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Billag-Gschtürm

1'424 Antworten238'609 AufrufeGestartet von tosci ·

HaDeTeeVau192 Beiträge
#761
Wenn man «no Billag» sagt aber eigentlich «no Admeira» meint.

Ja ich steh dazu, ich schaue SRF regelmässig. Ich finde nicht alles was gesendet wird toll und auch mir sind die 450.- im Grunde zu teuer. Aber wenn ich sehe was sonst im TV so läuft und was die Folge wäre von «no Billag» dann graut mir.

Was wird passieren, wenn «no Billag» angenommen würde? Ich versuche mal neutral zusammenzufassen.

  • Es gibt mehr Wettbewerb. Nein eben nicht! Auf die regionalen TV Sender erhöht sich der Spardruck, was dazu führt, dass einige den Betrieb einstellen oder mit anderen gebieten fusionieren, was im Beispiel von AZ Medien ja nicht zu einer Vielfallt, sondern Monotonie führte. Bei Tele Züri, Tele M1 und TeleBärn unterscheidet sich das Programm im 10% Bereich, die übrige Zeit bestreiten die Sender mit allerlei verschiedenen Dauerwerbesendungen. Das geplante Joint venture mit der NZZ sieht wohl kaum einen Unterschied für Tele1 und TVO vor.
  • Ich brauche kein SRF, mich informieren ARD, ZDF und ORF bereits gut genug. Jeder deutsche bezahlt GEZ, jeder Österreicher GIS. Dass man in der Schweiz ARD, ZDF oder ORF empfangen kann, ist einer Gesetzeslücke zu verdanken, welche das einspeisen von Sendern, welche mit normalem Antennenaufwand empfangbar sind (unverschlüsselte via Antenne oder Satellit) zulassen. In jedem anderen Land würden die Kabelnetzbetreiber sofort gegen Urheberrechte verstossen, würden sie diese Sender ohne deren Einwilligung weiterverbreiten. Würde ORF das Signal aus Südtirol, welche Kabelnetze sowie Swisscom via DVB-T empfangen, aus Urheberrechtlichen Gründen verschlüsseln, so gäbe es in der Schweiz kein ORF mehr zu sehen.
  • SRF wird eingestellt. Soweit wird es wohl nicht kommen. Zum einen ist man am Leutschenbach ja gerade am Ausbau der Infrastruktur. Zum anderen Hat man ja auch langjährige Verträge einzuhalten. Die SRG wird wohl redimensioniert werden müssen. Insgeheim hofft die SRG ja selbst auf eine Annahme, dann könnte man endlich unnötigen Ballast abwerfen und die bereits heimlich durchgewunkene Gesetzesänderung, für Personalisierte Werbung, wie auch die Zusammenarbeit mit AdScribe für interaktive Werbung legitimieren und Werbebestimmungen gänzlich lockern können.

    Etwa die Hälfte der (werbefreien) Radiosender würden vermutlich eingestellt, die restlichen auf UKW vorhandenen, würden wohl weiterbestehen, wenn auch die Werbung identisch zu Privatradios überhandnehmen würde. SRF info und RSI La2 würde wohl zugunsten eines VOD oder HbbTV Dienstes von der Bildschirmfläche verschwinden. Dies allerdings in erster Line um an die Tränendrüse der Zuschauer zu appellieren, die dann einige, geliebte Programme vermissen würden. Aber auch dies scheint sowieso für 2019 geplant.
  • Die Privatsender wie 3+ profitieren von «no Billag». Nicht wenn die SRG weitersendet (und davon ist auszugehen), wird der kleine Werbemarkt der Schweiz nun von der SRG überrannt. Da die SRG dann auf die Werbeeinnahmen als einzige Einnahmequelle angewiesen wäre. Im Gegenzug, ausländische Werbefenster nicht verboten würden und Ringier mit Hilfe von Swisscom zusammen als Admeira bekanntlich bereits heute für verschiedene Französische Sender personalisierte Werbung anbietet, ist damit zu rechnen, dass auch dieses Angebot weiter ausgebaut würde und weitere ausländische Sender Werbung schalten würden. Unter dem Strich würde Admeira hier zu Lasten von Schweizer Sendern wie Swiss1 oder 3+ profitieren.
  • Andere Sender springen in die Lücke von SRF. Ja aber nur in die Werbelücke, kein Sender wird in News investieren. Da auch hier laut RTVG in der Schweiz für ein Sponsoring und Unterbrechung in Informationssendungen die Grundlage fehlt. Ich bin gespannt wie dies CNN Money lösen wird.
  • Der Zuschauer bezahlt weniger für TV Unterhaltung. Er bezahlt unter Umständen sogar mehr, je nach dem welches Programm er sehen möchte, ist er bereits heute auf mehrere PayTV Abos angewiesen. Nur schon für Sport benötigt ein Schweizer ein Abo von MySports, Teleclub, Sky, DAZN und Eurosport oder im Bereich Unterhaltung Netflix, Amazon, Hulu, Teleclub, UPC oder Sky. Da sind dann ebenfalls im Monat 12 - 40.- im Monat fällig, und hierfür sind noch keine Nachrichten enthalten.
  • Neutrale Berichterstattung kann auch durch private erfolgen. Richtig, kann, muss aber nicht!

