Erfahrungen mit Twint oder Paymit?

Der Vorteil von Paymit und Twint als Einheit wird sein, dass man nun an den Terminals im Laden bezahlen kann (Twint) und sein Bankkonto bzw. je nachdem Kreditkarten zur Deckung hinterlegen kann (Paymit). Somit sind die grossen Vorteile der beiden Plattformen vereint. Nach wie vor finde ich es schade, dass Twint einen Autorisierungsprozess über Blutetooth verwendet und nicht den NFC-Chip vom Handy oder der Kreditkarte verwendet. Das ist umständlich, akkuraubend und für mich nicht praktikabel.

Was übrigens in der Schweiz bald auf den Markt kommen könnte sind Hybridkarten. Wie in den Staaten kann man so eine Karte mit Debit- und Kreditfunktion verknüpfen. Je nach Einstellungen ist dies vorgegeben oder der Kunde wählt, ob die Belastung direkt vom Konto abgebucht (Debit) oder auf die Kreditkartenrechnung soll (Kredit). Kann man diese Karte dann noch mit P2P-Funktionen anreichern und mit NFC nutzen, wäre das für mich die eierlegende Wollmilchsau. Aber das dauertw wohl noch ein bisschen.

 
Ich sehe das eigentlich wie du, @magicfriend, Paymit und Twint bieten vereint alle die Vorteile, die man sich für so ein System wünschen würde. Bei NFC ist das Problem, dass Apple welche mit dem iPhone in der Schweiz sehr verbreitet sind, die Schnittstelle (noch) nicht frei gibt und nur für ihr eigenes Apple Pay nutzt. Ich sehe täglich bei der Bezahlung mit meiner NFC fähigen Kreditkarte wie einfach und schnell so ein Bezahlprozess sein kann. 

Dieser Vorteil der vereinten Möglichkeiten von Paymit und Twint kann aber leider auch zum Nachteil werden, wenn es nämlich so kompliziert wird, dass der potentielle Nutzer nicht versteht, wie er steuert ob er gerade mit Kreditkarte, Debitkarte oder vom Konto bezahlt, und ob er sein Gerät jetzt ans NFC Terminal oder den Twint Beacon halten soll zum zahlen. Dann die Person an der Kasse möglicherweise den gerade falschen Knopf drückt (hoffentlich wird das intelligent genug gelöst). Oder man dann bei Händler A nur mit BT zahlen kann und bei Händler B nur am NFC Terminal. Ob die Software das schafft, dann intelligent die richtigen Funktionen anzusteuern.

Darüberhinaus die Gebührenfrage. Je nachdem welche Belastungsart der Kunde wählt fallen andere Gebühren an. Zahlt das der Händler, auch wenn er keinen Einfluss hat, welche Art der Kunde gerade gewählt hat? Oder kann der Händler die Kreditkartenfunktion sperren, oder in dem Fall die Gebühren an den Kunden überwälzen? 

Alles Fragen die den Dienst kompliziert machen, und viel Potential für Twint, Paymit, die Banken und die Händler etwas falsch zu machen. Es bleibt spannend. Durchsetzen gegen andere, wie z.B. Apple Pay, wenn sie hier kommen, und sich generell als Zahlungsart durchsetzen in der Schweiz, wird sich Twint und Paymit nur, wenn sie alles richtig machen.

 
Mit der Twint-App habe ich letztes Jahr exakt dieselben Erfahrungen wie frantic gemacht.

Mit Postfinance, Kreditkarte und Bargeld habe ich in meinem Portemonnaie alles dabei, was ich zum Bezahlen brauche.

Obschon technisch interessant, verstehe ich (noch) nicht, welches - zumindest für mich - nicht existierende Bezahlproblem diese Apps lösen wollen. 

Gebühren werden diese Apps irgendwann eh alle mal verlangen. Dass die Banken sich da beim Bedienen nicht genieren, erleben wir gerade bei den E-Bills. Insofern zählt ja das Argument wohl gar nicht.

 
....Autorisierungsprozess über Blutetooth verwendet und nicht den NFC-Chip vom Handy oder der Kreditkarte verwendet. Das ist umständlich, akkuraubend und für mich nicht praktikabel.....


Bluetooth ist ab Version 4.x nicht mehr wirklich "akkuraubend". Verwende seit ca. 1.5 Jahren ein Fitnessarmband und Bluetooth ist dauerhaft an - die Akkubetirebszeit vom Smartphone ist nicht spürbar kürzer geworden. Höchstens im sehr tiefen 1-stelligen Prozentbereich

 
Apple Pay wird meiner Meinung der erste Sargnagel für alle diese Schweizer "Lösungen" (eher Insel-Lösungen), SamsungPay/Android allgemein werden mit NFC-Bezahlung bald folgen in Europa.

