Swisscom mit 1,6 Milliarden Gewinn entlässt 2017 weitere 500 Mitarbeiter
65 Antworten10'136 AufrufeGestartet von PlasmaP ·
Waudiz570 Beiträge
bearbeitet #41
Warum fühle ich mich beim Lesen der Posts an das Thema Fussball erinnert? Genau. Weil jeder Zuschauer weiss, wie man es besser macht als der derzeitige Trainer. Selbst wenn der Lieblingsverein 4:0 gewinnt, hätte es doch ein 7:0 werden müssen, wenn bloss...
Die Zeiten, in denen man sich die zwangsgemieteten Telefonapparate buchstäblich vergolden lassen konnte und gleichzeitig kaum Netzausbau betreiben musste, sind nun mal vorbei. Genauso die Zeiten, in denen man nur über das einst speziell dafür gebaute Telefonnetz telefonieren konnte ebenso. Konkurrenz hatte man früher auch keine zu fürchten.
Was würdet ihr denn machen als Swisscom-Chef?
Wenn es wirklich so ist, dass der FTTH-Ausbau sich bis auf weiteres nicht rentiert, würdet ihr trotzdem munter drauflos bauen? Einfach so aus Menschenliebe? Und nicht mit der Wimper zucken, wenn ihr später dem Bund bzw. dem Steuerzahler ein saftiges Defizit präsentieren müsstet? Da käme doch sofort der Vorwurf von einer blinden, orientierungslosen, realitätsfernen Konzernleitung.
Ja, es mag sein, dass FTTH z.B. dem TV-Kabelnetz überlegen ist, schon rein technologisch gesehen. Uns in diesem Forum mag das kratzen. Frau Meier und Herrn Müller wird es aber wenig kümmern, solange sie all ihre Internet-Bedürfnisse in zufriedenstellender Qualität gestillt bekommen. Ob ein Film nun in 10 oder erst in 20 Sekunden geladen ist, macht auf dem Papier einen gewaltigen Unterschied, in der gefühlten Praxis ist es vernachlässigbar. Früher war das mal anders. 4 Stunden auf eine Datei warten mit 512, 2 Stunden Däumchen drehen bei 1024 oder nur 1 Stunde sich in Geduld üben mit 2048 Kbit/s, ja, das war so sehr spürbar, dass man schon etwas länger abwägen musste, ob man nicht vielleicht mehr Geld ausgeben sollte pro Monat. Auf dem Niveau der heutigen Speeds wartet hingegen manch einer ab und zu ein paar Minuten länger und bezahlt dafür weniger Gebühren.
Wenn die Kabler erst mal mit DOCSIS 3.1 und 1 GBit/s im Downstream und zumindest 100 MBit/s im Upstream kommen, wird die Nachfrage nach FTTH selbst in bereits ausgebauten Gebieten spürbar nachlassen - so meine Einschätzung. Einfach, weil spätestens dieses Angebot nicht nur die heutigen, sondern auch die nahzukünftigen Bedürfnisse einer grossen Mehrheit potentieller Kunden abdeckt. Das Problem von FTTH ist meines Erachtens, dass es zumindest dort, wo es gut ausgebautes TV-Kabelnetz gibt, keinen zwingenden Grund, kein Killerargument gibt für einen Internetspeed, der nur mit FTTH möglich ist. Selbst Vectoring-Speed dürfte der Durchschnittsanwender bestenfalls über kurze Zeit ausreizen. Wer hier mit 1 GBit/s synchron nutzt dauernd die ganze Bandbreite, z.B. auch jetzt, während er dieses Forum liest? Eben.
IMHO dürfen gerade Swisscom-Kunden sich glücklich schätzen mit zumindest den höheren Infinity oder Vivo Paketen. Im In- wie im umliegenden Ausland sind Dinge wie unlimiterte Daten im Mobilnetz oder ein System a la SwisscomTV 2.0 keine Selbstverständlichkeit, und spätestens, wenn man die Preise dort kaufkraft- und leistungsbereinigt anschaut, sind die teuren SC-Angebote gar nicht mal mehr so teuer.
Klar, für von Stellenabbau Betroffene Menschen ist es immer hart. Aber alle anderen stimmen allzuoft das immer gleiche, oft heuchlerische Klagelied an:
Man ist entsetzt, wenn der Dorfladen schliessen muss, fährt aber selber schon jahrelang in den nächsten Supermarkt oder sogar über die Grenze und fühlt sich erst noch gut dabei ("Ich bin ja nicht so blöd und bezahle die hohen Preise im Dorfladen / in der Schweiz"). Man ist verärgert, wenn Poststellen und SBB-Schalter schliessen, aber eigentlich wickelt man selber auch immer mehr ehemalige Schaltergeschäfte online ab. Man reibt sich die Augen, wenn traditionelle Fluggesellschaften ins Straucheln geraten, fliegt aber selber nicht (mehr) mit diesen sogenannten legacy carrieren. Usw.
