Zum Inhalt springen

SF will Niveau des Privatfernsehens, mit gefakten Reality-TV-Formaten, unterbieten

8 Antworten2'611 AufrufeGestartet von BusFahrer ·

BusFahrerThemenstart398 Beiträge
#1
Hi

von Roger Baur - Getauschte Jobs und gestresste Ärzte: Mit neuen Sendungen will das Schweizer Fernsehen den Quotenschwund stoppen. Doch vieles kennt man bereits aus dem deutschen Privatfernsehen.

In einer neuen Sendung will SF Jobs tauschen. Neu ist die Idee nicht: Kabel eins erprobte bereits den «Stellungswechsel» Die Idee ähnelt dem turbulenten, aber erfolgreichen «Frauentausch» von RTL2. Hat sich als grosser Quotenbringer erwiesen: Die Dok-Abteilung des Schweizer Fernsehens. Nun geht der Erfolg in eine neue Serie. «Die Assistenzärzte» zeigt ab August den harten Berufsalltag junger Mediziner. Das Vorbild ist die Doku-Soap «Anfänger in Weiss» des Westdeutschen Rundfunks WDR. Am Sonntagabend setzt SF ab 2013 auf «The Voice of Switzerland». Vorher steht eine kostengünstige Rating-Show auf dem Programm: «Gipfelstürmer». Vorbild für «Gipfelstürmer» ist die RTL-Sendung «Die 10» mit Wortkünstlerin Sonja Zietlow. Die 10: In der Schweiz scheiterte 2009 der Versuch von 3+, die Sendung mit Anna Maier einzubürgern. Der Schweizer TV- und Radiochef Rudolf Matter kennt den Fernsehmarkt bestens. Er war unter anderem für die RTL-Gruppe tätig. Das Fernsehstudio in Zürich-Leutschenbach. Hier ändert sich im Herbst mehr, als nur die Namen der Sender. Aus SF1 und SF zwei werden bis spätestens Ende Jahr SRF1 und SRF zwei. Die Radio- und Fernsehprogramme tragen dann die gleichen Namen: Radio DRS wird zu Radio SRF.

Die Frühlingsputzete im Fernsehstudio Leutschenbach fällt in diesem Jahr besonders gründlich aus. «Benissimo» ist entsorgt, «Traders» abgesetzt, «Wetten, dass...?» gekündigt, «5 gegen 5» hat ausgespielt. Nun zeigen Recherchen von 20 Minuten Online: TV-Chef Rudolf Matter setzt stattdessen wieder auf international erprobte Ideen mit Erfolgsgarantie.

Junge Ärzte auf Sendung

In der Rating-Show «Gipfelstürmer» werden ab Oktober am Sonntagabend die schönsten Lieder, die besten Filme und die packendsten TV-Momente der Schweiz gekührt. Eine beliebte Mischung aus Prominenten und nostalgischen Momenten, bei denen SF sein grosses Archiv plündern kann. Vorbild: «Die 10» von RTL.

Die Doku-Soap «Die Assistenzärzte» begleitet ab dem 24. August immer Freitags sechs junge Ärzte auf ihren langen Arbeitsschichten im Spital Interlaken. Vorbild: Die WDR-Dokusoap «Anfänger in Weiss».

Einen Tag später startet die Volksmusikshow «Potz Musig!» als Nachfolgesendung von «Hopp de Bäse». In die Fussstapfen von Kurt Zurfluh tritt der Hackbrettspieler und Volksmusik-Star Nicolas Senn, der schon mit Rapper Bligg zusammen in die Saiten haute.

Abwechslung als Programm

Um Gegensätze geht es einige Wochen später bei der Lancierung von «Jobtausch»: Kranführer und Konzernchef, Streifenpolizistin und Serviceangestellte - zwei Schweizer mit unterschiedlichen Berufen tauschen für eine Woche jeweils den Arbeitsplatz. Vorbild: «Stellungswechsel» von Kabel eins und «Frauentausch» von RTL2.

Auch SF-intern wird gewechselt: Roman Kilchsperger hört auf mit «Traders» und übernimmt stattdessen «Top Secret»: elf Fragen machen die Kandidaten um 100 000 Franken reicher. Sven Epiney hängt «5 gegen 5» an den Nagel und startet stattdessen die Samstagabendshow «Check-In»: Zwei Familien kämpfen um eine Traumreise.

Eingekauftes Glück

Klar ist: Die neuen Sendungen werden Quoten liefern müssen. Denn vor allem die Zuschauer unter 60 schalten immer häufiger um oder gleich ganz ab: Bei den unter 30-Jährigen liegen SF1 und SF zwei weit hinter Pro Sieben und RTL.

Es ist darum auch nicht verwunderlich, dass SF auf Formate setzt, die international bei einem breiten Publikum erfolgreich sind. Das Ziel scheint klar: Die Jungen sollen gehalten und die Alten auf keinen Fall vertrieben werden.

