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World Data Option - Abzocke!

50 Antworten12'842 AufrufeGestartet von tosci ·

sparky336 Beiträge
#21
die idee von tunisiana gefällt mir wirklich sehr gut. könnten andere beitreiber im ausland ebenfalls anbieten. die karte kostet umgerechnet ca. 8.25CHF, davon sind 4.11 CHF als guthaben vorhanden, ein anruf in die schweiz 33 rappen pro minute.

bei swisscom mit abo 3.70CHF/min bzw. prepaid 4.75CHF/min (Minutentaktung!!)

tosci5'731 Beiträge
#22
Unsere Anwälte prüfen gerade ob hier ein Straftatbestand wegen Wuchers vorliegt (wusste ja gar nicht das es sowas gibt!). Da für den Konsumenten auch keine Alternativen (ausser die unzumutbare Beschaffung einer SIM im jeweiligen Land) vorhanden sind - stehen die Chancen gut.

Je nachdem wird dann eine Strafanzeige eingereicht. Ich halte Euch auf dem Laufenden.

Gruss

Tosci

olifaessler4'260 Beiträge
bearbeitet #23
Halte uns auf dem laufenden, ob Du damit auf einen Grünen Zweig kommst. Was wir als "Wucher" bezeichnen ist nach Obligationenrecht die "Uebervorteilung"

Art. 21

III. Übervorteilung

1 Wird ein offenbares Missverhältnis zwischen der Leistung und der Gegenleistung durch einen Vertrag begründet, dessen Abschluss von dem einen Teil durch Ausbeutung der Notlage, der Unerfahrenheit oder des Leichtsinns des andern herbeigeführt worden ist, so kann der Verletzte innerhalb Jahresfrist erklären, dass er den Vertrag nicht halte, und das schon Geleistete zurückverlangen.

2 Die Jahresfrist beginnt mit dem Abschluss des Vertrages.

Auf Unerfahrenheit wirst Du dich nicht berufen können, aber vielleicht auf Leichtsinn /emoticons/default_wink.png

Aber der Ansatz ist interessant. Bin gespannt was dabei rauskommt, solltest Du eine Anzeige machen /emoticons/default_wink.png

tosci5'731 Beiträge
#24
Nun die Anzeige würde nicht durch mich eingereicht sondern durch den betroffenen Kollegen, kurz beschrieben ist der Tatbestand wie folgt:

Übervorteilung (Wucher) OR 21: Missverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung Zunutzemachen von Unwissen oder einer Notlage

Das hier ein Missverhältnis vorliegt, ist uns allen klar - die Frage ist nur ob ein Richter dies auch so sehen würde - wenn er auch mal mit seinem Handy oder Netbook im Ausland war, dürfte man ein leichtes Spiel haben /emoticons/default_biggrin.png

Gruss

Tosci

olifaessler4'260 Beiträge
#25
Ich glaube nur nicht, dass man "Unwissen" geltend machen könnte. Weil mit dem Handyvertrag unterzeichnest Du von den AGB Kenntnis genommen zu haben, und die AGB verweisen auf die geltenden Tarife...

tosci5'731 Beiträge
#26
Hmmm - dürfen denn die Netzbetreiber davon ausgehen das jeder Kunde weiss was ein MB ist und welch Ausmasse dies im Ausland annehmen kann? Ich meine - wenn ich ein Auto miete und dies Fr. 0.80 pro KM kostet ist ja der Fall klar. Hier ist das doch etwas anders... beim Auto habe ich auch einen KM-Zähler, die KM kosten immer gleich viel.

olifaessler4'260 Beiträge
#27
Okay, das ist schon ein guter Punkt. Aber andererseits, ich würds immer noch mit dem "Leichtsinn" versuchen /emoticons/default_wink.png Im Ausland das Datenroaming anzulassen ist doch leichtsinnig, das lässt sich nicht wegdiskutieren /emoticons/default_wink.png

smid12'144 Beiträge
bearbeitet #28
Ich denke das Verhältnis ist das Problem.

Ein Anruf ist vielleicht 4 mal teurer.

Daten können aber bis zu 1000 mal teurer sein.

Schön wäre es, wenn man mal ein Verantwortlicher der Telcos (betrifft ja alle) im Kassensturz erklären würde, wie man auf die Idee kommt über 10 Franken für 1 MB zu verlangen.

@oli

Gerade im Ausland würden aber die tollen iPhone Funktionen doch Sinn machen. In Zürich weiss ich, wo ich eine Pizza kriege, in Ibiza aber nicht.

olifaessler4'260 Beiträge
#29
@oli

Gerade im Ausland würden aber die tollen iPhone Funktionen doch Sinn machen. In Zürich weiss ich, wo ich eine Pizza kriege, in Ibiza aber nicht.

