Winbox stellt neuen IPTV-Prototypen vor:
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Interview: Winbox stellt neuen IPTV-Prototypen vor: „Grundsätzlich setzen wir immer auf offene Industrie- und Internetstandards“
Digitalmagazin im Gespräch mit Nikolas Samios, Chief Operating Officer (COO) von Winbox
18.09.2008
Nikolas Samios, Chief Operating Officer (COO) von Winbox
Der IPTV-Spezialist Winbox hat einen neuen Hardware-Prototypen entwickelt, der sowohl für den Empfang von herkömmlichem TV im DVB-Standard als auch für Fernsehen über Internet-Protokoll geeignet ist. Die Plattform unterstützt zudem Full HD-Auflösungen, wie Winbox-Manager Nikolas Samios im Gespräch mit Digitalmagazin erläutert.
Digitalmagazin: Winbox hat mit „EVO2“ einen neuen Hardware-Prototyp für den hybriden Empfang von IPTV und DVB vorgestellt. Was ist das Innovative an dieser Plattform?
Samios: Mit der EVO2 haben wir eine Plattform in sehr kompakter Bauweise zu sehr attraktiven Massenmarktpreisen realisiert. EVO2 verfügt neben einer großen Liste an Codecs in Full HD 1080p auch über eine Browser-Implementation und verfügt als erste Plattform überhaupt auch über hardwarebeschleunigtes Adobe Flash. Weiterhin werden wir Ende 2009 mit Windows CE 7 eine der ersten STB weltweit sein, die den Microsoft Silverlight Standard „nativ“, also auch hardwarebeschleunigt unterstützt. Last but not least ist die EVO eine Plattform, die neben diesen komplexen IP-Themen einen qualitativ hochwertigen DVB-Part integriert hat, der bis zu DVB-S2 alle gängigen Formate unterstützt.
Digitalmagazin: Die Integration von Abrufangeboten wie der „ZDF Mediathek“ oder „Maxdome“ haben Sie bereits realisiert. Wie sehen hier Ihre weiteren Pläne aus, welche weiteren Dienste werden mit EVO2 verfügbar sein?
Samios: Wir sind ein klarer Förderer der Idee, dass Inhalteanbieter mit standardisierter Internet-Technologie Dienste am Fernsehen realisieren, wir sprechen daher mit praktisch allen relevanten Sendergruppen, On-Demand-Anbietern und Web-TV Plattformen à la Youtube, um dieses Konzept gemeinsam umzusetzen. So entsteht für unsere OEM-Kunden die Möglichkeit, nicht nur eine hochattraktive Hardware- und Softwarelösung von uns zu beziehen, sondern auch aus einem wachsenden Angebot von vorintegrierten 3rd-party-Diensten auszuwählen.
Digitalmagazin: Mit der neuen Gerätegeneration auf Basis eines NXP-Chipsatzes setzen Sie nunmehr auch auf Linux. Welche Gründe gibt es dafür?
Samios: Wir setzen bei der EVO2 sowohl auf Linux als auch WinCE, da wir für beide Systeme Nachfrage von unseren Kunden haben. Nach Rücksprache mit Microsoft haben wir uns entschieden, bei der EVO2 den Fokus auf WinCE7 und Silverlight zu setzen, da diese Kombination – auch in der Abgrenzung zur bereits vorhandenen EVO1 mit Windows CE5 – den größten Nutzen für unsere Kunden bringen wird.
Digitalmagazin: Bis zu drei DVB-Empfangsteile lassen sich in einer EVO2-Box einsetzen. Welche Kombinationen in Hinblick auf Sat (DVB-S, DVB-S2), Kabel und Antenne planen Sie konkret, wenn die Plattform im Frühjahr 2009 ihre Marktreife erreicht?
Samios: Wir werden mit einer DVB-T Single Tuner-Variante beginnen – die Kombination Breitband IP und DVB-T erfreut sich gerade international, z.B. in UK steigender Nachfrage - und dann mit Dual Tuner-Varianten in C und S sowie S2 nachlegen. Generell kommen FTA-Systeme zuerst, dann CI, dann CA.
Digitalmagazin: Winbox versteht sich mit OEM-Lösungen wie EVO2 als Technologie-Zulieferer, die Vorgängergeneration EVO1 bringt gerade Medion auf den Markt. Wer wird die neue Plattform EVO2 vermarkten?