Nochmals die Frage: Was macht man als Swisscom CEO in einer Zeit, in der man mit dem einstigen Kerngeschäft Sprachtelefonie und auch mit der früheren Milchkuh SMS kaum noch einen Rappen verdienen kann, da zig Internetdienste Messaging, Sprach- und sogar Videotelefonie ermöglichen, kein Geld (dafür vielleicht Privatsphäre) als Gegenleistung fordern und damit offenbar den Nerv der Zeit getroffen haben? Nachäffen funktioniert jedenfalls nicht (siehe z.B. Swisscom IO, das genau niemand installiert hat in meinem Freundeskreis).
Von aussen kann man immer leicht schimpfen. Es besser zu machen dürfte schwieriger sein, als sich manch einer das vorstellt. Was sind denn eure Visionen? Die klassische Einnahmequelle Telefonie bricht zusehends weg. Man denke auch daran, dass immer mehr Menschen keinen Festnetzanschluss mehr haben oder diesen über ein günstiges bis kostenloses SIP-Angebot realisieren, dass die Roamingkosten seit Jahren in Etappen sinken, etc. FTTH-Ausbau ist teuer. 5G wird auch nicht gratis sein, aber man wird kaum mehr Geld dafür verlangen können als heute für 4G. Mit Dingen wie IoT oder Smart Home weiss auch keiner, ob sich das wirklich auf breiter Front durchsetzt, und noch viel weniger, wie man damit Geld verdient. Swisscom hat gerade bei Smart Home schon das eine oder andere probiert - mit sehr mässigem Erfolg, wie mir von aussen betrachtet scheint. Doch sowohl bei IoT wie bei Smart Home (das ja eigentlich eine Teilmenge von IoT ist) könnte zumindest vorübergehend auch Ernüchterung eintreten, bevor es richtig los gegangen ist, man denke nur an die vielen Sicherheitsprobleme inkl. der Update-Problematik oder an die konkurrierenden "Standards" die damit verbunden sind.
Es mag sein, dass Herr Schloter der grössere Visionär war. Dazu gehören aber auch Misserfolge. Swisscom Smartlife war z.B. nicht gerade der Brüller. Und es gibt zusehends einfach nichts mehr zu digitalisieren. Soll Schaeppi das Rad neu erfinden und SCTV 3.0 lancieren? Wie sähe sowas denn aus? Auch die Umstellung auf VoIP-Telefonie findet genau einmal statt, danach ist das durch. Unendlicher als unendlich, infinitier als Infinity geht nicht. Klar kann man jedes Jahr etwas an den Megabit/s und inklusiven Megabytes schrauben, aber den grossen Wurf damit macht man halt nur einmal.
Ich will nicht gesagt haben, Herr Schaeppi mache alles richtig. Das erwartet wohl kaum jemand, schliesslich macht jeder Fehler und ist man im Nachhinein immer schlauer. Der wunde Punkt liegt für viele Menschen anderswo: Vom Chef eines Unternehmens, erst recht eines bundesnahen Betriebes (Post / Swisscom / SBB, etc.) erwartet man heutzutage Sensibilität im Zusammenhang mit der eigenen Entlöhnung. Wenn der Chef in schlechten Zeiten mit einem namhaften Eigenverzicht vorangeht, hat das eine unglaubliche Strahlkraft nach innen (Mitarbeiter) wie nach Aussen (Bevölkerung). Das vergisst man ihm im positiven Sinne noch viel weniger, als man ihm im negativen Sinne vergisst, wenn er keinen Verzicht übt.
Die Zeiten, in denen man sich die zwangsgemieteten Telefonapparate buchstäblich vergolden lassen konnte und gleichzeitig kaum Netzausbau betreiben musste, sind nun mal vorbei. Genauso die Zeiten, in denen man nur über das einst speziell dafür gebaute Telefonnetz telefonieren konnte ebenso. Konkurrenz hatte man früher auch keine zu fürchten.
Was würdet ihr denn machen als Swisscom-Chef?
Wenn es wirklich so ist, dass der FTTH-Ausbau sich bis auf weiteres nicht rentiert, würdet ihr trotzdem munter drauflos bauen? Einfach so aus Menschenliebe? Und nicht mit der Wimper zucken, wenn ihr später dem Bund bzw. dem Steuerzahler ein saftiges Defizit präsentieren müsstet? Da käme doch sofort der Vorwurf von einer blinden, orientierungslosen, realitätsfernen Konzernleitung.
