Swisscom / Cablecom - Gerüstet für die Zukunft?
12 Antworten5'582 AufrufeGestartet von easypeacy42 ·
Es soll hier kein generelles Bashing à la "Cablecom ist doof" oder "Swisscom ist doof" betrieben werden und ich würde es begrüssen, wenn sich allfällige Diskussionen ebenfalls sachlich um das Thema drehen würden. Das Thema könnte auch im Swisscom TV Unterforum stehen, irgendwo muss es ja aber hin /emoticons/default_smile.png
Ich gehe davon aus, dass der TV Kunde in nicht allzu ferner Zukunft "nur noch" für den Inhalt bezahlen wird. Grundgebühren für die benutzte Infrastruktur werden aber wahrscheinlich, bis auf weiteres, auch noch anfallen (Kabel / Telefon / Mobile / etc. Gebühren). Man wird aber die Wahlfreiheit haben, wie und wo man den bezahlten Inhalt sieht. Das heisst, wer z.B. einmal für Teleclub bezahlt hat, kann ohne doppelte Abo-Gebühren die Sender sowohl auf allen TVs im Haushalt, auf dem Computer, auf dem Mobile, im Auto, etc. sehen. Denn alles andere wird sich langfristig nicht durchsetzen können.
Die Frage ist nun:
Welcher der zwei "Giganten" Swisscom und Cablecom ist für diese Zukunft besser gerüstet?
Meiner Meinung nach hat die Swisscom hier die Nase ganz klar vorne. Cablecom befindet sich mit ihren jetzigen Technologien beinahe in einer Sackgasse und die jüngsten Entscheidungen zugunsten von CI+ beeinflussen diesen Zustand nicht wirklich positiv.
Infrastruktur & Technologie
Die Zukunft der Medien (Internet, Telefonie, TV, Video, etc.) gehört der IP basierten Kommunikation. Dies ist die effizienteste Methode, um möglichst kostengünstig und flexibel alle Services über eine Infrastruktur anzubieten. Dies wird auch von der Kommunikations-Theorie so bestätigt.
Swisscom befindet sich mit VDSL heute in einer Infrastruktur-Sackgasse, aus der man sich aber gerade mit der Milliarden-Investition FTTH befreit und sich langfristig einen enormen Vorteil erkauft. Technologisch ist die Swisscom bereits nahezu vollständig auf IP Kommunikation ausgerichtet. Lediglich VoIP anstelle der herkömmlichen Telefonie fehlt zur Vereinheitlichung, was aber am "Tag X" technisch kaum eine grosse Herausforderung stellen wird. Auch der jüngste Entscheid gegen DVB-H und für das IP basierte Swisscom TV Air ist der richtige Entscheid. Dass das Mobilfunk-Netz dafür ein potentieller Engpass darstellt, ist lediglich ein kurzfristiger Zustand. Mittelfristig, d.h. bis dieser Service von der breiten Masse angenommen wird, wird es dank der technologischen Weiterentwicklung dafür genügend Bandbreite haben. Denn das langfristige Konzept ist das einzig richtige.
Die Cablecom betreibt hier zwar neben dem Internet bereits VoIP, allerdings hängt man im wichtigen und komplexen TV Broadcast Bereich noch immer an alten Prinzipien und rennt gegen physikalische Kapazitäts-Engpässe des Kupferkabels. DOCSIS 3 und eventuell DVB-C2 werden zwar mittelfristig aushelfen, langfristig aber kaum reichen. Swisscom hat im TV Bereich momentan ebenfalls ihre Limiten, besonders die unerfreuliche Limite von nur zwei parallelen Streams. Allerdings ist es lediglich eine Frage der Zeit, bis der Wandel der Infrastruktur dieses Problem löst. Sprich: Mit FTTH, das prinzipiell und nicht speziell für digitales TV eingeführt wird, verschwindet dieser Engpass für immer. Die Cablecom hingegen wird eines Tages von DVB-C(2) auf IP basiertes TV Broadcasting umstellen müssen, um den Limitierungen zu entrinnen. Dies ist ein ungemein komplexes Unterfangen, für welches die Swisscom einige Jahre Entwicklung und etwa 2 Jahre Produktivbetrieb gebraucht hatte bis sie die Technologie im Griff hatte. Und dennoch wird die Cablecom Infrastruktur, d.h. das TV Kupferkabel, eines Tages ersetzt werden müssen, weil es auch so den Anforderungen nicht mehr genügen wird. Nicht gerade morgen, aber der Tag wird kommen. Der von mir prophezeite Wechsel von DVB-C zu DVB-IP wird diesen Tag zwar um vielleicht 10 Jahre hinauszögern, vermieden wird er aber nicht.
Services
Bei der Cablecom kriege ich Internet und Telefonie auf einfache Weise, so wie auch bei der Swisscom. Beim Internet hat zur Zeit die Cablecom ganz klar die Nase vorn, da man mit DOCSIS 3 deutlich mehr Bandbreite aufteilen kann. Die Swisscom wird in den nächsten 3-7 Jahren, bis FTTH für einen "vernünftigen" Teil der Schweizer Bevölkerung zugänglich ist, Bandbreiten-mässig wahrscheinlich "untendurch" müssen. Wie sie diese Zeit überbrückt, ist mir momentan nicht ganz klar (fast-gratis Internet? Extrem billige Triple-Play Angebote?). Klar ist aber, ist FTTH einmal gut verfügbar, so hat sie gegenüber der Cablecom einen massiven Infrastruktur-Vorteil für die kommenden Jahrzehnte.
