Netzneutralität: Schweizer ICT-Unternehmen Unterzeichnen Kodex
51 Antworten12'912 AufrufeGestartet von olifaessler ·
"Schweizer ICT-Unternehmen schaffen Klarheit beim Thema Netzneutralität. Swisscom, Sunrise, upc cablecom, Orange und der Verband Swisscable haben einen entsprechenden Verhaltenskodex ausgearbeitet: Sie stehen gemeinsam ein für ein offenes Internet. Sie gründen zudem eine Schlichtungsstelle, der unabhängige Experten angehören sollen."
weiter:
http://www.swisscom.ch/de/about/media/press-releases/2014/11/20141107-MM-Netzneutralitat.html
Das ist doch mal ein Statement...
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http://www.swisscom.ch/de/about/media/press-releases/2014/11/20141107-MM-Netzneutralitat.html
Das ist doch mal ein Statement...
Error33332 Beiträge
Naja, ich sehe da ein grosses Fragezeichen:
Aus den Erläuterungen:
Notwendige Netzmanagementmassnahmen, welche gesetzlich vorgeschrieben oder richterlich angeordnet werden und Massnahmen, welche Kundenbedürfnissen entsprechen und Innovationen fördern, müssen jedoch möglich bleiben. Hierzu gehören Verkehrsmanagementtechniken im eigenen Netz, welche insbesondere darauf abzielen,
--> heisst ja nix anderes, wie dass ein Drittanbieter, welcher eine Vereinbarung (gegen Geld) schliesst, bevorzugt behandelt werden kann. Oder sehe ich da was falsch?
Aus den Erläuterungen:
Notwendige Netzmanagementmassnahmen, welche gesetzlich vorgeschrieben oder richterlich angeordnet werden und Massnahmen, welche Kundenbedürfnissen entsprechen und Innovationen fördern, müssen jedoch möglich bleiben. Hierzu gehören Verkehrsmanagementtechniken im eigenen Netz, welche insbesondere darauf abzielen,
- Aktivitäten zu blockieren, die dem Netz Schaden zufügen,
- Verfügungen von Behörden nachzukommen,
- die Dienstqualität von spezifischen Anwendungen, welche dies erfordern und für welche im Falle von Drittanbietern mit diesen Massnahmen zur Qualitätssicherung vereinbart werden können, zu gewährleisten,
- spezielle Situationen von temporärer Netzwerküberlast zu bekämpfen,
- Verkehr auf der individuellen Verbindung eines Nutzers auf dessen Wunsch zu priorisieren,
oder - vertraglich vereinbarte Nutzungslimiten einzuhalten.
--> heisst ja nix anderes, wie dass ein Drittanbieter, welcher eine Vereinbarung (gegen Geld) schliesst, bevorzugt behandelt werden kann. Oder sehe ich da was falsch?
robi6'764 Beiträge
--> heisst ja nix anderes, wie dass ein Drittanbieter, welcher eine Vereinbarung (gegen Geld) schliesst, bevorzugt behandelt werden kann. Oder sehe ich da was falsch?Es heisst aber zumindest, dass Drittanbieter nicht benachteiligt werden können (zB um sie zu zwingen zu bezahlen resp. um ihre Dienste zu verschlechtern)
Dass Anbieter bezahlen um ihre Inhalte fehlerfrei zu transportieren, ist ja schon lange Gang und Gäbe. zB via Akamai
Gelöschtes Mitglied 1349
Zu dem Thema gibt's hier ein paar gute Anregungen:
http://www.digitale-gesellschaft.ch/2014/11/07/nur-weil-die-provider-netzneutral-draufschreiben-ist-noch-lange-nicht-netzneutralitaet-drin/
http://www.digitale-gesellschaft.ch/2014/11/07/nur-weil-die-provider-netzneutral-draufschreiben-ist-noch-lange-nicht-netzneutralitaet-drin/
doom2'266 Beiträge
--> heisst ja nix anderes, wie dass ein Drittanbieter, welcher eine Vereinbarung (gegen Geld) schliesst, bevorzugt behandelt werden kann. Oder sehe ich da was falsch?Genauso ist es.. und damit ist das Ganze Augenwischerei und ein Versuch die eh-nix-von-technik-verstehenden Leute in Bern davon abzuhalten echte Netzneutralität ins Gesetz zu schreiben.
robi6'764 Beiträge
Netzneutralität als Grundidee ist so bestechend wie der Kommunismus --> eigentlich genau das Richtige.