Ja, es mag sein, dass FTTH z.B. dem TV-Kabelnetz überlegen ist, schon rein technologisch gesehen. Uns in diesem Forum mag das kratzen. Frau Meier und Herrn Müller wird es aber wenig kümmern, solange sie all ihre Internet-Bedürfnisse in zufriedenstellender Qualität gestillt bekommen. Ob ein Film nun in 10 oder erst in 20 Sekunden geladen ist, macht auf dem Papier einen gewaltigen Unterschied, in der gefühlten Praxis ist es vernachlässigbar. Früher war das mal anders. 4 Stunden auf eine Datei warten mit 512, 2 Stunden Däumchen drehen bei 1024 oder nur 1 Stunde sich in Geduld üben mit 2048 Kbit/s, ja, das war so sehr spürbar, dass man schon etwas länger abwägen musste, ob man nicht vielleicht mehr Geld ausgeben sollte pro Monat. Auf dem Niveau der heutigen Speeds wartet hingegen manch einer ab und zu ein paar Minuten länger und bezahlt dafür weniger Gebühren.
Wenn die Kabler erst mal mit DOCSIS 3.1 und 1 GBit/s im Downstream und zumindest 100 MBit/s im Upstream kommen, wird die Nachfrage nach FTTH selbst in bereits ausgebauten Gebieten spürbar nachlassen - so meine Einschätzung. Einfach, weil spätestens dieses Angebot nicht nur die heutigen, sondern auch die nahzukünftigen Bedürfnisse einer grossen Mehrheit potentieller Kunden abdeckt. Das Problem von FTTH ist meines Erachtens, dass es zumindest dort, wo es gut ausgebautes TV-Kabelnetz gibt, keinen zwingenden Grund, kein Killerargument gibt für einen Internetspeed, der nur mit FTTH möglich ist. Selbst Vectoring-Speed dürfte der Durchschnittsanwender bestenfalls über kurze Zeit ausreizen. Wer hier mit 1 GBit/s synchron nutzt dauernd die ganze Bandbreite, z.B. auch jetzt, während er dieses Forum liest? Eben.
IMHO dürfen gerade Swisscom-Kunden sich glücklich schätzen mit zumindest den höheren Infinity oder Vivo Paketen. Im In- wie im umliegenden Ausland sind Dinge wie unlimiterte Daten im Mobilnetz oder ein System a la SwisscomTV 2.0 keine Selbstverständlichkeit, und spätestens, wenn man die Preise dort kaufkraft- und leistungsbereinigt anschaut, sind die teuren SC-Angebote gar nicht mal mehr so teuer.
Klar, für von Stellenabbau Betroffene Menschen ist es immer hart. Aber alle anderen stimmen allzuoft das immer gleiche, oft heuchlerische Klagelied an:
Man ist entsetzt, wenn der Dorfladen schliessen muss, fährt aber selber schon jahrelang in den nächsten Supermarkt oder sogar über die Grenze und fühlt sich erst noch gut dabei ("Ich bin ja nicht so blöd und bezahle die hohen Preise im Dorfladen / in der Schweiz"). Man ist verärgert, wenn Poststellen und SBB-Schalter schliessen, aber eigentlich wickelt man selber auch immer mehr ehemalige Schaltergeschäfte online ab. Man reibt sich die Augen, wenn traditionelle Fluggesellschaften ins Straucheln geraten, fliegt aber selber nicht (mehr) mit diesen sogenannten legacy carrieren. Usw.
Nochmals die Frage: Was macht man als Swisscom CEO in einer Zeit, in der man mit dem einstigen Kerngeschäft Sprachtelefonie und auch mit der früheren Milchkuh SMS kaum noch einen Rappen verdienen kann, da zig Internetdienste Messaging, Sprach- und sogar Videotelefonie ermöglichen, kein Geld (dafür vielleicht Privatsphäre) als Gegenleistung fordern und damit offenbar den Nerv der Zeit getroffen haben? Nachäffen funktioniert jedenfalls nicht (siehe z.B. Swisscom IO, das genau niemand installiert hat in meinem Freundeskreis).
