Teleboy als TV-Anschluss: trägt es den ganzen Haushalt?
Anschluss gekündigt, nur noch Teleboy: was bei Aufnahmen, Replay, fünf Geräten und der Internetleitung gilt und welche Kündigungsfrist im Kleingedruckten steht.
Redaktionnachgeführt 8 Min. Lesezeit

Der alte Anschluss kostet monatlich Geld, und der Fernseher hat längst eigene Apps. Bevor du kündigst, lohnt eine nüchterne Rechnung: Trägt Teleboy den ganzen Haushalt — mit Aufnahmen, Replay, mehreren Bildschirmen gleichzeitig und ohne Box im Wohnzimmer? Die Antwort hängt an vier Zahlen und einem Satz im Kleingedruckten. Alle Angaben sind am 21. August 2026 bei Teleboy geprüft.
Kurzantwort
- Ja, als alleinige Fernsehlösung funktioniert es — das Abo ist vom Internetanschluss losgelöst und lässt sich mit jedem Anbieter kombinieren. Teleboy empfiehlt für HD mindestens 10 Mbit/s.
- Teleboy TV kostet 14.90 Franken im Monat, derzeit 11.90 mit dem dauerhaften 20-Prozent-Rabatt. Stand August 2026.
- Fünf Geräte gleichzeitig, bis zu fünf Profile im Haushalt — das ist der grosszügigste Wert unter den Schweizer Streaming-Anbietern.
- 2’400 Stunden Aufnahmen, unbegrenzt gespeichert, dazu 7 Tage Replay und Downloads für unterwegs.
- Keine TV-Box im Lieferumfang. Dein Fernseher oder ein Streaminggerät muss die App können.
Was Teleboy als TV-Anschluss mitbringt und was wegfällt
Ein Kabel- oder IPTV-Anschluss bringt zwei Dinge mit, die beim Wechsel wegfallen: eine eigene Leitung fürs Fernsehen und eine Box, die der Anbieter stellt. Teleboy stellt keine Box, und das sagt der Anbieter selbst so — viele hätten bereits ein passendes Abspielgerät, und so könne jede und jeder selbst entscheiden, welches Gerät zum Einsatz kommt.
Was bleibt, sind die Pflichtprogramme. Das BAKOM hält fest, dass die Must-Carry-Bestimmungen alle Fernmeldedienstanbieterinnen mit mehr als 100 erreichten Haushalten betreffen, und zwar Kabelnetze, IPTV-Netze und Angebote ohne eigenes Netz gleichermassen. SRF, RTS und die übrigen Pflichtprogramme sind also nicht Verhandlungssache.
Und was ebenfalls bleibt, ist die Radio- und Fernsehabgabe. Sie hängt seit 2019 am Haushalt und nicht am Anbieter oder am Gerät. Wer den Anschluss kündigt, spart die Anschlussgebühr — nicht die Abgabe.
Die Zahlen, an denen die Entscheidung hängt
| Teleboy TV | Teleboy Free | |
|---|---|---|
| Preis je Monat | 14.90, derzeit 11.90 mit Rabatt | 0.– |
| Sender | über 300, davon mehr als 170 in HD | über 300 |
| Bildqualität | Full HD, Dolby Digital | HD, kein Dolby Digital |
| 7-Tage-Replay | ja | nein |
| Timeshift | ja | nein |
| Aufnahmen | 2’400 Stunden, unbegrenzt gespeichert | 5 Stunden |
| Serienaufnahmen | ja | nein |
| Aufnahmen weltweit abrufbar | ja | nein |
| Auf dem Fernseher verfügbar | ja | nein |
| Parallele Nutzung | 5 Geräte | 1 Gerät |
| Downloads für unterwegs | ja | nein |
| Werbung im Replay überspringen | mit Skip-Ad-Funktion (optional) | nein |
Stand August 2026. Die Preise verstehen sich laut AGB Ziffer 4.5 in Schweizer Franken und inklusive Mehrwertsteuer.
Free scheidet als Haushaltslösung aus, und zwar an einem einzigen Punkt: Es ist nicht auf dem Fernseher verfügbar, und ein Gerät gleichzeitig heisst, dass niemand sonst schauen kann. Fünf Stunden Aufnahmespeicher sind eher ein Andenken als ein Rekorder.
Beim Bezahlabo ist die Zahl fünf der eigentliche Unterschied. Fünf Geräte parallel decken einen Haushalt mit Wohnzimmer, Küche, zwei Zimmern und einem Handy im Zug ab. Dazu kommen bis zu fünf persönliche Profile mit eigener Senderliste, eigenen Star-Alerts und eigenen Empfehlungen — geteilt wird das Abo laut Teleboy mit bis zu fünf Personen im gleichen Haushalt.