Das ist natürlich unbestritten, aber doch nicht um den Preis! Deshalb wie gesagt, ich buche Hotels mit WLAN, und merke mir die offenen Hotspots in den Fussgängerzonen, etc /emoticons/default_wink.png Dann steh ich halt mal 2-3 Minuten beim Starbucks im Eingang, um die Emails abzurufen, oder die nächste Pizzeria zu suchen /emoticons/default_wink.png

Wie gesagt bin ich der Ueberzeugung, dass viele leute vernünftige Preise zahlen, und den Gesamtumsatz dadurch steigern würden. Momentan scheint es aber noch so zu sein, dass die Provider lieber einige wenige in die Gebührenfalle tappen lassen wollen, statt ein ernsthaftes Angebot zu lancieren /emoticons/default_sad.png

dakis1'007 Beiträge
#30
Momentan scheint es aber noch so zu sein, dass die Provider lieber einige wenige in die Gebührenfalle tappen lassen wollen, statt ein ernsthaftes Angebot zu lancieren /emoticons/default_sad.png
das ist ja auch praktisch: somit kann ein relativ grosser Gewinn erzielt werden, ohne dass jemand ernsthaft das Netz benutzt! Noch besser für die Provider wäre eigentlich nur, wenn sie einfach von jedem Pauschal 1000 Fr. pro Monat kassieren könnten, ohne irgendeine Leistung erbringen zu müssen.

robi6'764 Beiträge
#31
Auch wenn ich hier nicht auf die Wissensbasis von TV zurückgreifen kann, ist es meines Wissens so, dass die hohen Preise nicht aufgrund von hohen Margen der schweizer Telcos sondern auf blödsinning hohen Roamingpreisen der ausländischen Telcos beruhen. Gewinn wird also bei den Roaminggebühren an die anderen Telcos gemacht.

Insofern wäre eine Wucherklage also eher bei der griechischen Telecom angebracht, resp. aussichtsreicher ...

Robi

dakis1'007 Beiträge
#32
Auch wenn ich hier nicht auf die Wissensbasis von TV zurückgreifen kann, ist es meines Wissens so, dass die hohen Preise nicht aufgrund von hohen Margen der schweizer Telcos sondern auf blödsinning hohen Roamingpreisen der ausländischen Telcos beruhen. Gewinn wird also bei den Roaminggebühren an die anderen Telcos gemacht.
Insofern wäre eine Wucherklage also eher bei der griechischen Telecom angebracht, resp. aussichtsreicher ...

Robi
Mag sein - andersrum verrechnen Orange, Sunrise und SC ausländischen Gästen genau die gleichen Wucherpreise. D.h. sie sind da munter mitschuldig.

tosci5'731 Beiträge
#33
Laufen eigentlich sämtliche Roaming-Verträge über Comfone AG oder was hat es mit dieser Firma (Präsident: Walter Heutschi, ehemaliger Swisscom Mobile Boss) eigentlich genau auf sich?

robi6'764 Beiträge
#34
Laufen eigentlich sämtliche Roaming-Verträge über Comfone AG oder was hat es mit dieser Firma (Präsident: Walter Heutschi, ehemaliger Swisscom Mobile Boss) eigentlich genau auf sich?
K.A. bin nicht so bewandert bei mobile..

Mag sein - andersrum verrechnen Orange, Sunrise und SC ausländischen Gästen genau die gleichen Wucherpreise. D.h. sie sind da munter mitschuldig.

Sag ich ja, die Margen/Gewinne werden unter den Telcos gemacht und nicht bei den Endkunden. Glücklich wer ein Touristenland ist /emoticons/default_biggrin.png Da kommt mehr rein als man abgeben muss. Gelackmeiert sind Länder zB. aus dem ehemaligen Ostblock, die kaum ausländischen Besuch erhalten aber heftig Touristen in die Ferne schicken /emoticons/default_wink.png

Robi

tosci5'731 Beiträge
#35
Die Comfone AG beschäftigt sich intensiv mit der ganzen Roamingthematik. Geschäftsführer ist wie gesagt Walter Heutschi, früherer Geschäftsführer von Swisscom Mobile. Mit seinem Sohn habe ich in den letzten Jahren die Kadervorkurse absolviert. Er ist ebenfalls bei Comfone tätig und konnte mir eine sehr aufschlussreiche Antwort auf meine Anfrage liefern. Dies lässt die ganze Angelegenheit um Welten anders aussehen!

Hallo Andreas

Der Swisscömmler (Robi) hat recht.

Der Operator, welcher das Daten Netz im Roaming Fall zur Verfügung stellt, definiert den Preis.

Aktuell verrechnen sich die Opertoren gegenseitig im Roaming Fall immer noch horrende Preise. Aktuell liegen die Preise im Schnitt zwischen 3 und 15 EUR pro MB, je nach Land. Und dann gibts noch die ganz Speziellen welche für die ersten 100kB umgerechnet 17 EUR pro MB verlangen, für die nächsten 100 KB 15 EUR pro MB, usw.. Meistens brauchst Du für einen Download nicht mehr als ein paar 100 KB. Bei jedem neuen Öffnen der Session beginnt der Tarif wieder bei 17 EUR.