Das Problem liegt bei beiden Philosophien daran, dass der Mensch offensichtlich stärker zum Kapitalismus neigt und sich nicht an die für das Funktionieren notwendigen moralischen Standards zu halten bereit ist. Netzneutralität könnte funktionieren, wenn sich alle Teilnhemer an eine "fair-use" Policy halten würden.
Bei der Netzneutralität ist für mich vor allem stossend, dass das Netz zum überwiegenden Anteil von Diensten genutzt wird, die diese "Gratisressource" dazu verwenden unanständig reich zu werden/bleiben, sich also schlussendlich auf Kosten der Allgemeinheit bereichern. Warum soll dieser angehäufte Reichtum nicht dazu verwendet werden, das Netz auszubauen, zu erhalten und zu verbessern?
Das Problem liegt bei beiden Philosophien daran, dass der Mensch offensichtlich stärker zum Kapitalismus neigt und sich nicht an die für das Funktionieren notwendigen moralischen Standards zu halten bereit ist. Netzneutralität könnte funktionieren, wenn sich alle Teilnhemer an eine "fair-use" Policy halten würden.
Bei der Netzneutralität ist für mich vor allem stossend, dass das Netz zum überwiegenden Anteil von Diensten genutzt wird, die diese "Gratisressource" dazu verwenden unanständig reich zu werden/bleiben, sich also schlussendlich auf Kosten der Allgemeinheit bereichern. Warum soll dieser angehäufte Reichtum nicht dazu verwendet werden, das Netz auszubauen, zu erhalten und zu verbessern?
Gelöschtes Mitglied 1349
Von welchen Diensten ist hier die Rede, die sich auf Kosten der Allgemeinheit in so unanständigem Ausmass bereichern?
Jetzt mal Hand aufs Herz: die Netzanbieter propagieren doch selbst in schöner Regelmässigkeit, wie schnell und zuverlässig deren Netze sind.
Wenn Dienste und/oder Enduser dies ausschöpfen und die Aussagen der Anbieter für bare Münze nehmen, was soll daran unanständig sein?
Und was heisst "Fair-Use"? Ich würde mir so sehr wünschen, dass anstelle dieses schwammigen Begriffes endlich offen und mit konkreten Zahlen untermauerte Fakten kommuniziert würden.
Gibt es bei Swisscom, UPC, Quickline & Co eigentlich eine offen gelegte Statistik, welche Dienste (inklusive Swisscom TV) in welchem Umfang Datentransfers verursachen und welche dafür extra was an die Netzanbieter bezahlen?
DAS würde ich mir unter echter Transparenz vorstellen (und nebenbei auch meine Neugier befriedigen /emoticons/default_wink.png).
Jetzt mal Hand aufs Herz: die Netzanbieter propagieren doch selbst in schöner Regelmässigkeit, wie schnell und zuverlässig deren Netze sind.
Wenn Dienste und/oder Enduser dies ausschöpfen und die Aussagen der Anbieter für bare Münze nehmen, was soll daran unanständig sein?
Und was heisst "Fair-Use"? Ich würde mir so sehr wünschen, dass anstelle dieses schwammigen Begriffes endlich offen und mit konkreten Zahlen untermauerte Fakten kommuniziert würden.
Gibt es bei Swisscom, UPC, Quickline & Co eigentlich eine offen gelegte Statistik, welche Dienste (inklusive Swisscom TV) in welchem Umfang Datentransfers verursachen und welche dafür extra was an die Netzanbieter bezahlen?
DAS würde ich mir unter echter Transparenz vorstellen (und nebenbei auch meine Neugier befriedigen /emoticons/default_wink.png).
Gelöschtes Mitglied 757
Ich denke, oder hoffe, dass der Fair Use Begriff sowieso verschwinden wird. Zu reinen Internet-Zeiten konnte man noch über die Datenmenge pro Monat argumentieren und die Geschwindigkeit reduzieren. Inzwischen haben viele Provider ein eigenes IPTV Angebot, nur wie soll da noch Fair Use angewendet werden? Max. 20h TV pro Woche? ;-)
robi6'764 Beiträge
Von welchen Diensten ist hier die Rede, die sich auf Kosten der Allgemeinheit in so unanständigem Ausmass bereichern?Netflix und Google (Youtube) verursachen in den USA aktuell AFAIR 80% der Netzbelastung. Mit (echtem) HD und gar 4k werden die Netze weltweit für Milliarden ausgebaut werden müssen, damit diese zwei Firmen ihre Dienste weiterhin ohne Probleme an die Kunden bringen können. Sollen nun die Konsumenten (wir) diese Netzausbauten mit höheren oder nicht gesenkten Internetabos bezahlen? Wäre es nicht fairer, diese Kosten auf die zwei Anbieter abzuwälzen?
