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Billag-Gschtürm

1'424 Antworten238'609 AufrufeGestartet von tosci ·

Wrzlbrnft2'742 Beiträge
bearbeitet #941
Ich verstehe nicht ganz wieso ihr es als unmöglich abstempelt euch über Print (bzw. Onlinemedien) zu informieren. Wo ist das Problem wenn man seine Infos bei der NZZ, Bund, Tagi oder wo auch immer holt? So mache ich es zum Beispiel. Ihr stellt das so dar als ob es keine Leute gibt die lesen können und es als einzige Informationsquelle SRF bzw. TV gibt.
Ich kann die meisten Printmedien hierzulande nicht mehr wirklich für ausgewogen und für voll nehmen.

20 Minuten und Blick sowieso nicht, aber auch die Artikel des Tages-Anzeigers haben in den letzten Jahren aus meiner Sicht massiv an Qualität verloren, da immer weniger Zeit für Recherche vorhanden ist und Klickzahlen in der Berichterstattung das einzig Wichtige zu sein scheinen. In den 90ern und 00er-Jahren war ich noch begeisterter Tages-Anzeiger-Leser, später als ich nach Basel zog, gab es noch einige Zeit die BaZ, bevor diese den Blocher-Leuten in die Hände fiel und zu einem destruktiven, rechten Hetzblatt verkommen ist.

Am Ehesten kann ich noch mit der NZZ etwas anfangen, wobei diese dank ihrer NoBillag-Kampagne bei mir auch erst mal versch*ssen hat.

Die SRF-Nachrichtensendungen, insbesondere das grossartige "Echo der Zeit" sind für mich um ein Vielfaches ausgewogener, kritischer und hintergründiger. Auch diese dürften dann der Vergangenheit angehören. Blieben als Sender mit einer ähnlichen Qualität noch Deutschlandfunk und Ö1...

Maxime948 Beiträge
#942
Ich kann die meisten Printmedien hierzulande nicht mehr wirklich für ausgewogen und für voll nehmen.

20 Minuten und Blick sowieso nicht, aber auch die Artikel des Tages-Anzeigers haben in den letzten Jahren aus meiner Sicht massiv an Qualität verloren, da immer weniger Zeit für Recherche vorhanden ist und Klickzahlen in der Berichterstattung das einzig Wichtige zu sein scheinen. In den 90ern und 00er-Jahren war ich noch begeisterter Tages-Anzeiger-Leser, später als ich nach Basel zog, gab es noch einige Zeit die BaZ, bevor diese den Blocher-Leuten in die Hände fiel und zu einem destruktiven, rechten Hetzblatt verkommen ist.

Am Ehesten kann ich noch mit der NZZ etwas anfangen, wobei diese dank ihrer NoBillag-Kampagne bei mir auch erst mal versch*ssen hat.
"Die Grenzen der Toleranz"

Launedernatur212 Beiträge
#943
 
Und das interessanteste daran, 45% denken das Werbegelder reichen, die haben keine Ahnung wie klein unser Markt ist.
 
 
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Erschreckend ist, wie wenig die einnehmen mit der Dauerwerbesendung (in der Prime Time).
Ich bleibe dabei, ich wäre ohne zu murren bereit 4xx.-/Jahr zu bezahlen, aber nicht für Werbeblöcke, die von kurzen Sendungen unterbrochen werden.
Caracho442 Beiträge
#944
Erschreckend ist, wie wenig die einnehmen mit der Dauerwerbesendung (in der Prime Time).
Ich bleibe dabei, ich wäre ohne zu murren bereit 4xx.-/Jahr zu bezahlen, aber nicht für Werbeblöcke, die von kurzen Sendungen unterbrochen werden.
Finde jetzt die eine Werbung in einem 2 Stunden Film nicht wirklich störend.
Vor der Sendung, während der Pause beim Sport ist es mir so zimlich egal und unterscheidet sich auch nicht wirklich von einem ORF.
Wenn ich so mit einem 3+ vergleiche kommt es mir so vor als würde SRF gar keine Werbung senden.




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smid12'144 Beiträge
#945
Heute in der Arena geht auch wieder ums Thema. 

Ich hoffe doch, sie zeigen den typischen Befürworter der Vorlage. Aber SRF ist wohl zu fair um so fies zu sein....

