Kassensturzsendung vom 15. April betr. Grundverschlüsselung
117 Antworten14'336 AufrufeGestartet von swiss007 ·
Im Kassensturz vom 15. April gibt es einen Beitrag über die unnötige Grundverschlüsselung des Digital-TV Cablecom Grundangebotes.
Bitte für die Sendung werben und hineinschauen.
Grüsse Swiss007
Bitte für die Sendung werben und hineinschauen.
Grüsse Swiss007
smid12'144 Beiträge
Weisst du wer als Gast kommt?
Hat Fischer einen würdigen Gegner?
Hat Fischer einen würdigen Gegner?
anykey5'528 Beiträge
Einer von uns könnte ja gehen /emoticons/default_wink.png
Noel3'777 Beiträge
Weisst du wer als Gast kommt?Ich hoffe auch dass sie für diese Sendung etwas besser recherchieren werden als bei der letzten Rundschau! Wenn die Cablecom Verantwortlichen jedoch immer noch mit den plumpen Standard Begründungen argumentieren, sollte es ja für einen Fachmann kein Problem sein Fischer entgegen zu treten!
Hat Fischer einen würdigen Gegner?
mfg
robi6'764 Beiträge
Na, dann mailt halt mal die Redaktion an und gebt ihnen Argumente in die Hand. Journalisten können nur wiedergeben, was sie gehört/gelesen haben - Journis sind keine Fachspezialisten, sondern primär Infosammler und Texterzeuger /emoticons/default_rolleyes.gif
Robi
Robi
Noel3'777 Beiträge
Na, dann mailt halt mal die Redaktion an und gebt ihnen Argumente in die Hand. Journalisten können nur wiedergeben, was sie gehört/gelesen haben - Journis sind keine Fachspezialisten, sondern primär Infosammler und Texterzeuger /emoticons/default_rolleyes.gifIch denke die haben sich sowieso mit der Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) zusammen getan! Anders kann ich mir den SendeTermin nicht erklären! Dass die Petiton und Kassensturzbeitrag so nahe beisammen sind, wäre ein wirklich zu glücklicher Zufall gewesen /emoticons/default_wink.png. Ich denke die SKS wird die Jungs vom Kassensturz gut beraten.
Robi
Aber bitte schickt nicht Simonetta Sommaruga, ich denke ist sie ist technisch nicht versiert genug um einem Fischer entgegen zu treten. Ich hoffe es wird darauf eingegangen, dass es auch eine CI (Common Interface) Lösung gäbe die für beide Seiten passend wäre. Cablecom könnte verschlüsseln und wir hätten die freie Set-Top-Boxen Wahl! in den Argumentationen von Simonetta Sommaruga wird nie auf eine solche Lösung eingegangen ich frage mich warum nicht? Sie als Satelliten-Fernseherin sollte dies ja kennen.
mfg
Truemmerli23 Beiträge
Doch es wird Simonetta Sommaruga sein. Ich habe versucht wichtige Punkte (über unsere "Aktion Kabelnetz Rüfenacht") durch ihren plitischen Berater einfliessen zu lassen. In der Sonntagszeitung hat sie sich nicht so schlecht geschlagen:
SonntagsZeitung | Multimedia
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easypeacy422'068 Beiträge
Mir scheint irgendwie, dass diese Diskussion am Kernpunkt vorbei geht. Mir selbst ist es egal, ob Inhalte verschlüsselt werden oder nicht. Ich möchte aber die Wahlfreiheit haben, meine Box selbst zu wählen (oder den im TV eingebauten Tuner zu nutzen). Das geht auch mit verschlüsseltem Angebot.
Das Thema sollte eher heissen "Boxenzwang aufheben" und nicht "Verschlüsselung verbieten". Nun ja, wenn das eine das andere nach sich zieht, ist mir das natürlich auch recht.
Das Thema sollte eher heissen "Boxenzwang aufheben" und nicht "Verschlüsselung verbieten". Nun ja, wenn das eine das andere nach sich zieht, ist mir das natürlich auch recht.
Snowman410'415 Beiträge
Sehe ich auch so - Frau Sommaruga diskutiert falsch.
Es geht den meisten hier um die freie Wahl der Setup Boxen, ob verschlüsselt oder nicht ist nicht so wichtig.
Es geht den meisten hier um die freie Wahl der Setup Boxen, ob verschlüsselt oder nicht ist nicht so wichtig.