...Und was heisst "Fair-Use"? /emoticons/default_wink.png).
@ Schlummi: OK, "fair use" ist ein besetzter Begriff... Ich meinte damit nicht die Usage des Konsumenten, sondern die Usage der Anbieter... Es zeigt aber wieder mal schön den pawlovschen Reflex auf bestimmte Reize /emoticons/default_biggrin.png
doom2'266 Beiträge
Aha.. die ISPs haben uns schon den ersten Lobbyisten untergejubelt...
ich bezahle 90.- im Monat für 200/10 mit unlimitierter Datenrate. Wenn das für den ISP nicht aufgeht, kann er seine Preise anpassen, genau gleich wie ich dann zu einem anderen Anbieter gehen kann. Mit unlimitiert zu werben, und dann auf die Tränendrüse zu drücken wenn die Abonnenten mehr als nur 10 GB pro Monat beziehen, das ist einfach nur heuchlerisch.
[SIZE=12.8000001907349px]ISPs wollen keine dummen Pipe Provider sein sondern bei allen Diensten mit abkassieren. Als Kunde bezahlst du dann dreifach: Zuerst einmal dass du überhaupt auf die Webseite des gewünschten Angebotes kommst, dann dass du von dort aus etwas kaufen darfst, und dann nochmals dass dein Kauf wieder zu dir zurückkommt. Führen wir das ad absurdum weiter, würde das bedeuten dass der ISP bei jeder Werbeeinblendung einen Teil der Werbeeinnahmen erhalten müsste, bei jeder Bestellung die du online machst seinen Teil davon kassieren würde, und grundsätzlich bei jedem Byte dass von irgend einem Anbieter außerhalb des Netztes deines ISPs zusätzlich bezahlt werden sollte. Online Abo bei einer Zeitung? 30% der Gebühr geht an den ISP. App kaufen, 30% an den ISP, und so weiter. Dieses Modell gibt es bereits - es nennt sich usage based Billing. Ein Provider der überall mitverdienen will, kann die Flatrate abschaffen, zu 0.- Grundgebühr den Anschluss schalten, und dann für jedes Byte mitkassieren. Die US Vorbilder machen das ja schon, und wollen trotzdem noch zusätzlich von den Dienstanbietern geschmiert werden. Den Hals nicht vollkriegen sagt man dem im Volksmund.[/SIZE]
ich bezahle 90.- im Monat für 200/10 mit unlimitierter Datenrate. Wenn das für den ISP nicht aufgeht, kann er seine Preise anpassen, genau gleich wie ich dann zu einem anderen Anbieter gehen kann. Mit unlimitiert zu werben, und dann auf die Tränendrüse zu drücken wenn die Abonnenten mehr als nur 10 GB pro Monat beziehen, das ist einfach nur heuchlerisch.
Netflix und Google (Youtube) verursachen in den USA aktuell AFAIR 80% der Netzbelastung. Mit (echtem) HD und gar 4k werden die Netze weltweit für Milliarden ausgebaut werden müssen, damit diese zwei Firmen ihre Dienste weiterhin ohne Probleme an die Kunden bringen könnenI call Bullshit. Erstens mal stimmen deine Zahlen nicht - es sind unter 65% (https://www.sandvine.com/downloads/general/global-internet-phenomena/2014/1h-2014-global-internet-phenomena-report.pdf), und das in einem Markt der überhaupt keiner ist denn die Infrastruktur der USA ist breitbandtechnisch lange nicht dort wo die Schweiz z.B. ist. Zweitens, der Netzausbau erfolgt nicht wegen Netflix (das gibt es ja erst seit letzten Monat), sondern weil dei Provider selber zusätzliche Dienste anbieten wollen, sprich die ganzen TV, Replay, VOD und Personal Cloud Angebote.Ob der Kunde nun pro Abend 4h Swisscom TV schaut, oder Netflix - dort wo es teuer wird (die letzte Meile) dort geht genau gleich viel Traffic über die Leitung. Aber der Provider kann bei einem TV/Streaming Angebot das nicht ihm gehört nicht zusätzlich kassieren wenn es nicht von ihm kommt, und darum geht es hier.