Von aussen kann man immer leicht schimpfen. Es besser zu machen dürfte schwieriger sein, als sich manch einer das vorstellt. Was sind denn eure Visionen? Die klassische Einnahmequelle Telefonie bricht zusehends weg. Man denke auch daran, dass immer mehr Menschen keinen Festnetzanschluss mehr haben oder diesen über ein günstiges bis kostenloses SIP-Angebot realisieren, dass die Roamingkosten seit Jahren in Etappen sinken, etc. FTTH-Ausbau ist teuer. 5G wird auch nicht gratis sein, aber man wird kaum mehr Geld dafür verlangen können als heute für 4G. Mit Dingen wie IoT oder Smart Home weiss auch keiner, ob sich das wirklich auf breiter Front durchsetzt, und noch viel weniger, wie man damit Geld verdient. Swisscom hat gerade bei Smart Home schon das eine oder andere probiert - mit sehr mässigem Erfolg, wie mir von aussen betrachtet scheint. Doch sowohl bei IoT wie bei Smart Home (das ja eigentlich eine Teilmenge von IoT ist) könnte zumindest vorübergehend auch Ernüchterung eintreten, bevor es richtig los gegangen ist, man denke nur an die vielen Sicherheitsprobleme inkl. der Update-Problematik oder an die konkurrierenden "Standards" die damit verbunden sind.
Es mag sein, dass Herr Schloter der grössere Visionär war. Dazu gehören aber auch Misserfolge. Swisscom Smartlife war z.B. nicht gerade der Brüller. Und es gibt zusehends einfach nichts mehr zu digitalisieren. Soll Schaeppi das Rad neu erfinden und SCTV 3.0 lancieren? Wie sähe sowas denn aus? Auch die Umstellung auf VoIP-Telefonie findet genau einmal statt, danach ist das durch. Unendlicher als unendlich, infinitier als Infinity geht nicht. Klar kann man jedes Jahr etwas an den Megabit/s und inklusiven Megabytes schrauben, aber den grossen Wurf damit macht man halt nur einmal.
Ich will nicht gesagt haben, Herr Schaeppi mache alles richtig. Das erwartet wohl kaum jemand, schliesslich macht jeder Fehler und ist man im Nachhinein immer schlauer. Der wunde Punkt liegt für viele Menschen anderswo: Vom Chef eines Unternehmens, erst recht eines bundesnahen Betriebes (Post / Swisscom / SBB, etc.) erwartet man heutzutage Sensibilität im Zusammenhang mit der eigenen Entlöhnung. Wenn der Chef in schlechten Zeiten mit einem namhaften Eigenverzicht vorangeht, hat das eine unglaubliche Strahlkraft nach innen (Mitarbeiter) wie nach Aussen (Bevölkerung). Das vergisst man ihm im positiven Sinne noch viel weniger, als man ihm im negativen Sinne vergisst, wenn er keinen Verzicht übt.
roman709'245 Beiträge
Mit FTTH hätten sie ja wirklich einen Vorsprung. Vielleicht geht es auch noch darum, dass sie Versprechen nicht einhalten, z.B. Chur bis Ende 2016 komplett mit Glasfaseranschluss zu versorgen. Verzögerungen kann es ja geben. Stattdessen gab es einen Strategiewechsel.
Waudiz570 Beiträge
Das Problem ist doch wie dargestellt, dass der Vorsprung nichts nützt, wenn die Leute einfach auf den Preis und ihre Bedrüfnisse schauen. Entweder sie buchen einen Speed bei Swisscom, der zumindest im Downstream nicht FTTH-exklusiv ist und somit auch mit weniger Aufwand zu erreichen wäre, oder sie gehen direkt zur TV-Kabel-Konkurrenz. Vielen reicht 50/5, für ihre Bedürfnisse ist es das bessere Angebot als 20/20 der Swisscom (UPC Connect & Play 50 vs Swisscom Vivo XS).
Was sollen sie bei Swisscom noch an grossen Visionen haben? Auslandabenteuer werden von der Politik und erst recht vom Volk nicht goutiert, spätestens seit man sich dort die Finger verbrannt hat (Debitel) oder im Begriff war, es zu tun (Eircom). Ebensowenig möchten Politik & Volk die Kontrolle verlieren. Dass Swisscom plötzlich z.B. von Vodafone oder der Deutschen Telekom übernommen würde scheint heute unvorstellbar. Wie "gut" das ankäme, hat man ja z.B. bei der Fluggesellschaft SWISS gesehen.
Beim TV hat man den grösstmöglichen Schritt mit SCTV 2.0 gemacht ("Cloudierung"). Da kann man nicht mehr revolutionär weiter gehen. Allenfalls einige nette Zusatzfunktionen sind in Zukunft denkbar. Höhere Auflösungen, bessere Codecs bzw. Wegfall des Recodings und damit auch weniger Lag, vielleicht irgendwann mal Speichern von Sendungen ausserhalb der SCTV Infrastruktur, wenn dereinst DRM in heutiger Form kein Thema mehr ist. Aber sonst diskutieren wir hier ja seit langem, dass wir uns immer mehr vom althergebrachten Fernsehen abkehren. Erst mit zeitversetztem Schauen, später durch Nutzung total neuer Dienste, von Youtube bis Netflix. Selbst wenn SCTV alle Sender dieser Welt anbieten würde, die meisten Leute brauchen das nicht und wären nicht bereit, dafür mehr Geld zu zahlen.