Truemmerli23 Beiträge
Nein, meiner Meinung nach liegt ihr falsch. Die Cablecom wird die Smart-Card nicht gratis abgeben wollen. Das müsste sie aber dann!
Nehmen wir an, die Smart-Cards würden gratis: Die Anzahl dieser Karten pro Haushalt dürften nicht beschränkt werden. Ev. ist man ja ein so kranker TV-Konsument, der 50 Geräte zu Hause hat. Somit kann sich die Cablecom auch gleich die Verschlüsselung sparen. Sie weiss ja nicht ob die Karten nicht weiter gebe werden oder via Card-Sharing verfügbar gemacht
Nehmen wir an, die Smart-Cards würden gratis: Die Anzahl dieser Karten pro Haushalt dürften nicht beschränkt werden. Ev. ist man ja ein so kranker TV-Konsument, der 50 Geräte zu Hause hat. Somit kann sich die Cablecom auch gleich die Verschlüsselung sparen. Sie weiss ja nicht ob die Karten nicht weiter gebe werden oder via Card-Sharing verfügbar gemacht
Kabcom32 Beiträge
Für die Medicom Veteranen ist vor allem die kurzfristige Wirkung wichtig:
Wegfall der Grundverschlüsselung oder Herausgabe eines Entschlüsselungsmoduls, damit DVB-C Geräte weiterverwendet werden können.
Der Wortlaut der Motion ist hier ersichtlich. http://www.parlament.ch/D/Suche/Seiten/geschaefte.aspx?gesch_id=20073484
Die Ausgestaltung der gesetzlichen Grundlagen ist später Sache des UVEK. Das kann dann eine Weile dauern.
Wegfall der Grundverschlüsselung oder Herausgabe eines Entschlüsselungsmoduls, damit DVB-C Geräte weiterverwendet werden können.
Der Wortlaut der Motion ist hier ersichtlich. http://www.parlament.ch/D/Suche/Seiten/geschaefte.aspx?gesch_id=20073484
Die Ausgestaltung der gesetzlichen Grundlagen ist später Sache des UVEK. Das kann dann eine Weile dauern.
easypeacy422'068 Beiträge
Nein, meiner Meinung nach liegt ihr falsch. Die Cablecom wird die Smart-Card nicht gratis abgeben wollen. Das müsste sie aber dann!Nehmen wir an, die Smart-Cards würden gratis: Die Anzahl dieser Karten pro Haushalt dürften nicht beschränkt werden. Ev. ist man ja ein so kranker TV-Konsument, der 50 Geräte zu Hause hat. Somit kann sich die Cablecom auch gleich die Verschlüsselung sparen. Sie weiss ja nicht ob die Karten nicht weiter gebe werden oder via Card-Sharing verfügbar gemachtIch bin ja nicht wirklich der "Insider" bei diesem Thema, aber das kommt mir nun etwas komisch vor. Weshalb müsste die Cablecom die Smart-Card gratis herausgeben? Ein angemessener Preis, z.B. so etwas wie 50.- einmalig, wäre absolut ok für mich. Wenn jemand 7 TVs hat, zahlt er halt einmalig 7 x 50.-, d.h. 350.-, dafür. Für jemanden mit 7 TVs sollte das problemlos zu finanzieren sein.
Verschlüsselung muss sowieso sein, wenn nicht beim Grundpaket dann spätestens bei den kostenpflichtigen Zusatzpaketen ("Collection" oder Teleclub, etc.). Wenn man nur die Aufhebung der Grundverschlüsselung fordert, kann die Cablecom den Kunden bei den Zusatzpaketen noch immer an die eigene Box binden. Echte Wahlfreiheit hat man doch erst, wenn man auch (zurecht) verschlüsselte (da kostenpflichtige) Sender auf einer beliebigen STB schauen kann (sofern man dafür bezahlt, natürlich). Und dann brauche ich doch sowieso eine entsprechende Smart-Card von Cablecom und dann ist es mir auch völlig egal, ob das Grundpaket nun verschlüsselt daher kommt oder nicht.
Meine Schlussfolgerung:
- Da Zusatzpakete auf jeden Fall verschlüsselt werden müssen, spielt es keine grosse Rolle, ob das Grundpaket auch verschlüsselt wird oder nicht
- Um echte STB Wahlfreiheit zu schaffen, muss die Cablecom so oder so Smart-Cards herausgeben
Aber wie gesagt, ich bin Laie auf dem Gebiet und lasse mich gerne eines Besseren belehren.