Twint funktionierte bei mir nicht richtig bzw. reibungslos, habe es einige Male ausprobiert, musste Bluetooth ab/anschalten...App neu starten....dauert viel länger als bei Bargeld wenn man Pech hat.

Weder Paymit noch Twint funktionieren meines Wissens im Ausland noch gibt es Expansionspläne.

Die Fusion der beiden Firmen wird zudem noch Monate dauern, nicht nur technisch (die Fusion muss noch durch die Weko zur Prüfung...).

Apple Pay dagegen ist bereits weltweit verfügbar in mehreren grossen Ländern wie USA, China, UK (viele folgen) und wird sich dank NFC und sicheren Tokens durchsetzen auf iOS. Bei Android wird sich auch eine oder zwei bis drei NFC-Lösungen weltweit durchsetzen...

Andere Konsumenten können ja immer noch Kreditkarten mit NFC einsetzen.

Ich sehe keine Zukunft für Bluetooth oder QR-Codes.

Fazit: Schweizer Insellösungen sehe ich so oder so (Android oder iOS) als Verlierer. Die Fusion von Twint und Paymit schiebt nur deren Ende zeitlich hinaus.

 
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Bei NFC ist das Problem, dass Apple welche mit dem iPhone in der Schweiz sehr verbreitet sind, die Schnittstelle (noch) nicht frei gibt und nur für ihr eigenes Apple Pay nutzt. Ich sehe täglich bei der Bezahlung mit meiner NFC fähigen Kreditkarte wie einfach und schnell so ein Bezahlprozess sein kann.


Apple wird NFC wohl nie freigeben, insbesondere nicht für Bezahl-Vorgängen durch Dritte, das haben sie schon mehrfach betont.

Alleine aus diesem Grund (kein NFC) wird auf iOS eine andere Bezahllösung (zuerst App öffnen, Bluetooth aktivieren etc.) als Apple Pay meiner Meinung nicht komfortabel und effizient sein.

 
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Wow! Das ging jetzt plötzlich sehr schnell. :o

Da war der Twint/Paymit Merger wohl nur noch ein letztes Zucken...

Too little - too late. Sorry, but thank you for playing, äh paying with us. B)

Nimmt mich jetzt noch Wunder, ob beim Start wirklich "nur" die Kreditkarten von Cornèr Banc für Apple Pay registriert werden können, wie im Artikel erwähnt?

Apple lanciert in der Schweiz eigene Bezahl-App

Cornercard/Privatkunden/Kreditkarten/Liste/

Das würde wohl einen schnell höher werdenden Druck auf die anderen Kartenanbieter auslösen. Wie lange werden die Stand halten können bzw. wollen? Ab geht die Post!

Be there or be square. ;)

Ich würde ja lieber meine Maestro/EC Karte registrieren wollen, nicht eine Kreditkarte. Das wäre für die CH lokal typischer und das Nutzungsverhalten halt etwas anders als z.B. in den USA.

Wenn ApplePay noch in den Safari für online Zahlungen integriert wird, bekommt dann PayPal richtig Muffensausen. Am nächsten Mo. 13.06. beginnt die WWDC.

 
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Apple wird NFC wohl nie freigeben, insbesondere nicht für Bezahl-Vorgängen durch Dritte, das haben sie schon mehrfach betont.

Alleine aus diesem Grund wird auf iOS eine andere Bezahllösung (App öffnen, Bluetooth aktivieren etc.) als Apple Pay meiner Meinung nicht konfortabel und effizient sein.


Es geht ja bei einer Bezahllösung nicht nur um Komfort, sondern auch um Sicherheit und Datenschutz. Deswegen sehe ich das nicht nur negativ, wenn sie das (vorläufig mal) für sich beanspruchen. Könnte dadurch auch schwerer durch Dritte (unrechtmässig) manipulierbar sein.

 
Wow! Das ging jetzt plötzlich sehr schnell. :o

Da war der Twint/Paymit Merger wohl nur noch ein letztes Zucken...

Too little - too late. Sorry, but thank you for playing, äh paying with us. B)

Nimmt mich jetzt noch Wunder, ob beim Start wirklich "nur" die Kreditkarten von Cornèr Banc für Apple Pay registriert werden können, wie im Artikel erwähnt?

Apple lanciert in der Schweiz eigene Bezahl-App

Cornercard/Privatkunden/Kreditkarten/Liste/

Das würde wohl einen schnell höher werdenden Druck auf die anderen Kartenanbieter auslösen. Wie lange werden die Stand halten können bzw. wollen? Ab geht die Post!

