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Re-encoding von HD-Sendern bei Quickline

12 Antworten3'752 AufrufeGestartet von Wrzlbrnft ·

WrzlbrnftThemenstart2'742 Beiträge
#1
Heute habe ich erstmals die Möglichkeit, das hier neu aufgeschaltene Digi-TV-Angebot von Quickline durchzutesten. Während ich noch warte, dass meine Smartcard freigeschaltet wird, ist mir etwas anderes aufgefallen. Neben den SD-Sendern, die seit Anfang Mai von MPEG2 auf MPEG4 transcodiert werden - wohl um spätere Übergänge auf HD ohne grosse Umtriebe zu ermöglichen, habe ich festgestellt, dass auch die bereits in MPEG4/H.264 ankommenden HD-Programme nochmal re-codiert werden.

Nach dem Vergleich mit verschiedenen sowohl via Quickline als auch über Sat empfangbaren HD-Programmen sind mir teilweise gravierende Bitraten-Unterschiede aufgefallen. (Durchschnittswerte mit Ausschlägen von meist +/- 1000 kbit/s, je nach Intensität der Bildbewegungen, wobei die Bitraten bei Quickline meist geringere Ausschläge haben)

Einige Vergleiche:

Das Erste HD

Sat: ~7800 kbit/s

QL: ~5500 kbit/s

ZDF HD

Sat: ~9900 kbit/s

QL: ~7200 kbit/s

WDR Köln HD

Sat: ~5000 kbit/s

QL: ~7000 kbit/s

ATV HD

Sat: ~6000 kbit/s

QL: ~5300 kbit/s

BBC One HD

Sat: ~6000 kbit/s

QL: ~7400 kbit/s

Ich frage mich ernsthaft, was das soll??? Bei den SD-Sendern kann ich es wenigstens noch ein bisschen nachvollziehen. Aber wenn ich auch bei den HD-Sendern noch ein recodiertes Bild haben will, kann ich gleich zu Swisscom TV gehen. Warum kann man die Sender nicht einfach 1:1 ab Quelle übernehmen? UPC Cablecom macht das doch auch (wobei meine letzten Vergleichsmessungen hier schon rund 1-2 Jahre her sind).

Jedenfalls bin ich enttäuscht. Somit ist für mich klar, für TV-Aufnahmen wird künftig noch viel häufiger als bisher die Satellitenschüssel herhalten müssen, ausser ein bestimmtes Programm ist für mich wirklich nur via Quickline-Kabel empfangbar. Die Radioprogramme scheinen nach meinen Beobachtungen das einzige zu sein, was 1:1 ohne weiteren Qualitätsverlust weitergeleitet wird (von fehlenden EPG-Informationen mal abgesehen).

HaDeTeeVau192 Beiträge
#2
Keine Ahnung was Du da ab Sat gemessen hast...

Aber ARD, ZDF usw verwenden variable Bitrate im Schnitt um 13Mbit/s in einem statistischen Multiplex kann dieser sogar im Peak auf 19Mbit/s hoch. Insgesamt stehen ab Sat für 4 HD Sender rund 45Mbit/s zur Verfügung die sie sich teilen müssen.

Wenn Quickline diese nicht 1:1 mit allen anderen Sendern übernimmt, sondern aus div. Sat Transpondern ein eigenen zusammenstellt, braucht es in jedem Fall mehr Bandbreite wie ab Sat. Auch im Kabel hat es sagen wir mal rund 48Mbit/s die genutzt werden können. Somit würde man ohne die Sender zusammen zu stauchen höchstens 3 HD Sender störungsfrei unterbringen. würgt man alle auf ca 8-9Mbit/s mit konstanter Bitrate runter, passen bis zu 5 HD Sender rein...

Es ist schlicht eine Frage von Anzahl Sender vs. Qualität...

Über Sat transportierst Du rund 1 - 4 GHz pro Sat (je nach dem wie man's rechnet), während Du im Kabel die 860 MHz noch mit UKW, Internet und Rückwärtskanälen teilen musst...

