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Ständerat gegen billigeres Roaming

102 Antworten19'799 AufrufeGestartet von tosci ·

creep2'589 Beiträge
#21
Weiss du denn, wieviel Swisscom und die anderen für das Roaming an die ausländischen Provider zahlen müssen? Vieleicht ist ja das Problem nicht, dass die CH-Telco's zuviel abkassieren sondern, dass die Ausländer mit dem Preis für die CH-Telco's nicht runtergehen weil die EU Vorschriften nur innerhalb der EU gelten.
Ich zitiere mich gerne nochmals selber 🙂

Nur weil die Deutsche Telecom an Vodaphone nur noch 0.20 Fr./MB zahlen muss weil das von der EU vorgeschrieben wird (die 0.20 Fr./MB habe ich einfach mal als Beispiel genommen, ich weiss nicht wieviel sie tatsächlich zahlen müssen), heisst das noch lange nicht, dass auch die Swisscom nur soviel zahlen muss. Die Swisscom muss mit jedem Provider einzeln die Tarife aushandeln und hat kein Druckmittel um Preissenkungen zu verlangen. Und solange du die Preise nicht kennst, kannst du auch nicht beurteilen von wem wir Schweizer abgezockt werden.

CHfish3'690 Beiträge
#22
Schlussendlich geht es (wie schon Robi gesagt hat) un die Frage was reguliert wird (oder evtl. ist das Ganze ein Fall für die Weko). Ich ärgere mich zwar regelmässig über die Roaming-Gebühren - aber auch über die Zollgebühren - und da wären die Politiker wirklich zuständig...
Die staatliche Steuerung der Gebühren wäre wohl wirklich reiner Populismus, wenn jedoch der Wettbewerb erzwungen würde, wäre das was ganz anderes...
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Waudiz570 Beiträge
#23
Jeder hätte es gerne billiger. Doch beim Roaming besteht je länger, je weniger Grund, sich zu ärgern. Die WLAN-Hotspots und die Smartphones, mit denen sich (im Gegensatz zu den früheren "normalen" Natels) VoIP-Provider nutzen lassen, werden immer mehr. Selbst das Nutzen kostenpflichtiger Hotspots kann sich lohnen, da es u.U. immer noch billiger kommt, als den Roaming-Tarif zu bezahlen.

Während man früher also kaum Alternativen hatte, weiss ich schon gar nicht mehr, wann ich das letzte Mal im Ausland im herkömmlichen Mobilfunknetz einen abgehenden Anruf gestartet habe. Am ehesten ein Problem ist es noch, wenn man angerufen wird.

Daneben gibt es heute auch Dual-SIM-Smartphones namhafter Hersteller - gab es früher auch kaum. Da kann man eine Karte des Gastlandes nutzen und darüber VoIPen. Wird man unter der Schweizer Nummer angerufen, ruft man mit der anderen Karte, wenn möglich per VoIP, zurück.

Ich meine, wir in der Schweiz haben es diesbezüglich noch gut. Bei der SC wird VoIPen (dort wo's kostenmässig überhaupt was bringt, schliesslich sind immer mehr Tarife all inclusive) auch nicht so gern gesehen, aber toleriert. Ich weiss von anderen Ländern, dass das viel restriktiver gehandhabt wird. In den Niederlanden etwa muss einen Aufschlag auf den monatlichen Tarif bezahlen, wer VoIPen will. In Norwegen war es mir nicht möglich, eine VoIP-Verbindung aufzubauen, es wurde bei allen Providern konsequent geblockt.

robi6'764 Beiträge
#24
Das Kilo Rindsfilet kostet bei meinem Metzer 75.- in Deutschland weniger als die Hälfte.

Na und?

Es zwingt mich niemand Rindsfilet zu essen und wenn ich will, kann ich es im Deutschen kaufen gehen. Rege ich mich deswegen auf? Nö - wenn der Preis nicht stimmt, kaufe ich einfach nicht und verlange nicht von meinem Metzger (oder gar vom Gesetzgeber) dass er D-Preise macht. Wenn niemand mehr zu diesen Preisen telefoniert werden sie sicher runterkommen. Das ist Marktwirtschaft. Ich finde das gut.

frantic2'985 Beiträge
#25
Theoretisch wäre es Marktwirtschaft... Wenn der Markt (sprich Wettbewerb) aber nicht spielt, würde ich hier praktisch von einem Oligopol (wenige Anbieter, nur 3 - aber viele Nachfrager) mit Tendenz zum Kartell sprechen.

