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Digitales Kabel-TV wird in Österreich mit Rundfunkgebühren gefördert

14 Antworten2'770 AufrufeGestartet von roman70 ·

roman70Themenstart9'245 Beiträge
#1


Die österreichische Regulierungsbehörde RTR möchte die Digitalisierung der Kabel-TV-Netze vorantreiben. Zu diesem Zweck schüttet sie dieses Jahr bis zu 5 Millionen Euro aus dem aus Rundfunkgebühren gespeisten Digitalisierungsfonds an 25 Kabelnetzbetreiber aus. 4 Millionen sind für die Subventionierung von DVB-C-Boxen (Digital Video Broadcasting Cable) vorgesehen, wobei bis zu 66.666 Kunden jeweils 60 Euro Zuschuss auf den Einkaufspreis von 125 bis 130 Euro erhalten. Eine weitere Million erhalten die Netzbetreiber für Werbekampagnen.

Die Settop-Boxen werden eigens für den überschaubaren österreichischen Markt produziert, was den Preis treibt. Sie müssen nämlich einen offenen Middleware-Standard unterstützen. Das läuft im Endeffekt auf MHP hinaus, weil der in Grossbritannien eingesetzte Alternativstandard MHEG-5 von den österreichischen TV-Sendern nicht unterstützt wird. DVB-C-Boxen mit MHP gibt es im deutschsprachigen Raum aber noch nicht. Weitere Kriterien, wie etwa geringer Stromverbrauch, wurden für die Förderung nicht aufgestellt. Bisher setzen die Kabelnetzbetreiber für ihre digitalen Programmangebote einfache Decoder ohne MHP ein. Nur in Linz gab es einen mit 1,5 Millionen Euro geförderten DVB-C-Pilotversuch mit MHP.

25 von rund 200 österreichischen Kabelnetzbetreibern haben einen Förderantrag gestellt und dürften in den nächsten Tagen die Verträge zur Unterzeichnung erhalten. Ihre Namen werden erst nach Vertragsunterzeichnung veröffentlicht. Sie betreuen mit 440'000 Kunden gut ein Drittel des Marktes. Einige von ihnen haben sich parallel auf den Einsatz des Verschlüsselungsstandards Conax verständigt.

Bei der Förderaktion nicht dabei ist der mit Abstand grösste Kabelanbieter UPC Telekabel, der alleine über eine halbe Million TV-Kabel-Kunden betreut. Das Unternehmen offeriert seit Jahren Digital-TV ohne MHP. UPC plane allerdings einen "Strategiewechsel" und werde voraussichtlich im kommenden Jahr gefördert, liess RTR-Geschäftsführer Alfred Grinschgl am Mittwoch durchblicken. Bei UPC war zu Mittag niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

Die Abwicklung der DVB-C-Förderung erfolgt über die Kabel-Netzbetreiber, die ihre Kunden einzeln anschreiben werden. Die Regulierungsbehörde hat angekündigt, die Daten der Antragsteller mit dem Verzeichnis der Rundfunkgebührenzahler abzugleichen. Wer seinen Fernseher nicht angemeldet hat, soll keine Förderung erhalten. Geplant ist offenbar auch eine Förderaktion für das IP-TV von Telekom Austria.

Bescheidenen Zulauf gibt es unterdessen bei der im vergangenen Jahr angelaufenen Förderaktion für DVB-T-Boxen für den terrestrischen Empfang. Die ersten 100'000 Rundfunkgebührenzahler, die eine DVB-T-Box mit MHP kaufen, können je 40 Euro Subvention in Anspruch nehmen. Bislang ist erst knapp die Hälfte des Kontingents ausgeschöpft. (Daniel AJ Sokolov) / (anw/c't)

www.heise.de

www.rtr.at

mic165711 Beiträge
#2
Mal schauen ob sich MHP in Österreich durchsetzt ;-)

Die SRG Gruppe möchte doch auch noch dieses Jahr ihre Programme mit MHP Anwendungen ergänzen. Weiss hier jemand mehr Infos? Ich würde MHP über DVB-C wohl schon nutzen, leider gibt es keine Boxen dafür.

blue_chip389 Beiträge
#3
naja das wichtigste wäre eigentlich, dass man herausliest, dass in Österreich die Politiker das digitale TV subventionieren und in der Schweiz wird es "bekämpft"...

