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Streaming & TV-Abos

Play Suisse: was im Gratisangebot der SRG steckt

Play Suisse ist in der Radio- und Fernsehabgabe bereits enthalten: was im Katalog steht, in welchen Sprachen es läuft und wo im Ausland der Zugang aufhört.

Redaktionnachgeführt 7 Min. Lesezeit

Fernseher im Wohnzimmer mit der Startseite einer Streaming-Plattform, daneben eine Fernbedienung auf dem Sofa

Die Serafe-Rechnung ist bezahlt, und im Haushalt laufen trotzdem zwei oder drei Streamingabos nebenher. Ein Angebot, das in dieser Rechnung bereits drinsteckt, kennen viele gar nicht: Play Suisse, die Streamingplattform der SRG. Sie kostet dich keinen Franken zusätzlich — und genau deshalb lohnt sich der genaue Blick darauf, was drin ist, wo die Grenzen liegen und weshalb «kostenlos» hier nur die halbe Wahrheit ist.

Kurzantwort

  • Play Suisse verlangt kein Abo und keine Zahlungsangabe. Ein Benutzerkonto ist Pflicht, Werbung gibt es keine — abgesehen von Sponsoringhinweisen bei Sendungen, die schon im TV gesponsert waren. Stand August 2026.
  • Bezahlt ist die Plattform trotzdem. Sie wird aus der Radio- und Fernsehabgabe finanziert, die für einen Privathaushalt 335 Franken im Jahr beträgt (BAKOM). Play Suisse ist also nicht gratis, sondern bereits abgegolten.
  • Der Katalog umfasst nach Angaben der SRG mehr als 3’000 Titel aus allen vier Sprachregionen: Eigenproduktionen von SRF, RTS, RSI und RTR sowie Koproduktionen.
  • Alle Inhalte laufen in der Originalsprache, untertitelt in Deutsch, Französisch und Italienisch, ausgewählte Titel auch auf Rätoromanisch.
  • Im Ausland nur im EU-Raum und nur mit Wohnsitz Schweiz — und dann nur der Play-Suisse-Katalog, nicht das ganze SRG-Angebot.

Was «kostenlos» bei Play Suisse tatsächlich heisst

Play Suisse schreibt auf der eigenen Seite, der Zugang sei kostenlos und die Finanzierung über die Abgaben der SRG abgedeckt. Beides stimmt, gehört aber zusammengelesen: Für dich entsteht keine zusätzliche Rechnung, weil die Rechnung schon gestellt ist. Sie kommt einmal im Jahr von der Serafe und beträgt 335 Franken je Privathaushalt (Stand August 2026, BAKOM).

Ein Wort dazu, das oft falsch verwendet wird: Es heisst Abgabe, nicht Gebühr. Bis Ende 2018 galt eine geräteabhängige Empfangsgebühr, erhoben von der Billag; seit 2019 zahlt jeder Haushalt unabhängig davon, ob ein Gerät im Wohnzimmer steht. Auch Play Suisse selbst spricht auf seinen Seiten noch von der «Gebühr» — der rechtlich korrekte Begriff ist der andere.

Die gesetzliche Grundlage dafür, dass ein reines Onlineangebot aus diesem Topf finanziert werden darf, steht in Artikel 25 Absatz 3 Buchstabe b des Bundesgesetzes über Radio und Fernsehen: Die Konzession bestimmt den Umfang des «übrigen publizistischen Angebots», das zur Erfüllung des Programmauftrags nötig ist und aus den Abgaben finanziert wird. Play Suisse fällt genau in diese Kategorie — es ist kein Programm im klassischen Sinn, sondern Teil des Leistungsauftrags.

Praktisch heisst das für dich: Wenn du die Abgabe ohnehin zahlst und Play Suisse nicht nutzt, verschenkst du einen Teil dessen, was du bereits finanzierst. Wie hoch dieser Teil ist, lässt sich nicht seriös beziffern — die SRG weist die Kosten der Plattform nicht separat aus.

Was im Katalog steht und wie lange er hält

Der Katalog besteht laut Play Suisse in erster Linie aus Eigenproduktionen der SRG-Einheiten SRF, RTS, RSI und RTR sowie aus Koproduktionen; insgesamt sind es nach Angaben der Plattform mehr als 3’000 Titel, geordnet nach Fiktion, Doku, Familie und Festival. Dazu kommen Festivalkooperationen, Archivmaterial und Serienstaffeln, die noch nicht vollständig im Fernsehen liefen.

Der wichtigste Punkt für die Planung ist die Verfügbarkeitsdauer, und sie ist nicht überall gleich:

InhaltsartWie lange abrufbarWarum
Eigenproduktion (vollständig mit SRG-Budget finanziert)unbegrenztDie Rechte liegen bei der SRG
Koproduktionsechs Monate bis fünf JahreJe nach Vereinbarung mit den Rechteinhabern
Festival- und Partnerinhaltebefristetes SchaufensterAuswahl wird laufend ausgetauscht

Werbung läuft keine. Play Suisse ist wie die übrigen Onlineangebote der SRG werbefrei; einzig Sponsoringhinweise können auftauchen, wenn die Sendung im TV-Programm gesponsert war — dazu ist die SRG rundfunkrechtlich verpflichtet.