Aufnahmen: gross, dauerhaft und trotzdem nicht deine
2’400 Stunden Aufnahmespeicher sind hundert Tage Programm. Teleboy verspricht dazu ausdrücklich unbegrenztes Speichern — die Aufnahme verfällt also nicht nach einer Frist, wie das bei anderen Anbietern vorkommt. Serienaufnahmen sind möglich, ebenso der weltweite Zugriff auf die eigene Videothek.
Dazu kommt eine Eigenheit, die es sonst nirgends gibt: Über die Community lassen sich Aufnahmen teilen und ausleihen. Wer eine Sendung verpasst und keine Aufnahme hat, leiht sie bei befreundeten Nutzerinnen und Nutzern aus.
Die Grenzen stehen in den AGB, Ziffer 8: Die TV-Angebote dürfen nur für private Zwecke und nur in der Schweiz oder im Fürstentum Liechtenstein genutzt werden; jedes Kopieren, Aufnehmen oder Zugänglichmachen über den zulässigen Privatgebrauch hinaus ist untersagt, und die technischen Schutzmassnahmen per IP-Blocking dürfen nicht umgangen werden. Praktisch heisst das: Aufnahmen und Downloads laufen weltweit, Live-TV und Replay nur in der Schweiz.
Geräte und Leitung
Auf dem grossen Bildschirm läuft Teleboy laut Anbieter per App auf LG- und Samsung-Fernsehern, auf Apple TV, auf Streamingboxen mit Android TV wie Nokia, Nvidia und Xiaomi sowie auf Fernsehern mit eingebautem Android TV von Philips, Sony, Panasonic, Grundig, Xiaomi und TCL. Mobil kommen iPhone und iPad sowie Android-Geräte dazu, im Browser die Web-App. Teleboy bittet ausdrücklich darum, vor der Bestellung im App Store des eigenen Geräts nachzuschauen — genau das ist der Punkt, an dem ein Wechsel scheitern kann.
Bei der Leitung ist Teleboy genügsamer als andere: Für ein ruckelfreies HD-Bild empfiehlt der Anbieter mindestens 10 Mbit/s und weist darauf hin, dass mehr besser ist, wenn die Leitung geteilt wird. Grundsätzlich reiche auch ein Handy-Abo mit 4G- oder 5G-Empfang.
Der Preis dieser Unabhängigkeit ist derselbe wie bei jeder Streaminglösung: Fällt das Internet aus, fällt das Fernsehen aus. Wer diese Abhängigkeit nicht will, braucht einen zweiten Empfangsweg.
Vertrag: die Stelle, an der zwei Quellen auseinandergehen
Teleboy wirbt mit «jederzeit kündbar», und in den Fragen und Antworten steht es genauso: keine Mindestvertragslaufzeit, kündbar online im Kundencenter mit wenigen Klicks.
Die AGB in der Fassung Juni 2026 sind an dieser Stelle ausführlicher. Ziffer 4.3 unterscheidet zwei Fälle: Für das Internet-Abo beträgt die Mindestlaufzeit 12 Monate, danach gilt eine Frist von 60 Tagen auf ein Monatsende. Für die übrigen monatlich abgerechneten Abonnemente und Addons besteht keine Mindestlaufzeit; sie können ab Vertragsbeginn jederzeit mit einer Frist von 60 Tagen auf ein Monatsende gekündigt werden. Eine in der Bestellbestätigung abweichend vereinbarte Mindestlaufzeit bleibt vorbehalten.
Das ist kein Widerspruch im Wortsinn — «keine Mindestlaufzeit» und «60 Tage Kündigungsfrist» können nebeneinander stehen. Für dich ist es trotzdem ein Unterschied von bis zu zwei Monatsbeiträgen. Frag beim Support nach, was für deinen konkreten Vertrag gilt, und lass dir die Antwort schriftlich geben, bevor du den alten Anschluss kündigst.
Weiter regeln die AGB: Vorausbezahlte TV-Abonnemente verlängern sich automatisch um dieselbe Dauer, wenn du sie nicht mindestens 24 Stunden vor Ablauf abbestellst. Eine Rückvergütung der Abonnementsgebühr ist ausgeschlossen. Bei Zahlungsverzug fallen 5 Prozent Verzugszins an, ab der zweiten Mahnung 20 Franken je Mahnung, und für die Wiederaufschaltung nach einer Sperre 50 Franken. Preisänderungen kann Teleboy jederzeit vornehmen; bei einer Erhöhung für Abonnemente unbestimmter Dauer wird vorab informiert, und du kannst auf das Ende der nächsten Kündigungsperiode aussteigen.