Beim digitalen TV sieht die heutige Welt anders aus. Will ich auf einem TV-Gerät digitales TV haben, so bezahle ich der Cablecom eine Grundgebühr (für eine STB oder zukünftig ein CAM). Will ich auf einem zweiten TV-Gerät das gleiche sehen können, bezahle ich die gleiche Grundgebühr ein zweites Mal. Will ich auf dem ersten TV einige Pay-TV Sender sehen, bezahle ich sie einmal, natürlich. Will ich die Sender auch auf dem zweiten, dritten, vierten TV Gerät sehen, bezahle ich die gleiche Gebühr ein zweites, drittes, viertes Mal. Will ich Aufnahmen eines Gerätes auf einem anderen TV sehen, kann ich das nicht. Will ich die Sender auf einem Computer sehen, kann ich das nicht (vom höchst beschränkten und unflexiblen "Live TV" Angebot mal abgesehen). Will ich die Sender auf dem Mobile sehen, kann ich das nicht.
Sehr vieles von dem, was die Zukunft von einem TV Provider fordern wird, existiert bei der Cablecom noch nicht oder würde enorme Änderungen in der Infrastruktur bedeuten. Der Entscheid für CI+ behindert die Entwicklung in die richtige Richtung ebenfalls.
Swisscom ist bei den TV Services, auch dank der besseren technologischen Ausrichtung, deutlich besser aufgestellt als die Cablecom. Ich bezahle für das erste Gerät den vollen Betrag. Ein zweit- oder dritt-Gerät kostet zwar zusätzlich, aber nur ein Drittel des ersten Geräts. Dafür sehe ich auf allen drei Geräten die gleichen Sender. Auch Pay-TV muss ich nur einmal bezahlen und kann es auf allen drei Geräten sehen. Auch Aufnahmen können von allen Geräten abgerufen werden. So muss es sein. Dazu kann ich die Sender nun auch auf dem Computer oder auf dem Mobile sehen, dank der grundsätzlich auf IP basierten TV-Infrastruktur. Allerdings ebenfalls gegen eine zusätzliche Gebühr.
Swisscom hat zwar das Prinzip "bezahle nur den Inhalt, schaue wo du willst" auch noch nicht umgesetzt, da zusätzliche (allerdings vergleichsweise relativ moderate) Gebühren anfallen. Allerdings wäre man technologisch dazu wohl bereit und es ist eine Frage der Zeit, bis dies kommen wird. Cablecom kennt dieses Prinzip erst aus Presseberichten und ist auch technologisch meilenweit davon entfernt, so etwas anbieten zu können. Sehr schlechte Vorzeichen für die Cablecom im zukünftigen Kampf um die besseren Services. Man kann nicht ewig die Kohlen aus dem Feuer holen mit der vierfachen Internet-Bandbreite zum gleichen Preis wie die Konkurrenz.
Vernetztes Zuhause
Digitales TV wird in den kommenden Jahren das fordern, was z.B. Reel Multimedia mit ihrem Multiroom Konzept bereits heute anbietet. Es ist die Antwort auf die Anforderungen einer normalen Familie mit Kindern, bei welchen mindestens drei TV Geräte im Haushalt sind. Einer im Wohnzimmer, ein zweiter im Zimmer des Teenagers und ein dritter im anderen Kinderzimmer, im Schlafzimmer oder im Hobbyraum, etc. Und alle wollen natürlich von überall auf getätigte Aufnahmen zugreifen können. Man muss keine ausgesprochene "Multimedia-Familie" sein, um sich in so einer Konstellation wiederzufinden.
Der TV Provider der Zukunft muss mit seinem Angebot in den kommenden Jahren diese Anforderungen erfüllen können.
Swisscom TV ist bereits sehr nahe an diesem Prinzip. Drei Geräte, drei Boxen, alle Sender auf allen Geräten sichtbar ohne mehrfach bezahlte Pay-TV Abos. Aufnahmen können ebenfalls abgerufen werden. Alles perfekt? Leider nein, denn die Limite von zwei parallelen Streams pro Haushalt verhindert die richtige Entfaltung dieses Konzepts. Erst wenn problemlos etwa vier (HD) Streams pro Haushalt zur Verfügung stehen, kann man für die "Normalfamilie" von "unbegrenzten Möglichkeiten" sprechen (für unsereins sind evtl. auch vier Streams nicht genug, wenn viel aufgenommen wird ...). Diese Limite wird mit FTTH fallen. Es wird aber wahrscheinlich noch 3-7 Jahre dauern, bis die Mehrheit der Schweizer davon profitieren können. Auch wird es noch etliche Jahre dauern, bis der Kunde sein Endgerät bei Swisscom TV selbst wählen kann. Diese Freiheit ist aber notwendig, um die Flexibilität von "bezahle den Inhalt, schaue wo du willst" zufriedenstellend umzusetzen.
Die Cablecom, nun, sie hat bekanntlich ein grundsätzliches Problem hier. Allerdings könnte man mit einer geschickten Firmen-Strategie das Problem sozusagen "auslagern" und andere das Problem, zumindest für die kommenden Jahre, lösen lassen. Anders gesagt: Da Cablecom in den kommenden vielen Jahren kaum in der Lage sein wird, das Prinzip "bezahle den Inhalt, schaue wo du willst" und das "Vernetzte Zuhause" mit ihren Produkten umzusetzen, so könnte man dies doch innovativen Firmen wie Reel Multimedia überlassen. Anders gesagt: Eine geschickte CAM-Lösung vorausgesetzt, könnte man über solche Drittfirmen-Lösungen all die Vorteile erringen (resp. den Kunden erringen lassen), welche die Swisscom zwar teilweise aber noch nicht vollständig hat. Allerdings, so ist zu beachten, erfordern solche Drittfirmen-Lösungen vom Kunden Investitionen über mehr als 1000 Franken. Konkreter formuliert: Würde man eine gute CI Lösung auf den Markt bringen, so könnte die Cablecom hier die Swisscom dank Firmen wie Reel Multimedia sofort überholen, sofern der Kunde zu einer Investition bereit ist. Leider begreift man solche Zusammenhänge bei der Cablecom aber offenbar nicht und man entscheidet sich für CI+. Eine Technologie, welche fast alles zunichte macht, was im Zusammenhang mit Kundenfreundlichkeit, Flexibilität und Innovation steht. Ein wirklich fataler Entscheid. Daran ändert auch das Zeigen auf das böse Hollywood oder auf ein paar billige deutsche Privatsender nichts. Denn Liberty Global wäre weltweit wohl mächtig genug, um sich dagegen aufzulehnen, wenn man denn wirklich wollte.