Vier Landesteile, eine Plattform: Sprachen und Untertitel

Bei der Mehrsprachigkeit ist die Plattform konsequent, und das ist für ein Land mit vier Landessprachen keine Selbstverständlichkeit. Alle Inhalte stehen in der Originalsprache zur Verfügung, mit Untertiteln in Deutsch, Französisch und Italienisch; ausgewählte Titel gibt es zusätzlich mit rätoromanischen Untertiteln. Liegt eine Audioversion in einer anderen Landessprache vor, wird sie mitgeliefert.

Für dich heisst das: Ein Waadtländer Krimi läuft auf Französisch mit deutschen Untertiteln, eine Tessiner Doku auf Italienisch mit deutschen oder französischen. Wer einen Sprachaufenthalt plant oder Kinder im Fremdsprachunterricht hat, findet hier Material, das in keinem internationalen Katalog steht.

Beim Jugendschutz ist die Plattform zurückhaltend: Ein eigenes Kinderlogin gibt es nicht, weil es auch keine eigene Kinderrubrik gibt. Stattdessen führt Play Suisse eine Sektion «Familie» und signalisiert ungeeignete Inhalte wie im Fernsehen mit einem gelben oder roten Balken.

Auf welchen Geräten Play Suisse läuft

GerätVoraussetzung laut Play Suisse
Computeraktuelle Version von Windows oder macOS, aktueller Browser
Smartphone, TabletiOS oder Android, Betriebssystem auf aktuellem Stand
Apple TVab tvOS 15
Android TV, Google TVGeräte mit Google-Play-Zugang ab Android 7
SamsungTizen, Modelle ab 2018
LGwebOS, Modelle ab 2018
PhilipsTitan OS
TV-Box des AnbietersSwisscom blue TV (Box-Version IP1400, 1800 oder 2000), Sunrise IPTV Box und TV Box, Quickline, Net+, TV Plus
Streaming-GerätAmazon Fire TV, Chromecast

So kommst du auf den Fernseher, wenn du bei null anfängst:

  1. Konto zuerst am Computer erstellen. Play Suisse empfiehlt ausdrücklich diesen Weg, bevor du die App installierst.
  2. App aus dem Store deines Geräts laden und starten.
  3. Sechsstelligen Code ablesen, der auf dem Fernsehbildschirm erscheint.
  4. Code auf playsuisse.ch/tv eingeben, angemeldet im eigenen Konto. Alternativ geht die Verbindung über das Benutzerprofil in der Mobil-App.

Was im Ausland funktioniert und was nicht

Hier wird es eng, und zwar aus rechtlichen, nicht aus technischen Gründen. Die SRG verfügt in der Regel nur über die Rechte, Inhalte in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein zu veröffentlichen. Für den EU-Raum gilt eine Ausnahme, an die zwei Bedingungen geknüpft sind: Du musst Wohnsitz in der Schweiz haben und dich vorübergehend in einem EU-Mitgliedstaat aufhalten. Damit die SRG den Zugang gewähren darf, ist sie verpflichtet, Aufenthaltsort und gegebenenfalls Wohnsitz zu prüfen — deshalb das Konto.

Drei Einschränkungen, die man vor der Abreise kennen sollte:

  • Ausserhalb der EU geht es nicht. Eine Freischaltung ist dort aus senderechtlichen Gründen derzeit nicht möglich.
  • Freigeschaltet ist nur Play Suisse, nicht das gesamte Onlineangebot der SRG.
  • Einzelne Videos können auch im EU-Raum fehlen, wenn die Vereinbarung mit den Rechteinhabern oder das Recht des Aufenthaltslandes dagegensteht.

Was heisst das für dich

Wenn du die Abgabe zahlst — und das tut praktisch jeder Privathaushalt —, ist Play Suisse der Teil davon, den du ohne zusätzliche Anmeldung an einen Anbieter abrufen kannst. Erstell das Konto am Computer, verbinde den Fernseher mit dem sechsstelligen Code und schau nach, ob der Katalog deinen Bedarf an Schweizer Stoff deckt, bevor du ein weiteres Abo verlängerst. Plane Koproduktionen nicht auf die lange Bank: Sie verschwinden nach sechs Monaten bis fünf Jahren wieder. Und wenn du regelmässig ausserhalb der EU unterwegs bist, rechne nicht mit Play Suisse — dort bleibt der Katalog gesperrt.

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Quellen

  • Play Suisse, Startseite — kostenloser Zugang und Finanzierung über die Abgabe, Geräteliste, Bedingungen für die Nutzung im EU-Raum, Untertitel in den Landessprachen
  • Play Suisse, Fragen und Antworten — mehr als 3’000 Titel, Werbefreiheit und Sponsoringpflicht, Verfügbarkeitsdauer von Eigen- und Koproduktionen, Kontopflicht, Verbindung des Fernsehers über den sechsstelligen Code, Jugendschutz
  • Play Suisse, Über uns — Play Suisse als Plattform der SRG, Finanzierung aus der Jahresabgabe, Partnerschaften mit Festivals und der European Collection
  • BAKOM, Höhe der Abgabe und Rechnungsstellung — 335 Franken Jahresrechnung je Privathaushalt
  • RTVG, SR 784.40 — Art. 25 Abs. 3 Bst. b: Umfang des übrigen publizistischen Angebots, das aus den Abgaben für Radio und Fernsehen finanziert wird
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