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Netflix in der Schweiz?

1'622 Antworten252'885 AufrufeGestartet von Noel ·

Zusammenfassung der Erfahrungen: Netflix Schweiz — was Mitglieder in diesem und weiteren Themen berichten.

Waudiz570 Beiträge
#881
Bei 20 Minuten hat man noch nicht gemerkt, dass UPC Cablecom nur noch UPC heisst.

Abgesehen davon sehe ich das ganze nicht als Frage der Netzneutralität. Ein Verstoss gegen diese läge meines Erachtens vor, wenn UPC bewusst Netflix-Verkehr drosseln würde. Wenn das Problem aber "nur" ist, dass sie sich weigern, spezielle Netflix-Server zu nutzen, dann verhalten sie sich in meinen Augen eben gerade neutral. Denn spezielle Netflix-Server sind auch eine Art von Bevorzugung, von Überholspur. Nicht jeder Anbieter kann sich schliesslich solche Server leisten.

Es bestätigt sich einmal mehr, was ich immer schon dachte: Man findet die Netzneutralität solange gut, bis man selber unter ihr zu leiden beginnt. 100% buchstabengetreue Netzneutralität ist eher praxisfern. Im kleinsten Rahmen verstossen viele von uns doch auch dagegen, nennt sich dann einfach QoS-Einstellung am eigenen Router.

vagzubi1'319 Beiträge
#882
Bei 20 Minuten hat man noch nicht gemerkt, dass UPC Cablecom nur noch UPC heisst.
Wenn man auf UPC.CH geht wird man auch weitergeleitet auf ....Anhang anzeigen 1681

Die haben das selber noch nicht bemerkt das sie jetzt angeblich neu heissen....

MichelZ672 Beiträge
#883
 Nicht jeder Anbieter kann sich schliesslich solche Server leisten.


Netflix stellt diese GRATIS zur verfügung. Was der Anbieter leisten muss ist Platz im Rack (mindestens 8 HE) und Strom. Das sollten vernachlässigbare Kosten sein wenn man mehr als irgendwie 1000 User hat.

Es gibt aber noch mehr Möglichkeiten (welche UPC und Swisscom beide nicht nutzen), und das wäre z.b. ein direktes Peering mit Netflix. Dann müssten die Daten nichtmehr durch einen (vlt auch irgendwo überlasteten) Transitprovider, sondern sie würden direkt von Netflix zu UPC/SC fliessen.

PlasmaP784 Beiträge
bearbeitet #884
@Waudiz: Es ist aber schon ein ziemlich relevanter Unterschied, ob ich an meinem eigenen Router meine von mir bevorzugten QoS-Einstellungen mache oder ob mir mein Provider gewisse Dienste "weniger bevorzugt" liefert.

Ich bezahle meinem Internet-Provider Gebühren für eine gewisse erwartete Daten-Geschwindigkeit. Wenn mein Provider es unterlässt, mir die bestmögliche Geschwindigkeit zu liefern - egal ob absichtlich oder unabsichtlich - dann erfüllt er meiner Meinung unseren Vertrag nicht.

Mir ist bewusst, dass im Vertrag die Gummi-Klausel "best effort" genau diesen Punkt unmöglich einklagbar macht. Trotzdem erwarte ich von einem guten Provider, dass er alles daran setzt, dass ich meine gemietete Geschwindigkeit auch bekomme.

Wenn nun also Netflix nicht mehr in der gewünschten Geschwindigkeit ankommt, dann erwarte ich, dass mein Provider alles dafür tut, dass ich auch Netflix (und andere Dienste) in bestmöglicher Geschwindigkeit bekomme und erklärt nicht irgendwelche Ausreden. Ob er das nun gegen Geld (von mir oder Netflix) macht ist zweitrangig. Er soll mir aber eine funktionierende Variante bieten.

P.S. Interessante Behauptung von Init7 auf FB:

- Wenn Netflix lahmt, dann ist (fast) immer der Internet-Provider schuld. Und nicht Netflix, wie die Konkurrenz behauptet:

https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=1013909008666728&id=749449568446008&substory_index=0

Snowman410'415 Beiträge
#885
Unter Tags scheint Netflix bei Swisscom keine Probleme zu haben. 4K Inhalte laufen bei mir im Moment einwandfrei. Mal schauen was dann am Abend los ist.

MichelZ672 Beiträge
#886
P.S. Interessante Behauptung von Init7 auf FB:

https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=1013909008666728&id=749449568446008&substory_index=0


Sagen wir einmal "irgendwo zwischen Netflix und dem Kunden". Es muss nicht direkt der Provider sein... das Internet ist gross 🙂

Wrzlbrnft2'742 Beiträge
#887
Unter Tags scheint Netflix bei Swisscom keine Probleme zu haben. 4K Inhalte laufen bei mir im Moment einwandfrei. Mal schauen was dann am Abend los ist.