Fazit
Die Swisscom ist auf dem richtigen Weg, um das Prinzip "bezahle den Inhalt, schaue wo du willst" langfristig umsetzen zu können. Die technologischen Voraussetzungen sind vorhanden oder werden bereits aktiv in den kommenden Jahren geschaffen. Es bleibt abzuwarten, wie konsequent die Swisscom dazu bereit ist, zukünftig solche Möglichkeiten den Kunden auch anzubieten.
Die Cablecom nähert sich technologisch und mit ihren Services einer Sackgasse, welche langfristige Umwälzungen erfordern, um den Rückstand wieder wettzumachen. Mit geschickten Entscheiden zugunsten von guten CI Lösungen anstelle CI+ hätte man zumindest für ein paar Jahre im TV Segment einen potentiellen Vorteil. Leider ist man bei der Cablecom daran nicht interessiert sondern schaut lieber den abwandernden Kunden hinterher. Fällt Cablecom nicht bald die richtigen Entscheide, könnte man langfristig den Anschluss an Swisscom in allen Segmenten verlieren.
Ich gehe davon aus, dass der TV Kunde in nicht allzu ferner Zukunft "nur noch" für den Inhalt bezahlen wird. Grundgebühren für die benutzte Infrastruktur werden aber wahrscheinlich, bis auf weiteres, auch noch anfallen (Kabel / Telefon / Mobile / etc. Gebühren). Man wird aber die Wahlfreiheit haben, wie und wo man den bezahlten Inhalt sieht. Das heisst, wer z.B. einmal für Teleclub bezahlt hat, kann ohne doppelte Abo-Gebühren die Sender sowohl auf allen TVs im Haushalt, auf dem Computer, auf dem Mobile, im Auto, etc. sehen. Denn alles andere wird sich langfristig nicht durchsetzen können.
Die Frage ist nun:
Welcher der zwei "Giganten" Swisscom und Cablecom ist für diese Zukunft besser gerüstet?
Meiner Meinung nach hat die Swisscom hier die Nase ganz klar vorne. Cablecom befindet sich mit ihren jetzigen Technologien beinahe in einer Sackgasse und die jüngsten Entscheidungen zugunsten von CI+ beeinflussen diesen Zustand nicht wirklich positiv.
Infrastruktur & Technologie
Die Zukunft der Medien (Internet, Telefonie, TV, Video, etc.) gehört der IP basierten Kommunikation. Dies ist die effizienteste Methode, um möglichst kostengünstig und flexibel alle Services über eine Infrastruktur anzubieten. Dies wird auch von der Kommunikations-Theorie so bestätigt.
Swisscom befindet sich mit VDSL heute in einer Infrastruktur-Sackgasse, aus der man sich aber gerade mit der Milliarden-Investition FTTH befreit und sich langfristig einen enormen Vorteil erkauft. Technologisch ist die Swisscom bereits nahezu vollständig auf IP Kommunikation ausgerichtet. Lediglich VoIP anstelle der herkömmlichen Telefonie fehlt zur Vereinheitlichung, was aber am "Tag X" technisch kaum eine grosse Herausforderung stellen wird. Auch der jüngste Entscheid gegen DVB-H und für das IP basierte Swisscom TV Air ist der richtige Entscheid. Dass das Mobilfunk-Netz dafür ein potentieller Engpass darstellt, ist lediglich ein kurzfristiger Zustand. Mittelfristig, d.h. bis dieser Service von der breiten Masse angenommen wird, wird es dank der technologischen Weiterentwicklung dafür genügend Bandbreite haben. Denn das langfristige Konzept ist das einzig richtige.
Die Cablecom betreibt hier zwar neben dem Internet bereits VoIP, allerdings hängt man im wichtigen und komplexen TV Broadcast Bereich noch immer an alten Prinzipien und rennt gegen physikalische Kapazitäts-Engpässe des Kupferkabels. DOCSIS 3 und eventuell DVB-C2 werden zwar mittelfristig aushelfen, langfristig aber kaum reichen. Swisscom hat im TV Bereich momentan ebenfalls ihre Limiten, besonders die unerfreuliche Limite von nur zwei parallelen Streams. Allerdings ist es lediglich eine Frage der Zeit, bis der Wandel der Infrastruktur dieses Problem löst. Sprich: Mit FTTH, das prinzipiell und nicht speziell für digitales TV eingeführt wird, verschwindet dieser Engpass für immer. Die Cablecom hingegen wird eines Tages von DVB-C(2) auf IP basiertes TV Broadcasting umstellen müssen, um den Limitierungen zu entrinnen. Dies ist ein ungemein komplexes Unterfangen, für welches die Swisscom einige Jahre Entwicklung und etwa 2 Jahre Produktivbetrieb gebraucht hatte bis sie die Technologie im Griff hatte. Und dennoch wird die Cablecom Infrastruktur, d.h. das TV Kupferkabel, eines Tages ersetzt werden müssen, weil es auch so den Anforderungen nicht mehr genügen wird. Nicht gerade morgen, aber der Tag wird kommen. Der von mir prophezeite Wechsel von DVB-C zu DVB-IP wird diesen Tag zwar um vielleicht 10 Jahre hinauszögern, vermieden wird er aber nicht.