Wir haben also:
- Das angestammte Geschäft (Telefonie) ist heute nur noch eine Randerscheinung, die im Vergleich zu früher nicht mehr viel abwirft. Unlimitierte Telefonie zumindest im Inland im Abo inklusive ist heute eher die Regel denn die Ausnahme. Auslandgespräche sowie Gespräche im Ausland werden heute über spotbillige VoIP Provider und Messenger wie Whatsapp geführt. Gratis WLAN findet sich immer irgendwo, mehr braucht es dazu nicht.
- Beim Mobilfunknetz ist man an Grenzen der Akzeptanz gestossen (Stichwort Elektrosmog) und kann das Netz nicht nach Belieben ausbauen. Man kann zwar Frequenzen umwidmen, aber dies geht nicht so einfach, wenn nicht ein grosser Aufschrei durchs Land gehen soll - man denke an die Analogabschaltung im Kabelnetz. Die Aufrüstung auf 5G geht ins Geld, zumal, wenn man aus gesetzlichen Gründen dann auch noch die Sendeleistung "künstlich" reduzieren muss. Am Roaming verdient man immer weniger, kann aber nicht einfach anderswo, z.B. im Inland, die Tarife beliebig erhöhen, da valable Umgehungsmöglichkeiten bestehen (VoIP, Messenger).
- Das klassische TV-Programm verschwindet. Noch nicht heute und morgen, aber irgendwann wird die Nachfrage nach einem klassichen TV-Angebot stark sinken. Vor allem Spartenkanäle werden zusehends Internet-only werden, da weltweit erreichbar und dabei fallen erst noch keine Gebühren für die Kabeleinspeisung oder einen Sat-Transponder an. Zudem findet sich wohl international genügend Publikum für so manche Sparte, die auf regionaler oder auch nationaler Ebene auf keinen grünen Zweig käme von den Zuschauerzahlen her. Das einzige, was diese Entwicklung im Moment namhaft verzögert, ist die DRM-Problematik. Wenn hier einst der Durchbruch kommt, wird die Transformation zu neuen Systemen aber schnell gehen.
- Internetverkehr, der stetig wächst. Datenmengen sind aber mittlerweile schon derart "wertlos" geworden, dass man sie unlimitiert anbieten muss und nicht volumenbasiert abrechnen kann. Ein beträchtlicher Teil der transportierten Daten sind just für Dienste, mit denen man eben noch selber Geld verdient hat. Womit wir wieder beim Thema Netzneutralität und dem Anschneiden der Wurst von zwei Seiten wären.
Ich muss sagen, es gibt sicher einfachere Jobs als Swisscom CEO.
Klar, als Kunde hätte ich am liebsten FTTH und 5G im ganzen Land. Ich bin aber Realist genug, um zu wissen, dass sich dies bis auf weiteres nie und nimmer rechnet und kaum die Bereitschaft da sein dürfte in der Bevölkerung, diese Kosten in Form von allgemein höheren Gebühren zu decken, wo doch der Tenor bisher immer war, dass Swisscom ohnehin zu teuer sei. Offenbar ist der Leidensdruck unter der heutigen Infrastruktur auch nicht sehr gross. Sonst wäre doch schon längst eine Initiative lanciert worden, die FTTH als Teil der Grundversorgung forderte.
Wie macht man es also richtig?
Was sollen sie bei Swisscom noch an grossen Visionen haben? Auslandabenteuer werden von der Politik und erst recht vom Volk nicht goutiert, spätestens seit man sich dort die Finger verbrannt hat (Debitel) oder im Begriff war, es zu tun (Eircom). Ebensowenig möchten Politik & Volk die Kontrolle verlieren. Dass Swisscom plötzlich z.B. von Vodafone oder der Deutschen Telekom übernommen würde scheint heute unvorstellbar. Wie "gut" das ankäme, hat man ja z.B. bei der Fluggesellschaft SWISS gesehen.
Beim TV hat man den grösstmöglichen Schritt mit SCTV 2.0 gemacht ("Cloudierung"). Da kann man nicht mehr revolutionär weiter gehen. Allenfalls einige nette Zusatzfunktionen sind in Zukunft denkbar. Höhere Auflösungen, bessere Codecs bzw. Wegfall des Recodings und damit auch weniger Lag, vielleicht irgendwann mal Speichern von Sendungen ausserhalb der SCTV Infrastruktur, wenn dereinst DRM in heutiger Form kein Thema mehr ist. Aber sonst diskutieren wir hier ja seit langem, dass wir uns immer mehr vom althergebrachten Fernsehen abkehren. Erst mit zeitversetztem Schauen, später durch Nutzung total neuer Dienste, von Youtube bis Netflix. Selbst wenn SCTV alle Sender dieser Welt anbieten würde, die meisten Leute brauchen das nicht und wären nicht bereit, dafür mehr Geld zu zahlen.