Ist bei mir schon seit Monaten so. Ich habe unregelmässige Arbeitszeiten und kann mich danach richten. Die Partnerin leider weniger.

Und @MichelZ: Waudiz hat's eigentlich ganz gut erklärt. Netflix stellt das zwar gratis zur Verfügung, aber nicht jeder Anbieter kann sich ähnliche Content Server leisten, die er bei den zigtausenden Providern weltweit aufstellen lassen kann.

Im 20-Minuten-Artikel ist sinngemäss die Rede, dass die Datenpakete bei UPC etwas unvorteilhaft ankämen. Da frage ich mich als interessierter Laie, wo jetzt der Fehler liegt? Bei Netflix? Bei UPC?

Und könnte man dem nicht beikommen, indem man endlich eine Offline-Funktion anbieten würde?

micromag84646 Beiträge
#888
Abend ist es bei mir (Swisscom 70Mbit Profil) auch so, dass es auf "nicht-hd" runterstuft, vor allem am Anfang der Sendung.

Wrzlbrnft2'742 Beiträge
#889
Das Problem hatte ich sowieso immer schon. Habe es noch nie (!) geschafft, von Anfang an HD zu erzwingen. Nervt mich tierisch.

Snowman410'415 Beiträge
#890
Das Problem hatte ich sowieso immer schon. Habe es noch nie (!) geschafft, von Anfang an HD zu erzwingen. Nervt mich tierisch.
Netflix schaltet nie von Anfang an auf HD. Fängt bei mir auch, bei einem anderen Provider, in SD an und schaltet dann nach und nach auf HD und UHD.

micromag84646 Beiträge
#891
Klar, aber ein paar Sekunden später... nicht nach 1-5 Minuten wie es vermehrt vorkommt in letzter Zeit.

Wrzlbrnft2'742 Beiträge
#892
Bei mir hat es seit jeher ca. 1 Minute gedauert. Abends auch gerne länger.

Snowman410'415 Beiträge
bearbeitet #893
Ja, muss leider auch feststellen, dass am Abend bei Swisscom Netflix sehr starkt hinter der Auflösung herhinkt.

Ueber easyzone keine Probleme, ging schnell bis 2160.

magicfriend3'697 Beiträge
#894
Yep, habe die Probleme mit Swisscom auch. Abends immer etwas schlechter und beim Spulen teilweise Probleme und Hänger. Komischwerweise hatte ich am Sonntag tagsüber viel weniger Performanceprobleme.

smid12'144 Beiträge
#895
Also scheinen die grossen beiden ISP ihr Peering nicht im Griff zu haben

olifaessler4'260 Beiträge
#896
Also bei mir läuft Netflix mit Swisscom eigentlich stabil. Auf dem Apple TV und auf iPad. Lediglich die ersten Sekunden sind in schlechterer Qualität, dann wird aber zügig raufgeschaltet. Das nervt zwar auch, war aber schon immer so. Manchmal sind es nur die ersten 1-2 Sekunden, selten etwas länger 10-30 Sekunden. 

creep2'589 Beiträge
#897
Also scheinen die grossen beiden ISP ihr Peering nicht im Griff zu haben


wollen es nicht im Griff haben. Aus verständlichen??? Gründen.

Swisscom und UPC sind die beiden mit einem eigenen Konkurrenzprodukt.

Waudiz570 Beiträge
bearbeitet #898
@PlasmaP - Natürlich ist QoS am eigenen Router nicht wirklich mit der Bevorzugung bzw. Drosselung gewisser Dienste beim Provider vergleichbar. Es zeigt aber im Kleinen auf, dass es nicht immer angebracht oder besonders schlau ist, alle Daten gleich zu behandeln.

Netzneutralität bedeutet, dass aller Traffic gleich behandelt wird vom Provider. Insbesondere, dass nicht willkürlich/künstlich verzögert und gedrosselt wird. Doch zu 100% ist dem schon lange nicht mehr so, wenn es denn je so war. Dabei gibt es die akzeptierten Ausnahmen. Beispielsweise sind sich wohl alle einig, dass man bei der Sprachtelefonie stärker unter verzögert ankommenden Datenpaketen "leidet" als beim Download einer Datei. Wenn nun ein Provider VoIP-Traffic bevorzugt durchleitet, dürften die wenigsten etwas dagegen haben. Kritisch wird es in diesem Fall erst bei der Frage, ob er nur den Verkehr seiner eigenen Kunden bevorzugt oder VoIP-Paketen generell Vorfahrt gewährt.

Ein anderes oft gehörtes Beispiel: Telemedizinische Übertragungen sind vermutlich wichtiger als eben z.B. ein Stream von Netflix.