Services
Bei der Cablecom kriege ich Internet und Telefonie auf einfache Weise, so wie auch bei der Swisscom. Beim Internet hat zur Zeit die Cablecom ganz klar die Nase vorn, da man mit DOCSIS 3 deutlich mehr Bandbreite aufteilen kann. Die Swisscom wird in den nächsten 3-7 Jahren, bis FTTH für einen "vernünftigen" Teil der Schweizer Bevölkerung zugänglich ist, Bandbreiten-mässig wahrscheinlich "untendurch" müssen. Wie sie diese Zeit überbrückt, ist mir momentan nicht ganz klar (fast-gratis Internet? Extrem billige Triple-Play Angebote?). Klar ist aber, ist FTTH einmal gut verfügbar, so hat sie gegenüber der Cablecom einen massiven Infrastruktur-Vorteil für die kommenden Jahrzehnte.
Beim digitalen TV sieht die heutige Welt anders aus. Will ich auf einem TV-Gerät digitales TV haben, so bezahle ich der Cablecom eine Grundgebühr (für eine STB oder zukünftig ein CAM). Will ich auf einem zweiten TV-Gerät das gleiche sehen können, bezahle ich die gleiche Grundgebühr ein zweites Mal. Will ich auf dem ersten TV einige Pay-TV Sender sehen, bezahle ich sie einmal, natürlich. Will ich die Sender auch auf dem zweiten, dritten, vierten TV Gerät sehen, bezahle ich die gleiche Gebühr ein zweites, drittes, viertes Mal. Will ich Aufnahmen eines Gerätes auf einem anderen TV sehen, kann ich das nicht. Will ich die Sender auf einem Computer sehen, kann ich das nicht (vom höchst beschränkten und unflexiblen "Live TV" Angebot mal abgesehen). Will ich die Sender auf dem Mobile sehen, kann ich das nicht.
Sehr vieles von dem, was die Zukunft von einem TV Provider fordern wird, existiert bei der Cablecom noch nicht oder würde enorme Änderungen in der Infrastruktur bedeuten. Der Entscheid für CI+ behindert die Entwicklung in die richtige Richtung ebenfalls.
Swisscom ist bei den TV Services, auch dank der besseren technologischen Ausrichtung, deutlich besser aufgestellt als die Cablecom. Ich bezahle für das erste Gerät den vollen Betrag. Ein zweit- oder dritt-Gerät kostet zwar zusätzlich, aber nur ein Drittel des ersten Geräts. Dafür sehe ich auf allen drei Geräten die gleichen Sender. Auch Pay-TV muss ich nur einmal bezahlen und kann es auf allen drei Geräten sehen. Auch Aufnahmen können von allen Geräten abgerufen werden. So muss es sein. Dazu kann ich die Sender nun auch auf dem Computer oder auf dem Mobile sehen, dank der grundsätzlich auf IP basierten TV-Infrastruktur. Allerdings ebenfalls gegen eine zusätzliche Gebühr.
Swisscom hat zwar das Prinzip "bezahle nur den Inhalt, schaue wo du willst" auch noch nicht umgesetzt, da zusätzliche (allerdings vergleichsweise relativ moderate) Gebühren anfallen. Allerdings wäre man technologisch dazu wohl bereit und es ist eine Frage der Zeit, bis dies kommen wird. Cablecom kennt dieses Prinzip erst aus Presseberichten und ist auch technologisch meilenweit davon entfernt, so etwas anbieten zu können. Sehr schlechte Vorzeichen für die Cablecom im zukünftigen Kampf um die besseren Services. Man kann nicht ewig die Kohlen aus dem Feuer holen mit der vierfachen Internet-Bandbreite zum gleichen Preis wie die Konkurrenz.
Vernetztes Zuhause
Digitales TV wird in den kommenden Jahren das fordern, was z.B. Reel Multimedia mit ihrem Multiroom Konzept bereits heute anbietet. Es ist die Antwort auf die Anforderungen einer normalen Familie mit Kindern, bei welchen mindestens drei TV Geräte im Haushalt sind. Einer im Wohnzimmer, ein zweiter im Zimmer des Teenagers und ein dritter im anderen Kinderzimmer, im Schlafzimmer oder im Hobbyraum, etc. Und alle wollen natürlich von überall auf getätigte Aufnahmen zugreifen können. Man muss keine ausgesprochene "Multimedia-Familie" sein, um sich in so einer Konstellation wiederzufinden.
Der TV Provider der Zukunft muss mit seinem Angebot in den kommenden Jahren diese Anforderungen erfüllen können.
Swisscom TV ist bereits sehr nahe an diesem Prinzip. Drei Geräte, drei Boxen, alle Sender auf allen Geräten sichtbar ohne mehrfach bezahlte Pay-TV Abos. Aufnahmen können ebenfalls abgerufen werden. Alles perfekt? Leider nein, denn die Limite von zwei parallelen Streams pro Haushalt verhindert die richtige Entfaltung dieses Konzepts. Erst wenn problemlos etwa vier (HD) Streams pro Haushalt zur Verfügung stehen, kann man für die "Normalfamilie" von "unbegrenzten Möglichkeiten" sprechen (für unsereins sind evtl. auch vier Streams nicht genug, wenn viel aufgenommen wird ...). Diese Limite wird mit FTTH fallen. Es wird aber wahrscheinlich noch 3-7 Jahre dauern, bis die Mehrheit der Schweizer davon profitieren können. Auch wird es noch etliche Jahre dauern, bis der Kunde sein Endgerät bei Swisscom TV selbst wählen kann. Diese Freiheit ist aber notwendig, um die Flexibilität von "bezahle den Inhalt, schaue wo du willst" zufriedenstellend umzusetzen.