Samios: Medion, zu denen wir ein sehr gutes und partnerschaftliches Verhältnis pflegen, gehören zu den Referenzkunden, die wir auch namentlich benennen können. Für viele Unternehmen arbeiten wir aber eher im Hintergrund und können daher aktuell keine weiteren Aussagen zu der Vermarktung treffen. Gerade die IFA hat aber gezeigt, dass die Leistungspunkte der EVO2, die möglichen 3rd-party-Services und nicht zuletzt auch die Preispunkte der Plattform für sehr viele etablierte, aber auch neue Anbieter am Markt eine spannende Basis für eigene, überlegene Produkte sein wird.
Digitalmagazin: Ein Ausblick - Wie schätzen Sie die Chancen auf eine offene IPTV-Standardisierung ein? Inwiefern ist das von einigen Herstellern favorisierte CE HTML eine Lösung?
Samios: Ganz grundsätzlich setzten wir von unserer Philosophie her immer auf offene Industrie- und Internetstandards, nicht auf proprietäre End-to-End-Lösungen. Unsere Plattformen werden daher immer Standards wie z.B. DVB-IP, HTML, Flash und Silverlight können. Da wir technisch schon etwas weiter sind als Anbieter ohne dedizierte IP-Erfahrung, benötigen wir für die meisten Kunden eigentlich keinen „kleineren HTML-Standard“ wie CE-HTML, da wir – vereinfacht gesagt – in vielen Projekten mit normalen „Webseiten mit großen Knöpfen“ arbeiten können. Wo das Thema CE-HTML oder auch die Verlinkung von TV und HTML wie z.B. bei einigen Piloten auf der IFA gesehen Sinn macht – also vor allem für Dienste der TV-Broadcaster – werden wir das natürlich uneingeschränkt unterstützen und können dies technisch auch auf unseren „größeren“ Browsern schon heute abbilden. Aus unserer Sicht sind alle Initiativen, die das sehr geschlossene IPTV der ersten Generation mehr in Richtung effizienteres und offeneres „Web-TV“ treiben, sowohl für den Verbraucher aber auch kommerziell der interessantere Weg.
Digitalmagazin: Herr Samios, vielen Dank für das Gespräch.
Quelle:INFOSAT Multimedia-Illustrierte - Europas Nr.1 zum Thema Digitalfernsehen
Weiter Infos:WINBOX Technologies
Digitalmagazin im Gespräch mit Nikolas Samios, Chief Operating Officer (COO) von Winbox
18.09.2008
Nikolas Samios, Chief Operating Officer (COO) von Winbox
Der IPTV-Spezialist Winbox hat einen neuen Hardware-Prototypen entwickelt, der sowohl für den Empfang von herkömmlichem TV im DVB-Standard als auch für Fernsehen über Internet-Protokoll geeignet ist. Die Plattform unterstützt zudem Full HD-Auflösungen, wie Winbox-Manager Nikolas Samios im Gespräch mit Digitalmagazin erläutert.
Digitalmagazin: Winbox hat mit „EVO2“ einen neuen Hardware-Prototyp für den hybriden Empfang von IPTV und DVB vorgestellt. Was ist das Innovative an dieser Plattform?
Samios: Mit der EVO2 haben wir eine Plattform in sehr kompakter Bauweise zu sehr attraktiven Massenmarktpreisen realisiert. EVO2 verfügt neben einer großen Liste an Codecs in Full HD 1080p auch über eine Browser-Implementation und verfügt als erste Plattform überhaupt auch über hardwarebeschleunigtes Adobe Flash. Weiterhin werden wir Ende 2009 mit Windows CE 7 eine der ersten STB weltweit sein, die den Microsoft Silverlight Standard „nativ“, also auch hardwarebeschleunigt unterstützt. Last but not least ist die EVO eine Plattform, die neben diesen komplexen IP-Themen einen qualitativ hochwertigen DVB-Part integriert hat, der bis zu DVB-S2 alle gängigen Formate unterstützt.
Digitalmagazin: Die Integration von Abrufangeboten wie der „ZDF Mediathek“ oder „Maxdome“ haben Sie bereits realisiert. Wie sehen hier Ihre weiteren Pläne aus, welche weiteren Dienste werden mit EVO2 verfügbar sein?