ForceUser2'136 Beiträge
#26
Der Vergleich hinkt ein wenig, meine UK Sim Karte nützt mir hier in der CH ja nicht besonder viel /emoticons/default_wink.png

Das Problem ist doch, das es sich hier um ein "Triopol" (Sc, Or, Su) handelt. Preisabsprachen sind natürlich verboten, aber manchmal geht es eben auch ohne. Das ist dann eben nicht mehr so faire Marktwirtschaft wie wenn es >10 Anbieter gäbe... Swisscom hat sich ganz grob gesagt im Hochpreissegment angesiedelt, Orange im tieferen. Keine der Beiden Anbieter müssen daher gross auf den anderen reagieren, in ihrem Bereich haben sie ein quasi- Monopol... 

Verstärkt wird das ganze durch A die 2 Jahresverträge und B die Anbieterwechselbequemlichkeit.

robi6'764 Beiträge
#27
Wettbewerb ist nur da wirklich von Nöten, wo es um Grundbedarfsgüter geht. Überall wo es nicht lebensnotwendig ist, sollte  Angebot und Nachfrage das Preisniveau regeln. Im Übrigen hat es beim Roaming seht wohl Konkurrenz: die ausländischen Provider die im eigenen Land unschlagbar sind und meist auch das günstigere roaming haben.

Um bei meinen Beispielen zu bleiben: weder beim Fleisch, noch bei der Mode, bei den Schokoriegeln und erst recht nicht beim Benzin gibt es einen spielenden Markt - zumindest keinen der zu günstigeren Preisen führt. Konkurrenz scheint also entgegen der reinen Volkswirtschaftslehre kein wirklich wirksamer Faktor zu sein um zu günstigeren Preisen zu gelangen.... Warum? Weil die Preise gezahlt werden und desahlb kein Anbieter billiger werden muss. Womit wir wieder bei Angebot und Nachfrage gelandet sind und dem einizg wirksamen Mittel gegen hohe Preise: Konsumverzicht oder Substitution.

Aber den Staat zu bemühen ist nicht der richtige Ansatz. Resp. WENN, dann radikal und mit gleich langen Spiessen für ALLE: Es ist eine Nettomarge von maximal X% gegenüber dem Einstandspreis zulässig. Was das für die Wirtschaft bedeuten würde und wie weit wir uns vom geltenden Wirtschafstsystem entfernen müssen wir ja nicht weiter ausführen. Nochmals: Der Statt MUSS eingreifen, wenn mit Grundbedarfsgütern zu hohe Gewinne auf Kosten der Konsumenten gefahren werden und es der Markt nicht richtet (weil hier die Nachfrage konstant ist und deshalb das spiel nicht funktioniert) aber sich bei allen anderen Gütern zurückhalten. Und warum die Telcos gemäss der Volksmeinung als Einzige nicht unanständig viel Geld verdienen dürfen, wird mir sowieso nie einleuchten und ist genau so irrational wie das Geschimpfe über die Billag, das bevorzugt beim Beizenbier (ein weiteres Hochmargengut) abgehalten wird.

Robi

Wrzlbrnft2'742 Beiträge
#28
Ich würde mir ja einen Anbieter wie "3" in der Schweiz wünschen. Mit meiner österreichischen PrePaid-Karte kann ich zu denselben Konditionen wie in AT auch in Italien, UK, Irland und noch einigen anderen Ländern über die dortigen 3-Netze zum selben Preis surfen und telefonieren wie in Österreich. Warum ich mit einem Orange-CH-Abo beispielsweise in Frankreich immer noch Roaminggebühren an Orange F abdrücken soll, sehe ich absolut nicht ein.

smid12'144 Beiträge
#29
Es ist doch lächerlich von Fleisch zu reden.

Da hat man Kosten für den Rohstoff. Und der steigt tendenziell an.

Bei Mobile dürfte 1 MB wohl so 0.00000000001 Franken kosten. Netz ist schon längst finanziert. 

Da kostet das Futter fürs Filet ein bisschen mehr.

Und wieso äussert sich wohl kein Ständerat öffentlich für die Roaming Abzocke?

Zu feige....

robi6'764 Beiträge
#30
Nicht vermischen: Beim Fleischvertgleich ging es nicht darum wie gross eine Marge ist, sondern wie unterschiedlich die Margen in der schweiz und im Ausland sind ;-)

Und Ja, als Ständerat würde ich mich auch nicht dem Volkszorn aussetzen wollen, diese Diskussion wird schon lange nur noch subjektiv geführt, wie man auch hier drin gut merken kann.

