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Interview mit Schloter: Grenzwerte, Wachstum und mehr

18 Antworten3'432 AufrufeGestartet von smid ·

smidThemenstart12'144 Beiträge
#1
Ein spannendes Interview mit Carsten Schloter in der Sonntagszeitung

SonntagsZeitung | «Es gibt keine Hinweise auf gesundheitliche Risiken»

Spannend: Man denkt darüber nach, unsere lächerlichen Grenzewerte für die böse Strahlung auf EU-Niveau anzuheben.

In meinen Augen absolut nötig und sinnvoll. Bin aber gespannt was Politiker, die immer in Richtung EU wollen, dazu sagen.

Dr. Magnus206 Beiträge
#2
Ich will nicht die ganze Zeit mit der 10fachen Dosis angestrahlt werden. Genügt es denn nicht, wie es heute ist? Beispielsweise Belgien hat die Grenzwerte im Jahr 2009 sogar deutlich gesenkt. Warum? Ein unabhängiger belgischer Wissenschaftler hat in seiner Doktorarbeit bewiesen, dass Ratten, die längere Zeit einer Handystrahlung ausgesetzt waren, früher sterben und mehr Tumore entwickeln. Die Langzeiterfahrung der Strahlung auf den Menschen fehlt uns einfach!

In der Schweiz dürfen Antennen mit 6 Volt pro Meter strahlen, was aber wirlich in der Umwelt ankommt, ist mehr als das doppelte dieser Strahlenbelastung. In Belgien liegt diese bei nur noch 3 Volt pro Meter - unabhängig von der EU-Regelung, kann jedes Land die Grenzwerte selber festlegen. In Italien wird ebenfalls mit 6 Volt pro Meter gestrahlt, wie bei uns. Ich bin dafür, dass die Strahlenbelastung für die Bevölkerung so niedrig gehalten wird wie nur möglich. Das 10fache wäre vollkommener unsinn!

kbx368 Beiträge
#3
Je mehr Leistung die Antennen erbringen dürfen, desto weniger "strahlt" dein Handy. Ist ja logisch; ein Handy sucht sich immer eine Verbindung, und wenn die Antenne nur ganz schwach sendet, muss das Handy umso stärker. Von daher ist dein Schluss falsch, denn höhere Grenzwerte bei Handyantennen werden deine Strahlenbelastung unter dem Strich senken, da wie gesagt dein Handy an sich weniger strahlen muss. Es geht Schloter nicht einfach darum, dass er die Bevölkerung verstrahlen kann! Mal ganz abgesehen davon, gibt es Handys nun wirklich schon lange, irgendwann verfängt das Argument "Man kann noch keine Langzeitstudien machen" nicht mehr. Ich sehe für meinen Teil auf jeden Fall wenige Tumor-Geschädigte, obwohl frühere Handys ein Vielfaches an Strahlung absonderten.

robi6'764 Beiträge
#4
Von daher ist dein Schluss falsch, denn höhere Grenzwerte bei Handyantennen werden deine Strahlenbelastung unter dem Strich senken, da wie gesagt dein Handy an sich weniger strahlen muss
Nicht ganz: Ich kann mein Handy ausschalten und habe heute eine erheblich kleinere Belastung als wenn die Antenne auf dem Nachbardach 7*24h mit 10facher Dosis strahlt. Insofern ist die heutige Regelung zumindest für den Einzelkonsumenten sicher die bessere Lösung.

Wie es dann mit LTE aussieht, wenn die Antennedichte massiv erhöht werden muss um die Bandbreiten liefern zu können ist dann wieder eine andere Sache.

Robi

Dr. Magnus206 Beiträge
#5
Dann schaut euch doch mal euer Natel an. Wenn der Empfangsbalken auf 100% ist, dann ist die Strahlenbelastung durch euer Handy auf einem minimum. Die maximal mögliche Strahlung eures Natels beginnt erst, wenn der Empfang zum Funkmast sinkt. Man kann also nicht die maximal mögliche Strahlebelastung euer Handys nicht als Grundwert hernehmen.