Samios: Wir sind ein klarer Förderer der Idee, dass Inhalteanbieter mit standardisierter Internet-Technologie Dienste am Fernsehen realisieren, wir sprechen daher mit praktisch allen relevanten Sendergruppen, On-Demand-Anbietern und Web-TV Plattformen à la Youtube, um dieses Konzept gemeinsam umzusetzen. So entsteht für unsere OEM-Kunden die Möglichkeit, nicht nur eine hochattraktive Hardware- und Softwarelösung von uns zu beziehen, sondern auch aus einem wachsenden Angebot von vorintegrierten 3rd-party-Diensten auszuwählen.
Digitalmagazin: Mit der neuen Gerätegeneration auf Basis eines NXP-Chipsatzes setzen Sie nunmehr auch auf Linux. Welche Gründe gibt es dafür?
Samios: Wir setzen bei der EVO2 sowohl auf Linux als auch WinCE, da wir für beide Systeme Nachfrage von unseren Kunden haben. Nach Rücksprache mit Microsoft haben wir uns entschieden, bei der EVO2 den Fokus auf WinCE7 und Silverlight zu setzen, da diese Kombination – auch in der Abgrenzung zur bereits vorhandenen EVO1 mit Windows CE5 – den größten Nutzen für unsere Kunden bringen wird.
Digitalmagazin: Bis zu drei DVB-Empfangsteile lassen sich in einer EVO2-Box einsetzen. Welche Kombinationen in Hinblick auf Sat (DVB-S, DVB-S2), Kabel und Antenne planen Sie konkret, wenn die Plattform im Frühjahr 2009 ihre Marktreife erreicht?
Samios: Wir werden mit einer DVB-T Single Tuner-Variante beginnen – die Kombination Breitband IP und DVB-T erfreut sich gerade international, z.B. in UK steigender Nachfrage - und dann mit Dual Tuner-Varianten in C und S sowie S2 nachlegen. Generell kommen FTA-Systeme zuerst, dann CI, dann CA.
Digitalmagazin: Winbox versteht sich mit OEM-Lösungen wie EVO2 als Technologie-Zulieferer, die Vorgängergeneration EVO1 bringt gerade Medion auf den Markt. Wer wird die neue Plattform EVO2 vermarkten?
Samios: Medion, zu denen wir ein sehr gutes und partnerschaftliches Verhältnis pflegen, gehören zu den Referenzkunden, die wir auch namentlich benennen können. Für viele Unternehmen arbeiten wir aber eher im Hintergrund und können daher aktuell keine weiteren Aussagen zu der Vermarktung treffen. Gerade die IFA hat aber gezeigt, dass die Leistungspunkte der EVO2, die möglichen 3rd-party-Services und nicht zuletzt auch die Preispunkte der Plattform für sehr viele etablierte, aber auch neue Anbieter am Markt eine spannende Basis für eigene, überlegene Produkte sein wird.
Digitalmagazin: Ein Ausblick - Wie schätzen Sie die Chancen auf eine offene IPTV-Standardisierung ein? Inwiefern ist das von einigen Herstellern favorisierte CE HTML eine Lösung?
Samios: Ganz grundsätzlich setzten wir von unserer Philosophie her immer auf offene Industrie- und Internetstandards, nicht auf proprietäre End-to-End-Lösungen. Unsere Plattformen werden daher immer Standards wie z.B. DVB-IP, HTML, Flash und Silverlight können. Da wir technisch schon etwas weiter sind als Anbieter ohne dedizierte IP-Erfahrung, benötigen wir für die meisten Kunden eigentlich keinen „kleineren HTML-Standard“ wie CE-HTML, da wir – vereinfacht gesagt – in vielen Projekten mit normalen „Webseiten mit großen Knöpfen“ arbeiten können. Wo das Thema CE-HTML oder auch die Verlinkung von TV und HTML wie z.B. bei einigen Piloten auf der IFA gesehen Sinn macht – also vor allem für Dienste der TV-Broadcaster – werden wir das natürlich uneingeschränkt unterstützen und können dies technisch auch auf unseren „größeren“ Browsern schon heute abbilden. Aus unserer Sicht sind alle Initiativen, die das sehr geschlossene IPTV der ersten Generation mehr in Richtung effizienteres und offeneres „Web-TV“ treiben, sowohl für den Verbraucher aber auch kommerziell der interessantere Weg.
Digitalmagazin: Herr Samios, vielen Dank für das Gespräch.
Quelle:INFOSAT Multimedia-Illustrierte - Europas Nr.1 zum Thema Digitalfernsehen
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