des doppelten Markts nicht, deshalb war es für sie auch kein Problem, eine der zwei Netflix Alternativen (Peering oder Server) anzunehmen. Denn ohne doppelten Markt haben diese Lösungen eigentlich auch für den ISP nur Vorteile, denn er entlastet damit seine regulären Peerings massiv, womit er durchaus auch Kosten sparen kann. Ausser man hat sich durch einen erzwungenen doppelten Markt einen Goldesel aufgebaut, der nun an Altersschwäche zu sterben droht. Somit steht für mich fest: Der Hauptschuldige ist eindeutig die Swisscom.

Wer am längeren Hebel sitzt? Ganz klar Netflix ... und wie es scheint hat sich die Swisscom nun dem Druck gebeugt und ist endlich ein direktes Peering eingegangen.

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