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Initiative zur Abschaffung der Radio- und TV-Gebühren gestartet

111 Antworten19'605 AufrufeGestartet von PlasmaP ·

smid12'144 Beiträge
#21
Ist nicht auf EU Ebene geregelt, dass gewisse Sachen ins Free-TV müssen?

3+ bringt dann Olympia - viel Spass

magicfriend3'697 Beiträge
#22
Diese Initiative nimmt direkten Einfluss auf die Bundesverfassung und somit auch indirekten Einfluss auf das RTVG. Dort steht in Artikel 30 der SRG, dass diese mindestens überall in der Schweiz einen TV- und Radiosender der drei Landessprachen ausstrahlen muss. Wer soll denn diesen wichtigen Auftrag übernehmen? Die Initiative hat für mich zuviele Fragen und wenn sie zustande kommt, wird sie im Parlament zerrissen.

Alleine im Umfeld des Radios - TV lassen wir mal weg - haben wir momentan folgende Markanteile:

http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/16/03/key/ind16.Document.170432.html

SRF hat also seit Jahren und stabil 65% Marktanteil. Man stelle sich vor, die haben dann gleich lange Spiesse wie die Privatradios. Wenn ein Koloss sich plötzlich 65% vom Kuchen der Werbeeinnahmen einverleibt, dann ist das durchschnittlich ein Verlust in diesem Budgetposten der Privaten in der gleichen Grösse. Man muss nicht Wirtschaft studiert haben um zu erkennen, dass viele Privatradios so etwas kaum überleben.

PlasmaP784 Beiträge
bearbeitet #23
Aus meiner Sicht schiesst die Initiative über das Ziel hinaus.

Eine Variante mit der Abschaffung der Billag, aber der grundsätzlichen Notwendigkeit von Radio-/TV-Gebühren wäre passender. Der Bezug würde wesentlich schlanker über die existierenden Steuerämter vollzogen. Eine Pro Kopf- oder Pro-Haushalt-Steuer würde zudem Billag-Polizisten erübrigen. So wie man Gemeinde- und Bundessteuern bezahlt, würden dann einfach ein zusätzlicher Posten "Radio-/TV-Steuern" fällig. Über die Höhe müsste man meiner Meinung nach alle paar Jahre frisch entscheiden.

SRF hat also seit Jahren und stabil 65% Marktanteil. Man stelle sich vor, die haben dann gleich lange Spiesse wie die Privatradios. Wenn ein Koloss sich plötzlich 65% vom Kuchen der Werbeeinnahmen einverleibt, dann ist das durchschnittlich ein Verlust in diesem Budgetposten der Privaten in der gleichen Grösse. Man muss nicht Wirtschaft studiert haben um zu erkennen, dass viele Privatradios so etwas kaum überleben.
Man kann auch argumentieren, dass die heutige Medienvielfalt zu viel des Guten ist. Brauchen wir wirklich ein "Gute Nacht-Gschichtli" auf rätoromanisch? Wenn die Tessiner kein subventioniertes SF mehr sehen können, konsumieren sie halt einen Berlusconi-Sender. Das gleiche bei den Romands, kann ja kaum einer behaupten, es gäbe nicht genügend französische Sender.

Auch bei den Privaten ist die Situation aus meiner Sicht klar: Wer nur dank Subventionen überlebt, muss wohl oder übel zumachen. So hart das klingt. Ich will keine Sender unterstützen, die ich niemals höre oder sehe. Weder auf italienisch, französisch noch rätoromanisch. Man kann mich deswegen egoistisch schimpfen. Aus meiner Sicht müssen Sender endlich dem Prinzip von Angebot und Nachfrage unterworfen werden. Wenn ich einen Eishockey- oder Fussball-Match live sehen will, gehe ich entweder ins Stadion oder bezahle dafür eine on Demand-Gebühr. Wenn ich einen Blockbuster in original englisch sehen will, gehe ich dafür ins Kino oder bezahle eine on Demand-Gebühr. Das gleiche mit Untertiteln, deutscher Synchronsprache etc. Wenn ich Roger (Schawinski) gegen Roger (Köppel) am Radio hören will, dann lasse ich entweder Werbung davor, dazwischen und danach über mich ergehen oder ich bezahle eine on Demand-Gebühr.

Alles andere ist für mich persönlich nicht zeitgemäss und vorallem nicht verursachergerecht.

roman709'245 Beiträge
bearbeitet #24
So hart das klingt. Ich will keine Sender unterstützen, die ich niemals höre oder sehe. Weder auf italienisch, französisch noch rätoromanisch. Man kann mich deswegen egoistisch schimpfen.
Ich will auch keinen Meter Strasse und keinen Meter Bahnschiene mitfinanzieren, auf denen ich nicht regelmässig fahre - und ich fahre immer die gleichen Strecken. Alles andere muss weg. Mobilität ist auch kein Grundrecht. Ist das auch egoistisch? /emoticons/default_wink.png

Natürlich fordere ich das nicht, müsste ich dann aber... /emoticons/default_wink.png

PlasmaP784 Beiträge
bearbeitet #25
Wenn Du die Autobahn-Vignette bezahlen müsstest, ohne dass Du je auf der Autobahn fährst, dann hast Du recht! (Oder Strassenverkehrs-Steuern ohne Auto).