    Schon heute gibt es Sponsored Content auf 20min. Blick am Abend, Watson usw. Youtube und Influencer bei Instagram machen es vor, vielfach werden einem unter dem Deckmantel Information, Sponsoring bzw. bezahlte Inhalte präsentiert. Künftig darf man sich also freuen, auf bezahlte Berichterstattung von jenen die es sich leisten können, ihr Weltbild in den Mittelpunk zu rücken.
  • Kultur und Filmförderung bleibt auf der Strecke. Nicht ganz. Es gibt ja bereits heute einen Fond für Filmförderung des Bundesamts für Kultur (BAK) und auch Sender ab einer gewissen Grösse sind zur Schweizerfilmförderung angehalten. Auch Teleclub (Cinetrade bzw. jetzt Swisscom), fördern eingereichte Projekte. Unbestritten ist aber, dass mit dem Wegfall der SRG noch weniger Projekte zustande kämen. Ebenso wären Schweizer Musik und Filmschaffende wegen der nicht vorhandenen Inland Vorzugs Quote wohl nicht mehr gleichhäufig am Radio und Fernsehen oder Kino vertreten.
  • Ohne «no Billag» werden Firmen gezwungen Billag zu bezahlen. Ja, das ist aber bereits heute auch der Fall, auch ein KMU muss heute rund 600.- Jährlich bezahlen, sofern es sich nicht um ein Einmannbetrieb ohne Kundenkontakt, einen Familienbetrieb welche bereits als Privatpersonen Billag bezahlen (Privatabdeckung) oder Personen welche am Arbeitsplatz (Einzelbüro ohne Kundenkontakt) Empfangsgeräte für den privaten Gebrauch verwenden, handelt.

    Neu werden alle bis zu einem Umsatz von 500'000.- Umsatz von Billag befreit, allerdings ist der Betrag Umsatzabhängig (bis 35'000.-) und wird wohl oder übel dem Endkunden teilverrechnet.
Nun den Konsumenten wird die Wahl gar nicht gegeben, einen Mittelweg zwischen «es bleibt wie es ist (bzw. geht auf 365.- herunter dafür gibt’s personalisierte Werbung)» oder der «no Billag, und entweder viel, viel mehr Werbung oder gar der Einstellung der Sender» zu wählen. Die Gebühren legitimieren eine ausgewogene und unabhängige Berichterstattung für alle Schweizer Regionen, aller Sprachen, alle Parteien und Religionen mehr aber auch nicht. Ich für mich würde den Betrag auf eine Höchstgrenze von 300.- und ein Werbeverbot für sämtliche Staatsfinanzierte Medien wünschen. Dies gäbe ein echtes, duales System, welche privaten Medien in der Schweiz ein überleben ermöglichen würde. Andere Länder wie Frankreich, Österreich oder Deutschland haben längst die Werbung auf ÖR Sender eingeschränkt.  Während sich in der Schweiz die SRG weiter in allen möglichen Bereichen ausweitet. Ein Unding wie Admeira in welchem 2 Staatsbetriebe zusammen mit Privaten, eine Werbe und Datenkrake betreiben, sollte man verhindern, nicht aber eine Staatlich finanzierte, neutrale, Berichterstattung, daher «no Admeira» anstelle von «no Billag». Meine Empfehlung erst mal nein zu «no Billag» und dann eine neue Initiative welche den Höchstbetrag, Werbebeschränkung und Leistungsauftrag klar regelt. Alles andere ist ein unüberlegter Schnellschuss mit kontraproduktiver Wirkung.