Die Angebote richten sich ausschliesslich an Nutzerinnen und Nutzer mit Wohnsitz in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein.
Der Rabatt und was daran dauerhaft ist
Die aktuelle Aktion gibt 20 Prozent dauerhaft auf das TV-Abo, aus 14.90 werden 11.90 Franken im Monat. Teleboy erklärt die Bedingungen selbst und mit einer bemerkenswerten Fussnote: Das Angebot gilt nur für das TV-Abo ohne die Skip-Ad-Funktion, es gibt keine Mindestlaufzeit, und «dauerhaft beziehungsweise lebenslang heisst bei uns aus technischen Gründen maximal 240 Monate» — also zwanzig Jahre.
Wer die Skip-Ad-Funktion will, verzichtet damit auf den Rabatt. Was sie zusätzlich kostet, weist Teleboy auf den öffentlichen Seiten nicht aus; der Betrag erscheint erst im Bestellvorgang unter «Anpassen». Teleboy ordnet den Nutzen selbst ein: Wer vorwiegend öffentlich-rechtliche oder internationale Sender schaut oder meist Aufnahmen und Downloads nutzt, komme mit der Replay-Werbung selten in Kontakt; wer die Privatsender von RTL, ProSiebenSat.1 und CH Media schaut und im Replay oft pausiert oder spult, für den lohne sich die Option eher. Ein Wechsel zwischen den beiden Modellen ist jederzeit möglich.
Zum Vergleich der Vollständigkeit halber: Teleboy verkauft auch Internet ab 31.90 Franken im Monat auf dem Netz der Swisscom, Mobilabos ab 12.90 Franken im Sunrise-Netz und das MySports-Paket für 29.90 Franken im Monat.
Was heisst das für dich
Zähl zuerst die Bildschirme und die Personen: Fünf parallele Geräte und fünf Profile decken die meisten Haushalte ab, und daran scheitert der Wechsel selten. Prüf dann im App Store deines Fernsehers, ob die Teleboy-App dort überhaupt auftaucht — das ist die häufigste harte Grenze, und sie kostet dich sonst ein Streaminggerät. Klär vor der Kündigung des alten Anschlusses schriftlich ab, ob für dein TV-Abo die 60-Tage-Frist aus Ziffer 4.3 der AGB gilt, damit sich die beiden Verträge nicht doppelt überlappen. Und entscheide bewusst zwischen 11.90 Franken ohne Skip-Ad und dem vollen Preis mit: Der Rabatt und die Option schliessen sich aus.
Weiterlesen
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- Green TV: Abo, Preise und die Bindung ans eigene Internet — die Gegenprobe: ein TV-Abo, das ohne den passenden Anschluss nicht zu haben ist
- Im Forum: Sender bei Teleboy Free — der Strang zum Gratisangebot und seinen Grenzen
Quellen
- Teleboy, TV-Abos — 14.90 und 11.90 je Monat, über 300 Sender, 7-Tage-Replay, 2’400 Stunden Aufnahmen mit unbegrenztem Speichern, 5 Geräte parallel und bis zu 5 Profile, Vergleichstabelle Teleboy TV gegen Free, keine mitgelieferte Streaming-Box, unterstützte Geräte, mindestens 10 Mbit/s, Ausland nur für Aufnahmen und Downloads, Bedingungen des 20-Prozent-Rabatts mit der Grenze von 240 Monaten, Einordnung der Skip-Ad-Funktion
- Teleboy, Kombi-Abo — über 300 Sender mit mehr als 170 in HD, Internet ab 31.90 je Monat auf dem Swisscom-Netz, Mobilabos ab 12.90 im Sunrise-Netz, MySports für 29.90 je Monat
- Teleboy, AGB Juni 2026 — Ziffer 4.3 Mindestlaufzeit und 60-Tage-Frist auf ein Monatsende, Verlängerung vorausbezahlter Abos und die 24-Stunden-Frist, Ziffer 4.5 Preise inklusive Mehrwertsteuer, Verzugszins 5 Prozent, Mahngebühr 20.–, Wiederaufschaltung 50.–, Ziffer 4.6 Preisänderungen, Ziffer 8 private Nutzung, Schweiz und Liechtenstein, IP-Blocking
- BAKOM, Verbreitung über Leitungen/Kabelnetze — Must-Carry-Pflicht ab 100 erreichten Haushalten, für Kabelnetze, IPTV-Netze und Angebote ohne eigenes Netz