Be there or be square. ;)

Ich würde ja lieber meine Maestro/EC Karte registrieren wollen, nicht eine Kreditkarte. Das wäre für die CH lokal typischer und das Nutzungsverhalten halt etwas anders als z.B. in den USA.

Wenn ApplePay noch in den Safari für online Zahlungen integriert wird, bekommt dann PayPal richtig Muffensausen. Am nächsten Mo. 13.06. beginnt die WWDC.


Die Corner Card Meldung ist ja noch nicht bestätigt, tönt aber Plausibel. Corner Bank und Cornercard ist die einzige schweizer Bank/Kreditkartenherausgeberin, welche noch nicht mit Paymit/Twint verbandelt ist (ausser noch Cembra). Wenn eine Cornercard Voraussetzung für Apple Pay ist, dann dürften sie es trotzdem nicht so einfach haben. UBS, Credit Suisse, ZKB, Raiffeisen, Valiant, etc. halten mit UBS Card, Swisscard, Viseca dagegen. Ebenfalls ist  die SIX im Paymit / Twint Konglomerat.

Ich denke Cornercard hat einen zu kleinen Marktanteil in der CH. Wenn man sich extra eine Cornercard zulegen muss, nur um Apple Pay zu nutzen, dann werde wahrscheinlich nicht mal ich als bekennender Apple Fanboy das machen. Mal sehen wie sich das entwickelt. 

Und abwarten, wie geschickt sich Twint/Paymit anstellt. Die Plattform ist ja offen, neben der direkten Anbindung von Bankkonten ist auch eine Anbindung der Maestro Karte denkbar (kommt de Facto für den Nutzer ja auf das selbe, wie eine direkte Kontoanbindung heraus). Das sehe ich als Vorteil. Kreditkarten erfreuen sich in der Schweiz in der Benutzung immer noch kleinerer Beliebtheit als z.B. die Maestrokarte. Ich sehe dies in meinem Umfeld, viele benutzen die Maestrokarte, auch wenn sie die Kreditkarte zu gleichen Konditionen nutzen könnten. Ich nutze meine Kreditkarte auch erst mehr seit sie NFC unterstützt und meine Maestrokarte dies nicht tut. Vorher habe ich an der Kasse im Detailhandel nie die Kreditkarte benutzt, nur Maestro, heute ist es umgekehrt, dank NFC. 

 
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Nun, der Kreditkartenmarkt in der CH ist klar bezogen. Swisscard mit der CS, UBS Cardcenter mit der UBS und dann Viseca mit Postfinance, Raiffeisen und den Kantonalbanken. Dahinter kommen dann mal Cembra und Corner. Wenn tatsächlich eine effektive Kreditkarte von Corner notwendig ist, dann könnte es eine Totgeburt werden. Denn die kosten auch CHF 100. Sind sonst von den Preisen aber bei den Leuten. Wenn sie hingegen "nur" eine Art Registration für die Abrechnung möglich machen, wo man schlicht über sein Apple-Handy bezahlen kann, ist das etwas anderes. Dann könnte dies sogar funktionieren. Aber ich glaube ehrlich gesagt nicht wirklich an den Erfolg in der CH in den näcshten zwei bis drei Jahren. Auch PayPass bzw. PayWave (kontaktloses Bezahlen mit der Kreditkarte) fristet bis heute ein Mauerblümchendasein. Ich werde Apple als Weltkonzern garantiert nicht noch Hand bieten, ihr restriktives System durchzusetzen.

MasterCard arbeitet zusammen mit Kreditkartenanbietern auch an alternativen Lösungen mit MasterPass. Da wird sich einiges tun in dem Umfeld, auch in der CH.

 
Wieso spielt es eine Rolle wenn ich 100.- an PostFinance oder CornerCard abdrucke? Ich hoffe nicht dass Twint/PostFinance oder wer auch immer meint ApplePay stoppen zu können... ausbremsen vielleicht und Kunden verärgern.

 
Ich würde den Anbieter für Apple Pay wechseln. Ich gebe Viseca etwas zeit sich Apple Pay anzuschliessen wenn da nichts geht wechsle ich einfach den Anbieter, Punkt.

 
[...] Wenn tatsächlich eine effektive Kreditkarte von Corner notwendig ist, dann könnte es eine Totgeburt werden. Denn die kosten auch CHF 100. Sind sonst von den Preisen aber bei den Leuten. Wenn sie hingegen "nur" eine Art Registration für die Abrechnung möglich machen, wo man schlicht über sein Apple-Handy bezahlen kann, ist das etwas anderes. Dann könnte dies sogar funktionieren.[...]