Wir haben also:
- Das angestammte Geschäft (Telefonie) ist heute nur noch eine Randerscheinung, die im Vergleich zu früher nicht mehr viel abwirft. Unlimitierte Telefonie zumindest im Inland im Abo inklusive ist heute eher die Regel denn die Ausnahme. Auslandgespräche sowie Gespräche im Ausland werden heute über spotbillige VoIP Provider und Messenger wie Whatsapp geführt. Gratis WLAN findet sich immer irgendwo, mehr braucht es dazu nicht.
- Beim Mobilfunknetz ist man an Grenzen der Akzeptanz gestossen (Stichwort Elektrosmog) und kann das Netz nicht nach Belieben ausbauen. Man kann zwar Frequenzen umwidmen, aber dies geht nicht so einfach, wenn nicht ein grosser Aufschrei durchs Land gehen soll - man denke an die Analogabschaltung im Kabelnetz. Die Aufrüstung auf 5G geht ins Geld, zumal, wenn man aus gesetzlichen Gründen dann auch noch die Sendeleistung "künstlich" reduzieren muss. Am Roaming verdient man immer weniger, kann aber nicht einfach anderswo, z.B. im Inland, die Tarife beliebig erhöhen, da valable Umgehungsmöglichkeiten bestehen (VoIP, Messenger).
- Das klassische TV-Programm verschwindet. Noch nicht heute und morgen, aber irgendwann wird die Nachfrage nach einem klassichen TV-Angebot stark sinken. Vor allem Spartenkanäle werden zusehends Internet-only werden, da weltweit erreichbar und dabei fallen erst noch keine Gebühren für die Kabeleinspeisung oder einen Sat-Transponder an. Zudem findet sich wohl international genügend Publikum für so manche Sparte, die auf regionaler oder auch nationaler Ebene auf keinen grünen Zweig käme von den Zuschauerzahlen her. Das einzige, was diese Entwicklung im Moment namhaft verzögert, ist die DRM-Problematik. Wenn hier einst der Durchbruch kommt, wird die Transformation zu neuen Systemen aber schnell gehen.
- Internetverkehr, der stetig wächst. Datenmengen sind aber mittlerweile schon derart "wertlos" geworden, dass man sie unlimitiert anbieten muss und nicht volumenbasiert abrechnen kann. Ein beträchtlicher Teil der transportierten Daten sind just für Dienste, mit denen man eben noch selber Geld verdient hat. Womit wir wieder beim Thema Netzneutralität und dem Anschneiden der Wurst von zwei Seiten wären.
Ich muss sagen, es gibt sicher einfachere Jobs als Swisscom CEO.
Klar, als Kunde hätte ich am liebsten FTTH und 5G im ganzen Land. Ich bin aber Realist genug, um zu wissen, dass sich dies bis auf weiteres nie und nimmer rechnet und kaum die Bereitschaft da sein dürfte in der Bevölkerung, diese Kosten in Form von allgemein höheren Gebühren zu decken, wo doch der Tenor bisher immer war, dass Swisscom ohnehin zu teuer sei. Offenbar ist der Leidensdruck unter der heutigen Infrastruktur auch nicht sehr gross. Sonst wäre doch schon längst eine Initiative lanciert worden, die FTTH als Teil der Grundversorgung forderte.
Wie macht man es also richtig?
magicfriend3'697 Beiträge
Vergiss nich den Corporate Bereich. Dort hat Swisscom Marktanteile, die ihresgleichen suchen. Schon lange nicht mehr nur Mobile, Netz und VoIP. Das sind managed services über alle Bereiche.
Sent from my iPhone using Digi-TV.ch mobile app
Sent from my iPhone using Digi-TV.ch mobile app
Snowman410'415 Beiträge
Wobei der Kunde bei FTTH am meisten Profitiert, wo das E-Werk, zusammen mit der Swisscom das Netz baut.
Man hat dann die Auswahl zwischen verschiedenen Anbietern.
Man hat dann die Auswahl zwischen verschiedenen Anbietern.
PlasmaP784 Beiträge
Ich muss sagen, es gibt sicher einfachere Jobs als Swisscom CEO.Also für 1,833 Millionen Jahresgehalt hätte ich in Deinen angesprochenen "Problemfeldern" keine schlaflose Nächte.