Greez

Icetiger877 Beiträge
#4
Finde ich sehr positiv der von österreichischen Regulierungsbehörde. Sowas wäre in der Schweiz auch wünschenswert, den es wird der Tag kommen (schätze mal zwischen 2012 und 2015) an dem analoges Fernsehen Geschichte sein wird. Vielleicht liegt es auch daran, dass die Schweiz im analogen TV-Angebot europaweit betreffend empfangbarer Programme einsam an der Spitze liegt. Mag auch sein, dass sich viele Leute noch gar keine Gedanken über digitales Fernsehen gemacht haben.

Vielmehr liegt es an den schweizerischen Kabelnetzbetreiber die Fernsehzuschauer gut und ausführlich über die anstehenden Veränderungen zu informieren.

UPC ist doch wie die Cablecom eine Tochtergesellschaft der Liberty....

smid12'144 Beiträge
#5
Finde ich auch gut. Lieber digitale Boxen fördern (dann müsste aber Bluewin fairerweise auch was kriegen) anstatt einfach BS über den Sender lassen.

Der Bund sollte einen klaren Fahrplan für die Digitalisierung vorgeben, an den sich auch "Kabel-Flaschen" halten sollen. So wäre der 1.1.2012 ein guter Todestag für das analoge Kabel-TV.

Wichtig ist auch Information, so dass man sieht welche Vorteile das digitale TV hat. Mein GA kostet auch mehr, dafür bin ich viel schneller in Bern...

robi6'764 Beiträge
#6
Wichtig ist auch Information, so dass man sieht welche Vorteile das digitale TV hat. Mein GA kostet auch mehr, dafür bin ich viel schneller in Bern...

Geil, mit digi-TV sieht man die Filme schneller! Das MUSS ich haben ;-))

Im Ernst: Wen nsich digitales Fernsehen nicht durchsetzt, dan nliegt das ganz einfach daran, dass es keinem Bedürfnis entspricht. Vielleicht wiegen die Vorteile für den grossen Prozentsatz an informierten TV-Sehern einfach die Nachteile nicht auf. Die nicht informierten, scheinen keinen Bedarf an den Vorteilen zu haben - sonst wären sie auf die Info aufmerksam geworden. Ich finde es falsch Technologien staatlich zu fördern --> entweder sie sind so gut, dass sie sich von alleine am Markt durchsetzen oder sie sollen wieder sterben...

Robi

Snowman410'415 Beiträge
#7
Welche Nachteile - Ich sehe keine.

In der Schweiz ist doch inzwsichen wieder alles auf Willhelm Tell ausgerichtet, nur nichts neues.

smid12'144 Beiträge
#8
Ich denke der Konsument weiss nicht was er will. Ich wusste auch nicht welche Skis ich kaufen soll. Also ging ich ins Geschäft

Wenn jetzt 20min ständig schreibt wie scheisse doch Marke X ist und SF das noch untermauert würde ich wohl auch stutzig.

Ich sehe nicht ein, wieso wir als einziges Land beim analogen TV bleiben sollen. SF sollte mal

machen.
robi6'764 Beiträge
#9
Welche Nachteile - Ich sehe keine.
zB.

- dass du für jedes Endgerät einen neuen Empfänger (STB) kaufen musst?

- dass die Bildqualität gegenüber dem analogen signal massiv nachgelassen hat?