Gelöschtes Mitglied 21
#3
Nach der Umstellung sind die Bitraten bei Quickline viel variabler und im Schnitt höher als vorher.

robi6'764 Beiträge
#4
Jedenfalls bin ich enttäuscht. Somit ist für mich klar, für TV-Aufnahmen wird künftig noch viel häufiger als bisher die Satellitenschüssel herhalten müssen, ausser ein bestimmtes Programm ist für mich wirklich nur via Quickline-Kabel empfangbar.
Naja, miss halt mal mit den Augen, das ist das relevante Messinstrument... Und wenn das Bild gut aussieht, ist es doch schnurzpiepegal wie es codiert ist.

Wrzlbrnft2'742 Beiträge
bearbeitet #5
Da geb ich dir Recht, robi. Zumindest bei den SD-Programmen fällt es mir sehr auf, bei HD insgesamt deutlich weniger, an gewissen Stellen aber dennoch (zugegeben, mein Auge ist auch noch auf sowas trainiert... ganz furchtbar /emoticons/default_wink.png ). Bei normalem Live-TV-Konsum ist es mir auch relativ egal. Da ich aber auch verschiedene Sendungen und Serien aufnehme und sammle, lege ich da eben grösseren Wert drauf, dass dieses Bild möglichst der ursprünglichen Quelle entspricht, umgekehrt aber auch Aufnahmen durch Neucodierung nicht unnötig aufgeblasen werden. Genauso achte ich darauf, dass ich SD-Produktionen nicht in hochgerechnetem HD mitschneide.

Zugegeben ein etwas sehr spezieller Anspruch meinerseits. Aber ich fühle mich dadurch wieder in die Zeit der 90er und frühen "Nullziger" zurückversetzt, wo es glasklar war, dass die beste Bildqualität nur durch Satelliten-Direktempfang erreicht wird und das Kabel bestenfalls als Ergänzung für gewisse, via Satellit nicht empfangbare Programme dienen kann.

@HaDeTeeVau: Die Erklärung klingt natürlich schon mal schlüssig. Ich könnte jetzt auch gar nicht sagen, ob nicht auch UPC Cablecom die HD-Programme neu codiert. Ist es aber z.B. nicht auch möglich, zu 3 HD-Programmen auf einem Kabelplatz noch 1-2 SD-Sender oder Radioprogramme unterzubringen um den Platz ökonomischer ausnutzen und dennoch auf eine Neucodierung verzichten zu können? Ich habe technisch mit solchen Aufbereitungsbelangen noch nie zu tun gehabt und kann daher über die konkreten Massstäbe die daran heute gesetzt werden nur aus "erweiterter Laiensicht" /emoticons/default_wink.png mutmassen.

omsec505 Beiträge
#6
Mein subjektiver Eindruck ist auch, dass "Kabel-HD" nicht so brilliant ist, wie die Werbung verspricht. Auf einem 60er fallt's halt auch mehr auf. Allerdings könnt ich jetzt nicht seriös sagen, ob QL oder CC besser oder schlechter wären. Wahrscheinlich wird hier wirklich erst Glasfaser Abhilfe schaffen und die Karten gegenüber dem Satellitendirektempfang neu mischen.

Auflösung und (gelegentliche) Klötzchenbildung ist aber nur das Eine. Ich störe mich fast mehr an unnatürlichen Überlaufen ("gradients") z. B. die Abstufungen wenn der Himmel von Schwarz/Dunkelblau zu hellblau/Dämmerung verläuft. Das erinnert schon startk an VGA-Zeiten. Das Problem gibt's aber auch bei Material aus dem Internet (MKV) - als Beispiel fällt mir grad der Vorspann von "House of Cards" ein.

HaDeTeeVau192 Beiträge
#7
Nun, neu encodieren bedeutet immer ein Qualitätsverlust. Je nach Codec oder Gerät ist dies teils sehr krass sichtbar. Es ist wie beim Kopierer. Eine kopierte Seite eines Buches ist zwar noch lesbar aber nie so scharf wie das original. Oder anders gesagt, wenn das original schon aussieht wie YouTube dann wird auch ein neu encodieren daran nichts ändern.

Ich geh mal davon aus, dass alle Kabelnetzbetreiber einige Sender selber neu encodieren (Swisscom sowieso).