8× hilfreich
PlasmaP784 Beiträge
bearbeitet #762
Danke für Deinen Beitrag @HaDeTeeVau.

Er enthält - ohne jetzt schon auf die einzelnen Punkte einzugehen - einen grundsätzlichen Denkfehler: Deine Schlussfolgerung samt Empfehlung ist falsch.

Wenn Du Dir wirklich Sorgen um Admeira machst und Dir die aktuelle Empfangsgebühr zu hoch ist, gibt es nur eine einzige Lösung: JA am 4.3.2018 stimmen.

Wer Nein stimmt in der Hoffnung dass jemand eine neue Initiative startet mit all den von Dir gewünschten Punkten ist blauäugig. Niemand wird nach dem hauchdünnen Zufallsresultat beim RTVG und einem allfälligen Nein zur NoBillag ein Drittes mal den Aufwand für eine solche Initiative starten. Das Volk hat sich dann ja schon zwei mal gegen ein kostengünstigeres Radio- und TV und irgendwelche grundlegenden Anpassungen der SRG gewehrt. Dieses Verhalten wird sich auch die nächsten 10-15 Jahre nicht ändern.

Bei einem JA hingegen muss sich die SRG zwangsweise verändern. Ich bin mit Dir einig, dass sie sich nicht komplett auflöst, sondern redimensioniert wird.

Ich teile einige Deiner Argumente gegen Admeira. Die Ablehnung der NoBillag wird daran aber garantiert nichts ändern. Die Chance, dass die Annahme der NoBillag auch den Werbekuchen neu mischt, ist wesentlich grösser und wahrscheinlicher.

Snowman410'415 Beiträge
#763
Warum? Meinem Verständnis nach bezahlen wir ja schon heute keine Beiträge an die unverschlüsselten Sendern aus Deutschland oder hab ich da was übersehen?


Warum? Meinem Verständnis nach bezahlen wir ja schon heute keine Beiträge an die unverschlüsselten Sendern aus Deutschland oder hab ich da was übersehen?
SRG beteilligt sich aber immer wieder an Produktionen in Deutschland und die würden dann wegfallen. Es wird ja von den Befürworter ja immer darauf hingewiesen, dass man die Filme auch bei ARD/ZDF sehen kann.

creep2'589 Beiträge
#764
SRG beteilligt sich aber immer wieder an Produktionen in Deutschland und die würden dann wegfallen. Es wird ja von den Befürworter ja immer darauf hingewiesen, dass man die Filme auch bei ARD/ZDF sehen kann.
wie lange noch? der Trend geht immer schneller in Richtung Verschlüsselung von allem, inkl. ÖR.
Im Moment haben wir ARD, ZDF und ORF noch. Aber wie lange noch?


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1× hilfreich
HaDeTeeVau192 Beiträge
#765
Danke für Deinen Beitrag @HaDeTeeVau.

Er enthält - ohne jetzt schon auf die einzelnen Punkte einzugehen - einen grundsätzlichen Denkfehler: Deine Schlussfolgerung samt Empfehlung ist falsch.

Wenn Du Dir wirklich Sorgen um Admeira machst und Dir die aktuelle Empfangsgebühr zu hoch ist, gibt es nur eine einzige Lösung: JA am 4.3.2018 stimmen.

Wer Nein stimmt in der Hoffnung dass jemand eine neue Initiative startet mit all den von Dir gewünschten Punkten ist blauäugig. Niemand wird nach dem hauchdünnen Zufallsresultat beim RTVG und einem allfälligen Nein zur NoBillag ein Drittes mal den Aufwand für eine solche Initiative starten. Das Volk hat sich dann ja schon zwei mal gegen ein kostengünstigeres Radio- und TV und irgendwelche grundlegenden Anpassungen der SRG gewehrt. Dieses Verhalten wird sich auch die nächsten 10-15 Jahre nicht ändern.

