Init7 und TV7: Fernsehen ohne Aufpreis und ohne Box
Wie TV7 von Init7 funktioniert, welche Anschlüsse es einschliesst, weshalb es kein Replay gibt und was du für Multicast am Router einstellen musst.
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Ein TV-Abo, das keines ist: Bei Init7 buchst du einen Internetanschluss, und das Fernsehen kommt mit, ohne Aufpreis, ohne Grundgebühr und ohne Set-Top-Box vom Anbieter. Das klingt nach dem einfachsten Angebot am Markt — und ist es auch, solange du weisst, was dabei fehlt. Replay zum Beispiel. Und die Möglichkeit, unterwegs fernzusehen.
Kurzantwort
- TV7 ist bei Fiber7, Crossover7, Hybrid7 und Copper7 ohne Mehrkosten enthalten. Beim günstigeren Easy7 ist TV7 laut Init7 nicht verfügbar.
- Der Anschluss kostet 64.75 Franken im Monat bei Jahresrechnung (777 Franken im Jahr) oder zwölf Monatsrechnungen zu 69 Franken, jeweils inklusive Mehrwertsteuer — für Fiber7, Crossover7, Hybrid7 und Copper7 derselbe Preis. Stand August 2026.
- Kein Replay, keine Aufnahme, kein Zugriff von unterwegs. TV7 ist Live-Fernsehen innerhalb des Init7-Netzes. Als Ersatz verkauft Init7 vergünstigte Zattoo-Abos.
- Statt einer Box brauchst du ein Apple TV oder ein Android-TV-Gerät und die TV7 App. Einloggen musst du dich nicht.
- Für Multicast muss dein Router mitspielen. Init7 nennt IGMP-Proxy im Router und IGMP-Snooping auf dazwischenliegenden Switches als Voraussetzung und empfiehlt Ethernet statt WLAN.
Wie Init7 und TV7 zusammenhängen
Init7 verkauft kein Fernsehprodukt, sondern einen Internetzugang, über den Fernsehen mitläuft. Auf der TV7-Seite steht das so: TV7 setzt einen Anschluss von Init7 voraus und ist ohne Mehrkosten enthalten. Die FAQ präzisiert, dass Fiber7-, Crossover7-, Hybrid7- und Copper7-Anschlüsse TV7 einschliessen und Easy7-Abos nicht.
Der Unterschied zwischen den Anschlussarten liegt nicht im Preis, sondern in der Technik dahinter. Fiber7 läuft laut Init7 über eigene Hardware in den Anschlusszentralen. Für die übrigen Zugänge kauft Init7 die Vorleistung ein: Crossover7 über die Plattform LiteXchange von Litecom, Hybrid7 und Copper7 über die BBCS-Plattform von Swisscom. Sobald an einem Standort Fiber7 möglich wird, erfolgt das Upgrade laut Init7 automatisch.
| Anschluss | Bandbreite laut Init7 | TV7 | Aufschaltgebühr regulär |
|---|---|---|---|
| Fiber7 | 1/1, 10/10 oder 25/25 Gbit/s | enthalten | 77 Fr. (10 Gbit/s), 222 Fr. (25 Gbit/s) |
| Crossover7 | 1/1 Gbit/s | enthalten | 77 Fr. |
| Hybrid7 | 1/1 Gbit/s (P2P) oder 10/10 Gbit/s (P2MP) | enthalten | 77 Fr. |
| Copper7 | nach technischer Verfügbarkeit | enthalten | keine |
| Easy7 | 1/1 Gbit/s Glasfaser, bis zu 500/100 Mbit/s Kupfer | nicht verfügbar | 77 Fr. |
Alle vier TV7-fähigen Anschlüsse kosten 64.75 Franken im Monat bei Jahresrechnung; Easy7 kostet 44 Franken im Monat bei Jahresrechnung (528 Franken im Jahr) und kommt mit einem Leihrouter, dafür ohne freie Routerwahl und ohne TV7. Beim Abruf lief eine Aktion vom 1. Juni bis 31. August 2026, die die Aufschaltgebühr auf 18 Franken senkt. Die Preise sind Endkundenpreise: Für Fernmeldedienste verlangt Artikel 10 der Preisbekanntgabeverordnung den tatsächlich zu bezahlenden Preis in Franken samt überwälzter öffentlicher Abgaben. Bei einem Umzug beginnt laut Init7 am neuen Standort eine neue Vertragslaufzeit von zwölf Monaten, für die Restzeit am alten Standort gibt es eine Gutschrift.