Snowman410'415 Beiträge
Wenn Cablecom die Karte kostenlos abgeben muss, wird sie die Angebote sicher einschränken, damit ist uns aber auch nicht gedient.
Mit den USA kann man das überhaupt nicht vergleiche, da gibt es nur Private Sendestationen und ist nur durch Werbung finanziert.
Mit den USA kann man das überhaupt nicht vergleiche, da gibt es nur Private Sendestationen und ist nur durch Werbung finanziert.
Snowman410'415 Beiträge
Ich bin ja nicht wirklich der "Insider" bei diesem Thema, aber das kommt mir nun etwas komisch vor. Weshalb müsste die Cablecom die Smart-Card gratis herausgeben? Ein angemessener Preis, z.B. so etwas wie 50.- einmalig, wäre absolut ok für mich. Wenn jemand 7 TVs hat, zahlt er halt einmalig 7 x 50.-, d.h. 350.-, dafür. Für jemanden mit 7 TVs sollte das problemlos zu finanzieren sein.Das siehst du vollkommen richtig.
Verschlüsselung muss sowieso sein, wenn nicht beim Grundpaket dann spätestens bei den kostenpflichtigen Zusatzpaketen ("Collection" oder Teleclub, etc.). Wenn man nur die Aufhebung der Grundverschlüsselung fordert, kann die Cablecom den Kunden bei den Zusatzpaketen noch immer an die eigene Box binden. Echte Wahlfreiheit hat man doch erst, wenn man auch (zurecht) verschlüsselte (da kostenpflichtige) Sender auf einer beliebigen STB schauen kann (sofern man dafür bezahlt, natürlich). Und dann brauche ich doch sowieso eine entsprechende Smart-Card von Cablecom und dann ist es mir auch völlig egal, ob das Grundpaket nun verschlüsselt daher kommt oder nicht.
Meine Schlussfolgerung:
- Da Zusatzpakete auf jeden Fall verschlüsselt werden müssen, spielt es keine grosse Rolle, ob das Grundpaket auch verschlüsselt wird oder nicht
- Um echte STB Wahlfreiheit zu schaffen, muss die Cablecom so oder so Smart-Cards herausgeben
Aber wie gesagt, ich bin Laie auf dem Gebiet und lasse mich gerne eines Besseren belehren.
Truemmerli23 Beiträge
Ich bin ja nicht wirklich der "Insider" bei diesem Verschlüsselung muss sowieso sein, wenn nicht beim Grundpaket dann spätestens bei den kostenpflichtigen Zusatzpaketen ("Collection" oder Teleclub, etc.).Du gibst Dir ja bereits selbst Antwort. Für PayTV kann die Cablecom eine Verschlüsselung anbieten (dies kann parallel geschehen). Die Motion Sommaruga betrifft ja auch nur das Grundangebot. Es ist aber Irrsinn aus diesem Grund gleich das Grundangebot mit zu verschlüsseln. Man bedenke, die Verschlüsselung verzögert u.a. das Zappen …. /emoticons/default_mad.png
easypeacy422'068 Beiträge
Du gibst Dir ja bereits selbst Antwort. Für PayTV kann die Cablecom eine Verschlüsselung anbieten (dies kann parallel geschehen). Die Motion Sommaruga betrifft ja auch nur das Grundangebot. Es ist aber Irrsinn aus diesem Grund gleich das Grundangebot mit zu verschlüsseln. Man bedenke, die Verschlüsselung verzögert u.a. das Zappen …. /emoticons/default_mad.pngFalsch ... genau das sage ich ja, dass exakt DAS überhaupt keinen Sinn macht. Wenn du meinen Beitrag nochmals genauer liest, dann hast du dir gerade selbst die Antwort gegeben, weshalb es völlig sinnlos und ohne relevanten Zusatznutzen ist, nur ein unverschlüsseltes Grundangebot zu fordern.
Ein unverschlüsseltes Grundangebot zieht NICHT automatisch die freie Boxenwahl nach sich, obwohl dies von Sommaruga offenbar angenommen wird (denn mit der freien Boxenwahl wird argumentiert). Denn immer mehr Leute werden im Verlaufe der Zeit auch Zusatzangebote nutzen wollen (kostenpflichtige Sender, Video-on-Demand, etc.). Und es ist ein reiner Witz, wenn nur diejenigen eine Wahlfreiheit haben, die keine Zusatzangebote nutzen. Das macht in keinster Weise Sinn. Denn so wird sich Cablecom niemals irgendwelchen Standards für Zusatz-Services anpassen sondern dies als Waffe für ihre eigene Box brauchen (So, wir haben uns nun eurem Wunsch angepasst ... übrigens: Nimmst du unsere CC Box nicht, dann kriegst du nur die 40 Sender des digitalen Basis-Angebots ... haha, bringt mir überhaupt nix).