Dass wir früher durch die altmodischen Natels eine höhere Strahlung hatten als jetzt, stimmt so nicht:

Strahlenbelastung hat sich verzehnfacht - News Wissen: Medizin & Psychologie - tagesanzeiger.ch

Dafür verschwinden die Sendemasten in ein paar Jahren vielleicht völlig /emoticons/default_wink.png

Verschwinden die Handymasten? - News Digital: Mobil - tagesanzeiger.ch

robi6'764 Beiträge
#6
Dafür verschwinden die Sendemasten in ein paar Jahren vielleicht völlig /emoticons/default_wink.png
Naja, so neu sind Femtozellen nun auch wieder nicht wie uns Alcatel weis machen möchte 🙂)

Femtozelle

Robi

AndreS658 Beiträge
bearbeitet #7
...

ocelot9996 Beiträge
#8
Je mehr Leistung die Antennen erbringen dürfen, desto weniger "strahlt" dein Handy. Ist ja logisch; ein Handy sucht sich immer eine Verbindung, und wenn die Antenne nur ganz schwach sendet, muss das Handy umso stärker.
Mein bescheidenes Technik-Verständnis sagt mir was anderes: Wie stark dein Handy senden muss hängt von der Empfangsleistung einer Netz-Antenne ab und nicht von deren Sendeleistung. Ich würde sagen es ist genau umgekehrt, je schwächer die Antennen senden dürfen umso mehr braucht es und umso weniger Sendeleistung benötigt das Handy.

AndreS658 Beiträge
bearbeitet #9
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dakis1'007 Beiträge
#10
Mein bescheidenes Technik-Verständnis sagt mir was anderes: Wie stark dein Handy senden muss hängt von der Empfangsleistung einer Netz-Antenne ab und nicht von deren Sendeleistung. Ich würde sagen es ist genau umgekehrt, je schwächer die Antennen senden dürfen umso mehr braucht es und umso weniger Sendeleistung benötigt das Handy.
Nicht ganz - die Sendestärke des Handys hängt sowohl von der Sende- als auch von der Empfangsleistung der Mastantenne ab. Aber insgesamt stimmt es, was du sagst - bei UMTS funkt das Handy mit deutlich geringerer Sendeleistung, da dort die Antennendichte wesentlich höher ist. Auch die Swisscom sagt das übrigens - sie empfehlen im SAR-Guide ausdrücklich, dass man, um die Strahlenbelastung zu minimieren, UMTS verwenden soll zum Telefonieren.

Andererseits hat Dein Argument aber einen Haken: eine höhere Antennendichte ist in der Schweiz wegen regulatorischen und politischen Gründen nicht machbar. Die einzige Möglichkeit, welche die Mobilfunkbetreiber haben, um die Abdeckung und die Leistungsfähigkeit der Netze zu erhöhen, ist die Anhebung der Sendestärke der verschiedenen Antennen.

Der Knackpunkt ist aber schon der: wie schon ein paar Vorredner sagten - ob jemand mit dem Handy telefoniert, oder nicht, ist jedermanns eigene Entscheidung. Von den Sendemasten werden aber alle angestrahlt. Daher müssen die Masten so niedrig wie möglich funken.

Ich sehe das so:

- eine allgemeine Anhebung der Grenzwerte halte ich für schlecht, da somit jene bestraft werden, die bewusst kein Handy verwenden (auch wenn dies vielleicht 2% der Bevölkerung sind)

- eine punktuelle Anhebung halte ich aber für sinnvoll - z.B. in ländlichen Gebieten, in wenig besiedelten Gebieten entlang der Autobahn und der Schiene etc. Also überall dort, wo kaum Leute davon betroffen sind.

Die ganze Diskussion ist aber ohnehin nur theoretischer Natur - käme die Vorlage bezüglich der Grenzwertanhebung vor's Volk, hätte diese nicht den Hauch einer Chance.

smid12'144 Beiträge
#11
Ein Handy haben, aber gegen die Antennen motzen. Ich bin sicher, unzählige Handy-Benutzer würden ein Nein in die Urne legen.