Wrzlbrnft2'742 Beiträge
#946
Heute in der Arena geht auch wieder ums Thema. 

Ich hoffe doch, sie zeigen den typischen Befürworter der Vorlage. Aber SRF ist wohl zu fair um so fies zu sein....
Alles andere würde sie auch noch mehr in Zugzwang bringen. SRF ist derzeit unter genauester Beobachtung und das weiss sie auch. Entsprechend nervös reagieren sie und deren Mitarbeitende. Kann ich als Mitarbeiter eines ebenfalls "staatlichen" Unternehmens, dem eine ähnliche Zerschlagung durch solch eine Initiative eventuell auch irgendwann mal drohen könnte, sogar mehr als nur nachvollziehen.

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PlasmaP784 Beiträge
#947
Eben habe ich einen Kommentar im Blick zur Lohn-Diskussion um SRF-Mitarbeiter Michael Brönnimann

gelesen. Das nimmt ja immer religiösere Züge an:

Liebe SRF-Hasser, an der Urne wird entschieden. Die Urne wir entweder ein Grab sein oder ehrliche Stimme. Ich bin überzeugt, die Stimmbürger werden unterscheiden könne, zwischen Wutbürger und Stimmbürger. Der Hass wird in unserer christlichen Kultur abegeschmettert werden im Endeffekt. Wäre ein Christus gegen oder für die SRG? Das wäre ja mal ein ganz anderer Standpunkt. Genauso wie ihr die SRG ans Kreuz nageln ist auch Christus gestorben am Kreuz von Heuchlern und Pharisäern.


PlasmaP784 Beiträge
#948
Kann ich als Mitarbeiter eines ebenfalls "staatlichen" Unternehmens, dem eine ähnliche Zerschlagung durch solch eine Initiative eventuell auch irgendwann mal drohen könnte, sogar mehr als nur nachvollziehen.
Einfach aus purer Neugier:

Welches "staatliche" Unternehmen wird den ausser der SRG noch zu 88% durch Gebühren aus jedem Haushalt und jeder Firma finanziert und könnte deshalb "Zerschlagen" werden?

tosci5'731 Beiträge
bearbeitet #949
Einfach aus purer Neugier:

Welches "staatliche" Unternehmen wird den ausser der SRG noch zu 88% durch Gebühren aus jedem Haushalt und jeder Firma finanziert und könnte deshalb "Zerschlagen" werden?
Ich frage mich, was die Frage soll und verweise auf diesen Artikel:

https://www.edito.ch/service-public-fuer-dummies/


«No Billag»-Initiative – 18.12.2017



«Ich, ich, ich»

Service Public funktioniert ein wenig wie Meinungsfreiheit: Grundsätzlich muss ich nicht mögen, was du schaust oder was du hörst. Als überzeugter Demokrat setze ich mich aber dafür ein, dass auch deine Bedürfnisse in der Medienvielfalt abgedeckt sind.

Von Reda El Arbi*

Die «No Billag»-Initiative ist eigentlich nur ein Symptom für die gesellschaftliche Entwicklung unter einem superindividualistischen Imperativ. In der Argumentation der SRG-Hasser ist das häufigste verwendete Wort «ICH». «ICH schau das nicht!» – «ICH will nicht für andere bezahlen!» – «MEINE Interessen kommen zu kurz!» – «ICH kann mir das alles woanders kaufen!»
Gemeinsinn und der gesellschaftliche Zusammenhalt – die Grundwerte der Schweizer Willensnation – zersetzen sich wie Zucker im heissen Wasser, weil «Selbstverwirklichung» mit Egoismus und «Freiheit» mit Verantwortungslosigkeit gleichgesetzt wird.

Die SRG soll nicht meine Bedürfnisse abdecken. Sie soll für möglichst viele Schweizer ein Angebot an Information, Unterhaltung und Kultur liefern. Also nicht «MIR», sondern «UNS». Um das zu verstehen, ist ein grundsätzliches kognitives Erfassen des Gemeinschaftsbegriffs notwendig.

