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Digitalradio doch nicht so gut?

23 Antworten6'321 AufrufeGestartet von White-Husky ·

White-HuskyThemenstart164 Beiträge
#1
In den letzten Jahren musste man sich immer anhören, Digitalradio sei das Radio der Zukunft: Mehr Sender, bessere Audio-Qualität und und und.

Die Rede war von "Ton in CD Qualität".

Neulich habe ich an meiner Settopbox ein bisschen in den Optionen rumgespielt. Da habe ich entdeckt, dass es die Möglichkeit gibt, den Status des entsprechenden Senders anzuschauen.

Da bekommt man interessante Informationen wie:

  • Bitrate
  • Format
  • Grösse
  • Codec
  • Frame/s
usw.

Nun, als ich gesehen habe wie hoch die Bitrate von DRS3 ist, habe ich mich sehr gewundert: http://image.noelshack.com/fichiers/2013/07/1360914930-dsc00057.jpg

Ich hab das Ganze dann mit der Version mit SFzwei verglichen: http://image.noelshack.com/fichiers/2013/07/1360914945-dsc00056.jpg

Warum ist immer von Radio in CD Qualität zu hören wenn es "nur" 256 kbps ist?

Ich habe die zwei Sender miteinander verglichen (auf beiden lief DRS3) und die Version von SFzwei hört sich deutlich angenehmer an.

Ist Digitalradio tatsächlich "so" schlecht?

easypeacy422'068 Beiträge
#2
MP2 (mpeg1 L2) mit 256kbps (resp. mit jeglicher Bitrate) ist genau so wie jegliches MP3 meilenweit von "CD Qualität" entfernt. Zumindest auf einer hochwertigen Wiedergabe-Kette ist der Unterschied riesig. Auf dem Ghettoblaster oder LCD-TV Lautsprecher spielt es wohl keine Rolle.

Die 448kbps sind aber für 6 Kanäle (DD5.1). Ich weiss aber nicht, ob die Bandbreiten-Zuordnung dynamisch oder statisch ist pro Kanal. Falls dynamisch, dann hast du bei Stereo hier mehr Detail-Auflösung. Falls du es über einen AVR hörst, macht der dir daraus evtl. ein "pseudo-Surround", was sich je nach Geschmack als "angenehm" anhören kann.

robi6'764 Beiträge
bearbeitet #3
Mit Digitalradio ist ja kaum der Internetstream gemeint, sondern DAB. Wie weit der allerdings an CD Qualität ist, weiss ich allerdings auch nicht.

merinos240 Beiträge
bearbeitet #4
Digital Radio in DAB+:

- 64 kbits ≃ FM Qualität

- 96 kbits ≃ CD Qualität

Danach muss man für jede Programme sehen: http://www.wohnort.org/dab/switzerland.html

ForceUser2'136 Beiträge
#5
Für Musik müssten es schon 192kbps sein um von CD Qualität sprechen zu können.
96 reichen für gute Sprachqualität.
AAC codec vorausgesetzt


Mit der digi-tv Mobile App gesendet

robi6'764 Beiträge
#6
Für mich ich CD Qualität lossless 🙂 und wenn compressed, dann mit 320 kbps.

Ob man es hört ist individuell, aber bei 96 kbps von CD Qualität zu sprechen, ist IMO Ettikettenschwindel.

merinos240 Beiträge
#7
@ ForceUser

Mit welche AAC codec?   http://en.wikipedia.org/wiki/Advanced_Audio_Coding#Extensions_and_improvements

DAB+ ist in AAC+ oder eAAC+.

DAB ist in MPEG-1 Layer 2 (MP2, großer Bruder von MP3).

frantic2'985 Beiträge
bearbeitet #8
Es gab mal DSR als unkomprimiertes Digitalradio (auch im dem Kabel). In der Schweiz als DigitSuperRadio:

http://de.wikipedia.org/wiki/Digitales_Satellitenradio

Das kam der sogenannten CD-Qualität tatsächlich nahe (14 Bit / 32 kHz statt 16 Bit / 44,1 kHz). In der kurzen Blütezeit waren hierzulande 2 Packete mit 32 Sendern aufgeschaltet. Leider schon wieder länger Geschichte und die Empfänger entsorgt...