Deshalb ist mir die Grundverschlüsselungs-Frage egal. Ich will die freie Boxenwahl für alle. Und das geht nur, wenn die Cablecom Smart-Cards herausgibt. Dann wiederum ist es irrelevant, ob nun das Grundangebot verschlüsselt wird oder nicht.
PS: Ich kann mich über die Zapp-Zeiten bei Cablecom nicht beklagen...
PPS: Damit du das nicht falsch verstehst: Ich finde das grundsätzlich toll, was Sommaruga da macht. Ich fürchte allerdings, sie kämpft für das falsche Ziel ("Grundverschlüsselungsverbot" anstatt "freie Boxenwahl"), weil sie möglicherweise die Zusammenhänge zuwenig kennt.
Icetiger877 Beiträge
Soll digitales TV nur noch codiert ausgestrahlt werden? Swisscable-Chefin Bolla und Konsumentenschützerin Sommaruga kreuzen die Klingen
von BARNABY SKINNER
Privat herrscht zwischen den beiden ein respektvoller Umgang. Auch politisch haben die oberste Konsumentenschützerin Simonetta Sommaruga und die Geschäftsführerin von Swisscable Claudia Bolla-Vincenz einiges gemeinsam. So nahmen sie am Freitag in Bern zusammen an der Kundgebung der Frauen-Organisation Alliance F teil zur Unterstützung von Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf.
Sobald vom Fernsehen die Rede ist, sind sich Bolla und Sommaruga spinnefeind. Sie haben komplett andere Vorstellungen von der Zukunft des Digitalfernsehens. Während Erstere meint, TV könne nur verschlüsselt ausgestrahlt werden, tritt Letztere vehement dafür ein, dass in einem offenen Standard gesendet wird.
Erklären Sie uns, was die Grundverschlüsselung von TV-Kanälen bedeutet?
Bolla: Ich verwende dazu den Begriff der Adressierung. Verschlüsselt man einen Fernsehkanal bei der Ausstrahlung, kann man bestimmen, an wen man Inhalte sendet. Dies erlaubt es, besser auf Kundenbedürfnisse einzugehen.
Sommaruga: Das hört sich sehr verharmlosend an. Die Cablecom verschlüsselt ihre Sender, um den Kunden zusätzliche Pay-TV-Angebote zu verkaufen, zum Beispiel Sender für Extremsportarten oder Sexfilme. Die Firma nutzt dabei ihre Monopolstellung aus. In erster Linie geht es bei der Verschlüsselung ums Geldverdienen.
Frau Sommaruga, den Ständerat haben Sie vom Verschlüsselungsverbot überzeugt. Im Sommer debattiert der Nationalrat darüber. Wie würde der Zuschauer davon profitieren?
Sommaruga: Bisher brauchte man den Fernseher nur an die Kabelbuchse anzuschliessen, und los ging es. Wer digitale Sender via Kabel empfangen will, für den ist es nicht mehr so einfach. Denn jetzt schalten die Kabelfirmen eine so genannte Settop-Box zwischen Buchse und TV. Im Elektrohandel wären stromeffiziente Boxen günstig zu haben, nur sind diese unbrauchbar, weil sie die Cablecom-Verschlüsselung nicht lesen können. Ein Verbot würde den Settop-Boxen-Markt öffnen.
Bolla: Man darf Settop-Box und Verschlüsselung nicht in denselben Topf werden. Die Box ist dazu da, digitale Inhalte in ein Fernsehbild umzuwandeln. Die Verschlüsselung setzen Kabelfirmen ein, um Fernsehen nach Zuschauerwünschen auszuliefern: Fussball für den Sportfan, den türkischen Sender für die Einwandererfamilie aus Istanbul
Sommaruga: Sie vertreten auch regionale Kabelfirmen, die ihre Inhalte nicht verschlüsselt ausstrahlen. Es geht also auch ohne.
Bolla: Richtig. 15 Prozent der Kabelzuschauer empfangen unverschlüsseltes Digitalfernsehen.
Wenn das regionale Firmen tun, warum nicht auch die Marktführerin Cablecom?