Bei einem JA hingegen muss sich die SRG zwangsweise verändern. Ich bin mit Dir einig, dass sie sich nicht komplett auflöst, sondern redimensioniert wird.

Ich teile einige Deiner Argumente gegen Admeira. Die Ablehnung der NoBillag wird daran aber garantiert nichts ändern. Die Chance, dass die Annahme der NoBillag auch den Werbekuchen neu mischt, ist wesentlich grösser und wahrscheinlicher.
Eben und weil sich die SRG nicht komplett auflösen wird, wird noch mehr Werbung am Schweizer Fernsehen laufen müssen, die benachteiligten sind die Zuschauer und die Privaten, die einer nach dem anderen hops gehen werden, wenn die SRG durch den Reichweiten Vorteil den Löwenanteil für sich beansprucht. Es ist ein Irrglaube, das der Werbemarkt wächst wenn die SRG keine Gebühren mehr einnimmt. Die SVP hat ja bereits angekündigt, sollte "no Billag" scheitern würden sie den Gegenvorschlag mit der Gebührenhalbierung auf den Tisch bringen. Das ist definitiv die bessere Lösung. Es gibt keinen plausiblen Grund, weshalb ein Gebührenfinanziertes Programm auch noch Werbungausstrahlen muss, das sollte den Privaten vorbehalten bleiben. Mit der Annahme von "no Billag" zerstört man letztendlich beides, weil bei der Annahme der Initiative, diese weder einen Kompromiss einer geringen Gebühr noch den Fortbestand der SRG vorsieht.

3× hilfreich
PlasmaP784 Beiträge
bearbeitet #766
Eben und weil sich die SRG nicht komplett auflösen wird, wird noch mehr Werbung am Schweizer Fernsehen laufen müssen, die benachteiligten sind die Zuschauer und die Privaten, die einer nach dem anderen hops gehen werden, wenn die SRG durch den Reichweiten Vorteil den Löwenanteil für sich beansprucht.
Wie kann eine reduzierte SRG "noch mehr Werbung" laufen lassen? Du meinst 5 x unterbrechen statt 1 x? Oder davor/danach 30 Minuten Werbung statt 10 Minuten zeigen?

Wen stört das, wenn man dafür keine Zwangsgebühren mehr bezahlen muss?

Es ist ein Irrglaube, das der Werbemarkt wächst wenn die SRG keine Gebühren mehr einnimmt.
Wer behauptet das? Der Werbekuchen selber wird nicht grösser. Aber die Stücke werden anders verteilt. Garantiert nicht bei einem Nein, da ändert sich rein gar nichts.

Die SVP hat ja bereits angekündigt, sollte "no Billag" scheitern würden sie den Gegenvorschlag mit der Gebührenhalbierung auf den Tisch bringen
Quelle? Der direkte Gegenvorschlag der SVP mit dem Maximalbetrag von 200 Franken wurde bereits im Parlament abgelehnt.

Mit der Annahme von "no Billag" zerstört man letztendlich beides, weil bei der Annahme der Initiative, diese weder einen Kompromiss einer geringen Gebühr noch den Fortbestand der SRG vorsieht.
Bei der Annahme gibt es keinen Kompriss, sondern die Zwangsgebühren fallen vollständig weg. Kommt das gleiche Parlament - welches keine 200 Franken als Gegenvorschlag wollte - zum Schluss, dass es doch eine redimensionierte SRG braucht, findet es sehr schnell einen Kompromiss. Wie immer. Wir wissen ja alle, wie "pfefferscharf" und buchstabengetreu unser Parlament Initiativen umsetzt. Wetten, dass da auch plötzlich 200 SVP-Franken plötzlich nicht mehr unmöglich sind?

1× hilfreich
Wrzlbrnft2'742 Beiträge
bearbeitet #767
wie lange noch? der Trend geht immer schneller in Richtung Verschlüsselung von allem, inkl. ÖR.
Im Moment haben wir ARD, ZDF und ORF noch. Aber wie lange noch?
 