Ein grosser Vorteil des neu encodierens ist höchstens die Stabilität. Wenn z.B. an der Quelle etwas ändert z.B. mehr Bandbreite, Signalstörung oder Signalausfall, wird die settopbox kaum beeinflussen. Beim 1:1 weiterleiten kann ein Gewitter oder eine Änderung der Bandbreite seitens Satelliten Provider auch andere Sender mit betreffen welche z.B. mit auf der selben Freq übertragen werden. Z.B. Ein Indischer Sender wird kaum Quickline fragen ob es genehm ist, wenn sie mal eben über Nacht die Bandbreite vergrössern. /emoticons/default_biggrin.png Dies hat dann sofort zur folge das es am TV "chlötzlet" oder andere Sender werden gezielt während dieser Zeit noch unschärfer da die Bandbreite für die übrigen dann verringert werden muss.

Ich glaube Cablecom füllt heute Ihre HD Frequenzen vorwiegend mit SD Sendern auf. Dies ist in punkto Qualität sicher die beste Lösung. Es gibt aber neben dem Encodieren vielfach auch die Lösung auf dem Multiplexer mittels Verschiebung der GOP Struktur noch etwas Bandbreite zu gewinnen. Das klappt aber nur bei Video, einen Radiosender oder auch Tonspuren eines TV Senders kann nur mittels Encoder drücken. Aber sie verschenken halt so auch viel Bandbreite, weil sie einen Puffer frei lassen müssen damit sie den QAM nicht überschiessen. Ein SD Sender wie ZDF variiert zwischen 4 - 8Mbit/s und bei HD ist es zwischen etwa 7 und 19...  SRF HD hat etwa 13Mbit/s

Man müsste meiner Meinung nach eher die Sender anweisen die Bandbreite in einem vernünftigen Rahmen anzubieten dann wäre ein reencodieren z.B. auch für Sunrise oder Swisscom nicht zwingend notwendig.

robi6'764 Beiträge
#8
Zu den ganzen Thema gäbe es noch zu sagen: Es gibt Sender, die liefern das Studiosignal (oder das encodierte Satellitensignal) per Glas in die Schweiz, direkt in die Headends. Dann ist das "reencodierte" Signal je nach Qualität des verwendeten Transcoders besser oder zumindest gleichwertig wie das Satellitensignal.

 

Wrzlbrnft2'742 Beiträge
#9
Dass so einige Sender (insbesondere dt. Private mit CH-Werbung) direkt via Standleitung angeliefert werden, davon bin ich bereits ausgegangen. Ich habe auch bewusst nur Programme aufgezählt, die mutmasslich via Satellit bezogen werden (glaube nicht, dass ARD, ZDF, BBC, etc. eine extra Leitung in die Schweiz legen lassen /emoticons/default_wink.png ).

Und ja, ideal wäre es freilich, wenn über solche Leitungen gleich ein fixfertig-weiterleitbares Signal käme. Da wird aber jeder Kabler/IPTV'ler wieder eigene Bedürfnisse haben und es doch einfacher sein, nur 1 Datenstrom pro Sender an die ganzen Provider zu schicken.

Mit der digi-tv Mobile App gesendet

omsec505 Beiträge
#10
Standleitungen? Das klingt aber ziemlich teuer. Zumindest früher (zu Analogzeiten) wurden die CH-Versionen von RTL und co. via Kopernikus übertragen. Kabel 1 war damals ein exklusiver Kabelsender.

Der wurde nicht in PAL, sondern in D2MAC mit Eurocrypt gesendet.

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roman709'245 Beiträge
#11
Standleitungen sind sicher billiger als damals über Sat. Läuft ja über eine Glasfaserleitung.

Gelöschtes Mitglied 757
#12
Also wenn das Trancodieren erst nach der Messung der Datenraten auffällt kann es nicht wirklich schlimm sein.

In den Kabelnetzen kann es schon eine Rolle spielen, wenn man dadurch bis zu 50% einspart. So lassen sich auf dem gleichen Netz ein paar Boxen mehr betreiben.

crypticro689 Beiträge
#13
Man kann nicht immer den SAT Transponder 1:1 auf eine Frequenz im Kabelnetz einspeisen. Je nach LineUp des jewiligen Kabelsenders will man einzelne Sender anders auf die Frequenzen aufteilen, da je nach benutzten Modulationen die Bandbreiten die man belegen kann unterschiedlich sind. Dann ist man gezwungen, das dynamisch zu machen. Würde man die Originalbandbreiten 1:1 übernehmen, würde es wohl einige Mal knacken. Das löst man glaub ich mit einem CherryPicker.

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