Die Cablecom, nun, sie hat bekanntlich ein grundsätzliches Problem hier. Allerdings könnte man mit einer geschickten Firmen-Strategie das Problem sozusagen "auslagern" und andere das Problem, zumindest für die kommenden Jahre, lösen lassen. Anders gesagt: Da Cablecom in den kommenden vielen Jahren kaum in der Lage sein wird, das Prinzip "bezahle den Inhalt, schaue wo du willst" und das "Vernetzte Zuhause" mit ihren Produkten umzusetzen, so könnte man dies doch innovativen Firmen wie Reel Multimedia überlassen. Anders gesagt: Eine geschickte CAM-Lösung vorausgesetzt, könnte man über solche Drittfirmen-Lösungen all die Vorteile erringen (resp. den Kunden erringen lassen), welche die Swisscom zwar teilweise aber noch nicht vollständig hat. Allerdings, so ist zu beachten, erfordern solche Drittfirmen-Lösungen vom Kunden Investitionen über mehr als 1000 Franken. Konkreter formuliert: Würde man eine gute CI Lösung auf den Markt bringen, so könnte die Cablecom hier die Swisscom dank Firmen wie Reel Multimedia sofort überholen, sofern der Kunde zu einer Investition bereit ist. Leider begreift man solche Zusammenhänge bei der Cablecom aber offenbar nicht und man entscheidet sich für CI+. Eine Technologie, welche fast alles zunichte macht, was im Zusammenhang mit Kundenfreundlichkeit, Flexibilität und Innovation steht. Ein wirklich fataler Entscheid. Daran ändert auch das Zeigen auf das böse Hollywood oder auf ein paar billige deutsche Privatsender nichts. Denn Liberty Global wäre weltweit wohl mächtig genug, um sich dagegen aufzulehnen, wenn man denn wirklich wollte.
Fazit
Die Swisscom ist auf dem richtigen Weg, um das Prinzip "bezahle den Inhalt, schaue wo du willst" langfristig umsetzen zu können. Die technologischen Voraussetzungen sind vorhanden oder werden bereits aktiv in den kommenden Jahren geschaffen. Es bleibt abzuwarten, wie konsequent die Swisscom dazu bereit ist, zukünftig solche Möglichkeiten den Kunden auch anzubieten.
Die Cablecom nähert sich technologisch und mit ihren Services einer Sackgasse, welche langfristige Umwälzungen erfordern, um den Rückstand wieder wettzumachen. Mit geschickten Entscheiden zugunsten von guten CI Lösungen anstelle CI+ hätte man zumindest für ein paar Jahre im TV Segment einen potentiellen Vorteil. Leider ist man bei der Cablecom daran nicht interessiert sondern schaut lieber den abwandernden Kunden hinterher. Fällt Cablecom nicht bald die richtigen Entscheide, könnte man langfristig den Anschluss an Swisscom in allen Segmenten verlieren.
Snowman410'415 Beiträge
Ich sehe das mit den Vorteilen von Swisscom nicht so rosig wie du.
Es wird noch viel Wasser den Rhein runterlaufen bis sehr viele am Glaskabel angeschlossen sind.
Es wird noch viel Wasser den Rhein runterlaufen bis sehr viele am Glaskabel angeschlossen sind.
ForceUser2'136 Beiträge
Ja Swisscom wird ihre Kundschaft in nächster Zeit vor allem in den städtischen Regionen haben und gewinnen.
Sobald man etwas "ausserhalb" wohnt, kann man vdsl vergessen, und das noch einige Jahre, je nach Region....
Sobald man etwas "ausserhalb" wohnt, kann man vdsl vergessen, und das noch einige Jahre, je nach Region....
AndreS658 Beiträge
bearbeitet #4
...
anykey5'528 Beiträge
Ich würde etwas vorsichtig sein mit Prognosen, welche 10 Jahre vorausschauen. Gerade in diesem Sektor passiert relativ viel in relativ kurzer Zeit, da kann sich das Blatt dann auch ganz schnell wenden.
easypeacy422'068 Beiträge
Ich stimme absolut zu, dass es Swisscom einige Zeit, viel Mühe und enorm viel Geld kosten wird, bis FTTH auch nur halbwegs verfügbar wird. Eine "vernünftige" Verfügbarkeit heisst für mich etwa 35-50% der Bevölkerung. In erster Linie die städtische Bevölkerung, in der Tat. Wie geschrieben wird das wohl noch 3-7 Jahre dauern. Ob und wie die ländlichen Gebiete erschlossen werden, ist ein grosses Fragezeichen, so wie mit VDSL in der Vergangenheit und Gegenwart.
Aber im Gegensatz zur Cablecom ist Swisscom nun daran, eine Infrastruktur aufzubauen, welche für die kommenden Jahre / Jahrzehnte gerüstet scheint, soweit man das beurteilen kann. Oder anders gesagt: Sollte die Glasfaser-Infrastruktur nicht langfristig ausreichen, kann Cablecom mit dem Kupferkabel schon lange vorher einpacken. Es würde mich auch nicht wundern, wenn die Cablecom in 10-15 Jahren sich plötzlich für enorm viel Geld eine der vier (?) verlegten Glasfasern erkaufen / mieten müsste, weil sie ansonsten keine andere Möglichkeit haben, ihre Dienste über eine zeitgemässe Infrastruktur zu übertragen. Denn ein paralleles Glasfaser-Netz selbst aufzubauen wäre für Cablecom finanziell kaum möglich.
Du sagst: "Ohne Broadcast-Dienste ist die benötigte Bandbreite für IP-Services deutlich kleiner.". Das stimmt, ist aber eine "Milchbueberächnig". Denn die Broadcast-Dienste via DVB-C absorbieren eine gewaltige Bandbreite, die fix jedem einzelnen TV-Sender zugeordnet ist und die nicht mehr flexibel für andere Dienste oder zusätzliche Sender verwendet werden kann (ohne jeweilige Sender abzustellen). Diese starre, unflexible Vergabe der Resourcen wird langfristig kaum funktionieren, erst recht nicht, wenn Resourcen wie auf dem Kupferkabel bereits knapp werden.
Denn ohne Broadcast-Dienste würde der Cablecom plötzlich eine enorme Bandbreite für IP-Services zur Verfügung stehen. Bandbreite, die flexibel eingesetzt werden kann. Entweder du überträgst z.B. drei Dutzend HD Streams (oder mehr) parallel, egal ob Live-TV oder VoD, oder du nutzt es für mehrfach-Gigabit Internet, oder für keine-Ahnung-was-für-Dienste. Dies ist maximal flexibel, im Gegensatz zur jetzigen starren Broadcast Lösung. Denn 99% der verwendeten Bandbreite nutzt du niemals. Du schaust ja nicht 160 TV Sender gleichzeitig, sondern höchstens 2-4 (mit Aufnahmen). Der Rest sind strenggenommen verschwendete Resourcen.