Das zeigt mal wieder, dass nicht alles was als "neu" vermarktet wird, auch besser sein muss!

f1-tom2'494 Beiträge
#9
Es stellt sich halt auch die Frage wie viele Leute derart hohe Ansprüche an die Tonqualität von Radioprogrammen stellen. SRF 3 sendet über DAB+ mit 80kb/s und das klingt für meine Ansprüche auf einer durchschnittlichen bis guten Anlage absolut gut genug. Ich glaube nicht dass bei High-End Freaks ein Radioprogramm läuft wenn sie Musik höhren wollen. Radio ist für mich ein Medium welches möglichst einfach, zuverlässig und mobil zu empfangen sein sollte. Und im Vergleich zu UKW ist der Empfang über DAB+ sicher eine Verbesserung in allen dieser Punkte.

cybi2'842 Beiträge
#10
Wobei DAB im Normalfall trotzdem deutlich besser klingt als analoges Radio.

creep2'589 Beiträge
#11
95% der Leute merken auf 95% der verkauften Stereoanlagen keinen Unterschied zwischen CD und MP3 mit >=256kbit/s /emoticons/default_smile.png

sheimers422 Beiträge
#12
Mit den 256kBit/s bei DVB-S kann ich leben, aber die Privatsender auf DAB mit ihren 64kBit/s klingen einfach grauslig. Da kommt keine Freude auf. Wobei manche schlimmer sind als andere, da läuft schon vor der DAB+-Kodierung einiges falsch.

Vermutlich wird da mehrmals umkodiert, z.B. mp3 im Archiv, mpeg2 auf dem Weg vom Studio zum Sender, und dann AAC+ für DAB+. Eventuell noch mit unterschiedlichen Samplingraten. Das kann nicht gut gehen.

Ich hatte Mitte der 90er Jahre ein DSR Radio, das war wirklich spitze. Damals wurde im Studio noch direkt von CD oder DAT abgespielt. Trotz der Beschränkung auf 15kHz (32kSamples/s) bei DSR war das um Welten besser als was heute auf DAB geboten wird.

DAB kann bei hohen Bitraten und gutem Signal aus dem Studio auch gut klingen, aber heute ist man entweder bei der Bitrate zu geizig oder macht Fehler bei der Konfiguration (mehrfach-Umkodierungen). Einfach nur schade.

Tiibor218 Beiträge
bearbeitet #13
Ich behaupte man muss sogar schon ab 192kbit/s sehr gut hinhören. Aber kommt natürlich auch:

- auf die Musikrichtung an

- Ursprungsqualität fürs encoding

- encoding qualität selbst

Aber sehe das so wie f1-tom, Radio soll einfach und mobil verfügbar sein, in einer angemessenen / guten Qualität. Wer MP3s mit weniger als 192kbit/s wirklich schlecht / nicht ausreichend findet kann ja noch immer auf andere Formate oder Qualitäten zurückgreifen, egal ob als Stream, Datei, von CD oder ab Platte.

Streams unter 64kbit/s sind aber wohl wirklich nur was für den "Notfall" oder als Hintergrund Berieselung.

robi6'764 Beiträge
#14
Wobei DAB im Normalfall trotzdem deutlich besser klingt als analoges Radio.
Das stimmt zwar, war aber nicht die Frage 🙂

Es geht darum, ob damit "CD-Qualität" zu erreichen sei und das muss nach den geposteten Daten eindeutig verneint werden.

cybi2'842 Beiträge
#15
Es geht darum, ob damit "CD-Qualität" zu erreichen sei und das muss nach den geposteten Daten eindeutig verneint werden.
Da muss ich für leider Recht geben
magellan7 Beiträge
bearbeitet #16
...wenn man von Beispielen wie z.B. Radio 24 absieht ist die Qualität von DAB ok. Ich habe auch keine extremen Ansprüche an die Qualität, aber auf meinem Pure EVOKE Flow klingt Radio 24 in DAB+ mies. Es zeigt genau die Symptome eines zu stark komprimierten mp3-Files - dieses blecherne "Schweben". Ich habe wieder auf UKW zurückgeschaltet...

Wrzlbrnft2'742 Beiträge
#17
Eingangs in diesem Thread ging es ja um die 256 kbps, die bei den SRF-Radios auf DVB-C bzw. DVB-S eingesetzt werden. Die klingen meines Erachtens sehr okay.