Bolla: Die Zukunft gehört dem Digitalfernsehen und der Verschlüsselung. TV-Zuschauer wollen immer stärker mit Inhalten interagieren und Programme dann sehen, wenn es ihnen passt, nicht zu vorgeschriebenen Sendezeiten. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis alle Kabelfirmen verschlüsselt senden. Erst wenn man weiss, wer auf der anderen Seite der Leitung sitzt, kann man die Möglichkeiten des Digitalfernsehens nutzen und interaktive Dienste bieten.
Sommaruga: Ihre Argumentation ist mir schleierhaft. Die Verschlüsselung ist eine Bevormundung, keine Reaktion auf neue Bedürfnisse. Wer als Cablecom-Kunde auf Digitalfernsehen umsteigen will, wird gezwungen, eine Settop-Box der Cablecom zu beziehen, selbst wenn diese schon im Fernsehgerät eingebaut ist. Das ist absurd. Um den technischen Fortschritt nicht zu behindern, hat man auch in den USA die Verschlüsselung verboten.
Bolla: Vielleicht hilft ein Beispiel: Eine Familie kann ihren Kaffee selber brühen, oder sie kauft eine Kaffeemaschine mit Kapseln. Wichtig ist, dass der Kunde wählen kann. Das kann auch der Kabelnetzkunde. Er wählt zwischen Analog-TV ohne Verschlüsselung und digitalem Fernsehen. Mit Letzterem bekommt er die Box der Kabelnetztbetreiber. Wie die Kapseln bei der Kaffeemaschine ist die Verschlüsselung Bestandteil des Angebotes.
Sommaruga: Da haben Sie ein sehr schlechtes Beispiel gewählt. Wer eine Kaffeemaschine kauft, hat eine Auswahl von fünfzig Produktemarken oder mehr. Das ist beim Kabelfernsehen nicht der Fall. 1,5 Millionen Haushalte haben praktisch nur einen Anbieter: Cablecom. Nur bei den überteuerten Extras hinkt der Vergleich nicht. Der Kaffee ist immer dann am teuersten, wenn der Kaffeemaschinenhersteller dem Kunden vorschreibt, welche Kapseln er verwenden muss. Dem Kunden wird die Wahlfreiheit genommen.
Bolla: Die hat er noch immer. Die Kabelbetriebe schalten das analoge Netz nicht ab. Der Fernsehkunde hat zudem Angebote wie Bluewin TV, Satellit, Antenne oder Web-TV wie Zattoo.
Sommaruga: Sie haben ja selber gesagt, dass dem Digitalfernsehen die Zukunft gehört. Früher oder später muss jeder umsteigen.
Was bringt die Verschlüsselung dem Zuschauer?
Bolla: Die meisten Menschen kommen mit dem technischen Wandel heute nicht mehr zurecht. Nehmen sie den Erfolg der Firma Apple. Ein Grund dafür liegt darin, dass es die kalifornische Computerfirma versteht, Produkte anzubieten, die jedermann und jede Frau versteht. Beim iPod sind die Software und die Hardware perfekt abgestimmt. Das will die Cablecom mit der Verschlüsselung auch erreichen. Wenn bei uns jemand mit einem Settop-Box-Problem anruft, können wir ihm nur helfen, wenn wir sein Gerät kennen.
Sommaruga: Sie unterschätzen die Fähigkeiten vieler Leute. Viele junge, aber auch ältere Menschen haben sich wegen der Verschlüsselung bei mir gemeldet, die sich technisch bestens auskennen.
Bolla: Die Mehrheit der Bevölkerung ist technisch nicht versiert.
Sommaruga: Warum gibt die Cablecom ihren Kunden nicht die Wahl? Wenn Ihr Dienst so wunderbar ist, wird ihn die Mehrheit der Kunden nutzen, und die anderen können ihre eigenen Geräte für den digitalen TV-Empfang kaufen oder sogar selber basteln.
Sie sind sehr auf die Cablecom eingeschossen. Die Swisscom sendet im Internet Fernsehen auch verschlüsselt.
Sommaruga: Das ist wahr. Aber hier wird man eine andere Lösung finden müssen. Schafft man bei Bluewin TV die Verschlüsselung ab, hat man keine Abgrenzung mehr zwischen Fernsehen und Internet. Das ist technisch problematisch. Aber man muss die Relationen sehen. Bluewin TV von Swisscom erreicht heute rund 70 000 Haushalte, die Cablecom total 1,5 Millionen. Wenn die Cablecom argumentiert, dass sie mit gleichen Ellen gemessen werden will, ist das wie der grosse Bruder, der sich darüber beklagt, dass die jüngere Schwester ein Bonbon bekommt und er nicht.
