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Kanton ZH: Volksinitiative für den Ausbau des Glasfasernetzes

2 Antworten2'417 AufrufeGestartet von Waudiz ·

WaudizThemenstart570 Beiträge
#1
Vor kurzem wurde im Kanton Zürich eine Volksinitiative gestartet, die verlangt, dass die EKZ (Elektrizitätswerke des Kantons Zürich) in ihrem Versorgungsgebiet ein FTTH-Netz bauen, Kooperationen sind dabei erlaubt. Vereinfacht gesagt sind fast alle Gemeinden mit Ausnahme der Städte Zürich und Winterthur EKZ-Gebiet. Die meisten der Orte, welche ein eigenes/anderes Netz haben, sind bereits am Bauen eines FTTH-Netzes. Andere Technologien als FTTH werden von den Initianten als nicht ausreichend abgetan, sie wollen FTTH und kein sonstiges FTTx.

Es wäre toll, wenn auch Leute, die bereits Glasfaser haben, solidarisch die Initiative unterstützen.

Ich selber habe mit der Initiative nichts zu tun, begrüsse sie aber sehr.

https://www.glasfaser-zh.ch/

1× hilfreich
Gelöschtes Mitglied 757
#2
Der Glasfaser gehört die Zukunft, keine Frage. Nur wenn Kupfer wirklich so schlecht ist wie auf der Seite dargestellt, dann müssten ganz viele Anwender in der Schweiz leiden.

Die EKZ schielt sicher auf das Netz der EWZ und lernt vielleicht daraus, wie man es nicht machen sollte.

Tolle Argumentation, hoffentlich fällt den Seitenbetreibern noch etwas mehr dazu ein:

Glasfaser-Internet für alle


Ultraschnelles und flächendeckendes Internet für alle im Kanton Zürich (aktuell bis 1Gbit/s). Erhältlich ab bereits CHF 20/Monat – und nicht nur in Zürich und Winterthur. Verhinderung einer Zweiklassengesellschaft beim Internetzugang.

Tolles Argument, auf Glas setzen und dann das Einstiegabo mit 10/10MBit erwähnen. Da macht Glas sicher Sinn. Würde mich zudem interessieren wann der Glasfaseranschluss bei 20Fr./Monat abbezahlt ist.

Standortvorteile


Der Kanton Zürich als Wirtschaftsmotor der Schweiz. Ob Eigenheimbesitzer, Vermieter oder Unternehmen: Glasfaser ist ein klarer und nachhaltiger Standortvorteil für alle im Kanton Zürich.

Mir fehlt da etwas der Zusammenhang. Ist da die Hoffnung, dass dann vermehrt Leute von zu hause aus arbeiten und so die Verkehrslage im Kanton entschärfen sollen?

Keine neuen Handy-Antennen


Das Mobile Internet ist bereits heute überlastet und langsam. Ein Glasfasernetz benötigt keine neuen Handy-Antennen und ist praktisch wartungsfrei.

In meinen Augen ein schwachsinniges Argument, ausser man baut ein kantonales WLAN auf.

Swisscom setzt auf Kupferleitungen


Swisscom setzt auf veraltete FTTS-Technologie (Glasfaser auf Strassenebene) und bringt kein Glasfaser-Internet in Ihr(e) Haus/Wohnung – preist dies aber als ‚Glasfasertechnologie‘ an. Der Hausanschluss erfolgt mit altem Kupferkabel.

Bin ja gespannt, wer die ganzen Hausinstallationen bezahlen soll. Ich glaube es gibt einen Grund warum das Glas nicht bis in die Wohnung gezogen wird, weil es teuer ist. Und auch wegen Argument 1, kommt ja schliesslich kein Geld mehr rein.

Waudiz570 Beiträge
bearbeitet #3
Die Argumente finde ich auch nicht besonders glücklich gewählt bzw. formuliert. Wenig kann ich auch dem Video abgewinnen. Hier wurde einfach etwas von einem Provider verlinkt, statt dass die Initiatoren buchstäblich selber hingestanden wären und kurz und knapp ihr Anliegen formuliert und eine überzeugende Begründung dafür geliefert hätten. Mag der Inhalt des Videos auch korrekt sein, für Laien ist es zu langfädig und stellenweise immer noch zu fachchinesisch. Werbung, auch politische, muss ihre Botschaft in aller Kürze vermitteln können, will sie erfolgreich sein.

Den Standortvorteil von FTTH sehe ich durchaus: Wer will in 10, 20 Jahren noch ein Unternehmen gründen an einem Ort, wo es kein Glasfasernetz gibt, wenn vielleicht in der Nachbargemeinde oder ein Dorf ennet der Kantonsgrenze, ebendiese Infrastruktur vorhanden ist? Und während unsere Eltern die Sache noch entspannt sehen mögen: Wer von Kindsbeinen an im Internet war, wird dem Netzzugang künftig mindestens soviel Beachtung schenken wie dem Steuerfuss oder der Verkehrsanbindung. Internetanbindung wird zusehends als Teil der Lebensqualität wahrgenommen. Gemeinden ohne FTTH dürften das über kurz oder lang zu spüren bekommen.

Wenn ich sehe, für was für fragliche Dinge, um nicht zu sagen Unsinn, Gemeinden Geld aufwerfen: Mal muss ein neues Leitbild und/oder Gemeindemotto her. Natürlich wird nicht der erstbeste Einfall eines Gemeinderates zum Motto erkoren, sondern es wird ein Wettbewerb losgetreten. Entsprechend kostet so ein Furz, von dem die Bevölkerung einen Wahnsinnsnutzen hat, ja auch fast gar nichts. Das Leitbild wird aufwändig mit viel Rücksprache mit der Bevölkerung erstellt, danach in alle Haushalte verteilt, um alsbald im Altpapier massenweise wieder aufzutauchen. Sicher nur kurz später ist das Briefpapier der Gemeindeverwaltung angeblich altmodisch (neues Logo muss sein, aber subito!), die Strassennamen werden plötzlich anders geschrieben (Dorf-Strasse statt Dorfstrasse) inkl. Änderung in der ganzen IT (Adressbestand), Schildertausch an den Strassen selbst, und weitere Leerläufe mehr. Die Beispiele habe ich mir nicht aus dem Finger gesaugt, sondern ich kenne Gemeinden, in denen erwähnte Dinge passiert sind. Solches Geld wäre meines Erachtens in einem FTTH-Netz zukunftsweisender investiert.

Handyantennen: Es ist eher so, dass die Antennen selbst auch eine Glasfaseranbindung brauchen, wollen sie die für 5G angepeilten Geschwindigkeiten liefern können. Man hätte also besser argumentiert, dass Glasfaser auch für leistungsstarke Mobilnetze schon in naher Zukunft ein Muss sein wird. Ich denke, dass die Anzahl Antennen noch zunehmen wird, gerade dort, wo kein FTTH und vielleicht auch kein TV-Kabel verfügbar ist, da in solchen Gegenden zusehends auf mobiles Internet ausgewichen werden dürfte, wenn das Festnetz "nichts" hergibt.

Trotz des für mich wenig überzeugenden Daherkommens der Initiative hoffe ich, dass sie zu Stande kommt und dass im eigentlichen Abstimmungskampf besser argumentiert wird.

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