Was TV7 technisch anders macht
TV7 überträgt Live-Fernsehen über Multicast und HLS und lässt die Signale unverschlüsselt und unverändert durch. Init7 beschreibt den Vorteil so: Weil zwischen Quelle und Nutzer nicht komprimiert wird, ist die Bildqualität besser; ein HD-Stream belegt dafür bis zu 15 Mbit/s Bandbreite. Und weil Multicast direkt zugestellt wird, entfällt der Versatz, den andere IP-TV-Übertragungen mitbringen — vorausgesetzt, du hängst per Ethernetkabel am Router.
Die Kehrseite dieser Bauweise steht in derselben Dokumentation. Multicast hängt an den Einstellungen deines Routers: Init7 verlangt einen IGMP-Proxy im Router und IGMP-Snooping auf dazwischenliegenden Switches, empfiehlt IGMPv2 und schreibt ausdrücklich, dass es für Multicast über WLAN keine Gewähr gibt. Wer nicht schrauben will, nutzt HLS über Unicast — das funktioniert im Init7-Netz ohne besondere Einstellungen, hat aber laut Init7 einige Sekunden Verzögerung. In der App wird zwischen beiden Wegen umgeschaltet: beim Apple TV in den Systemeinstellungen unter «Apps», bei Android TV im Menü der App, wo Unicast die Voreinstellung ist.
Auch die Senderzahl hängt vom Weg ab, und die Angaben von Init7 gehen dabei auseinander. Die TV7-Seite spricht von über 100 Sendern in der App sowie über 100 Sendern als HLS-Playlist und über 200 Sendern als Multicast-Playlist; die Fiber7-Seite nennt 200 TV-Sender, davon über 85 in HD. Verbindlich ist die Playlist, die Init7 bereitstellt: Sie lässt sich als M3U oder XSPF in einem beliebigen Player öffnen, etwa VLC, und ist damit auch der Weg, wenn du weder Apple TV noch Android TV besitzt.
Ein bekannter Sonderfall sind die SRG-Sender. Init7 schreibt, die SRG stelle ihr Full-HD-Signal nur in H.265 bereit, was mehr Rechenleistung verlangt, als ältere Geräte ruckelfrei aufbringen. Weil Init7 nach eigener Darstellung generell auf Transcoding verzichtet, laufen diese Sender in der App in 720p; die Full-HD-Signale gibt es separat als Playlist.
Weshalb es kein Replay gibt
TV7 hatte einmal Replay. Init7 begründet die heutige Beschränkung auf Live-TV mit zwei Punkten: der Einführung des Urheberrechtstarifs GT12 und technischen Umsetzungshürden, die einen wirtschaftlichen Weiterbetrieb von Replay verunmöglichten. Als Alternative bietet Init7 Zattoo-Abos zum Vorteilspreis an: Zattoo Premium TV für 111 Franken im Jahr (9.25 Franken im Monat) und Zattoo Ultimate TV für 189 Franken im Jahr (15.75 Franken im Monat), beide mit sieben Tagen Replay, buchbar im Kundenportal.
Auch für Easy7-Kundschaft gibt es diesen Weg: Zattoo Home kombiniert Easy7 mit einem Zattoo-Abo. Auf der Produktseite steht Zattoo Home mit Premium bei 52.95 Franken im Monat (635.40 Franken im Jahr) und mit Ultimate bei 59.90 Franken im Monat (718.80 Franken im Jahr). Die FAQ von Init7 nennt für Zattoo Home mit Ultimate dagegen 63 Franken im Monat bei Jahresrechnung. Wo zwei Seiten desselben Anbieters auseinandergehen, gilt das, was im Bestellprozess und auf der Auftragsbestätigung steht — schau dort nach, bevor du bestellst.
Netzneutralität, und was sie im Alltag bedeutet
Init7 nennt sich in der eigenen FAQ einen Verfechter uneingeschränkter Netzneutralität und befürwortet deren gesetzliche Verankerung. Konkret beschreibt das Unternehmen den eigenen Betrieb als frei von Bevorzugung einzelner Traffic-Klassen, ohne Zero-Rating und ohne Sperrung oder Verlangsamung von Inhalten. In der TV-FAQ steht die praktische Übersetzung: Streamingdienste anderer Anbieter würden nicht ausgebremst, und man arbeite mit Inhalteanbietern zusammen, um auch zur Hauptsendezeit Kapazität zu haben.