Bolla: Die Swisscom mag wenige Kunden haben. Aber die Firma ist für ihr aggressives Marketing bekannt. Wenn sie Kanäle verschlüsseln darf und wir nicht, ist das Wettbewerbsverzerrung. Dann könnten wir Angebote wie Filmbestellungen aus Online-Bibliotheken vergessen. Ein Verbot wäre übrigens für die Entwicklung des ganzen Fernsehstandorts Schweiz verherrend. Ausserdem erwächst den Kabelbetreibern nicht nur mit der Swisscom neue Konkurrenz. Von den 900 000 Digital-TV-Konsumenten schauen nur 400 000 bei den Kabelunternehmen. Sie, Frau Sommaruga, sind ja das beste Beispiel dafür, dass der Zuschauer Wahlmöglichkeiten hat. Sie schauen zu Hause via Satellit Fernsehen.
Sommaruga: Ja, ich habe Glück gehabt. Aber nicht jeder Haushalt kann eine eigene Satellitenschüssel aufstellen. Tatsache ist, dass wir einen marktbeherrschenden Anbieter-Monopolisten haben, der mit der Verschlüsselung seine Stellung missbraucht. Deshalb muss die Verschlüsselung verboten werden. Wenn wir im Nationalrat keinen Erfolg haben, werden wir als Konsumentenschützer klagen.
Quelle: Sonntagszeitung, Teil Multimedia vom 12.04.2008
Ich würde sagen 1 zu 0 für Frau Sommaruga. Freue mich jetzt schon auf die Erklärungen von Frau Bolla-Vincenz im Jahre 2012 und folgende, wenn Sie den Kabelnetz-Nutzern erklären muss, dass analoges Fernsehen der Vergangenheit angehört.
von BARNABY SKINNER
Privat herrscht zwischen den beiden ein respektvoller Umgang. Auch politisch haben die oberste Konsumentenschützerin Simonetta Sommaruga und die Geschäftsführerin von Swisscable Claudia Bolla-Vincenz einiges gemeinsam. So nahmen sie am Freitag in Bern zusammen an der Kundgebung der Frauen-Organisation Alliance F teil zur Unterstützung von Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf.
Sobald vom Fernsehen die Rede ist, sind sich Bolla und Sommaruga spinnefeind. Sie haben komplett andere Vorstellungen von der Zukunft des Digitalfernsehens. Während Erstere meint, TV könne nur verschlüsselt ausgestrahlt werden, tritt Letztere vehement dafür ein, dass in einem offenen Standard gesendet wird.
Erklären Sie uns, was die Grundverschlüsselung von TV-Kanälen bedeutet?
Bolla: Ich verwende dazu den Begriff der Adressierung. Verschlüsselt man einen Fernsehkanal bei der Ausstrahlung, kann man bestimmen, an wen man Inhalte sendet. Dies erlaubt es, besser auf Kundenbedürfnisse einzugehen.
Sommaruga: Das hört sich sehr verharmlosend an. Die Cablecom verschlüsselt ihre Sender, um den Kunden zusätzliche Pay-TV-Angebote zu verkaufen, zum Beispiel Sender für Extremsportarten oder Sexfilme. Die Firma nutzt dabei ihre Monopolstellung aus. In erster Linie geht es bei der Verschlüsselung ums Geldverdienen.
Frau Sommaruga, den Ständerat haben Sie vom Verschlüsselungsverbot überzeugt. Im Sommer debattiert der Nationalrat darüber. Wie würde der Zuschauer davon profitieren?
Sommaruga: Bisher brauchte man den Fernseher nur an die Kabelbuchse anzuschliessen, und los ging es. Wer digitale Sender via Kabel empfangen will, für den ist es nicht mehr so einfach. Denn jetzt schalten die Kabelfirmen eine so genannte Settop-Box zwischen Buchse und TV. Im Elektrohandel wären stromeffiziente Boxen günstig zu haben, nur sind diese unbrauchbar, weil sie die Cablecom-Verschlüsselung nicht lesen können. Ein Verbot würde den Settop-Boxen-Markt öffnen.
Bolla: Man darf Settop-Box und Verschlüsselung nicht in denselben Topf werden. Die Box ist dazu da, digitale Inhalte in ein Fernsehbild umzuwandeln. Die Verschlüsselung setzen Kabelfirmen ein, um Fernsehen nach Zuschauerwünschen auszuliefern: Fussball für den Sportfan, den türkischen Sender für die Einwandererfamilie aus Istanbul
Sommaruga: Sie vertreten auch regionale Kabelfirmen, die ihre Inhalte nicht verschlüsselt ausstrahlen. Es geht also auch ohne.