Als GPRS Roaming (+/- 1997) eingeführt wurde, waren die Datenübertragunsraten bescheiden und niemand ahnte wie gross die Datenraten einmal würden und wie stark sich die Infrastruktur verändern wird. So ging man davon aus, dass bis zu 1000 EUR pro Megabyte bezahlt würden.

Bis vor kurzem brauchte kaum jemand Daten-Roaming, weil die Geräte nicht ausgerüstet/bedienerfreundlich, Applikationen nicht vorhanden, zu teuer etc. Das hat sich drastisch geändert (Blackberry und iPhone sei dank).

Es wurde auch ein neue Applikation lanciert; VoIP, sprich es wird der Datenkanal und nicht mehr der Vioce Kanal benutzt. Nun ist der VPMN im Dilemma, wenn er die Datenrate zu günstig gibt, werden die Gespräche über den Datenkanal geführt und er verliert den Voice Verkehr, an welchem er bis dato sehr gut verdiente und muss erst noch Kapäziten auf seinem Netz ausbauen, welche er eigentlich auf der bestehenden Infrastruktur abhandeln könnte.

Bereits sind Geschäftsmodelle unterwegs welche die günstigen Rates in den internationalen Netzen ausnutzen und günstige VoIP Gespräche anbieten (z.B. Http://www.6gmobile.nl/en/)

Passiert auch im nationalen Fall. Siehe Disckussionen Skype - T-Mobile Deutschland, iPhone - Google - AT&T. Aber das ist ein anderes Thema.

Für die Schweizer Operatoren muss ich eine Lanze brechen. Sie versuchen schon seit längerem günstigere Verträge mit dem Ausland zu verhandeln. Der Erfolg scheint im Moment aber bescheiden.

Es bleibt also nur die Hoffnung, dass entweder ein über-nationales Gremium wie die EU reguliert oder, dass zumindes ein Operator pro Land, mit der Hoffnung auf das grosse Geschäft, die Preise einreisst.

Bin mal gespannt.

Konklusion:

Der HPMN, sprich derjenige Operator der den Kunden "besitzt", ist somit abhängig vom ausländischen Netzbetreiber VPMN. Dass dies die Endkunden nicht verstehen oder glauben ist nachvollziehbar ändert aber nichts an der Tatsache der Abhängigkeit.

Günstige Alternativen im Ausland sind WLAN Hotspots.

Ich hoffe Dir weitergeholfen zu haben und wünsche einen schönen Abend.

Gruss

Daniel

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Gruss

Tosci

dakis1'007 Beiträge
#36
Konklusion:

Der HPMN, sprich derjenige Operator der den Kunden "besitzt", ist somit abhängig vom ausländischen Netzbetreiber VPMN. Dass dies die Endkunden nicht verstehen oder glauben ist nachvollziehbar ändert aber nichts an der Tatsache der Abhängigkeit.
Tja, die Aussage ist eben leider insofern Blödsinn, als dass auch die schweizer Provider den ausländischen Kunden die gleichen horrenden Preise verrechnen und flott als Preistreiber mitagieren. Dabei behauptet jeder Provider, dass der jeweils andere ihnen ja die horrenden Preise verrechnet und sie daher nichts dafür können. Dass sie selber den ausländischen Kunden aber die gleichen Preise verrechnen, wird verschwiegen - ist ja auch für den CH-Kunden nicht relevant, gell!

dakis

tosci5'731 Beiträge
#37
Wenn aber die Schweizer zuerst die Preise senken sind sie nur die doofen... Scheissspiel!

CHfish3'690 Beiträge
#38
man kann ja Verträge machen, welche gegenseitige Vergünstigungen vereinbaren - wenn man dann will

dakis1'007 Beiträge
#39
Wenn aber die Schweizer zuerst die Preise senken sind sie nur die doofen... Scheissspiel!
Ja, in der Tat - daher wird sich erst etwas ändern, wenn eine Regulierungsbehörde alle Provider gleichzeitig zum Senken der Preise verpflichtet.

Wobei dies die EU sein dürfte und die europäischen Provider kaum dazu verpflichtet sein werden, die niedrigeren Preise auch an die schweizer Mobilfunkfirmen weiterzugeben :-/

Was übrigens aber auffällt: Vodafone, der grösste Swisscom Partner, hat längst die Datenroaming-Preise drastisch gesenkt - für ganz Europa. Die Swisscom hat da aber nicht mitgemacht. Was zeigt, dass die CH-Anbieter eben absolut null Interesse daran haben, dass die Preise sinken.

robi6'764 Beiträge
#40

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