Zur Einordnung des Umfelds gehört ein Verfahren, das die Anschlussarten direkt betrifft. Nachdem die Anzeige eines Konkurrenten eingegangen war, eröffneten die Wettbewerbsbehörden im Dezember 2020 eine Untersuchung zur Netzbaustrategie von Swisscom, die vom bisherigen Vierfasermodell in Sternstruktur auf eine Baumstruktur (P2MP) abrückte. Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte die vorsorglichen Massnahmen der WEKO mit Urteil B-161/2021 vom 5. Oktober 2021, das Bundesgericht laut WEKO am 2. November 2022. In der Verfügung vom 4. Dezember 2023 verpflichtete die WEKO Swisscom, den Layer-1-Zugang weiterhin zu gewähren, sanktionierte sie mit 18’362’014 Franken und setzte für bereits in Betrieb genommene P2MP-Anschlüsse eine Frist zur Umrüstung oder Abschaltung bis spätestens 31. Dezember 2025. Für dich ist daran vor allem eines wichtig: Ob an deiner Adresse eine Faser bis in die Wohnung geht oder eine geteilte Leitung, entscheidet darüber, welche Anbieter dort überhaupt ein eigenes Produkt anbieten können.
Was heisst das für dich
Prüf zuerst die Adresse im Glasfaser-Check von Init7 — davon hängt ab, welcher Anschluss und damit welche Bandbreite du bekommst, nicht der Preis. Wenn du Live-Fernsehen schaust und Zeitversetztes nicht vermisst, ist TV7 für dich kostenlos dabei, und ein Apple TV oder Android-TV-Gerät genügt als Hardware. Brauchst du Replay oder Aufnahmen, rechne die Zattoo-Option mit ein und vergleiche die Summe mit dem, was ein Bündelangebot anderswo kostet. Wer Multicast will, prüft vor der Bestellung, ob der eigene Router IGMP-Proxy beherrscht, und plant ein Ethernetkabel zum Fernseher ein. Und wenn du in einer Mietwohnung einen alten Kabel-TV-Anschluss über die Nebenkosten mitbezahlst: Der lässt sich kündigen und plombieren, worauf die Nebenkosten entsprechend sinken müssen. Wie das geht, beschreibt der Mieterverband, auf den Init7 dafür verweist.
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- Im Forum: TV7 (init7) Erfahrungsbericht und Tipps — gesammelte Erfahrungen zu Routereinstellungen, Playlists und Bildqualität
Quellen
- Init7, TV7 — TV7 ohne Mehrkosten, Multicast und HLS, unverschlüsselte Streams nur im eigenen Netz, Senderzahlen für App und Playlists, Geräteanforderungen für Apple TV und Android TV
- Init7, Fiber7 — Bandbreiten 1/1, 10/10 und 25/25 Gbit/s, 64.75 Franken im Monat bei Jahresrechnung (777 Franken im Jahr), TV7 mit 200 Sendern und über 85 in HD, Aufschaltgebühren und Aktionszeitraum, freie Routerwahl
- Init7, weitere Angebote — Crossover7 auf LiteXchange von Litecom, Hybrid7 und Copper7 auf der BBCS-Plattform von Swisscom, gleicher Monatspreis, TV7 in allen dreien enthalten
- Init7, Easy7 — 44 Franken im Monat bei Jahresrechnung (528 Franken im Jahr), Leihrouter, keine freie Routerwahl, kein TV7
- Init7 FAQ, weshalb TV7 kein Replay TV hat — Begründung mit dem Urheberrechtstarif GT12 und den technischen Hürden, Verweis auf das Zattoo-Angebot
- Init7 FAQ, Übertragungsarten der TV-Streams — Multicast und HLS, IGMP-Anforderungen an Router und Switches, keine Gewähr für Multicast über WLAN
- Init7 FAQ, welche Kosten auf mich zukommen — Jahresgebühr 777 Franken oder zwölf Monatsrechnungen zu 69 Franken, je inklusive Mehrwertsteuer, Setupgebühren je Anschlussart
- Init7 FAQ, Netzneutralität — kein Zero-Rating, keine Bevorzugung von Traffic-Klassen, keine Sperrung oder Verlangsamung, Befürwortung einer gesetzlichen Verankerung
- Init7, Zattoo TV — Vorteilspreise für Zattoo Premium und Ultimate, Zusammensetzung und Preise von Zattoo Home
- WEKO, Presserohstoff vom 25. April 2024 (PDF) — Verfügung vom 4. Dezember 2023, Sanktion von 18’362’014 Franken, Frist zur Umrüstung oder Abschaltung der P2MP-Anschlüsse, Bestätigung der vorsorglichen Massnahmen durch das Bundesgericht am 2. November 2022
- Bundesverwaltungsgericht, Medienmitteilung zum Urteil B-161/2021 — Eröffnung der Untersuchung im Dezember 2020 nach der Anzeige eines Konkurrenten, Bestätigung der vorsorglichen Massnahmen am 5. Oktober 2021