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  • Umfrageteilnehmer
    22
Die Diskussion, ob die Schweiz ein christliches Land ist oder nicht, finde ich sehr spannend, wenn auch etwas OT ;-) Historisch gesehen ist die moderne Schweiz ein Produkt der französischen Revolution und der Aufklärung. Diese hat sich explizit vom "reinen" Glauben abgewandt hin zu einer philosophischen Erkenntnistheorie, exakten Wissenschaften und der Vernunft. Gerade Voltaire, vielleicht grösster Denker der Aufklärung, hat sich zeitlebens gegen die katholische Kirche gewandt. Bös gesagt mussten sämtliche Fortschritte, die uns aus dem düsteren Mittelalter geführt haben, gegen die Kirche erkämpft werden. Übrigens müsste korrekterweise jeder, der die Schweiz als christlich bezeichnet, auch explizit erwähnen, dass es sich dabei seit 1848 um eine protestantisch-christliche Schweiz handelt, schliesslich mussten erst die Katholiken "besiegt" werden, bevor der moderne Bundesstaat entstehen konnte (Stichworte Sonderbundskrieg, Jesuitenverbot etc.). Zwar gibt es in der Schweiz eine christliche Mehrheit auf dem Papier, aber ich behaupte jetzt einfach einmal, das würde sich schlagartig ändern, wenn man aktiv in die Kirche eintreten und nicht austreten müsste.

Ich will niemanden beurteilen, der gläubig ist, das steht mir ebenso wenig zu wie einem gläubigen Christen die Wertung einer anderen Weltanschauung. Fakt ist einfach, dass im Zusammenhang mit der von der SVP beschworenen "christlichen Leitkultur" unter den Teppich gekehrt wird, dass das Leben für grosse Teile der Bevölkerung erst massiv an Qualität gewonnen hat, seit die Macht der Kirche massiv beschnitten wurde. Die Jahre vor der Aufklärung waren auch in der Schweiz Jahre der Unterdrückung (katholische Schweizer unterdrückten protestantische Schweizer und umgekehrt) und der Religionskriege. Mit den vielgepriesenen christlichen Werten hatte das Leben in der religiös geprägten Schweiz vor 1848 überhaupt nichts zu tun.

 
Zwar gibt es in der Schweiz eine christliche Mehrheit auf dem Papier, aber ich behaupte jetzt einfach einmal, das würde sich schlagartig ändern, wenn man aktiv in die Kirche eintreten und nicht austreten müsste.
Ein Austritt aus der Kirche ist nicht gleichbedeutend mit einer Abkehr vom christlichen Glauben. Für viele ist genau das Gegenteil der Fall. Die Anzahl an Kirchenmitglieder sagt über die tatsächliche Anzahl an Christen rein gar nichts aus.

Das gleiche gilt für andere Religionen: die meisten Muslime sind auf dem Papier konfessionslos, da sie sonst massiv Abgaben leisten müssen.

Abgesehen davon: christlich oder nicht, die SRG hat als Staatsfernsehen die Religionsfreiheit zu wahren. Offen christlich geprägte Sendungen haben dort nichts zu suchen. Ebensowenig wie muslimisch oder buddhistisch geprägte. Das heisst natürlich nicht, dass das TV nicht generell die christlichen Grundideale, welche sich generell mit den Grundwerten der westlichen Gesellschaft decken, vertreten darf. Religiös geprägte Sendungen gehören aber abgeschafft.

 
Dafür hat sich die Billag doch echt gelohnt: Bildverarbeitungssystem "Quantel" ist Geschichte. 30 Millionen Franken in den Sand gesetzt. Mit 30Mio könnte 3+ ein Jahr lang durch senden, Regionale TV Stationen 6 Jahre... Danke SRG, vielen Dank... Wo entsorgt ihr Quantel? bei Ricardo oder Ebay?

persoenlich.com - Medien - SRG: Bildverarbeitungssystem "Quantel" ist Geschichte

Der Name "Quantel" steht für ein TV-Produktionssystem. Damit können Beiträge fertig produziert werden. Die SRG beschaffte dieses Bildverarbeitungssystem an und rüstete in einer ersten Phase die Tagesschau damit aus("persoenlich.com" berichtete). Das seit 2009 im News- und Sportbereich von Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) schrittweise angeschaffte System ist alles andere als billig. 30 Millionen Franken betrugen die Kosten. Wie die "Weltwoche" nun schreibt, wird das System ersetzt, bevor es überall installiert worden ist.