Ich glaube, genau der Punkt wird über Erfolg oder Misserfolg von Apple Pay in der CH entscheiden. Wenn Corner Bank nur das Settlement macht, und die Kreditkarten (z.B. Master, Visa, Amex) unabhängig vom Herausgeber darüber abgerechnet werden können, dann wird es Twint/Paymit schwer haben, oder der Markt wird sich in etwa dazwischen aufteilen. 

Wenn nur die Corner Bank eigenen Kreditkarten benutzt werden können, dann wird es sicher nicht durchstarten in der CH. Ein Paar Apple Fanboys werden sich dafür die Karte extra zulegen, und ein paar, welche schon eine Cornercard haben, werden sie evtl. dafür nutzen, aber das war es dann...

In den USA und GB (und auch in den meisten anderen Ländern), ist die Nutzbarkeit der Kreditkarten mit Apple Pay aber immer von der herausgebenden Bank abhängig. Das sieht mir eben schon danach aus, dass auch hier die Bank mitspielen muss, resp. eben die Kartenherausgeber (UBS Card Center, Swisscard, Viseca) und die haben sich mit Twint/Paymit nun explizit gegen Apple Pay positioniert. Ich gehe nicht davon aus, dass man Kreditkarten dieser Herausgeber mit Apple Pay nutzen werden kann, wenn die Meldung über die Zusammenarbeit mit Cornercard so stimmt.

 
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In den USA fordert Apple Pay erste Opfer. Der Konkurrent CurrentC, arbeitet mit QR-Codes, Walmart & Co. stehen dahinter und haben Ihren Mitgliedern gleichzeitiges Apple Pay in ihren Stores verboten. Sieht da jemand Parallelen?

Jetzt müssen sie Federn lassen: Apples Konkurrenz CurrentC in Schwierigkeiten

 
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ApplePay scheint eines der wenigen durchdachten Konzepte zu sein. Ich hoffe schwer, dass die UBS das auch unterstützen wird, sonst bin ich dann auch weg (wollte ich eigentlich schon lange).

Ansonsten finde ich Konkurrent etwas gutes, der Kunde sollte das für ihn passende System wählen können.

Mich nervt, wenn ich fremdbestimmt werde. Ich kann nicht wählen, ob meine Kreditkarte NFC hat oder nicht (zumindest bei der UBS), und den Betrag, ab welchem ich den Code eingeben muss, kann ich auch nicht selber bestimmen. Obwohl ich diese Beizahlmethode häufig benütze, stören mich diese Einschränkungen. 

 
Ich kann nicht wählen, ob meine Kreditkarte NFC hat oder nicht (zumindest bei der UBS), und den Betrag, ab welchem ich den Code eingeben muss, kann ich auch nicht selber bestimmen. Obwohl ich diese Beizahlmethode häufig benütze, stören mich diese Einschränkungen. 
Das geht mir genauso.

Es ist grundsätzlich in Ordnung, wenn für die breite Masse eine tiefe Limite gilt, das reduziert die Hemmschwelle.

Wieso ich aber - auf Antrag(!) - keine höhere Limite für meine NFC-Karte und mein Konto setzen kann, ist völlig unverständlich. Ich entscheide auch selber, wie viel Bargeld ich im Portemonnaie rumtrage (und im Diebstall-Fall verliere). Da fragt mich auch keine Kassierin, ob ich wirklich 200 bar ausgeben will, ich mache es einfach. Ab 40 muss ich aber bei NFC einen lästigen PIN-Code eintippen, was die ganze Sache wieder mühsam macht.

Da sollten die Banken endlich reagieren und mir die individuelle Limiten-Wahl ermöglichen.

 
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ApplePay scheint eines der wenigen durchdachten Konzepte zu sein. Ich hoffe schwer, dass die UBS das auch unterstützen wird, sonst bin ich dann auch weg (wollte ich eigentlich schon lange).


Das Apple mit zufällig generieren Einmalcodes arbeitet und nur die nötigsten Daten anonymisiert weitergibt ist schon sehr sympathisch. Das hält die Datensammler draussen.

Apple Pay: Wie funktioniert es und: Wie sicher ist es?

Punkto Bank geht es mir genau gleich, nur mit der CS statt der UBS. Eigentlich sollte man ja schon lange weg von diesen Grossbanken.

Evtl. spielt Apple Pay genau das "Zünglein an der Waage" als Beweggrund den Wechsel endlich zu machen. Und da meine ich eben nicht "nur" die Kreditkarte, sondern gleich komplett wechseln.

Die von Dir erwähnten Einschränkungen sind ja nicht Hardware abhängig. Da könnte man quasi per Software Update dem Kunden die gewünschte Einstellmöglichkeit geben (sofern man will).

 
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