Marktverzerrungen im Breitbandmarkt - und Lösungsansätze
10 Antworten2'517 AufrufeGestartet von doom ·
Damit wir nicht immer den Netflix Thread zuspammen hab ich hier mal einen neuen Thread eröffnet für das Thema Breitbandmarkt.
Ausgangslage:
Die OECD schlägt vor Swisscom zu privatisieren.
Ein Tag Kommentator schlägt vor Dienste radikal zu entbündeln - Internet Zugang dürfte nicht von derselben Firma erbracht werden wie z.B. der TV Dienst.
Dann gibt es den Vorschlag die Swisscom in eine Netz - und eine Dienstleistungsgesellschaft aufzusplitten, welche jedem Anbieter zu denselben Konditionen das Kabel zur Verfügung stellt. Dieses Modell kommt z.B. in England zum Einsatz (ich glaube es gibt noch andere Länder aber die fallen mir gerade nicht mehr ein). Dieses Modell wurde z.B. schon vor Jahren von Sunrise gefordert, oder auch vom Init7 CEO.
In Australien und Neuseeland baut eine vom Staat gesponsorte eigene Firma das Breitbandnetz.
Ich glaube eine Privatisierung löst noch überhaupt kein Problem. Die Wettbewerbsverzerrung wäre nach wie vor da - ein Verkauf würde lediglich den Interessenskonflikt des Bundes als Mehrheitsbesitzer und Regulator lösen.
Schäppi war erst gestern in der Presse und weist darauf hin dass neue Besitzer vielleicht weniger investieren würden, ob das der Fall ist, darüber kann man sich streiten, allerdings kann man sich ja mal Sunrise anschauen - das Einige was zählt ist momentan die Dividende.
Ich finde die Kabel und Schacht AG schon mal eine gute Idee, würde aber das Entbundling auch durchsetzen. Es spricht nichts dagegen dass ein reiner Internet Provider TV und Telefon irgendwo einkauft, und diese als Paket schnürt, aber die einzelnen Dienste sollen auch woanders verfügbar sein. Erst dann kann der Kunde wirklich wechseln wenn der Provider nicht passt, und die Incentives unliebsame Konkurrenzten zu benachteiligen (siehe eben Netflix) gäbe es auch nicht. Und mangels eigener Infrastruktur kann sich kein Provider mehr auf der Monopolinfrastruktur ausruhen.
Ausgangslage:
- Der Markt wird von 2 grossen Playern mit Infrastruktur, die sie Zeiten gebaut haben, als es keinen Markt gab, dominiert.
- Wettbewerb auf Infrastrukturebene findet nur zwischen diesen zwei grossen Playern statt.
- Die einzigen Player die eigenen Leitungen ziehen sind Gemeinden/EWs. Diese greifen dazu auf bestehende eigene Infrastruktur (Kabelkanäle, usw.) zurück, d.h. kein Greenfield Neubau.
- Die beiden grossen Player haben "plötzlich" zu Spitzenzeiten Performanceprobleme mit Netflix - ein Dienst der in Konkurrenz zu einem eigenen kostenpflichtigen Dienst steht.
- Die beiden grossen Player setzen voll auf Bundles - es ist nicht möglich, ein pures Internet Angebot zu erhalten.
- Swisscom bietet DSL und Fiber Drittparteien zum Weiterverkauf an. Dabei sind neben den monatlichen Kosten zusatzkosten für die Bandbreite fällig wenn diese pro Kunde über 2mbit geht.
- Die Schweiz hat eine ex-post (nachträglich) Regulierung, die meisten anderen Ländern eine ex-ante. D.h. in der Schweiz muss erst der Fall eintreten wo etwas zu regulieren ist, und kommt es zu Gerichtsverfahren, dauern diese bis zu Jahrzehnten.
Die OECD schlägt vor Swisscom zu privatisieren.
Ein Tag Kommentator schlägt vor Dienste radikal zu entbündeln - Internet Zugang dürfte nicht von derselben Firma erbracht werden wie z.B. der TV Dienst.
Dann gibt es den Vorschlag die Swisscom in eine Netz - und eine Dienstleistungsgesellschaft aufzusplitten, welche jedem Anbieter zu denselben Konditionen das Kabel zur Verfügung stellt. Dieses Modell kommt z.B. in England zum Einsatz (ich glaube es gibt noch andere Länder aber die fallen mir gerade nicht mehr ein). Dieses Modell wurde z.B. schon vor Jahren von Sunrise gefordert, oder auch vom Init7 CEO.
In Australien und Neuseeland baut eine vom Staat gesponsorte eigene Firma das Breitbandnetz.
Ich glaube eine Privatisierung löst noch überhaupt kein Problem. Die Wettbewerbsverzerrung wäre nach wie vor da - ein Verkauf würde lediglich den Interessenskonflikt des Bundes als Mehrheitsbesitzer und Regulator lösen.