Zudem steht Swisscom ja wie von @magicfriend angetönt nicht nur für TV, Telefonie und Internet. Laut Geschäftsbericht sieht sich die Swisscom ja vom Prozessdigitalisierer über Cyber- und Klimaschützer, IoT-Pionier bis zum Banking-Infrastruktur-Anbieter bestens gerüstet für die Zukunft.
Wenn sie anfangen nicht nur zu versprechen, sondern auch konkret zu liefern (z.B. Seite 51 im PDF), dann stört vielleicht auch der jährliche Milliardengewinn nicht mehr ganz so stark.
Und sobald sich die TV Box tatsächlich automatisch bei Swisscom meldet mit «Ich muss repariert werden» braucht es ja im Gegensatz zur Traumvorstellung des K.I.-Teamleiters M. Baeriswyl vielleicht doch wieder Leute aus Fleisch und Blut, die zwischen einem Schraubenzieher und Nespresso-Kapseln unterscheiden können.
tosci5'731 Beiträge
Einladung zum Medienanlass
Sehr geehrte Damen und Herren
Mit den erfolgreichen Vivo und Infinity-Angeboten hat Swisscom den Schweizer Telekommunikationsmarkt aufgemischt. Doch die Kundenbedürfnisse haben sich über die letzten Jahre stark verändert. Es ist deshalb Zeit für den nächsten grossen Schritt und neue Wege zu gehen. Welche Massnahmen Swisscom ergreift, um die Bedürfnisse der Kunden für ihre Kommunikation zuhause, unterwegs in der Schweiz und im Ausland noch besser abzudecken, wird Ihnen Dirk Wierzbitzki, Mitglied der Konzernleitung, näher erläutern. Gerne laden wir Sie zu unserem Medienanlass ein.
(...)
Da sind wir mal gespannt!
Gruss
Tosci
Sent from my iPhone using Digi-TV.ch mobile app
Sehr geehrte Damen und Herren
Mit den erfolgreichen Vivo und Infinity-Angeboten hat Swisscom den Schweizer Telekommunikationsmarkt aufgemischt. Doch die Kundenbedürfnisse haben sich über die letzten Jahre stark verändert. Es ist deshalb Zeit für den nächsten grossen Schritt und neue Wege zu gehen. Welche Massnahmen Swisscom ergreift, um die Bedürfnisse der Kunden für ihre Kommunikation zuhause, unterwegs in der Schweiz und im Ausland noch besser abzudecken, wird Ihnen Dirk Wierzbitzki, Mitglied der Konzernleitung, näher erläutern. Gerne laden wir Sie zu unserem Medienanlass ein.
(...)
Da sind wir mal gespannt!
Gruss
Tosci
Sent from my iPhone using Digi-TV.ch mobile app
swisscomianer291 Beiträge
Und wann ist dieser Anlass?
magicfriend3'697 Beiträge
Dann sind wir mal gespannt, wie die den Markt mit neuen Bundleangeboten aufmischen. Ist für mich höchstens erfolgreich, wenn sie klare Anreize schaffen im modularen Pricing. Bisher war Swisscom damit erfolgreich, ihr Swisscom TV 2.0 vor allem in den hohen Bundles vollständig mit allen Features anzubieten. Doch heute können sie kaum mit mehr Bandbreite trumpfen. Bleiben also noch mehr Leistungen zu etwas mehr Preis. Denn die Swisscom wird sich sicher nicht die Marge kaputt machen lassen. Tippe diesbezüglich auf noch mehr Konvergenz. Die Verschmelzung von Mobile, Festnetz, TV und Internet. Das vermutlich je mehr man nimmt, desto günstiger für die ganze Familie, vor allem im Mobile-Bereich?
tosci5'731 Beiträge
olifaessler4'260 Beiträge
bearbeitet #51
22. Februar 2017
Bist du morgen dort? Swisscom intern wird eine grosse Erwartungshaltung an die Kommunikation von morgen aufgebaut ;-) Nicht weniger als "das nächste grosse Ding" und etwas "das es so in der Schweiz noch nicht gibt" wird versprochen.
Da bin ich mal gespannt, ob sie die hohen Erwartungen in Sachen Sensationsgehalt welche sie bei mir geweckt haben morgen erfüllen können ;-)
tosci5'731 Beiträge
Bist du morgen dort? Swisscom intern wird eine grosse Erwartungshaltung an die Kommunikation von morgen aufgebaut ;-) Nicht weniger als "das nächste grosse Ding" und etwas "das es so in der Schweiz noch nicht gibt" wird versprochen.
Da bin ich mal gespannt, ob sie die hohen Erwartungen in Sachen Sensationsgehalt welche sie bei mir geweckt haben morgen erfüllen können ;-)
Ja, ich bin Morgen dort und ebenfalls gespannt. Die Einladung verspricht an sich auch schon viel... werde hier Live posten...