ARD und ZDF bekunden weiterhin, möglichst auf allen Kanälen unverschlüsselt senden zu wollen. Insbesondere auf dem terrestrischen Weg, wo gerade grossflächig DVB-T2 eingeführt wird, betonen die öffentlich-rechtlichen stets - im Gegensatz zu den Privaten - auch weiterhin unverschlüsselt empfangbar zu bleiben.

Auch Franzosen und Italiener bieten über DVB-T ein breites, unverschlüsseltes HD-Angebot, sowohl staatliche als auch kommerzielle Anbieter. Schweizer Provider führen mittlerweile einen Grossteil der französischen und italienischen Programme über DVB-T zu. Und in Südtirol hat die RAS ebenfalls kein kommerzielles Interesse, weshalb man dort weiterhin hoch bemüht sein wird, ORF eins, ORF 2 und ORF III (SD) unverschlüsselt ausstrahlen zu dürfen.

Die Verschlüsselung betrifft primär die Satellitenverbreitung sowie die unsägliche SimpliTV-Plattform innerhalb Österreichs.

HaDeTeeVau192 Beiträge
#768
Wie kann eine reduzierte SRG "noch mehr Werbung" laufen lassen? Du meinst 5 x unterbrechen statt 1 x? Oder davor/danach 30 Minuten Werbung statt 10 Minuten zeigen?

Wen stört das, wenn man dafür keine Zwangsgebühren mehr bezahlen muss?

Wer behauptet das? Der Werbekuchen selber wird nicht grösser. Aber die Stücke werden anders verteilt. Garantiert nicht bei einem Nein, da ändert sich rein gar nichts.

Quelle? Der direkte Gegenvorschlag der SVP mit dem Maximalbetrag von 200 Franken wurde bereits im Parlament abgelehnt.

Bei der Annahme gibt es keinen Kompriss, sondern die Zwangsgebühren fallen vollständig weg. Kommt das gleiche Parlament - welches keine 200 Franken als Gegenvorschlag wollte - zum Schluss, dass es doch eine redimensionierte SRG braucht, findet es sehr schnell einen Kompromiss. Wie immer. Wir wissen ja alle, wie "pfefferscharf" und buchstabengetreu unser Parlament Initiativen umsetzt. Wetten, dass da auch plötzlich 200 SVP-Franken plötzlich nicht mehr unmöglich sind?
https://www.aargauerzeitung.ch/schweiz/falls-no-billag-scheitert-haben-srg-kritiker-bereits-neue-initiative-in-petto-131826671

ich denke nicht das es im Fall einer Annahme noch gros Spielraum für Verhandlungen gibt. Wieso auch? Der Auftrag wäre ja dann klar, keine Gebühr. Damit wäre es dann der SRG überlassen ob sie den Betrieb einstellen oder privat weiterführen, welches eher anzunehmen ist. Ob es dann jeder so lustig findet wenn dann Mediashop auch auf SRF läuft oder ein Fussballmatch im 10min Takt durch Werbung unterbrochen würde und ob es dann andere Sender wie TeleZüri, 3+, Swiss1 usw. dann noch lange gibt mag ich zu bezweifeln.

PlasmaP784 Beiträge
bearbeitet #769
Wieso auch? Der Auftrag wäre ja dann klar, keine Gebühr. Damit wäre es dann der SRG überlassen ob sie den Betrieb einstellen oder privat weiterführen, welches eher anzunehmen ist.
Wie wärs z.B. mit Plan P wie PayTV? Oder 340 Millionen Werbeeinahmen?

Die SRG kann gar nicht selbständig bestimmen, ob sie sich auflöst oder nicht. Lies dazu diesen Blick-Artikel:

https://www.blick.ch/news/politik/delegierte-muessten-ueber-aufloesung-entscheiden-das-passiert-bei-einem-ja-zu-no-billag-mit-der-srg-id7570733.html

inklusive Absatz:

Bevor die Auflösung überhaupt vollzogen werden könnte, müsste das Parlament das Radio- und Fernsehgesetz (RTVG) anpassen. Denn solange die SRG zur Erfüllung des Programmauftrags gesetzlich verpflichtet ist, kann sie sich nicht auflösen, so will es Artikel 25, Absatz 1 der Statuten.


