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UPC: Glasfaserausbau seitens Gemeinden lohnt sich nicht

3 Antworten1'210 AufrufeGestartet von Wrzlbrnft ·

WrzlbrnftThemenstart2'742 Beiträge
bearbeitet #1
In ihrer aktuellen Publikation "Gemeinden@UPC Cablecom" geht das Unternehmen auf den Aufbau von gemeindeeigenen Glasfasernetzen ein. Der Aufbau von eigenen Netzen lohne sich für viele Gemeinden nicht, da in der Regel kaum genügend Nutzer von den grossen Providern abgezogen werden könnten. Als Beispiel wird die Gemeinde Rorschacherberg herangezogen. Dessen Gemeindepräsident ist der Ansicht, dass sein Ort auch von den bisherigen Anbietern "stets mit einem schnellen und laufend verbesserten, digitalen Kommunikationsnetz versorgt sein wird".

Natürlich zielt diese Art der Propaganda darauf ab, dass UPC möglichst keine weitere Konkurrenz durch andere Betreiber bekommt. Lustigerweise würde mir ein unabhängiges Glasfasernetz theoretisch überhaupt erst die Möglichkeit bieten, auch die Dienste von UPC (oder Quickline oder anderen Providern) zu nutzen. Mit dieser Behauptung schiesst man sich selber ins Bein - zumindest in den Gemeinden, wo UPC nicht verfügbar ist.

doom2'266 Beiträge
#2
Wieviel Megabit kriegt man denn in Rorschacherberg? Wird wohl ein von UPC erschlossener Ort sein. An Orten ohne Kabelnetz und fernab von Swisscom FTTH ausbauten sieht es ganz anders aus. Ganz abgesehen davon dass Swisscom plötzlich ausbaut wenn die Gemeinde ein eigenes Netz plant.

magicfriend3'697 Beiträge
#3
Zumindest aktuell sind die UPC-Marketinggurus damit gar nicht weit weg von der Realität. Die Goldgräberstimmung vieler industrieller Betriebe oder Gemeinden hat sich nach Jahren eher abgeschwächt. Der Schweizer im Durchschnitt ist nicht der extrem Wechselfreudige. Wenn er eine Lösung hat, die einigermassen funktioniert, lässt er es dabei. Glas bietet da ungeahnte Möglichkeiten. Aber wenn man die Möglichkeiten nicht kennt und das grundlegende Bedürfnis NOCH nicht hat, wechselt man nicht, selbst wenn Glas vorhanden wäre. Ich würde mir ja alle Finger abschlecken. Vermutlich ist die Zeit einfach noch nicht reif genug. Das beflügelt den Glasausbau natürlich nicht. Und Swisscom alleine kann diese Investionen nicht stemmen. Insbesondere nicht in kleineren Städten oder gar in klassischen Gemeinden. UPC will hier seinen Teil vom Kuchen sichern, das ist legitim. 

doom2'266 Beiträge
#4
Eine Fiber Infrastruktur ist eine Investition die sich nicht in einer CEO Periode rechnet sonder ein Generationenprojekt. Wenn du das entsprechend abschreibst geht es auch auf, auch wenn die Take Rate am Anfang eher tief ist. Abgesehen davon motiviert ein Ausbau die Konkurrenz - wo baut Swisscom nicht wo die Gemeinde baut?

Das ganze ist nix anderes als ein Marketingagag - es ist ganz im Interesse von UPC ein Infrastruktur Duopol mit Swisscom zu haben und die Bandbreite als Alleinstellungsmerkmal überall zu behalten wo kein FTTH Ausbau im Gange ist. Baut eine Gemeinde FTTH, verliert UPC an Attraktivität und sie bekommen Konkurrenten im unteren Preissegment - das ist nicht gut für den Bonus der Chefs...

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