Es sei "ein strategisches Ziel", die "News- und Sportsysteme aller Unternehmenseinheiten in*klusive dem Produktionszentrum Bundeshaus zu vereinheitlichen", begründet die SRG die Abschaffung gegenüber der "Weltwoche". Angeblich seien die welschen Kollegen schuld, dass das Projekt "Quantel" gestoppt worden sei. Die "Weltwoche" schreibt, dass es für die "Quantel"-Ge*räte Schneideanweisungen auf Englisch gäbe, was die Welschen offenbar nicht akzeptierten. Sie forderten die Umstellung auf ein französisches System oder die Rückkehr zu *einem solchen von Sony, das - in einer älteren Version - bereits vor der Einführung der "Quantel"-Geräte im Einsatz stand.

 
[...]Offen christlich geprägte Sendungen haben dort nichts zu suchen. Ebensowenig wie muslimisch oder buddhistisch geprägte. [...]Religiös geprägte Sendungen gehören aber abgeschafft.
Hier bin ich absolut deiner Meinung.

[...]Das heisst natürlich nicht, dass das TV nicht generell die christlichen Grundideale, welche sich generell mit den Grundwerten der westlichen Gesellschaft decken, vertreten darf.[...]
Wenn schon hume13 seine Meinung nicht mit Argumenten belegen kann, ist das vielleicht dir möglich. Welche christlichen Grundideale?

Und ich meine das nicht sarkastisch. Es würde mich wirklich interessieren. In letzter Zeit höre ich vermehrt davon, dass wir ein "christliches" Land sind, welches auf christlichen "Idealen" und "Werten" basiert. Oftmals wird dies einerseits als Fakt präsentiert und andererseits als auch akzeptiert. Wieso?

Historisch ist das nicht haltbar. Wir hatten in Europa über lange Strecken eine christlich geprägte Ordnung. Allerdings erst mit der Aufklärung und den freiheitlichen Revolutionen des 18. Jahrhunderts wurde es möglich diese "Werte" zu überkommen und moderne, demokratische Nationalstaaten aufzubauen.

Gesellschaftlich gesehen ist es ebenfalls kompletter unsinn. Tatsächich haben wir hier schon ein fast gegenteiliges Wertesystem. Homosexualität ist akzeptiert, unehelicher Sex ist so normal wie das Amen in der Kirche /emoticons/default_wink.png, wir kennen die Gleichberechtigung von Mann und Frau, Abtreibungen werden von der obligatorischen krankenkasse bezahlt und Sterbehilfe hat erst kürzlich von über 80% der stimmbeteiligten in Zürich den Rücken gestärkt bekommen. Gerne wir ja die monogame Ehe und die wichtigkeit der Familie in der sozialen Struktur von den Christen beansprucht, allerdings kannten dies schon die alten Griechen und ist defintiv kein "christlicher" Wert.

Also, wo sind diese christlichen Werte und Ideale?

 
Die ARD hat doch auch Werbung UND GEZ. Scheint den "TV-Kenner" nicht zu kümmern.
Aber ARD, ZDF und co bringen nach 20Uhr keine Werbung. Da wird auch kein Film durch Werbung unterbrochen... SF ist das Statlich bezahlte Privatfernsehen... SF Info war einmal Werbefrei...

 
Weniger Werbung und Keine Werbung sind zwei Sachen.

Aber eben: ARD hat auch ein paar Gebührenzahler mehr.

 
Folgender Artikel bespricht nebst den bereits behandelten Aspekten noch einige bisher nicht behandelte:
Wenn das Publikum sich indes umorientiert und Serien, Sport, Shows, Koch- und Reisesendungen auf ausländischen Kanälen guckt, dann kehrt es nicht extra zur SRG zurück wegen einzelner Politik- und Kultursendungen. Leiden würde just die Vermittlung schweizerischer Politik.

Das ist ja eben nicht der Denkfehler (aus Sicht SVP) sondern der wahre Grund der Petition: Dann könnte man in Shiva-liker Manier einfach Sendezeit kaufen und die eigenproduzierten populistischen Sendungen endlich von Star-TV und Schweiz 5 auf mehr beachtete Kanäle verlegen. Neben schönen Umsätzen für Ricklis Arbeitgeben wäre man auch gleich die Konkurrenz aus Leutschenbach los. Schritt 1 zum Erreichen von italienischen Verhältnissen...

Robi

 
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