Schäppi war erst gestern in der Presse und weist darauf hin dass neue Besitzer vielleicht weniger investieren würden, ob das der Fall ist, darüber kann man sich streiten, allerdings kann man sich ja mal Sunrise anschauen - das Einige was zählt ist momentan die Dividende.
Ich finde die Kabel und Schacht AG schon mal eine gute Idee, würde aber das Entbundling auch durchsetzen. Es spricht nichts dagegen dass ein reiner Internet Provider TV und Telefon irgendwo einkauft, und diese als Paket schnürt, aber die einzelnen Dienste sollen auch woanders verfügbar sein. Erst dann kann der Kunde wirklich wechseln wenn der Provider nicht passt, und die Incentives unliebsame Konkurrenzten zu benachteiligen (siehe eben Netflix) gäbe es auch nicht. Und mangels eigener Infrastruktur kann sich kein Provider mehr auf der Monopolinfrastruktur ausruhen.
MichelZ672 Beiträge
bearbeitet #2
Es gibt noch weitere modelle statt EW/Gemeinde welche GF machen. http://www.badenfn.ch - eine Unabhängige Firma welche in privatbesitz ist baut bei uns in Baden das Glasfasernetz auf eigene Rechnung. Kein Steuerzahlerfranken geht dabei drauf. Mal sehen wie erfolgreich das wird...
doom2'266 Beiträge
Ja, bin gespannt was da schlussendlich daraus wird (gibts jetzt schon funktionierende Anschlüsse?). Und es gibt ja noch die EWs die es ohne Steuergelder bauen, z.B. Localnet. Ist aber eher Thema für noch einen andere Thread zum Thema "wie kriegen wir mehr Bandbreite in der Schweiz".
redbad448 Beiträge
hier ein Artikel über "Swisscom vs Cablecom"
link: http://www.computerworld.ch/news/it-branche/artikel/swisscom-vs-cablecom-oder-kampf-um-mehr-geschwindigkeit-69591/
link: http://www.computerworld.ch/news/it-branche/artikel/swisscom-vs-cablecom-oder-kampf-um-mehr-geschwindigkeit-69591/
Markus1'750 Beiträge
Es gibt noch weitere modelle statt EW/Gemeinde welche GF machen. http://www.badenfn.ch - eine Unabhängige Firma welche in privatbesitz ist baut bei uns in Baden das Glasfasernetz auf eigene Rechnung. Kein Steuerzahlerfranken geht dabei drauf. Mal sehen wie erfolgreich das wird...Da hat erst kürzlich Swisscom das DSL raufgeschraubt (bei mir ein 90er-Profil). Wenn es bei jenen auf ihrer Website erwähnten Provider bleibt, sehe ich da eher schwarz...
Gruss Markus
o.s.t.495 Beiträge
bearbeitet #6
https://www.swisscom.ch/de/privatkunden/internet/angebote/internet-250.html
- Die beiden grossen Player setzen voll auf Bundles - es ist nicht möglich, ein pures Internet Angebot zu erhalten.
https://www.swisscom.ch/de/privatkunden/internet/angebote/internet-50.html
Tochterfirma von Swisscom hat auch noch was:
https://www.wingo.ch/de
doom2'266 Beiträge
@o.s.t. Das sind spezielle nicht vergleichbare Angebote. Asymetrisch auf Fiber ist ein schlechter Witz.
Warren1'339 Beiträge
@o.s.t. Das sind spezielle nicht vergleichbare Angebote. Asymetrisch auf Fiber ist ein schlechter Witz.Und trotzdem gibt es sie...
doom2'266 Beiträge
Wäre interessant zu sehen wieviele oder wie wenige Kunden darauf aufspringen. Wingo macht noch Sinn seit es symmetrisch ist, aber die Swisscom Angebote sind mehr eine Alibiübung.
MichelZ672 Beiträge
Ja, bin gespannt was da schlussendlich daraus wird (gibts jetzt schon funktionierende Anschlüsse?). Und es gibt ja noch die EWs die es ohne Steuergelder bauen, z.B. Localnet. Ist aber eher Thema für noch einen andere Thread zum Thema "wie kriegen wir mehr Bandbreite in der Schweiz".Ja, es gibt wohl schon Anschlüsse
MichelZ672 Beiträge
Da hat erst kürzlich Swisscom das DSL raufgeschraubt (bei mir ein 90er-Profil). Wenn es bei jenen auf ihrer Website erwähnten Provider bleibt, sehe ich da eher schwarz...Bei mir nicht, ich hab noch max 44 MBit.
Gruss Markus
Yplay bietet Gigabit an für 99 CHF, das wäre akzeptabel.
Aber ich hoffe auch auf Init7 🙂
Dauert noch ein paar Monate bis mein Gebiet dran ist.
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