Was halten Sie von den geplanten SF-Sendungen? Sind sie die Gebühren wert?
Quelle: 20 Minuten Online - Fast wie bei RTL - das plant SF im Herbst - Tv

Wenn das wirklich stimmen würde, was Lohnschreiber Roger Baur hier sagt, würde ich meine positive Einstellung zum SF revidieren.

Ich finde gefakte Realit-TV-Sendungen haben nichts im ÖR verloren; ich bezahle Gebühren für Qualität, nicht für geistigen Dünnschiss. Allerdings traue ich dem Artikel nicht wirklich, denn die Mehrheit der Artikel von 20min sind Propaganda oder Marketing, und da 20min ein grosser Konkurrent von SF ist.

Was denkt ihr darüber?

AndreS658 Beiträge
bearbeitet #2
...

Markus1'750 Beiträge
#3
Das nennt man Scripted Reality (Pseudo-Dokumentation).

Es besteht ein Drehbuch, ein Regisseur und Schauspieler (im Regelfalle Laien) figurieren vor der Kamera. Dokumentation nur soweit, als da der Drehbuchschreiber irgendwelche Akten gewälzt hat, um Ideen zu haben für das nächste Drehbuch. Aber im Regelfalle sind jene Geschichten frei erfunden und somit von einer Dokumentation null und nichts vorhanden, obwohl es den Anschein erwecken soll.

Gruss Markus

BusFahrer398 Beiträge
#4
Das nennt man Scripted Reality (Pseudo-Dokumentation).
Es besteht ein Drehbuch, ein Regisseur und Schauspieler (im Regelfalle Laien) figurieren vor der Kamera. Dokumentation nur soweit, als da der Drehbuchschreiber irgendwelche Akten gewälzt hat, um Ideen zu haben für das nächste Drehbuch. Aber im Regelfalle sind jene Geschichten frei erfunden und somit von einer Dokumentation null und nichts vorhanden, obwohl es den Anschein erwecken soll.
Scripted Reality ist ein schönes Wort. Meistens ist es Mobbing; das TV sucht sich Opfer die im Leben eher auf der Schattenseite stehen und verarscht, belächelt diese vor einem Millionenpublikum /emoticons/default_sad.png

Ich empfehle zu diesem Thema Fernsehkritik von Holger Kreymeier. Teilweise sehr traurige Beiträge über die Mobbing-Opfer vom Trash-TV /emoticons/default_sad.png

https://de.wikipedia.org/wiki/Fernsehkritik-TV

Fernsehkritik-TV

texarkana1'539 Beiträge
#5
Erinnert mich an die 80-ziger Jahre, da habe ich in den USA die " Gong Show " geschaut..!!

charlie

Gnu336 Beiträge
#6
Wo steht etwas von gefakten Sendungen? Die oben stehenden Formate stimmen sicher. Es wurden doch auch schon mehrere Doku-Soaps gezeigt: Bergretter und wie sie alle hiessen. Ratingshows gab es auch schon: Die grössten Schweizer Hits. Berufe wurden auch schon bedingt getauscht: Aeschbis Sommerjob. Singshows gab es auch schon: Musicstar. Also was soll die ganze Aufregung?

Schauen werde ich die Sendungen eher nicht. Aber wer sagt denn, dass es auf dem gleichen Niveau wie bei den Privaten inszeniert sein muss?

Gruss

Gnu

PS. Das Schweizer Fernsehen liess schon vor 20 Jahren Leute Maden essen.

RogerH131 Beiträge
#7
Aber wer sagt denn, dass es auf dem gleichen Niveau wie bei den Privaten inszeniert sein muss?
Die Erfahrung der letzten 25 Jahre?

sheimers422 Beiträge
#8
PS. Das Schweizer Fernsehen liess schon vor 20 Jahren Leute Maden essen.
Damals noch unter Anleitung von Rüdiger Nehberg, dem Überlebenskünstler!

n1702_svideo.jpg

discokrueger1'581 Beiträge
#9
Scripted Reality ist ein schönes Wort. Meistens ist es Mobbing; das TV sucht sich Opfer die im Leben eher auf der Schattenseite stehen und verarscht, belächelt diese vor einem Millionenpublikum /emoticons/default_sad.pngIch empfehle zu diesem Thema Fernsehkritik von Holger Kreymeier. Teilweise sehr traurige Beiträge über die Mobbing-Opfer vom Trash-TV /emoticons/default_sad.png
Was du beschreibst nennt sich nicht Scripted Reality, sondern Doku-Soap. Bei Scripted Reality ist alles inszeniert, bei Doku-Soaps sind die "Dokumentierten" echt, werden durch Schnitt, Hintergrundmusik, Effekte,... meist sehr einseitig dargestellt.

Seite 1 von 1 · 9 Beiträge in diesem Thema