[SIZE=12.8000001907349px]ISPs wollen keine dummen Pipe Provider sein sondern bei allen Diensten mit abkassieren. Als Kunde bezahlst du dann dreifach: Zuerst einmal dass du überhaupt auf die Webseite des gewünschten Angebotes kommst, dann dass du von dort aus etwas kaufen darfst, und dann nochmals dass dein Kauf wieder zu dir zurückkommt. Führen wir das ad absurdum weiter, würde das bedeuten dass der ISP bei jeder Werbeeinblendung einen Teil der Werbeeinnahmen erhalten müsste, bei jeder Bestellung die du online machst seinen Teil davon kassieren würde, und grundsätzlich bei jedem Byte dass von irgend einem Anbieter außerhalb des Netztes deines ISPs zusätzlich bezahlt werden sollte. Online Abo bei einer Zeitung? 30% der Gebühr geht an den ISP. App kaufen, 30% an den ISP, und so weiter. Dieses Modell gibt es bereits - es nennt sich usage based Billing. Ein Provider der überall mitverdienen will, kann die Flatrate abschaffen, zu 0.- Grundgebühr den Anschluss schalten, und dann für jedes Byte mitkassieren. Die US Vorbilder machen das ja schon, und wollen trotzdem noch zusätzlich von den Dienstanbietern geschmiert werden. Den Hals nicht vollkriegen sagt man dem im Volksmund.[/SIZE]
roman709'245 Beiträge
Aha.. die ISPs haben uns schon den ersten Lobbyisten untergejubelt...Lobbyisten gibt es immer auf beiden Seiten.
roman709'245 Beiträge
[SIZE=12.8px]Den Hals nicht vollkriegen sagt man dem im Volksmund.[/SIZE]Und offiziell sagt man dem Marktwirtschaft. Möglichst viel Ertrag bei möglichst wenig Aufwand. Probleme gibt es nur, wenn zu wenige Anbieter da sind und der Markt nicht spielt. Oder Preisabsprachen vorhanden sind, welche in einer regulären Marktwirtschaft auch wieder verboten sind, da es ja keine "reine" Marktwirtschaft gibt.
Snowman410'415 Beiträge
Wer in dieser Welt will nicht den Hals vollkriegen? Ich sehe da keine Ausnahmen.
robi6'764 Beiträge
Aha.. die ISPs haben uns schon den ersten Lobbyisten untergejubelt...Doom, du irrst mehrfach...
ich bezahle 90.- im Monat für 200/10 mit unlimitierter Datenrate. Wenn das für den ISP nicht aufgeht, kann er seine Preise anpassen, genau gleich wie ich dann zu einem anderen Anbieter gehen kann. Mit unlimitiert zu werben, und dann auf die Tränendrüse zu drücken wenn die Abonnenten mehr als nur 10 GB pro Monat beziehen, das ist einfach nur heuchlerisch.
I call Bullshit. Erstens mal stimmen deine Zahlen nicht - es sind unter 65% (https://www.sandvine.com/downloads/general/global-internet-phenomena/2014/1h-2014-global-internet-phenomena-report.pdf), und das in einem Markt der überhaupt keiner ist denn die Infrastruktur der USA ist breitbandtechnisch lange nicht dort wo die Schweiz z.B. ist. Zweitens, der Netzausbau erfolgt nicht wegen Netflix (das gibt es ja erst seit letzten Monat), sondern weil dei Provider selber zusätzliche Dienste anbieten wollen, sprich die ganzen TV, Replay, VOD und Personal Cloud Angebote.Ob der Kunde nun pro Abend 4h Swisscom TV schaut, oder Netflix - dort wo es teuer wird (die letzte Meile) dort geht genau gleich viel Traffic über die Leitung. Aber der Provider kann bei einem TV/Streaming Angebot das nicht ihm gehört nicht zusätzlich kassieren wenn es nicht von ihm kommt, und darum geht es hier.