Und nochmals: In einer Marktwirtschaft darf jede Firma auch riesige Margen haben und sehr viele haben das auch. Es ist schliesslich das oberste ziel jeder börsenkotierten Firma möglichst viel Geld zu verdienen. Warum das für Telcos nicht gelten soll, hat mir immer noch niemand schlüssig argumentieren können.

smid12'144 Beiträge
bearbeitet #31
Klar ist es subjektiv. Wie gesagt ich störe mich an den unverschämten Margen. Das betrifft
natürlich auch die ausländisches Telcos.

Aber eben: Es gibt durchaus faire Roaming Angebote. Hätten wir hier auch, wenn es mehr Wettbewerb gäbe.

Wenn ein Ständerat in meinen Augen "gegen das Volk" entscheidet, soll man auch wissen, wer das war.

Immerhin bekommen die ja 200 Franken an ihre Mobile Rechnung was ich sowieso ein Skandal
finde. Nur schon, weil man ja für die Hälfte eine Flatrate bekommt, die sicher
auch diesen Herren reicht.

robi6'764 Beiträge
#32
Und warum stören die die unverschämten Margen bei anderen Produkten nicht?

Es will mir einfach nicht in den Kopf,

- warum du für andere Produkte die du viel öfters brauchst und die ähnlich hohe Margen habern ohne zu murren bezahlst, und

- warum du dir Gedanken über die Kostenstruktur eines Angebotes machst: Entweder der Preis ist für dich in Ordnung oder nicht und du kaufst oder nicht.

Achja aus gegebenem Anlass (habe gerade eine Aufforderung im Intranet gelesen): Weisst du für wie viel Geld der Liter Blut (den du gegen ein Sandwich spendest) an die Spitäler verkauft wird? DAS sind Margen, von denen du beim Roaming oder beim Drogenverkauf nur träumen kannst ;-) und erst noch Güter die lebenswichtig sind  - im Gegensatz zum Roaming... Warum sich niemand darüber aufregt ist mir schleierhaft. Das ist pure Kriegsgewinnlermentalität.

smid12'144 Beiträge
#33
Vielleicht nehmen wir das Roaming wirklich anders wahr, kann gut sein.

olifaessler4'260 Beiträge
#34
Vielleicht sind die Roaming-Verträge einfach nur schlecht verhandelt. Mich persönlich interessieren weniger die Margen, als die absoluten Preise. Ich verstehe nicht, weshalb ich beim Roaming ein Vielfaches des Preises gegenüber dem Inland Bezahlen soll. Theoretisch müsste es möglich sein, dies zu einem Preis Vergleichbar mit den Inlandpreisen plus seriösem Roamingaufschlag (30 - 50 %?) zumindest innerhalb Europa. Ausserdem fehlen auch sinnvolle und bezahlbare Flat-oder-Inklusive-Roamingangebote.

Solang das so ist, nutze ich halt bei Auslandaufenthalten WLANS oder Lokale SIMs

anykey5'528 Beiträge
#35
Das Hauptproblem ist doch auch, das die Datenübertragung über das Mobilnetz selbst im Inland viel zu teuer ist!

vagzubi1'319 Beiträge
#36
Wettbewerb ist nur da wirklich von Nöten, wo es um Grundbedarfsgüter geht. Überall wo es nicht lebensnotwendig ist, sollte Angebot und Nachfrage das Preisniveau regeln. Im Übrigen hat es beim Roaming seht wohl Konkurrenz: die ausländischen Provider die im eigenen Land unschlagbar sind und meist auch das günstigere roaming haben.
Ich sehe das etwas anders. Eine Regulierung des Wettbewerbes ist nur bei Gütern des Grundbedürfnisses, bei Marktversagen von Nöten. Der Rest hat eine eher hohe Preiselastizität und regeln daher den Markt von ganz alleine.

Um bei meinen Beispielen zu bleiben: weder beim Fleisch, noch bei der Mode, bei den Schokoriegeln und erst recht nicht beim Benzin gibt es einen spielenden Markt - zumindest keinen der zu günstigeren Preisen führt. Konkurrenz scheint also entgegen der reinen Volkswirtschaftslehre kein wirklich wirksamer Faktor zu sein um zu günstigeren Preisen zu gelangen.... Warum? Weil die Preise gezahlt werden und desahlb kein Anbieter billiger werden muss. Womit wir wieder bei Angebot und Nachfrage gelandet sind und dem einizg wirksamen Mittel gegen hohe Preise: Konsumverzicht oder Substitution.
Wettbewerb heisst nicht, dass es zu günstigen Preisen kommt. Was bei den oben genannten Güter dazu kommt (ausgenommen Schokoriegel) ist, dass Mithilfe von Steuern / Zöllen gewisse Branchen subventioniert werden. Die Einfuhrzölle z.B. Auf Fleisch haben nicht unbedingt einen positiven Einfluss auf unsere Wirtschaft. Sie erhöhen vor allem den Deadweight loss und helfen gewissen Politikern bei ihrem Beliebtheitswettbewerb....