Ob es dann jeder so lustig findet wenn
Nochmal: Das interessiert niemanden mehr, wenn man nicht zwanghaft dafür bezahlen muss.

Wer keine Werbung sehen will, abonniert PayTV. Funktioniert mit Serien und Musik heute schon einwandfrei.

Die redimensionierte neue SR-irgendwas kann es ja mit klingenden Paket-Namen wie "Werbefreie Schweizer Informationen", "Werbefreier Schweizer Sport", "Werbefreie Schweizer [beliebiges Thema hier einsetzen]" probieren. Anscheinend sind sehr viele bereit dafür 200 oder mehr Franken auszugeben. Freiwillig.

Nachtrag:

Weil Du zum wiederholten Mal TeleZüri erwähnst:

TeleZüri bekommt keinen Rappen Empfangsgebühren, ist vom Entscheid also nicht (oder nur am äussersten Rand wegen allfälliger Werbung) betroffen.

Hier findest Du die 13 Regional-TV-Sender - ohne TeleZüri - und wieviel Gebührenanteil sie bekommen:

https://www.bakom.admin.ch/dam/bakom/de/dokumente/2012/06/versorgungsgebieteundgebuehrenanteile.pdf.download.pdf/versorgungsgebieteundgebuehrenanteile.pdf

Guest
#770
Eure Diskussion belegt das Dillema in dem wir uns befinden. Es gibt keinen Mittelweg, keinen Kompromiss. Nur Friss oder Stirb, Gebühren JA oder NEIN. Die Folgen eines JA zur Initiative hätten auch meiner Meinung nach massive Auswirkungen, vor denen ich Respekt habe. Gleichzeitig grausst es mich aber auch vor einen NEIN und einer SRG, die sich in Ihrem Kurs bestätigt fühlt und für die nächsten 10 Jahre keinen Grund für eine Konsolidierung sieht...

PlasmaP784 Beiträge
#771
@Brorwick Stell Dir selber folgende Frage:

Was ist wahrscheinlicher

a ) die SRG verändert sich nach einem Nein freiwillig (egal ob im Angebot, der Gebühren- oder Werbeinnamenhöhe)

oder

b ) die SRG verändert sich nach einem Ja (z.B. mit Sender-Reduktion, alternativen Einnahmequellen, Diskussion über Service Public)

Aus meiner persönlichen Sicht führt nur ein Schritt garantiert zu einem unerwünschten Resultat.

swisscomianer291 Beiträge
#772
Ob es dann jeder so lustig findet wenn (...) oder ein Fussballmatch im 10min Takt durch Werbung unterbrochen würde und (...) mag ich zu bezweifeln.
Also den Privatsender, der das so macht, musst du mir mal zeigen. Ich finde deine Argumente nicht schlecht, aber mit solchen Aussagen sollte man vorsichtig sein, weil komplett unglaubwürdig.

HaDeTeeVau192 Beiträge
#773
Wie wärs z.B. mit Plan P wie PayTV? Oder 340 Millionen Werbeeinahmen?

Die SRG kann gar nicht selbständig bestimmen, ob sie sich auflöst oder nicht. Lies dazu diesen Blick-Artikel:

https://www.blick.ch/news/politik/delegierte-muessten-ueber-aufloesung-entscheiden-das-passiert-bei-einem-ja-zu-no-billag-mit-der-srg-id7570733.html

inklusive Absatz:

Nochmal: Das interessiert niemanden mehr, wenn man nicht zwanghaft dafür bezahlen muss.

Wer keine Werbung sehen will, abonniert PayTV. Funktioniert mit Serien und Musik heute schon einwandfrei.

Die redimensionierte neue SR-irgendwas kann es ja mit klingenden Paket-Namen wie "Werbefreie Schweizer Informationen", "Werbefreier Schweizer Sport", "Werbefreie Schweizer [beliebiges Thema hier einsetzen]" probieren. Anscheinend sind sehr viele bereit dafür 200 oder mehr Franken auszugeben. Freiwillig.