Bolla: Richtig. 15 Prozent der Kabelzuschauer empfangen unverschlüsseltes Digitalfernsehen.
Wenn das regionale Firmen tun, warum nicht auch die Marktführerin Cablecom?
Bolla: Die Zukunft gehört dem Digitalfernsehen und der Verschlüsselung. TV-Zuschauer wollen immer stärker mit Inhalten interagieren und Programme dann sehen, wenn es ihnen passt, nicht zu vorgeschriebenen Sendezeiten. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis alle Kabelfirmen verschlüsselt senden. Erst wenn man weiss, wer auf der anderen Seite der Leitung sitzt, kann man die Möglichkeiten des Digitalfernsehens nutzen und interaktive Dienste bieten.
Sommaruga: Ihre Argumentation ist mir schleierhaft. Die Verschlüsselung ist eine Bevormundung, keine Reaktion auf neue Bedürfnisse. Wer als Cablecom-Kunde auf Digitalfernsehen umsteigen will, wird gezwungen, eine Settop-Box der Cablecom zu beziehen, selbst wenn diese schon im Fernsehgerät eingebaut ist. Das ist absurd. Um den technischen Fortschritt nicht zu behindern, hat man auch in den USA die Verschlüsselung verboten.
Bolla: Vielleicht hilft ein Beispiel: Eine Familie kann ihren Kaffee selber brühen, oder sie kauft eine Kaffeemaschine mit Kapseln. Wichtig ist, dass der Kunde wählen kann. Das kann auch der Kabelnetzkunde. Er wählt zwischen Analog-TV ohne Verschlüsselung und digitalem Fernsehen. Mit Letzterem bekommt er die Box der Kabelnetztbetreiber. Wie die Kapseln bei der Kaffeemaschine ist die Verschlüsselung Bestandteil des Angebotes.
Sommaruga: Da haben Sie ein sehr schlechtes Beispiel gewählt. Wer eine Kaffeemaschine kauft, hat eine Auswahl von fünfzig Produktemarken oder mehr. Das ist beim Kabelfernsehen nicht der Fall. 1,5 Millionen Haushalte haben praktisch nur einen Anbieter: Cablecom. Nur bei den überteuerten Extras hinkt der Vergleich nicht. Der Kaffee ist immer dann am teuersten, wenn der Kaffeemaschinenhersteller dem Kunden vorschreibt, welche Kapseln er verwenden muss. Dem Kunden wird die Wahlfreiheit genommen.
Bolla: Die hat er noch immer. Die Kabelbetriebe schalten das analoge Netz nicht ab. Der Fernsehkunde hat zudem Angebote wie Bluewin TV, Satellit, Antenne oder Web-TV wie Zattoo.
Sommaruga: Sie haben ja selber gesagt, dass dem Digitalfernsehen die Zukunft gehört. Früher oder später muss jeder umsteigen.
Was bringt die Verschlüsselung dem Zuschauer?
Bolla: Die meisten Menschen kommen mit dem technischen Wandel heute nicht mehr zurecht. Nehmen sie den Erfolg der Firma Apple. Ein Grund dafür liegt darin, dass es die kalifornische Computerfirma versteht, Produkte anzubieten, die jedermann und jede Frau versteht. Beim iPod sind die Software und die Hardware perfekt abgestimmt. Das will die Cablecom mit der Verschlüsselung auch erreichen. Wenn bei uns jemand mit einem Settop-Box-Problem anruft, können wir ihm nur helfen, wenn wir sein Gerät kennen.
Sommaruga: Sie unterschätzen die Fähigkeiten vieler Leute. Viele junge, aber auch ältere Menschen haben sich wegen der Verschlüsselung bei mir gemeldet, die sich technisch bestens auskennen.
Bolla: Die Mehrheit der Bevölkerung ist technisch nicht versiert.
Sommaruga: Warum gibt die Cablecom ihren Kunden nicht die Wahl? Wenn Ihr Dienst so wunderbar ist, wird ihn die Mehrheit der Kunden nutzen, und die anderen können ihre eigenen Geräte für den digitalen TV-Empfang kaufen oder sogar selber basteln.
Sie sind sehr auf die Cablecom eingeschossen. Die Swisscom sendet im Internet Fernsehen auch verschlüsselt.