Das Problem ist, dass Neutralität mit Ausnahmen eben keine 100%ige Neutralität mehr ist und man so nicht umhin kommt, Fragen der Grenzziehung zu diskutieren. Da fällt mir unsere ehemalige Bundesrätin Calmy-Rey ein, die einst von "aktiver Neutralität" sprach. Für mich ein Widerspruch in sich, aber etwa so empfinde ich diese speziellen Netflix-Server. 100% Netzneutralität wird in der Praxis nie gelebt werden, und das mit Akzeptanz der breiten Mehrheit.

Die abonnierte Geschwindigkeit zum Provider garantiert genau das: Dass die Leitung zwischen dem Provider und dir die versprochene Geschwindigkeit her gibt. Schön zu benchmarken bei einem Speedtest. Es garantiert aber nicht, dass auch alle Anbieter weltweit so schnell beim Provider anliefern. Ich müsste mit meinem Gigabit-Anschluss sonst das halbe Internet verklagen, weil ich meine Linux-ISOs nicht mit 1 GBit pro Sekunde saugen kann. Das liegt aber oft nicht am Provider, sondern daran, dass es einfach die Server, auf denen diese Dateien gespeichert sind, nicht hergeben.

Netflix müsste es so machen, wie man es in den frühen Tagen des Internets zu tun pflegte: Server überall, so dass man den nächsten nehmen kann, der mutmasslich den besten Speed liefern sollte. Wer sich noch erinnert, wie er einst beim Dateidownload den Server wählen musste, von dem er die Daten beziehen wollte, wird wissen, was ich meine. Wer sich gar noch erinnert, dass er studieren musste, in welchen der zig Knoten seines Providers er sich einwählen hat, um zum Lokaltarif ins Internet zu kommen, erst recht.

Die Installation spezieller Netflix Server mag aus Sicht von Netflix und seinen Abonnenten richtig sein. Die Netzneutralität wird damit indes mindestens geritzt. Inwieweit das auch mit bevorzugten Routings der Fall ist, wäre noch zu diskutieren.

MichelZ672 Beiträge
#899
Netflix müsste es so machen, wie man es in den frühen Tagen des Internets zu tun pflegte: Server überall, so dass man den nächsten nehmen kann, der mutmasslich den besten Speed liefern sollte. Wer sich noch erinnert, wie er einst beim Dateidownload den Server wählen musste, von dem er die Daten beziehen wollte, wird wissen, was ich meine. Wer sich gar noch erinnert, in welchen der zig Knoten seines Providers er sich einwählen musste, um zum Lokaltarif ins Internet zu kommen, erst recht.

Die Installation spezieller Netflix Server mag aus Sicht von Netflix und seinen Abonnenten richtig sein, die Netzneutralität wird damit indes mindestens geritzt. Inwieweit das auch mit bevorzugten Routings der Fall ist, wäre noch zu diskutieren.


Dies macht Netflix auch. Das ganze läuft heutzutage einfach automatisch ab und nennt sich "CDN" (Content Delivery Network). Es werden server an verschiedenen (vielen) standorten installert welche die gleichen Daten vorhalten. Diese werden denn je nach Standort des benutzers (geolocation) von einem der nächstgelegenen Server gezogen. Was Netflix anders macht ist das es nicht (oder nur vereinzelt) die Server selber in co-location Rechenzentren stellt, sondern die Server noch näher an die User - direkt beim ISP bringt. Das Prinzip ist jedoch schlussendlich das gleiche wie früher als du "manuell" einen Serverstandort wählen musstet.

Auch die mirror waren/sind teilweise bei Providern gehostet. Verstösst dies jetzt genauso gegen die Prinzipien der Netzneutralität?

MichelZ672 Beiträge
#900
Apropos VPN/Unblockers... da sieht's wohl düster aus 🙁

https://media.netflix.com/en/company-blog/evolving-proxy-detection-as-a-global-service

14 January 2016


Evolving Proxy Detection as a Global Service

If all of our content were globally available, there wouldn’t be a reason for members to use proxies or “unblockers” to fool our systems into thinking they’re in a different country than they’re actually in. We are making progress in licensing content across the world and, as of last week, now offer the Netflix service in 190 countries, but we have a ways to go before we can offer people the same films and TV series everywhere.

Over time, we anticipate being able to do so. For now, given the historic practice of licensing content by geographic territories, the TV shows and movies we offer differ, to varying degrees, by territory. In the meantime, we will continue to respect and enforce content licensing by geographic location.

Some members use proxies or “unblockers” to access titles available outside their territory. To address this, we employ the same or similar measures other firms do. This technology continues to evolve and we are evolving with it. That means in coming weeks, those using proxies and unblockers will only be able to access the service in the country where they currently are. We are confident this change won’t impact members not using proxies.

We look forward to offering all of our content everywhere and to consumers being able to enjoy all of Netflix without using a proxy. That’s the goal we will keep pushing towards.

--David

David Fullagar is Vice President of Content Delivery Architecture at Netflix.

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