Nachtrag:

Weil Du zum wiederholten Mal TeleZüri erwähnst:

TeleZüri bekommt keinen Rappen Empfangsgebühren, ist vom Entscheid also nicht (oder nur am äussersten Rand wegen allfälliger Werbung) betroffen.

Hier findest Du die 13 Regional-TV-Sender - ohne TeleZüri - und wieviel Gebührenanteil sie bekommen:

https://www.bakom.admin.ch/dam/bakom/de/dokumente/2012/06/versorgungsgebieteundgebuehrenanteile.pdf.download.pdf/versorgungsgebieteundgebuehrenanteile.pdf
Hast Du schon mal amerikanisches TV geschaut?

3min Programm, 1min 30 Werbung, 5min Programm, 1,30 Werbung, 3Min Programm, 3 min Werbung... also mich nervt sowas... genau deswegen gibt es Netflix, ohne Werbung. Sollte auch da Werbung auftauchen ist das deren Tod... PayTv bringen mittlerweile auch Werbung und SRF ist ja unter dem strich nichts anderes wie PayTV. deshalb störe ich mich an der Werbung und nicht am Pay...

Der Werbekuchen ist gerade mal 340mio gross, 40 davon erwirtschaften Regionalsender (ohne TeleZüri), 150 wandern in ausländische Werbefenster. Sprich die übrigbleibenden 150mio sollten Deiner Meinung nach reichen, für die restlichen Privatsender ohne Gebührengelder (sind rund 25Free TV) zu finanzieren? Echt jetzt? Lernt man das an der HSG?

So, und jetzt nimm mal an, der Werbekuchen verteilt sich in Richtung SRG. Wieviel bekommt dann am Schluss TeleZüri oder 3+ von dem übriggebliebenen Werbekuchen? Merkst Du jetzt das es sehr wohl auch für die nicht Gebührenfinanzierten Sender einen Einfluss hat? Die regionalen mit Gebühren sind eh dem Tod geweiht, das ist eine Zeitfrage, das wird auch ohne Annahme der "no Billag" geschehen nur halt eben etwas schneller.

Ich erwähne deshalb so gerne TeleZüri, weil man hier das Beispiel der Quersubvention erkennen kann. Was wird die AZ wohl machen wenn sie von den 5 Sendern die sie betreiben für 2 keine 10Mio Billag mehr erhalten...? Denkst Du wirklich, das die AZ lässt den Sender dann ohne weiteres laufen? Dann gibt's ziemlich sicher nur noch eins von 3...

4× hilfreich
Snowman410'415 Beiträge
#774
wie lange noch? der Trend geht immer schneller in Richtung Verschlüsselung von allem, inkl. ÖR.
Im Moment haben wir ARD, ZDF und ORF noch. Aber wie lange noch?


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Schneller als man glaubt. Dann freuen sich Netflix, DAZN u.s.w. Dann können sie an der Preisspirale drehen, was ja Netflix schon macht.

Gelöschtes Mitglied 757
#775
Wer keine Werbung sehen will, abonniert PayTV. Funktioniert mit Serien und Musik heute schon einwandfrei.
Bezahlen wir darum inzwischen 160Fr. für eine Konzertkarte? Schon auch eine Frage wert, ob die StreamingPakete für Newcomers eine gute Lösung sind. ist aber ein anderes Thema.

1× hilfreich
PlasmaP784 Beiträge
bearbeitet #776
@Schlummi Ich bin nicht sicher, ob ich Deine Frage richtig verstehe. Du zweifelst, ob Streamingpakete nicht einen negativen Einfluss auf Konzertticket-Preise haben? Oder hinterfragst Du, ob ein Konzert-Eintritt überhaupt 160 Franken wert sein kann? Oder was meinst Du mit "StreamingPakete für Newcomers"?

PlasmaP784 Beiträge
#777
watson zweifelt "repräsentative Umfrage" aus dem Tagi an:

https://www.watson.ch/Schweiz/NoBillag/545845164-57-Prozent-wollen-No-Billag-annehmen--Darum-sind-bei-dieser-Umfrage-Zweifel-angebracht

Erstaunlich daran ist nicht, dass watson überrascht tut, dass ihre eigenen Resultate (für RTVG vor 2 Jahren!) in der Romandie ein anderes Resultat zeigen als die Umfrage aktuell für NoBillag (Punkt 3).