- dass du eine zweite Fernbedienung brauchst

- dass die Bedienung umständlicher geworden ist

- dass du dich mit Technologien und Konzepten auseinander setzen muss, obwohl dir der Status-quo eigentlich alle deine Bedürfnisse deckt

- [einsetzen was dir nicht passt]

gegenüber: mehr Sender, deren Sprache du sowieso nicht verstehst?

Ich verstehe den Otto-Normalverbraucher schon, warum er nicht auf digi-TV scharf ist...

Robi

Snowman410'415 Beiträge
#10
Diesen Ausführungen kann ich leider nicht folgen.

smid12'144 Beiträge
#11
Also 1,3,4 gelten auch für analoges Sat-TV

5 gilt auch wenn man von Cablecom analog zu bluewin.tv wechselt oder eine digitale Sat-Anlage installiert.

Über 2 könnte man jetzt streiten. Für mich ist die Qualität rein subjektiv gesehen besser.

Fakt ist: Alle diese Nachteile gelten in Europa. Wieso aber steigen z.B. so viele Briten auf digital um und holen sich über ein drittel auch noch Pay-TV?

NaTakk359 Beiträge
#12
also die meisten probleme sind doch auch wieder swiss-made oder?

1, 3, 4 und ev. 5 kommt doch daher, dass wegen dem boxenzwang sich TVs mit

integrietem digital tuner nicht durchsetzen können, da sie nicht brauchbar sind.

kenn mich nicht wirklich aus, aber wenn ich einen TV mit digital tuner habe, dann

gehe ich schon davon aus, dass ich nur noch ein FB benötige, das somit die bedienung

nicht viel schwerer ist als jetzt bei analog und ich so den status-quo

der bedienbarkeit und komplexität eigentlich beibehalten könnte.

das selbe gilt natürlich auch für recorder. wenn die einen digi tuner drin hätten

wäre mit epg aufnahmen wieder absolut kein problem mehr.

ev. bin ich blauäugig, aber so stelle ich mit digi-tv ohne nationale blockaden vor.

zu punkt 2. falls die analogen sender alle weg sind, gibt es ja auch wieder

massig bandbreite oder? dann kann doch die quali der sender auch wieder

erhöht werden oder? zumindest für die hauptprogramme. und zudem muss

man ja auch noch HD im hinterkopf behalten...

gegenüber: mehr Sender, deren Sprache du sowieso nicht verstehst?
wer sagt dir, welche sender ich verstehe? oder welche sprachen meine kollege sprechen?

zudem werden auch viele zusätzliche sender aufgeschaltet, welche in einer unserer

landesprachen übertragen werden. und englisch sprechen mittlerweile auch sehr viele.

robi6'764 Beiträge
#13
1. Ich vergleiche die Vor- und Nachteile, die der Durchschnittbürger, der "John Doe" der Schweiz von Digi TV gegenüber seiner heutigen Lösung dem analogen TV hat.

2. Und finde, dass eine staatliche Förderung (unter Einsatz seiner Steuergelder - resp. Zwnagsabgaben) der falsche Ansatz ist, um digi TV zum Durchbruch zu verhelfen. Das Produkt soll überzeugen und nicht die Werbung

Das ist nicht mehr und nicht weniger, als das was ich mit meinem Posting sagen wollte. Kein Vergleich mit Sat, kein Vergleich mit idealer Welt kein Vergleich mit übermorgen oder was auch immer... /emoticons/default_smile.png

Robi

smid12'144 Beiträge
#14
Eingriffe vom Staat sind immer heikel.

Aber er soll wenigstens die Technologie nicht "verhindern"

Wrzlbrnft2'742 Beiträge
#15
Bei der ganzen Diskussion frage ich mich auch, wie das dort dann mit der Grundverschlüsselung gehandhabt wird. Zumindest vom Linzer Kabelnetz weiss ich, dass hier erst letzte Woche die Grundverschlüsselung inkl. cablecom-ähnlicher Boxenzwang eingeführt wurde.

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