[SIZE=12.8000001907349px]ISPs wollen keine dummen Pipe Provider sein sondern bei allen Diensten mit abkassieren. Als Kunde bezahlst du dann dreifach: Zuerst einmal dass du überhaupt auf die Webseite des gewünschten Angebotes kommst, dann dass du von dort aus etwas kaufen darfst, und dann nochmals dass dein Kauf wieder zu dir zurückkommt. Führen wir das ad absurdum weiter, würde das bedeuten dass der ISP bei jeder Werbeeinblendung einen Teil der Werbeeinnahmen erhalten müsste, bei jeder Bestellung die du online machst seinen Teil davon kassieren würde, und grundsätzlich bei jedem Byte dass von irgend einem Anbieter außerhalb des Netztes deines ISPs zusätzlich bezahlt werden sollte. Online Abo bei einer Zeitung? 30% der Gebühr geht an den ISP. App kaufen, 30% an den ISP, und so weiter. Dieses Modell gibt es bereits - es nennt sich usage based Billing. Ein Provider der überall mitverdienen will, kann die Flatrate abschaffen, zu 0.- Grundgebühr den Anschluss schalten, und dann für jedes Byte mitkassieren. Die US Vorbilder machen das ja schon, und wollen trotzdem noch zusätzlich von den Dienstanbietern geschmiert werden. Den Hals nicht vollkriegen sagt man dem im Volksmund.[/SIZE]
1. Vertrete ich hier seit Jahren MEINE Meinung und nicht die meines Arbeitgebers, was aber deckungsgleich sein KANN
2. Verstehst du den Unterschied zwischen Unicast und Multicast definitiv nicht
3. Geht es hier nicht um die momentane Situation, sondern um die wahrscheinlichste zukünftige
4. Geht es in dieser Diskussion NICHT um die letzte Meile
5. Sind längst nicht alle ISP so auf Rosen gebettet wie die Swisscom
6. ICH bezahle gleich viel für mein Internetabo wie du... obwohl ich keine Streamingservices nutze... Wenn mein Abo also wegen dem Ausbau teurer (oder nicht billiger) wird, dann finanziere ich deinen Bandbreitenhunger mit. Deshalb wäre es fairer, wenn der Anbieter für die Bandbreite bezahlt und das Geld von seinen Kunden wieder hereinholt.... Ich unterstelle mal den meisten die die Netzneutralität so lautstark unterstützen, dass ihnen das durchaus bewusst ist... honni soit qui mal y pense ;-)
doom2'266 Beiträge
bearbeitet #15
Verstehst du den Unterschied zwischen Unicast und Multicast definitiv nichtDu gehst davon aus dass alle Leute die Swisscom oder Sunrise (&Co) TV schauen, dies in real-time tun. Ich gehe davon aus dass Timeshifting der neue Normalzustand sein wird. Wenn du mit potentiellen zukünftigen Situationen rausreden willst, dann darf ich das ja auch /emoticons/default_wink.png Replay, VOD und Personal Cloud ist alles Unicast..
Und natürlich geht es um die letzte Meile - der Grossteil der Kosten deines und meines Internet Anschlusses ergibt sich nun mal aus der letzten Meile. Ein paar Router auswechseln, ein paar Fasern beleuchten - dort wo richtig Geld draufgeht ist wenn sie die Strasse aufbuddeln und neue Leitungen legen. Und das machen sie definitiv nicht wegen Netflix - die Netzbauer haben entweder einen Auftrag vom Volk oder Regierung, oder es ist Swisscom welche mit Kablern nachziehen muss, und Swisscom ist such durchaus bewusst dass es für 4K und 8K TV mit Kupfer einfach nicht reicht (Netflix 4K setzt eine 25mbit Leitung voraus.. man rechne mal 3 für 3 TVs und schon sind die ersten 100mbit weg, d.h. du brauchst bereits G.fast und damit Tiefbauarbeiten).
[SIZE=12.8000001907349px]Ich sehe du gehörst zur Fraktion die denkt ohne Leute mit hohem Traffic hätten sie gratis (überspitzt gesagt) Internet. Wäre das für den Provider interessant, gäbe es schon lang solche Angebote. Ich wäre durchaus interessiert an einem Angebot wo ich sagen wir 10.- für die Leitung und dann nur Backhaul Traffic bezahle.. aber den Provider musst du mir erst finden der sowas mitmacht. Ich behaupte das ist weil es sich nicht rechnet.[/SIZE]
Und by the way.. meine Konsumation findet dann statt, wenn die Leitungen idle vor sich her dümpelt und die Leute am arbeiten sind.. soviel zum Thema dass du meine Bandbreite mitbezahlst.
Gelöschtes Mitglied 757
Die persönliche Erfahrung zeigt mir, dass nicht Internet oder Streaming per Internet der treibende Faktor im Netzausbau sein dürfte. Vielmehr scheinen die eigenen IPTV Lösungen zu einem Mehrfachen an Verkehr zu führen. Die Anwender brauchen ihre Zeit bis das Konsumsverhalten der Technik angepasst wurde. Wer mal den Wochenrückblick entdeckt hat nutzt ihn.
Multicast oder vergleichbar DVB-C dürfte langfristig eine immer kleinere Rolle spielen.
Ich glaube kaum dass man bei 3TV à 4K-Inhalt von der Regel ausgehen kann. Vergleichbar wären ja auch die 200MBit/s Abos der Kabelprovider.
Multicast oder vergleichbar DVB-C dürfte langfristig eine immer kleinere Rolle spielen.