Wenn Du ein GA bezahlen müsstest, ohne dass Du je Zug fährst, dann hast Du recht!

Snowman410'415 Beiträge
#26
Ich will auch keinen Meter Strasse und keinen Meter Bahnschiene mitfinanzieren, auf denen ich nicht regelmässig fahre - und ich fahre immer die gleichen Strecken. Alles andere muss weg. Mobilität ist auch kein Grundrecht. Ist das auch egoistisch? /emoticons/default_wink.png

Natürlich fordere ich das nicht, müsste ich dann aber... /emoticons/default_wink.png
Kann ich voll unterstützen.

Snowman410'415 Beiträge
#27
Wenn Du die Autobahn-Vignette bezahlen müsstest, ohne dass Du je auf der Autobahn fährst, dann hast Du recht! (Oder Strassenverkehrs-Steuern ohne Auto).

Wenn Du ein GA bezahlen müsstest, ohne dass Du je Zug fährst, dann hast Du recht!
Ich bezahle aber mit meinen Steuern Strassen und Bahnkosten.

roman709'245 Beiträge
#28
Wenn Du die Autobahn-Vignette bezahlen müsstest, ohne dass Du je auf der Autobahn fährst, dann hast Du recht! (Oder Strassenverkehrs-Steuern ohne Auto).
Nein, ich habe auch sonst recht. Wie werden denn Autobahnen, Kantonstrassen, Nebenstrassen finanziert?

Ich fahre aber nur gewisse Strecken und muss die andern auch mitfinanzieren. Geht gar nicht. /emoticons/default_wink.png

Es gibt auch Leute, die meinen, sie müssen keine Billag zahlen, weil sie schon der Cablecom etwas sagen (der Vergleich stimmt nicht ganz - wie eben deiner).

Wenn Du ein GA bezahlen müsstest, ohne dass Du je Zug fährst, dann hast Du recht!
Nein, ich habe auch sonst recht. Ich muss ja auch ein normales Billett oder ein Halbtax bezahlen für die Strecke bezahlen, die ich fahre. Und ich fahre immer die selben Strecken. Die restlichen Strecken bestehen unnötigerweise und muss ich mitfinanzieren.

roman709'245 Beiträge
#29
Ich bezahle aber mit meinen Steuern Strassen und Bahnkosten.
So ist es.

PlasmaP784 Beiträge
#30
Ich bezahle aber mit meinen Steuern Strassen und Bahnkosten.
So ist es.
Bitte präzise bleiben. Ihr bezahlt mit Euren "Steuern" die Strassen nur dann, wenn Ihr Treibstoff (Mineralölsteuer) kauft, Fahrzeuge einführt  (Automobilsteuer/Zollerträge) oder Mehrwertsteuer auf den Umsätzen aus dem Verkauf von Treibstoffen, Fahrzeugen und Fahrzeugbestandteilen abliefert. Die Gebühren für die Benützung des Strassennetzes (LSVA, Autobahnvignette) fallen nur bei effektiver Benutzung an.

Wie kommt Ihr darauf, dass Ihr (wie angedeutet) mit Euren "normalen" Steuern Strassen finanziert? Wo kann man das nachlesen?

Richtig ist, dass mit oben erwähnten Einnahmen auch ein Teil der Eisenbahninfrastruktur mitfinanziert wird.

Snowman410'415 Beiträge
#31
Bitte präzise bleiben. Ihr bezahlt mit Euren "Steuern" die Strassen nur dann, wenn Ihr Treibstoff (Mineralölsteuer) kauft, Fahrzeuge einführt  (Automobilsteuer/Zollerträge) oder Mehrwertsteuer auf den Umsätzen aus dem Verkauf von Treibstoffen, Fahrzeugen und Fahrzeugbestandteilen abliefert. Die Gebühren für die Benützung des Strassennetzes (LSVA, Autobahnvignette) fallen nur bei effektiver Benutzung an.

Wie kommt Ihr darauf, dass Ihr (wie angedeutet) mit Euren "normalen" Steuern Strassen finanziert? Wo kann man das nachlesen?

Richtig ist, dass mit oben erwähnten Einnahmen auch ein Teil der Eisenbahninfrastruktur mitfinanziert wird.
Das meinst aber nur Du.

roman709'245 Beiträge
#32
Bitte präzise bleiben.
Und was lässt du raus? LOL.

roowie214 Beiträge
#33
Die Radio- und Fernsehgebühren dienen letztlich auch dem Zusammenhalt der Schweiz als Gebiet mit vier Kultur- und Sprachregionen. Daher profitieren die italienisch- und französischsprachige Schweiz sowie der rätoromanische Sprachraum überproportional an den Gebühren, damit es eben möglich wird, auch dort Fernseh- und Radioprogramme anzubieten.