Köbi411 Beiträge
Aufgrund der Erfahrungen, die ich in den letzten gemacht habe, halten sich meine Erwartungen in Grenzen. Heute ist es doch bei den grossen Telcos üblich, dass man für jede Kleinigkeit eine grosse Show auf die Beine stellt. Ich erinnere mich da z.B. an die völlig absurde PK (mit Livestream!), welche Teleclub letztes Jahr veranstaltet hat. Da hat man doch tatsächlich so getan, als wäre Teleclub noch grösser und besser als je zuvor, unmittelbar nachdem man die Eishockeyrechte verloren hatte (und kurz darauf noch weitere grosse Marken im Fussballbereich). Das grosse Ding bei der Swisscom war letztes Jahr, dass man jetzt auch UHD kann (nur fehlen bis heute die Inhalte). Bei der UPC mag ich mich nicht mal mehr daran erinnern, da die protzige Show und die gezeigten Inhalte in keinem Verhältnis zueinander standen. Ich weiss nur noch, dass mal das Stichwort "NHL" gefallen ist, und bis zum heutigen Tag hat man nichts mehr darüber gehört.
Guest
Um welche Uhrzeit findet morgen die PK statt?
roman709'245 Beiträge
Wollen wir ein bisschen spekulieren?
- Komplettes Wegfallen der Roaming-Gebühren innerhalb Europas / EU per 1. Juni 2017 für die Infinity-Abos, d.h. keine Limiten mehr und zwar in, von und nach EU-Ländern.
- Komplettes Wegfallen der Roaming-Gebühren innerhalb Europas / EU per 1. Juni 2017 für die Infinity-Abos, d.h. keine Limiten mehr und zwar in, von und nach EU-Ländern.
PlasmaP784 Beiträge
Wollen wir ein bisschen spekulieren?Spekulieren ist immer lustig:
Wie wärs mit der Entschuldigung, dass sie das SRG Projekt "Enterprise Cloud" verbockt und die angepeilten Ziele (wieder) nicht erreicht haben?
Von Insidern ist zu hören, dass Swisscom es nicht zustande gebracht habe, die Cloud stabil zum Laufen zu bringen: "Es gab tagelange Ausfälle".
Quelle und zusätzliche Informationen: http://www.inside-it.ch/articles/46702
smid12'144 Beiträge
Wollen wir ein bisschen spekulieren?Zumindest die Anzahl der Tage könnte erhöht werden. Dann sollte auch nach Brasilien beim Roaming dabei sein, wenigstens im Dezember 2017 🙂
- Komplettes Wegfallen der Roaming-Gebühren innerhalb Europas / EU per 1. Juni 2017 für die Infinity-Abos, d.h. keine Limiten mehr und zwar in, von und nach EU-Ländern.
creep2'589 Beiträge
Wollen wir ein bisschen spekulieren?Wäre wieder einmal etwas, dass die meisten nicht brauchen aber viel dafür bezahlen müssen. Davon hat die Swisscom schon genug Angebote.
- Komplettes Wegfallen der Roaming-Gebühren innerhalb Europas / EU per 1. Juni 2017 für die Infinity-Abos, d.h. keine Limiten mehr und zwar in, von und nach EU-Ländern.
Wie wär es mal mit etwas wie, dass die Kunden nur das erhalten und bezahlen, dass sie auch wollen?
olifaessler4'260 Beiträge
Ich denke nicht, dass es etwas "gratis dazu" oder "mehr vom gleichen" gibt. Es wird sicher was sein, wo sich die Swisscom auch davon verspricht, dass die Kunden mehr dafür zahlen. Ein neues Produkt? Familien-/Haushalts-Package inkl. allem für alle Familienmitglieder, mehrere Mobilnummern, unbegrenztes Volumen und unbegrenztes Roaming, resp. Roaming-Volumen was sich alle teilen?
swisscomianer291 Beiträge
Morgen ist es soweit: Die Sensation!
Es wird das Fussball-Spiel der Wahl auf Knopfdruck geben.
WM Spiel Deutschland gegen Nordkorea im Mai? *Klick*
Championsleague Final Barcelona gegen Basel im September? *Klick*
Alles in UUUUUUUHD und in Dolby DTS 23.4
😛
Ne, bin auch gespannt. Wann gehts los?
Es wird das Fussball-Spiel der Wahl auf Knopfdruck geben.
WM Spiel Deutschland gegen Nordkorea im Mai? *Klick*
Championsleague Final Barcelona gegen Basel im September? *Klick*
Alles in UUUUUUUHD und in Dolby DTS 23.4
😛
Ne, bin auch gespannt. Wann gehts los?
Seite 3 von 4 · 66 Beiträge in diesem Thema