Ich glaube kaum dass man bei 3TV à 4K-Inhalt von der Regel ausgehen kann. Vergleichbar wären ja auch die 200MBit/s Abos der Kabelprovider.
robi6'764 Beiträge
Du gehst davon aus dass alle Leute die Swisscom oder Sunrise (&Co) TV schauen, dies in real-time tun. Ich gehe davon aus dass Timeshifting der neue Normalzustand sein wird. Wenn du mit potentiellen zukünftigen Situationen rausreden willst, dann darf ich das ja auch /emoticons/default_wink.png Replay, VOD und Personal Cloud ist alles Unicast..Ich behaupte das Gegenteil ;-) Das geht nicht so schnell wie es die Industrie gerne hätte. Da reden wir nicht von ein/zwei Jahren, da reden wir mindestens von 5+ Jahren
Und natürlich geht es um die letzte Meile - der Grossteil der Kosten deines und meines Internet Anschlusses ergibt sich nun mal aus der letzten Meile. Ein paar Router auswechseln, ein paar Fasern beleuchten - dort wo richtig Geld draufgeht ist wenn sie die Strasse aufbuddeln und neue Leitungen legen.
Nein, in dieser Diskussion geht es vor allem um Backbones und um Peering. Und auch nicht um Bandbreite, sondern um absolute Datenvolumen und um Spitzenbelastungen. Bei Streaming kannst du zB. kaum Overbooking betreiben und musst deine Transportnetze nicht um wenige Prozent, sondern um Faktor Xtausend ausbauen.
Waudiz570 Beiträge
bearbeitet #18
Ich denke, es wird hier nicht anders sein als überall sonst: Wer mehr Geld hat bzw. zu zahlen bereit ist, wird eine bessere Versorgung erhalten. Das kann man nun gut oder schlecht finden, ändern wird sich daran trotzdem nichts. Und auf die Politik sollte man hier ohnehin nicht hoffen: Sie wird der Realität einmal mehr um Jahre hinterherhinken und erst noch Gesetze und Verordnungen mit zahlreichen Schlupflöchern hinterlassen und vermutlich nicht viel mehr bewirken, als den Ist-Zustand in Gesetzesform zu giessen. Ein anderes Thema, bei dem es gesellschaftlich nicht schick ist, eine Mehrklassengesellschaft zu akzeptieren, ist z.B. das Gesundheitswesen. Aber auch dort war es so, ist es so und wird es vermutlich auch immer so sein, dass wer mehr Geld auf den Tisch legen kann, bevorzugt behandelt wird.
Gewiss, auch ich fände es gut, wenn es so etwas wie Netzneutralität tatsächlich gäbe. Aber ich bin wohl einfach zu lange auf dieser Welt, als dass ich mir da noch Illusionen machen würde. Das Internet ist nicht mehr das, was viele, die von Beginn an dabei waren, noch kannten und/oder sich wünschten. Viele nahmen es als eine Art "digitale Anarchie" wahr. Jeder kann anonym im Netz machen, was ihm gerade beliebt. Ueber die Hintergründe (was im Netz dabei genau passiert) machte man sich sowieso keine Gedanken. Wie weit her es mit der Anonymität tatsächlich ist, wissen wir heute. Nie gab es weniger Anonymität als im Internet-Zeitalter. Und was kommerzialisiert werden kann, wird auch kommerzialisiert. Wenn der eine aus vielleicht hehren Gründen darauf verzichtet, wird sich schon ein anderer finden, der es an seiner Stelle macht. Und so wie die Anarchie als Staatsform in der Realität nicht funktioniert, funktioniert sie auch digital nicht.
Gerade in der Gründerzeit war das Internet an sich (also der Zugang) im Vergleich viel teurer als heute, für viel weniger Inhalt und viel weniger Übertragungsleistung. Ich weiss manchmal schlicht nicht, worüber hier so ein Geschrei gemacht wird heutzutage. Ich habe noch erlebt, dass allein schon der Zugang beim Provider so zwischen 50 und 100 Franken kostete - plus dann noch die Einwahlgebühren, zeitabhängig. Ich weiss noch, wie teuer bei einer Cablecom seinerzeit das 2 und später das 10 mbit/s Abo waren. Da sind alle heutigen Angebote ja wirklich geschenkt dagegen.
Wenn Dienste, welche viel Traffic verursachen, auch viel bezahlen (und dann halt für den Endkunden entsprechend teurer werden) - was ist daran falsch? Ansonsten wird in der Politik immer nach dem Verursacherprinzip als dem fairsten gerufen. Hier soll das selbe plötzlich falsch sein? Das muss man nicht verstehen, oder?