Demokratie wird daran gemessen, wie eine Gesellschaft mit ihren Minderheiten umgeht. Bei uns wären das dann die Tessiner, die Rumantschs, die Welschen. Die können sich nämlich reichweiten- und bevölkerungsbedingt kein werbefinanziertes Informations- oder Unterhaltungsangebot leisten, das diesen Namen auch verdient. Indem wir Gebühren bezahlen, zeigen wir uns solidarisch und bezahlen für eine gut informierte Gesamtschweiz, für kulturelle Vielfalt und für Angebote, die wir selbst vielleicht nicht nutzen, die aber unseren Mitbürgern zugutekommen.

Natürlich kommen dann die orthodoxen Marktgläubigen und mokieren: «Wenn man es nicht wirtschaftlich finanzieren kann, ist das Angebot nicht gut genug.» Falsch. Der Schweizer Markt ist zu klein, um ein Schweizer Fernsehen auf privater Basis und in bisheriger Qualität zu finanzieren. Selbst wenn alle Schweizer permanent fern­sehen würden, wären die Einkünfte durch Werbung nicht ausreichend für ein gleichwertiges Angebot. Übrig blieben Franchisen der grossen deutschen Privatsender. Mit einem kleinen Nachrichtenmix für die Schweiz. Die Konsequenz wäre eine schlecht beziehungsweise noch schlechter informierte Gesellschaft, die noch anfälliger ist für verheerende politische ­Projekte, die ihr am Schluss selber schaden. So wie die «No Billag»-Initiative.

Service public funktioniert ein wenig wie Meinungsfreiheit: Grundsätzlich muss ich nicht mögen, was du schaust oder was du hörst. Als überzeugter Demokrat setze ich mich aber dafür ein, dass auch deine Bedürfnisse in der Medienvielfalt abgedeckt sind.
«Dann soll das über die Steuern bezahlt werden! ICH zahle schliesslich genug» – Die ­Architekten des Gebührensystems waren weder demokratische Analphabeten noch ­Idioten. Sie waren sogar ziemlich clever. Die Verteilung der Steuergelder unterliegt dem Parlament, also den gerade herrschenden parlamentarischen Mehrheiten. So könnte übers Budget Einfluss auf die Programmierung der Medien genommen werden.

Fazit: Wir ­hätten statt eines staatlich finanzierten Medienangebots plötzlich ein staatlich ­KONTROLLIERTES. Und das wollen die «No Billag»-Befürworter sicher auch nicht.

*Reda El Arbi ist freier Journalist und Blogger. Er ist Mitglied im Komitee «Nonobillag».
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PlasmaP784 Beiträge
#950
Ich frage mich, was die Frage soll
Das steht in der Einleitung.

und verweise auf diesen Artikel:
Den hat smid schon am letzten Mittwoch gepostet. Ein nochmaliger Fullquote ist also nicht nötig.

tosci5'731 Beiträge
#951
Das steht in der Einleitung.

Den hat smid schon am letzten Mittwoch gepostet. Ein nochmaliger Fullquote ist also nicht nötig.
Doch doch, auch wenn @smid den Link schon gepostet hat (ist mir entgangen), erscheint mir ein Fullquote doch sehr nötig. Insbesondere das man sich den Text mal schön langsam durchliest und verinnerlicht...!

smid12'144 Beiträge
#952
Da wär man wohl stockbesoffen gewesen.



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PlasmaP784 Beiträge
bearbeitet #953
Auszug aus seinem neuen Buch:

So meint der SRG-Angestellte Roger Schawinski das Tafelsilber retten zu können

...Der SRG bleibe nur ein Mittel, um ein Debakel zu verhindern: Das Unternehmen müsse substanziell sparen. Das Potenzial sieht Radio1-Besitzer Schawinski – natürlich – vor allem beim Radio: SRF2-Kultur sei eine «geschützte Werkstatt». Mit rund 20 Millionen Franken sei SRF2 der «mit Abstand teuerste Radiosender mit einem sehr bescheidenen Marktanteil von 3,5 Prozent». Radio SRF1 und SRF3, die sich laut Schawinski nicht mehr gross unterscheiden, könne man zusammenlegen; «das würde eine Ersparnis von etwa 15 Millionen Franken bringen.» Dazu solle SRF im Internet zurückkrebsen: «Die Online-Abteilung wurde in den letzten Jahren massiv aufgeblasen.» Schawinskis Rezept: «Wenn solche Massnahmen direkt nach einem möglichen Nein bei No Billag an die Hand genommen würden, könnte die SRG wegen guten Betragens mit einem 300-Franken-Gegenvorschlag zur heimtückischen 200-Franken-Initiative vielleicht durchkommen. Damit könnte man das Tafelsilber retten.»...
PlasmaP784 Beiträge
bearbeitet #954
Wisst Ihr, warum Tele24 - aus Sicht von Roger Schawinski - gescheitert ist?