Aber den Staat zu bemühen ist nicht der richtige Ansatz. Resp. WENN, dann radikal und mit gleich langen Spiessen für ALLE: Es ist eine Nettomarge von maximal X% gegenüber dem Einstandspreis zulässig. Was das für die Wirtschaft bedeuten würde und wie weit wir uns vom geltenden Wirtschafstsystem entfernen müssen wir ja nicht weiter ausführen. Nochmals: Der Statt MUSS eingreifen, wenn mit Grundbedarfsgütern zu hohe Gewinne auf Kosten der Konsumenten gefahren werden und es der Markt nicht richtet (weil hier die Nachfrage konstant ist und deshalb das spiel nicht funktioniert) aber sich bei allen anderen Gütern zurückhalten. Und warum die Telcos gemäss der Volksmeinung als Einzige nicht unanständig viel Geld verdienen dürfen, wird mir sowieso nie einleuchten und ist genau so irrational wie das Geschimpfe über die Billag, das bevorzugt beim Beizenbier (ein weiteres Hochmargengut) abgehalten wird.

Robi
Solange bezahlt wird... Alternativen gibt es genug, von lokalen SIM oder VOIP oder OK.- mobile, Lyca und wie sie alle heissen. Daher glaube ich nicht, das von einem Marktversagen gesprochen werden darf und somit ist nach meiner Auffassung von Wirtschaft hier ein Eingreifen nicht von nöten.

Gruss Vagzubi


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robi6'764 Beiträge
#37
Schön dass wir einig sind 🙂

Meiner Meinung nach wäre zB. bei den Gesundheitskosten viel eher eine Regulierung nötig (verlgeiche diese mit den Grundbedarfsgütern), sei es bei den Medikamentenpreisen oder auch bei den 5.- den mein Doktor für ein Pflästerli verlangt.

vagzubi1'319 Beiträge
bearbeitet #38
Der Witz an unserem Gesundheitssystem ist das es durch die verschiedenen Regulierungen schon komplett aus dem Ruder gelaufen ist. Bsp: durch den Zulassungsstop bei den Ärzten hat man keine Reduktion der Kosten veranlassen können, jedoch eine Stabilisierung. Sobald dieser aufgehoben wird, kommen sehr viele neue Ärzte, da die quasi nur darauf warten zugelassen zu werden. Dies bewirkt jedoch nicht das sich der Kuchen der Patienten auf mehr Ärzte verteil und Wettbewerb entsteht, nein es gibt einfach mehr Patienten... und somit explodieren die Kosten regelrecht....

Um es jedoch vorweg zu nehmen. Ein unreguliertes Gesundheitssystem funktioniert auch nicht. Bestes Beispiel sind die USA wo eine Einlieferung in eine Notaufnahme schon mal 6000 Dollar Kosten kann ( ohne Behandlung nur das einliefern und aufnehmen), obwohl es nur ein gebrochener Arm war.... aber das ist OT...



Gruss Vagzubi

smid12'144 Beiträge
#39
Die SKS lanciert eine Petition

http://konsumentenschutz.ch/medienmitteilungen/archive/2013/02/11/roaming-tarife-gelbe-karte-fuer-staenderaete.html

Eines ist klar:

Wer sich gegen den Vorstoss äussert wird sich wohl nicht unbedingt beliebt machen. Auch wenn ich Robis Argumente durchaus nachvollziehen kann.

Ist halt ein emotionales Thema.

smid12'144 Beiträge
#40
Heute im Kassensturz gehts mal wieder um Roaming

http://www.srf.ch/sendungen/kassensturz/roaming-abzocke-autoversicherungen-im-test-langsame-handwerker

Trotzdem nochmals als Vergleich:

Vodaphone Prepaid

http://www.vodafone.co.uk/shop/pay-as-you-go/travelling-abroad/vodafone-data-traveller/index.htm

25MB - 3 Franken pro Tag

Swisscom

50MB - 24 Franken

-> Faktor 4 ist und bleibt deftig. Aber ich freue mich auf kaufkraftbereinigte Erklärungen

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