Sommaruga: Das ist wahr. Aber hier wird man eine andere Lösung finden müssen. Schafft man bei Bluewin TV die Verschlüsselung ab, hat man keine Abgrenzung mehr zwischen Fernsehen und Internet. Das ist technisch problematisch. Aber man muss die Relationen sehen. Bluewin TV von Swisscom erreicht heute rund 70 000 Haushalte, die Cablecom total 1,5 Millionen. Wenn die Cablecom argumentiert, dass sie mit gleichen Ellen gemessen werden will, ist das wie der grosse Bruder, der sich darüber beklagt, dass die jüngere Schwester ein Bonbon bekommt und er nicht.
Bolla: Die Swisscom mag wenige Kunden haben. Aber die Firma ist für ihr aggressives Marketing bekannt. Wenn sie Kanäle verschlüsseln darf und wir nicht, ist das Wettbewerbsverzerrung. Dann könnten wir Angebote wie Filmbestellungen aus Online-Bibliotheken vergessen. Ein Verbot wäre übrigens für die Entwicklung des ganzen Fernsehstandorts Schweiz verherrend. Ausserdem erwächst den Kabelbetreibern nicht nur mit der Swisscom neue Konkurrenz. Von den 900 000 Digital-TV-Konsumenten schauen nur 400 000 bei den Kabelunternehmen. Sie, Frau Sommaruga, sind ja das beste Beispiel dafür, dass der Zuschauer Wahlmöglichkeiten hat. Sie schauen zu Hause via Satellit Fernsehen.
Sommaruga: Ja, ich habe Glück gehabt. Aber nicht jeder Haushalt kann eine eigene Satellitenschüssel aufstellen. Tatsache ist, dass wir einen marktbeherrschenden Anbieter-Monopolisten haben, der mit der Verschlüsselung seine Stellung missbraucht. Deshalb muss die Verschlüsselung verboten werden. Wenn wir im Nationalrat keinen Erfolg haben, werden wir als Konsumentenschützer klagen.
Quelle: Sonntagszeitung, Teil Multimedia vom 12.04.2008
Ich würde sagen 1 zu 0 für Frau Sommaruga. Freue mich jetzt schon auf die Erklärungen von Frau Bolla-Vincenz im Jahre 2012 und folgende, wenn Sie den Kabelnetz-Nutzern erklären muss, dass analoges Fernsehen der Vergangenheit angehört.
ForceUser2'136 Beiträge
ja schon, aber easypeacy42 hat das Problem ja beschrieben.
Ohne Verschlüsselung ist es nicht mehr möglich zusatzpackete zu vermarkten.
Darum wäre die herausgabe/vermietung von smartcards die beste Lösung.
Jeder kann das Gerät benutzen das er will und jeder kann schauen was er will.
Ohne Verschlüsselung ist es nicht mehr möglich zusatzpackete zu vermarkten.
Darum wäre die herausgabe/vermietung von smartcards die beste Lösung.
Jeder kann das Gerät benutzen das er will und jeder kann schauen was er will.
james154 Beiträge
@easypeacy42
Ich vermute, die Forderung ist bewusst so gestellt. Als Politiker musst Du immer das Doppelte fordern, um die Hälfte zu erhalten. Mit der Forderung nach einer unverschlüsselten Ausstrahlung besteht Handlungsspielraum. Das würde mit einer direkten Forderung nach einer Smartcard-Abgabe nicht bestehen. Im Gegenteil, Du läufts Gefahr, dass die Karte regelrecht "verkauft" wird. (Smartcard: 40 Franken, Aufschaltgebühr: 95 Franken, monatliche Administrationsabgabe: 6 Franken, Suisa-Sondersteuer auf den Chip der Karte: 400 Franken 🙂)
Ich vermute, die Forderung ist bewusst so gestellt. Als Politiker musst Du immer das Doppelte fordern, um die Hälfte zu erhalten. Mit der Forderung nach einer unverschlüsselten Ausstrahlung besteht Handlungsspielraum. Das würde mit einer direkten Forderung nach einer Smartcard-Abgabe nicht bestehen. Im Gegenteil, Du läufts Gefahr, dass die Karte regelrecht "verkauft" wird. (Smartcard: 40 Franken, Aufschaltgebühr: 95 Franken, monatliche Administrationsabgabe: 6 Franken, Suisa-Sondersteuer auf den Chip der Karte: 400 Franken 🙂)
smid12'144 Beiträge
Und wir hätten dann kein Problem mit den Lokal-TV.
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