Ein gutes Beispiel sind Teleclubs 24 Sportsender. Für Swisscom TV ist es egal, wieviele Sportsender Teleclub anbietet. Sprich: Man muss zwar pro Sender in die zentralen Encoder-Dienste investieren, was aber "Peanuts" ist im Vergleich zu einer Last-Mile-Infrastruktur-Investition. Denn der Kunde schaut ja nicht mehr Sender parallel.
Für Cablecom sind diese 24 Sportsender aber ein grosses Problem. Möchte man alle 24 Kanäle anbieten, muss man wohl etwa drei komplette Transponder opfern, sofern die Bildqualität einigermassen vernünftig sein soll. Drei Transponder, die man eigentlich kaum auftreiben kann (ohne analog-TV abzuschalten, was einerseits ein politisches Problem ist und gleichzeitig die Problematik der starren Broadcast-Resourcen-Vergabe verdeutlicht). Und eines Tages wird TC alle 24 Sportsender in HD anbieten. Für Swisscom TV kein Problem, dank IP-basierter Services. Die Cablecom wird allerdings kaum ca. 6-8 komplette Transponder nur für Teleclub Sport reservieren können. Was nun? Die einzige Lösung ist, im digitalen TV auf IP-basierte Services umzusteigen...
Teleclub Sport ist nur ein Beispiel für ein typisches Problem, das in Zukunft vermehrt auf Cablecom zukommen wird. Viele Fragen sich zurecht, was Cablecom macht, wenn in 5-10 Jahren die meisten TV Sender in HD senden. Woher nimmt man die Bandbreite fürs Broadcasting? Es gibt Leute die sagen, dieses Problem wird es nicht geben, da in 5-10 Jahren nicht mehr in erster Linie "Live-TV" geschaut wird sondern VoD / TVoD. Ja, mag gut sein ... und damit wird meiner Prognose ebenfalls recht gegeben. Denn das Problem wird dann so gelöst, indem man eben den Broadcast durch IP-basierte VoD / TVoD Dienste ablöst.
Allerdings geht es hier nicht um Prognosen über hochdynamische Technologie-Entwicklungen wie z.B. CPUs oder Mobilfunk-Verhalten der Bevölkerung. Es geht um sehr langfristige Infrastruktur Themen. Diese können sich nicht so schnell verändern. Man sieht es bei FTTH, ein solches Unterfangen wird wohl ein ganzes Jahrzehnt dauern. Und diese Infrastruktur wird auch nicht wieder innerhalb 3-5 Jahren "obsolet" werden sondern sie bildet die Basis für das darauf folgende Jahrzehnt (und wahrscheinlich viel länger). Solange in dieser Zeit nicht jemand Teleportation oder Subraum-Kommunikation erfindet ( /emoticons/default_wink.png ), was nicht sehr wahrscheinlich ist, dann lässt sich anhand der jetzigen Entscheide der Kommunikations-Provider durchaus abschätzen, wohin der Weg in diesem Jahrzehnt grundsätzlich gehen wird.
Es ist sehr gut möglich, ja durchaus wahrscheinlich, dass die Cablecom nun sehr erfolgreiche 5-10 Jahre vor sich haben wird. Danach wird es aber schwierig, mit der Swisscom im Infrastruktur-Bereich mitzuhalten. Das lässt sich schon jetzt absehen. Denn die Cablecom kann ihre Infrastruktur auch nicht innerhalb 2-3 Jahren wieder "auf Vordermann" bringen und die Limiten sind so wie sie sind. Auch in 10 Jahren.
Als einzige Variante, welche meiner Meinung nach eine solche Infrastruktur-Prognose in den kommenden 10 Jahren komplett "über den Haufen" werfen könnte, wäre eine Entwicklung, welche die Letzte Meile im Kabelbereich plötzlich als irrelevant degradieren würde, z.B. flächendeckendes High-Speed WiFi oder ähnliches. Dies ist natürlich durchaus möglich. Halte ich persönlich aber nicht für sehr wahrscheinlich, wäre aber natürlich zu diskutieren.
Aber im Gegensatz zur Cablecom ist Swisscom nun daran, eine Infrastruktur aufzubauen, welche für die kommenden Jahre / Jahrzehnte gerüstet scheint, soweit man das beurteilen kann. Oder anders gesagt: Sollte die Glasfaser-Infrastruktur nicht langfristig ausreichen, kann Cablecom mit dem Kupferkabel schon lange vorher einpacken. Es würde mich auch nicht wundern, wenn die Cablecom in 10-15 Jahren sich plötzlich für enorm viel Geld eine der vier (?) verlegten Glasfasern erkaufen / mieten müsste, weil sie ansonsten keine andere Möglichkeit haben, ihre Dienste über eine zeitgemässe Infrastruktur zu übertragen. Denn ein paralleles Glasfaser-Netz selbst aufzubauen wäre für Cablecom finanziell kaum möglich.