Und wo bekommt man für einen, zudem relativ tiefen, Fixbetrag unendlich viel von etwas? Eben, nirgends. Wo so etwas angeboten wird, basiert das Angebot immer auf einer Mischrechnung. Kein einziges dieser Angebote würde aber zu diesen Konditionen funktionieren, wenn jeder tatsächlich vollen Gebrauch davon machen würde. Man kann dies als Etikettenschwindel verurteilen, doch für den übergrossen Teil der Kunden ist es das nicht, da sie sich eben nur im Rahmen dessen bewegen, was der Anbieter ohnehin einkalkuliert hat. Es ist nun aber mal einfacher, "unlimitiert" zu verkaufen als genaue Mengenangaben zu machen, zumal bei so etwas wie Daten, wo den allermeisten Leuten jegliches Gefühl für das Einschätzen des Datenvolumens fehlen dürfte. Auch ich könnte nicht sagen, wieviel Traffic ich mit einem 30 minütigen normalen Telefonat, 1 Stunde Skype oder mit 2 Stunden HDTV Gucken verursacht habe. Spätestens ohne eingeschaltetem Werbeblocker wird man sich auch wundern, wieviel Traffic "hundsgewöhnliche" Websites verursachen können.
Gewiss, auch ich fände es gut, wenn es so etwas wie Netzneutralität tatsächlich gäbe. Aber ich bin wohl einfach zu lange auf dieser Welt, als dass ich mir da noch Illusionen machen würde. Das Internet ist nicht mehr das, was viele, die von Beginn an dabei waren, noch kannten und/oder sich wünschten. Viele nahmen es als eine Art "digitale Anarchie" wahr. Jeder kann anonym im Netz machen, was ihm gerade beliebt. Ueber die Hintergründe (was im Netz dabei genau passiert) machte man sich sowieso keine Gedanken. Wie weit her es mit der Anonymität tatsächlich ist, wissen wir heute. Nie gab es weniger Anonymität als im Internet-Zeitalter. Und was kommerzialisiert werden kann, wird auch kommerzialisiert. Wenn der eine aus vielleicht hehren Gründen darauf verzichtet, wird sich schon ein anderer finden, der es an seiner Stelle macht. Und so wie die Anarchie als Staatsform in der Realität nicht funktioniert, funktioniert sie auch digital nicht.
Gerade in der Gründerzeit war das Internet an sich (also der Zugang) im Vergleich viel teurer als heute, für viel weniger Inhalt und viel weniger Übertragungsleistung. Ich weiss manchmal schlicht nicht, worüber hier so ein Geschrei gemacht wird heutzutage. Ich habe noch erlebt, dass allein schon der Zugang beim Provider so zwischen 50 und 100 Franken kostete - plus dann noch die Einwahlgebühren, zeitabhängig. Ich weiss noch, wie teuer bei einer Cablecom seinerzeit das 2 und später das 10 mbit/s Abo waren. Da sind alle heutigen Angebote ja wirklich geschenkt dagegen.
Wenn Dienste, welche viel Traffic verursachen, auch viel bezahlen (und dann halt für den Endkunden entsprechend teurer werden) - was ist daran falsch? Ansonsten wird in der Politik immer nach dem Verursacherprinzip als dem fairsten gerufen. Hier soll das selbe plötzlich falsch sein? Das muss man nicht verstehen, oder?
Und wo bekommt man für einen, zudem relativ tiefen, Fixbetrag unendlich viel von etwas? Eben, nirgends. Wo so etwas angeboten wird, basiert das Angebot immer auf einer Mischrechnung. Kein einziges dieser Angebote würde aber zu diesen Konditionen funktionieren, wenn jeder tatsächlich vollen Gebrauch davon machen würde. Man kann dies als Etikettenschwindel verurteilen, doch für den übergrossen Teil der Kunden ist es das nicht, da sie sich eben nur im Rahmen dessen bewegen, was der Anbieter ohnehin einkalkuliert hat. Es ist nun aber mal einfacher, "unlimitiert" zu verkaufen als genaue Mengenangaben zu machen, zumal bei so etwas wie Daten, wo den allermeisten Leuten jegliches Gefühl für das Einschätzen des Datenvolumens fehlen dürfte. Auch ich könnte nicht sagen, wieviel Traffic ich mit einem 30 minütigen normalen Telefonat, 1 Stunde Skype oder mit 2 Stunden HDTV Gucken verursacht habe. Spätestens ohne eingeschaltetem Werbeblocker wird man sich auch wundern, wieviel Traffic "hundsgewöhnliche" Websites verursachen können.