Im Interview mit persönlich.com (wo es eigentlich um sein Buch "No Billag?" geht) erklärt er auf die Frage

Q: 

Sie haben die SRG während Ihrer beruflichen Tätigkeit mit Radio 24 und TeleZüri die SRG mehrmals herausgefordert, vor genau 20 Jahren lancierten Sie mit Tele24 sogar eine nationale Konkurrenz aufgebaut. Woran ist das Projekt gescheitert?
A:

An der Tamedia. Die hat meine Belcom-Gruppe gekauft und wollte Tele 24 einstellen, weil ihr eigenes TV3 kurz zuvor schmählich und mit riesigen Verlusten gescheitert war. Das sind die Fakten. Es ist also völlig falsch, dass es meine Entscheidung war, Tele 24 einzustellen, wie immer wieder kolportiert wird.
PlasmaP784 Beiträge
bearbeitet #955
Doch doch, auch wenn @smid den Link schon gepostet hat (ist mir entgangen), erscheint mir ein Fullquote doch sehr nötig. Insbesondere das man sich den Text mal schön langsam durchliest und verinnerlicht...!
Ich verstehe Dich schon, besonders bei Interviewantworten wie

... Die meisten dieser Regionalradios würden daher verschwinden. Der einzige Medienunternehmer im Land, der nie subventioniert worden ist, bin ich. Und ich bin seit beinahe 40 Jahren im Geschäft.


... Ich habe immer gegen das SRG-Monopol gekämpft, und auch während Jahren gegen das SRG-Topmanagement, aber nie gegen die Existenz der SRG. Ich habe im Bereich des privaten Radios und Fernsehens wohl mehr geleistet als jeder andere im Land, auch mehr als die SVP oder die No-Billag-Initianten.


Quelle: https://www.watson.ch/!346804750

Gnu336 Beiträge
#956
TV3 wurde übrigens auch die hohen Kosten der Tagesschau-Konkurrenz zum Verhängnis. Nach nur einem halben Jahr wurden die News eingestellt.

Gruss

Gnu

PS. Schön, dass du Pro-Gebühren-Argumente postest. Oder war das gar nicht deine Absicht?  😉

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PlasmaP784 Beiträge
#957
Da einige Gegner der Initiative sich unter anderem für die Vielsprachigkeit einsetzen, hier ein kleiner Auszug aus dem französischen Interview mit Gilles Marchand in der "Le Temps" von heute:

Auf die Frage "Comment sera financée la SSR de demain?"

Antwortet der directeur général de la SSR:

«C’est un vaste débat qui ne fait que commencer. Il sera toujours plus compliqué d’imposer une redevance contrainte aux futures générations «pay per view». Nous sommes prêts à travailler, à proposer des variantes. Mais dans l’immédiat, j’espère que la population renouvellera sa confiance en un service public qui fait entendre la petite musique suisse loin à la ronde et qui cultivera davantage sa différence par rapport aux plateformes payantes.»

Bereit, Varianten auch nach einem "Nein" oder nur bei einem "Ja" zu erarbeiten?

Oder doch lieber hoffen, dass man alles beim Alten belassen und weiter "Swissness" teuer verkaufen kann?

An anderer Stelle äussert er, wie er ein Abstimmungs-Nein interpretieren wird:

«Et si nous gagnons ce vote, nous deviendrions le seul service public au monde validé par le suffrage universel!»

Was man natürlich - in Anspielung auf @Gnus obigem PS - immer von zwei Seiten betrachten kann. 😉

Wrzlbrnft2'742 Beiträge
#958
https://www.facebook.com/Zukkihund/...8594.391925354185592/1807325762645537/?type=3

Zukkihund hat's in einem Post bei Facebook sehr schön und anschaulich auf den Punkt gebracht.

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Gelöschtes Mitglied 21
#959
Wirklich sehr gut auf den Punkt gebracht.

smid12'144 Beiträge
#960
Ein typischer NoBillag Anhänger Teil 627



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