Das hat alles noch nichts mit den Inhalten zu tun, über die man bekanntlich unterschiedlicher Ansicht sein kann und auch soll. Welche Inhalte ein öffentlich-rechtlicher Sender verbreiten soll, ist eine Diskussion, die durchaus geführt werden sollte. Dafür gibt es Gremien, in welchen jeder und jede mitmachen kann. 

Mit der Abschaffung der Radio- und Fernsehgebühren wird meines Erachtens auch die Schweiz als Ganzes aufs Spiel gesetzt. Ich behaupte, dass es ohne öffentlich rechtliche Programme in der Schweiz zu einem noch stärkeren Konsum von ausländischen Medien kommt (es gibt dann ja nichts anderes mehr). Das führt letztlich unweigerlich zu einem Auseinanderdriften unserer verschienenen Kulturbereiche und ein Annähern an die entsprechenden Sprachregionen. Als nächstes werden wir dann über die Auflösung der Schweiz abstimmen. Das mag alles etwas überspitzt klingen, leider gehen aber Aussagen, wie die folgende genau in die Richtung:

Man kann auch argumentieren, dass die heutige Medienvielfalt zu viel des Guten ist. Brauchen wir wirklich ein "Gute Nacht-Gschichtli" auf rätoromanisch? Wenn die Tessiner kein subventioniertes SF mehr sehen können, konsumieren sie halt einen Berlusconi-Sender. Das gleiche bei den Romands, kann ja kaum einer behaupten, es gäbe nicht genügend französische Sender.

Auch bei den Privaten ist die Situation aus meiner Sicht klar: Wer nur dank Subventionen überlebt, muss wohl oder übel zumachen. So hart das klingt. Ich will keine Sender unterstützen, die ich niemals höre oder sehe. Weder auf italienisch, französisch noch rätoromanisch. Man kann mich deswegen egoistisch schimpfen.
Ein kleines Beispiel, warum für mich gerade in der Schweiz öffentlich-rechtliche Radio- und Fernsehprogramme wichtig sind: Vor einigen Wochen wurde im Schweiz Aktuell ausführlich über die anstehende Abstimmung im Berner Jura und im Kanton Jura über einen Zusammenschluss berichtet. Ich bezweifle, ob dieses aus meiner Sicht auch für die Deutschschweiz wichtige Thema (es geht immerhim um einen neuen Kanton) ohne öffentlich-rechtliche Sender bei uns in der deutschsprachigen Schweiz überhaupt gross thematisiert worden wäre. 

Somit ist diese Initiative für mich ein absolutes No-Go.

smid12'144 Beiträge
#34
Nur lustig, dass sich eine dieser Gruppen solidarische Schweiz nennt. Populistische Schweiz wäre wohl ein besserer Name.

Gelöschtes Mitglied 757
#35
Wie wärs mit einem ganzen Tag rosa SRF? Ich kann gut darauf verzichten.

http://www.werbewoche.ch/der-blick-sieht-rosa

magicfriend3'697 Beiträge
#36
Wir leben in einem föderalistischen Staatsgebilde und da gehören solche Gebühren, die höher ausfallen mit dazu. Wenn wir allerdings die Gebühren von Deutchland und Österreich mit den unsrigen vergleichen, kommen wir verhältnismässig noch gut weg. Soviel mehr bezahlen wir gar nicht, für das wir drei Landessprachen abdecken müssen. Auch ich sehe und höre nicht ausschliesslich die staatlichen Sender. Vor allem hören gleich überhaupt nicht. Aber ich halte es für die grundsätzlich falsche Vorgehensweise, von 100 auf 0 herunterzufahren. Die Idee die Gebühr über die Steuern einzutreiben wäre das einzig Richtige. Aber es gibt im Parlament ja schon entsprechende Vorstösse. Bin überzeugt, die Billag wird sowieso ein Auslaufmodell sein.

roland80 Beiträge
#37
Man könnte auch bei DRS1,2,3,News. Werbung bewilligen wie bei den Deutschen Staatsradio.

creep2'589 Beiträge
#38
Man könnte auch bei DRS1,2,3,News. Werbung bewilligen wie bei den Deutschen Staatsradio.
Neiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin!!!!!!!!!!!!!!!!    Nicht noch mehr Werbung!!!

roland80 Beiträge
#39
Neiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin!!!!!!!!!!!!!!!!    Nicht noch mehr Werbung!!!
Dann bezahlen wir halt weiter die hohen Gebühren!

War nur ein Vorschlag für die Finanzierung der SFR ( Auch diese Doofe Namensänderung kostete sicher über eine Million)

creep2'589 Beiträge
#40
Dann bezahlen wir halt weiter die hohen Gebühren!

War nur ein Vorschlag für die Finanzierung der SFR ( Auch diese Doofe Namensänderung kostete sicher über eine Million)
Ist eben genau das Problem. Sinnlose Geldverschwendung für einen grossen Verwaltungs-Wasserkopf oder regelmässige Namens- und Logoänderungen.

Ohne dies und ohne überteuerte Rechte für Sportveranstaltungen könnten die Gebühren massiv gesenkt werden ohne Sender zu schliessen.

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