Bitrate ist aber wie von anderen schon erwähnt, nicht alles. Viele deutsche Radiosender (auch im UPC-cablecom-Netz) klingen z.B .relativ dumpf, obwohl sie sogar mit 320 kbps gesendet werden. Umgekehrt gibt es auf Astra z.B. das niederländische Radio 538 welches trotz "nur" 192 kbps und Soundprocessing herrlich saubere Bässe und klare Höhen liefert.

Bei all diesen Programmen habe ich nun von DVB-C bzw. -S gesprochen, welche im MP2-Format codiert sind. DAB+ arbeitet aber mit dem deutlich jüngeren und effizienteren HE-AAC+-Codec. Damit gibt es mit 64 kbps in etwa den Klang, den ein MP3 mit ungefähr 96-112 kbps erreicht. Qualität klingt für mich anders, aber für's Nebenbei hören reicht's für mich. Generell bevorzuge ich aber ganz klar die Signale, die über Satellit und Kabel kommen.

(schlimm finde aber auch viele Podcasts, z.B. jene vom SRF, welche nur mit 64 kbps Mono MP3 codiert sind... buäh...)

magicfriend3'697 Beiträge
#18
Da bin ich absolut der gleichen Meinung wie Wrzbrnft (Wurzelbrunft?). Auf jeden Fall höre ich sehr viel Radio und da vor allem Internetradiostationen. Warum? Einige meiner Musikstilrichtungen werden mit Internetradiostationen perfekt abgedeckt. Und da gibt es tatsächlich auch meilenweite Unterschiede. Bitraten mit 192 kbps (MP3) sind da übrigens nicht sehr weit verbreitet. Die meisten senden mit 128 kbps. Und das hört man meiner Meinung nach schon. Jedoch gibt es auch da grosse Unterschiede. Wenn die Bitrate zwar stimmen würde, der Ton aber schon grottig übermittelt wird, nützt das nichts.

Unter dem Strich klingen aber gute Sender mit 192 kbps für mich auf meinen Sonos Play5 ansprechend genug. Wie auch erwähnt wurde: Es ist Radio und wenn ich sehr gute Qualität möchte, dann kommt die CD zum Zug.

White-Husky164 Beiträge
bearbeitet #19
Mir war durchaus bewusst, dass Digitalradio nicht in Lossless gesendet wird. Aber wenn ich lese, dass DAB+ mit etwa 96 kbit/s gesendet wird, bin ich doch ziemlich überrascht. Ich hätte deutlich höhere bitraten erwartet. Zumal das Ganze ja immer wieder als "Revolution" angepriesen wird. Okay, Revolution weil man es so komprimieren kann und es trotzdem hörbar klingt. 

Ich habe schon meine liebe Mühe mit 128 kbit/s - 192 kbit/s.

Radio läuft bei mir Generell über das gewöhnliche Kabel, mir scheint da die Qualität höher zu sein als über digitales Kabel. Ist das Tatsache oder trügt der Schein?

Mir geht es nicht darum, hohe Ansprüche zu haben oder nicht, sondern um die Tatsache, dass man das Digitalradio als "CD Qualität" verkaufen will. Für mich ist CD Qualität wenn es um Lossless geht.

Selber höre ich Musik in Digitaleform ab Lossless-Dateien, wobei ich auch genauso viel Radio höre. Ich besitze keine teuren Komponente, aber Komponente wo man zum Teil unterschiede hört.

Ich behaupte, man bräuchte nicht einmal teures Material, um Qualitätsunterschiede zu hören. In einigen Fällen reicht ein gutes Ohr.

f1-tom2'494 Beiträge
#20
Wir müssen aufpassen dass wir hier nicht Äpfel mit Birnen vergleichen! Nur über Bitraten zu diskutieren ohne den Codec zu berücksichtigen macht nicht viel Sinn! AAC (MEPG-4 Part3 -> DAB+) mit 96kbit/s klingt um einiges besser als MP3 (MPEG-1 Layer III) mit 128kbit/s! Das sind Welten! Wer einen iPod oder iPhone usw. bzw. iTunes hat kann das ja selber mal testen und ab CD ein Musikstück seiner Wahl zuerst in MP3 mit den verschiedenen gängigen Bitraten und zusätzlich in AAC mit den entsprechenden Bitraten konvertieren. Den Unterschied höhrt man sofort!

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