Mehr Platz für IP-basierende Services im Kabel wird es auf jeden Fall brauchen. Damit meine ich reines Internet, Video-on-Demand oder Voice-over-IP. Explizit ausgenommen sind Broadcast-Dienste. Diese sind im Kabel mit DVB-C besser bedient. Ich sehe absolut keinen Sinn, hier auf IP umzustellen. Ohne Broadcast-Dienste ist die benötigte Bandbreite für IP-Services deutlich kleiner. Was auch wichtig ist, die zur Verfügung stehende Bandbreite kann auf mehr Benutzer verteilt werden, da die Anforderungen an die Service-Qualität kleiner sind.Ein gutes Posting, dem ich grösstenteils zustimme. Allerdings nicht dem zitierten Teil /emoticons/default_wink.png
Du sagst: "Ohne Broadcast-Dienste ist die benötigte Bandbreite für IP-Services deutlich kleiner.". Das stimmt, ist aber eine "Milchbueberächnig". Denn die Broadcast-Dienste via DVB-C absorbieren eine gewaltige Bandbreite, die fix jedem einzelnen TV-Sender zugeordnet ist und die nicht mehr flexibel für andere Dienste oder zusätzliche Sender verwendet werden kann (ohne jeweilige Sender abzustellen). Diese starre, unflexible Vergabe der Resourcen wird langfristig kaum funktionieren, erst recht nicht, wenn Resourcen wie auf dem Kupferkabel bereits knapp werden.
Denn ohne Broadcast-Dienste würde der Cablecom plötzlich eine enorme Bandbreite für IP-Services zur Verfügung stehen. Bandbreite, die flexibel eingesetzt werden kann. Entweder du überträgst z.B. drei Dutzend HD Streams (oder mehr) parallel, egal ob Live-TV oder VoD, oder du nutzt es für mehrfach-Gigabit Internet, oder für keine-Ahnung-was-für-Dienste. Dies ist maximal flexibel, im Gegensatz zur jetzigen starren Broadcast Lösung. Denn 99% der verwendeten Bandbreite nutzt du niemals. Du schaust ja nicht 160 TV Sender gleichzeitig, sondern höchstens 2-4 (mit Aufnahmen). Der Rest sind strenggenommen verschwendete Resourcen.
Ein gutes Beispiel sind Teleclubs 24 Sportsender. Für Swisscom TV ist es egal, wieviele Sportsender Teleclub anbietet. Sprich: Man muss zwar pro Sender in die zentralen Encoder-Dienste investieren, was aber "Peanuts" ist im Vergleich zu einer Last-Mile-Infrastruktur-Investition. Denn der Kunde schaut ja nicht mehr Sender parallel.
Für Cablecom sind diese 24 Sportsender aber ein grosses Problem. Möchte man alle 24 Kanäle anbieten, muss man wohl etwa drei komplette Transponder opfern, sofern die Bildqualität einigermassen vernünftig sein soll. Drei Transponder, die man eigentlich kaum auftreiben kann (ohne analog-TV abzuschalten, was einerseits ein politisches Problem ist und gleichzeitig die Problematik der starren Broadcast-Resourcen-Vergabe verdeutlicht). Und eines Tages wird TC alle 24 Sportsender in HD anbieten. Für Swisscom TV kein Problem, dank IP-basierter Services. Die Cablecom wird allerdings kaum ca. 6-8 komplette Transponder nur für Teleclub Sport reservieren können. Was nun? Die einzige Lösung ist, im digitalen TV auf IP-basierte Services umzusteigen...
Teleclub Sport ist nur ein Beispiel für ein typisches Problem, das in Zukunft vermehrt auf Cablecom zukommen wird. Viele Fragen sich zurecht, was Cablecom macht, wenn in 5-10 Jahren die meisten TV Sender in HD senden. Woher nimmt man die Bandbreite fürs Broadcasting? Es gibt Leute die sagen, dieses Problem wird es nicht geben, da in 5-10 Jahren nicht mehr in erster Linie "Live-TV" geschaut wird sondern VoD / TVoD. Ja, mag gut sein ... und damit wird meiner Prognose ebenfalls recht gegeben. Denn das Problem wird dann so gelöst, indem man eben den Broadcast durch IP-basierte VoD / TVoD Dienste ablöst.
Ich würde etwas vorsichtig sein mit Prognosen, welche 10 Jahre vorausschauen. Gerade in diesem Sektor passiert relativ viel in relativ kurzer Zeit, da kann sich das Blatt dann auch ganz schnell wenden.Naja, jeder der Prognosen macht geht ein Risiko ein, dass es anders kommt als vorausgesagt. Wäre aber jeder so vorsichtig wie du hier gerade, dann hätten wir im Forum nichts zu diskutieren /emoticons/default_wink.png
Allerdings geht es hier nicht um Prognosen über hochdynamische Technologie-Entwicklungen wie z.B. CPUs oder Mobilfunk-Verhalten der Bevölkerung. Es geht um sehr langfristige Infrastruktur Themen. Diese können sich nicht so schnell verändern. Man sieht es bei FTTH, ein solches Unterfangen wird wohl ein ganzes Jahrzehnt dauern. Und diese Infrastruktur wird auch nicht wieder innerhalb 3-5 Jahren "obsolet" werden sondern sie bildet die Basis für das darauf folgende Jahrzehnt (und wahrscheinlich viel länger). Solange in dieser Zeit nicht jemand Teleportation oder Subraum-Kommunikation erfindet ( /emoticons/default_wink.png ), was nicht sehr wahrscheinlich ist, dann lässt sich anhand der jetzigen Entscheide der Kommunikations-Provider durchaus abschätzen, wohin der Weg in diesem Jahrzehnt grundsätzlich gehen wird.
Es ist sehr gut möglich, ja durchaus wahrscheinlich, dass die Cablecom nun sehr erfolgreiche 5-10 Jahre vor sich haben wird. Danach wird es aber schwierig, mit der Swisscom im Infrastruktur-Bereich mitzuhalten. Das lässt sich schon jetzt absehen. Denn die Cablecom kann ihre Infrastruktur auch nicht innerhalb 2-3 Jahren wieder "auf Vordermann" bringen und die Limiten sind so wie sie sind. Auch in 10 Jahren.
Als einzige Variante, welche meiner Meinung nach eine solche Infrastruktur-Prognose in den kommenden 10 Jahren komplett "über den Haufen" werfen könnte, wäre eine Entwicklung, welche die Letzte Meile im Kabelbereich plötzlich als irrelevant degradieren würde, z.B. flächendeckendes High-Speed WiFi oder ähnliches. Dies ist natürlich durchaus möglich. Halte ich persönlich aber nicht für sehr wahrscheinlich, wäre aber natürlich zu diskutieren.