doom2'266 Beiträge
Nein, in dieser Diskussion geht es vor allem um Backbones und um Peering. Und auch nicht um Bandbreite, sondern um absolute Datenvolumen und um Spitzenbelastungen. Bei Streaming kannst du zB. kaum Overbooking betreiben und musst deine Transportnetze nicht um wenige Prozent, sondern um Faktor Xtausend ausbauen.Dann erkläre uns doch mal wie Init7, Yplay und Solnet ein Gigabit Angebot für unter 100 Franken an den Mann bringen können? Sie beziehen die letzte Meile relativ günstig (da unbeleuchtete Fibre.. die kostet gleichviel ob du nun 10mbit drüber fährst oder ein Gigabit symmetrisch), und beim Rest gibt es Skalenfaktoren. Traffic aus einem Datecenter kostet quasi nix. Zum Teil kriegst du Server unter 10.- im Monat mit unlimited Traffic. Ob die unlimited sind? Vermutlich nicht. Aber ein Server mit 2 TB Traffic und Giga Anbindung für 59.- bei Hostpoint (um mal ein konkretes Beispiel zu nehmen), das wird kaum Betrug sein, und zeigt plastisch was heute noch was kostet. Dass Netflix mit den US Providern Probleme bekam - das ist nicht weil sich die das nicht leisten können (Netflix bietet dir als Provider ja sogar an direkt in dein Datacenter zu kommen - du musst nur den Strom für ihre Hardware bezahlen wenn ich das richtig im Kopf habe), sondern die Provider wollten einfach noch mehr Geld kassieren um ihre Chefetage überzubezahlen.
Wenn die Fasern in der Telefonzentrale des Ortes zusammenlaufen, musst du nur das an dein eigenes DC anbinden. Das kostet sicher etwas, aber skaliert die Sache bereits. Ob du jetzt 10 Kunden oder 1000 Kunden hast - wieviel geht noch mal über eine einizge Fibre? Im Labor schon im http://www.extremetech.com/computing/187258-43tbps-over-a-single-fiber-worlds-fastest-network-would-let-you-download-a-movie-in-0-2-milliseconds'>Terabit Bereich. Und selbst wenn jeder Kunde mal Gigabit hätte - überbuchen kannst du das immer noch. Wer vor dem Kasten sitzt und sich nen Film reinzieht, ist damit erstmals beschäftigt, und jeder Mensch hat nur soviel Freizeit um sich multimedia. berieseln zu lassen.
Stell dir vor du rufst jemand an, und der müsste zusätzlich bezahlen damit seine Sprache auch wieder zu dir durchkommt - dieses Modell ist hierzulande undenkbar. Aber genau dieses Modell propagierst du und die Provider. Jeder bezahlt für Access - der entweder nach Volumen oder nach Bandbreite begrenzt ist. Danach sollte die Sache gegessen sein. Netflix kommt ja nicht gratis zu dir nach Hause - sie bezahlen ihren Upstream Provider, dieser wiederum hat Abmachungen mit Transit Providern, diese mit weiteren Transit Providern oder deinem ISP. Vor ein paar Jahren waren Torrets der ach so böse Traffic der zum Kollaps aller Netze führen sollte. Jetzt ist es Video. In weiteren 5-10 Jahren findest sich sicher eine weitere Zielscheibe.
Ansonsten wird in der Politik immer nach dem Verursacherprinzip als dem fairsten gerufen.Wie war das nochmal mit variablen Ticket Preisen in Funktion der Tageszeit oder Congestion Pricing auf Autobahnen? Die "ich zahle doch nicht für Ausländer und Schmarozer" Fraktion lernt man da plötzlich ganz anders kennen (aber wehe man greift die Bauern oder die Armee an...). Verursachergerecht ist allgemein nur genehm wenn man davon profitiert, aber sicher nicht wenn man da mehr bezahlen müsste. Ich könnte hier auch ein Geschrei ablassen weil ich ne Telefonie und SMS Flat bezahle, aber eigentlich nur Internet benütze, oder seit 7 Jahren für Kabelinternet einen TV Anschluss bezahle denn ich gar nicht nutzen kann (keine Dosen). Aber jetzt hier zu stänkern das alle QL Nutzer die auch TV schauen von mir subventioniert werden - bringt das was?
Snowman410'415 Beiträge
"Yplay ein Gigabit Angebot für unter 100 Franken an den Mann bringen können?"Yplay und Solnet ein Gigabit Angebot für unter 100 Franken an den Mann bringen können?
Kein Ahnung in welchem Gebiet das Angeboten gilt. Hier nicht, hier will Yplay für 100/100 Fr. 139.-- und mehr Geschwindigkeit geht nicht.
Kein Ahnung in welchem Gebiet das Angeboten gilt. Hier nicht, hier will Yplay für 100/100 Fr. 139.-- und mehr Geschwindigkeit geht nicht.
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