Ich find das schon recht unehrlich.

robi6'764 Beiträge
#12
Ein Handy haben, aber gegen die Antennen motzen. Ich bin sicher, unzählige Handy-Benutzer würden ein Nein in die Urne legen.Ich find das schon recht unehrlich.
Die Diskussion betrifft nicht die "Nur-Telefonierer". Für die ist nach wie vor genügend Kapazität und eine gute Abdeckung vorhanden. Da müsste man nichts tun - der status quo reicht allemal aus.

Das Problem entsteht durch diejenigen (vermutlich inkl. uns allen ;-) die immer und überall Datenempfang haben wollen und das mit grossen Bandbreiten. Dafür reichen die Netze nicht im Ansatz, der Datentraffic verdoppelt sich alle paar Monate. Ansätze wie WiMax, WLAN-Sharing, PWLAN etc. waren, sind und werden Alternativszenarien sein die diskutiert werden.

Und natürlich das Hinterfragen, ob wir auf jedem Berggipfel Kontakt zu Twitter und Facebook brauchen ;-)

Robi

Dr. Magnus206 Beiträge
#13
Genau so wie es unehrlich ist, zu behaupten, wir bräuchten 10x stärkere Handymasten /emoticons/default_wink.png

smid12'144 Beiträge
#14
Wobei ja mittlerweile auch "Nicht Freaks" auch ein iPhön haben 🙂

dakis1'007 Beiträge
#15
Wobei ja mittlerweile auch "Nicht Freaks" auch ein iPhön haben 🙂
🙂

dakis1'007 Beiträge
#16
Genau so wie es unehrlich ist, zu behaupten, wir bräuchten 10x stärkere Handymasten /emoticons/default_wink.png
Unehrlich ist das eigentlich nicht - wenn man sowas hier liest:

http://www.kassensturz.sf.tv/Nachric...te-fuer-Orange

ist es leider sonnenklar, dass die schweizer Netze nur deswegen gegenüber den übrigen europäischen so schlecht abschneiden, weil die Grenzwerte hier so tief sind.

Ist halt auch so: es wird mit fortschreitender Zeit (und daher nun auch vorliegender Langzeitstudien) immer unwahrscheinlicher, dass Handy-Telefonate und Funkmasten tatsächlich die Gesundheit beinträchtigen. Gleichzeitig nützen schnellere Handynetze dem grössten Teil der Bevölkerung. Wenn also keine gesundheitliche Beeinträchtigung zu erwarten ist, macht es auch Sinn, die Grenzwerte entsprechend zu korrigieren.

Dr. Magnus206 Beiträge
#17
Hmmm... ob das wirklich an den Grenzwerten liegt?

Die Schweiz landet in diesem Vergleich nur im hinteren Mittelfeld. Die Provider in Portugal, Spanien und Italien haben ihre Netze besser ausgebaut. Nur Belgien schneidet schlechter ab als die Schweiz
Nach meiner Recherche:

Schweiz 6 Volt pro Meter

Portugal ??

Spanien ??

Italien 6 Volt pro Meter

Belgien 3 Volt pro Meter

Liegt es nicht vielleicht eher an den Standorten der Antennen?

Wäre es technisch eigentlich nicht möglich, dass sich alle Mobilfunkanbieter eine einzige Antenne teilen können?

akai159 Beiträge
#18
Die Leistungen addieren sich und die Grenzwerte sind sofort ueberschritten. Die sind ja schon so tief. Daher stellen die Anbieter nur selten alle an einem Ort auf. Ist natuerlich ein Wiederspruch.

dakis1'007 Beiträge
#19
Wäre es technisch eigentlich nicht möglich, dass sich alle Mobilfunkanbieter eine einzige Antenne teilen können?
Einzelne Antennenstandorte werden ja schon gemeinsam genutzt. Einzelne Antennen zu teilen bringt hingegen nichts - jede Antenne kann nur eine gewisse Anzahl an Verbindungen gleichzeitig abarbeiten. Da die einzelnen Anbieter ohnehin alle schon ausgelastet sind, würde eine gemeinsame Nutzung zum Kollaps führen.

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