Snowman410'415 Beiträge
Wobei ich mir die Frage stelle, ob Swisscom mit den Kunden nur aus der Stadt überleben kann?
easypeacy422'068 Beiträge
Eine gute Frage, in der Tat. Damit einher geht wahrscheinlich auch die Frage, wie gut die Swisscom die zukünftigen Dienste auch auf Anschlüsse geringerer Bandbreite skalieren kann. Sprich: Wie kriegt man, als mögliches Beispiel, ausserhalb der Städte irgendwann in den kommenden 3-7 Jahren wenigstens 2 parallele HD Streams in vernünftiger Qualität plus Internet plus Telefonie z.B. über eine 12mbps Leitung? Eine schwierige Herausforderung ...
robi6'764 Beiträge
Wobei ich mir die Frage stelle, ob Swisscom mit den Kunden nur aus der Stadt überleben kann?Das Überleben hängt nicht nur von der Masse ab, sondern primär von der Differenz von Kosten zum Ertrag. Da die Umsätze auf allen Telecom-Dienstleistungen sinken und die Kosten mit den massiven Investitionen steigen, ist die Frage ob sich die Swisscom dereinst den Ausbau ausserhalb grösserer Siedlungen überhaupt leisten kann. Ich bezweifle das und behaupte, dass Gebiete mit wenig Einwohnern pro Flächeneinheit deshalb nie auf FTTH ausgebaut werden.
Robi
tosci5'731 Beiträge
Einen Punkt habt Ihr noch vergessen: Was ist wenn Swisscom TV nicht mehr von einem Swisscom DSL-Anschluss abhängig ist? Die neue Media Room - Version würde nämlich erlauben, TV über einen x beliebigen Internetanschluss zu sehen, also auch über DOCSIS3 oder die nächste Mobilfunk-Turbo-Variante... FTTH ist bei Weitem nicht die einzige Lösung...
Tosci
Mediaroom 2.0 also gives TV service operators the ability to reach beyond their managed IPTV networks, extending their television services to their unmanaged broadband networks. As a result, operators have the ability to offer content from a vast number of television and Internet sources, and deliver it to more viewers in more places than ever before.Gruss
Tosci
AndreS658 Beiträge
bearbeitet #11
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Freaktaler24 Beiträge
Meiner Meinung nach müssten sich ländliche Gemeinden bereits heute mit dem Thema "Multimediadienste heute und in zehn Jahren" beschäftigen. Die Infrastrukturkosten sowohl für Kabelbetreiber als auch Swisscom, Sunrise etc. werden in den ländlichen Gegenden nur selten eine zufriedenstellende Aufwand / Ertrags Situation ergeben.
Wir betreiben auch ein kleines Kabelnetz bei uns in der Gemeinde. Wenn ich die Investitionen sehe, die getätigt werden müssen, um nur schon auf 750MHz aufrüsten zu können, dann frage ich mich schon wie das finanziert werden soll. Internet, Telefonie und PAY-TV bringen vielleicht Mehreinnahmen, aber diese werden nie und nimmer die getätigten Investitionen decken, wenn man weiss, dass heute eigentlich nur noch 862MHz das Ziel sein sollte.
Die Frage ist wohl eher, wie können wir, Kabelnetz und Telefonnetz gemeinsam modernisieren und ausbauen. Sollten heute schon Verträge geschlossen werden, wie in den nächsten 5 Jahren ausgebaut werden soll? Sollen Kabelnetzbetreiber schon heute Rückstellungen vornehmen, um am Schluss gemeinsam mit Swisscom und Gemeinde ein Ausbau in FTTH machen können?
Wir betreiben auch ein kleines Kabelnetz bei uns in der Gemeinde. Wenn ich die Investitionen sehe, die getätigt werden müssen, um nur schon auf 750MHz aufrüsten zu können, dann frage ich mich schon wie das finanziert werden soll. Internet, Telefonie und PAY-TV bringen vielleicht Mehreinnahmen, aber diese werden nie und nimmer die getätigten Investitionen decken, wenn man weiss, dass heute eigentlich nur noch 862MHz das Ziel sein sollte.
Die Frage ist wohl eher, wie können wir, Kabelnetz und Telefonnetz gemeinsam modernisieren und ausbauen. Sollten heute schon Verträge geschlossen werden, wie in den nächsten 5 Jahren ausgebaut werden soll? Sollen Kabelnetzbetreiber schon heute Rückstellungen vornehmen, um am Schluss gemeinsam mit Swisscom und Gemeinde ein Ausbau in FTTH machen können?
Vialli288 Beiträge
Eigentlich müsste man doch folgendes bevorzugen:
Ziel: Grundversorgung digital (TV, Internet, Voice, Mobile etc.) sehr umfassend für alle Bewohner der Schweiz.
Klar, ich bin am Träumen.... aber eine umfassend erschlossene Schweiz hätte noch weitere Vorteile:
- Mehr Home-Arbeitsplätze, Verkehrsaufkommen reduzieren
- Schaffung von Arbeitsplätzen auch ausserhalb der Zentren
...
...
...aber klar, nur laut nachgedacht....
- Gemeinsamer Ausbau der Netzinfrastruktur in der ganzen Schweiz, also auch auf dem Land und in den Bergen.
- Freigabe der Netze für alle Telcos mit Konzession
- Umgesetzt spätestens in 3 - 4 Jahren
Ziel: Grundversorgung digital (TV, Internet, Voice, Mobile etc.) sehr umfassend für alle Bewohner der Schweiz.
Klar, ich bin am Träumen.... aber eine umfassend erschlossene Schweiz hätte noch weitere Vorteile:
- Mehr Home-Arbeitsplätze, Verkehrsaufkommen reduzieren
- Schaffung von Arbeitsplätzen auch ausserhalb der Zentren
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...aber klar, nur laut nachgedacht....
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