Erwähnenswert ist der Artikel deshalb, weil man "repräsentativ" aus seiner Sichtweise immer anzweifeln kann. Nimmt man 1000 Leute - egal ob mit Festnetz-Anschluss oder aus dem Tessin oder ü65-jährig oder digital-affin - es wird immer solche geben, die z.B. die Gehörlosen, Blinden, die SP oder SVP-Anhänger, die Stadt- und Landbewohner, Sprachminderheiten, Schweizer und Ausländer, Christen und Andersgläubige etc in dieser Auswahl ganz vermissen oder unter-/übervertreten sehen.

Ich frage mich in diesem konkreten Fall:

Hätte watson den gleichen Artikel auch geschrieben, wenn das Resultat 57% Ablehnung für NoBillag gezeigt hätte?

Matia218 Beiträge
bearbeitet #778
Also den Privatsender, der das so macht, musst du mir mal zeigen. Ich finde deine Argumente nicht schlecht, aber mit solchen Aussagen sollte man vorsichtig sein, weil komplett unglaubwürdig.
Nö, nicht mal im Ansatz unglaubwürdig. Hast du mal amerikanischen Sport geschaut? Oder bspw. an der Eishockey WM (oder bspw der DEL) gibt es während der Drittels Commercial Breaks. Warum? Eingeführt auf Wunsch der Fernsehsender.

Henry495 Beiträge
#779
watson zweifelt "repräsentative Umfrage" aus dem Tagi an:

https://www.watson.ch/Schweiz/NoBillag/545845164-57-Prozent-wollen-No-Billag-annehmen--Darum-sind-bei-dieser-Umfrage-Zweifel-angebracht

Erstaunlich daran ist nicht, dass watson überrascht tut, dass ihre eigenen Resultate (für RTVG vor 2 Jahren!) in der Romandie ein anderes Resultat zeigen als die Umfrage aktuell für NoBillag (Punkt 3).

Erwähnenswert ist der Artikel deshalb, weil man "repräsentativ" aus seiner Sichtweise immer anzweifeln kann. Nimmt man 1000 Leute - egal ob mit Festnetz-Anschluss oder aus dem Tessin oder ü65-jährig oder digital-affin - es wird immer solche geben, die z.B. die Gehörlosen, Blinden, die SP oder SVP-Anhänger, die Stadt- und Landbewohner, Sprachminderheiten, Schweizer und Ausländer, Christen und Andersgläubige etc in dieser Auswahl ganz vermissen oder unter-/übervertreten sehen.

Ich frage mich in diesem konkreten Fall:

Hätte watson den gleichen Artikel auch geschrieben, wenn das Resultat 57% Ablehnung für NoBillag gezeigt hätte?
Die meisten Befragten können die Konsequenzen der Annahme der Initiative noch gar nicht abschätzen. Ist doch einfach zu sagen, ja ich will keine Billag mehr bezahlen. Wenn die Diskussionen im Vorfeld des Abstimmungstermins dann auch zeigen, dass es keine SRG mehr geben wird, falls der Ja-Anteil überwiegen sollte, dann wird der Wind schnell drehen.

Sogar die Extrem-Gegner wie Martullo-Blocher geben der Initiative keine Chance. Niemand in der SVP will sich die Finger verbrennen.

Aber eins muss man Dir lassen, PlasmaP: Dein Engagement wird wohl nicht mal von den Mitgliedern des Initiativkomitees getoppt. Haben Sie Dich mal bei der SRG rausgeschmissen?

4× hilfreich
chaose245 Beiträge
#780
watson zweifelt "repräsentative Umfrage" aus dem Tagi an:
Erwähnenswert ist der Artikel deshalb, weil man "repräsentativ" aus seiner Sichtweise immer anzweifeln kann.
Eine Umfrage zu einer Volksabstimmung ist in der Schweiz nun mal einfach nicht aussagekräftig, wenn man Teenager befragt, dafür aber die über 65-Jährigen nicht.

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