Der tägliche Kampf gegen die Hacker
4 Antworten1'414 AufrufeGestartet von Vampire ·
Die Kudelski-Gruppe führt am Hauptsitz in Cheseaux bei Lausanne ein Labor, das die Verschlüsselung ihrer TV-Software schützt Kudelski begann 1951 in Lausanne mit der Herstellung von Tonbandgeräten. Heute gehört die Firma mit 2200 Angestellten zu den weltweit führenden Herstellern von Software für das Digitalfernsehen.
Der Zugang ist streng geschützt. Selbst die Kadermitarbeiter der eigenen Firma dürfen das Heiligtum nicht ohne Begleitung betreten: das Sicherheitslabor der Kudelski-Gruppe in Cheseaux oberhalb von Lausanne.
Der Raum ist voll gestopft mit blinkenden Set-Top-Boxen, jenen Computerkästen, welche den Zugang zum digitalen Fernsehangebot erlauben. Kudelski gehört mit der Marke Nagra zu den weltweit führenden Herstellern von Verschlüsselungslösungen für das Digitalfernsehen. Die Nagra-Software ist weltweit auf über 71 Millionen Smartcards installiert, welche in die Set-Top-Boxen gesteckt werden.
Falls es Aussenstehenden gelingt, den Software-Code zu knacken, droht ein hoher finanzieller Schaden. Versucht wird es stündlich, wie ein Kudelski-Mitarbeiter erklärt. Das Problem sei nicht der einzelne Computerfreak, der die Verschlüsselung aus persönlichem Ehrgeiz überwinden wolle. Gefährlich seien Piraten, welche Smartcards fälschen und sie in grosser Stückzahl in Umlauf bringen wollten, um damit Geld zu verdienen.
Kudelski versucht den Missbrauch mit einer dreistufigen Strategie zu verhindern:
Die Verschlüsselung soll möglichst schwierig zu knacken sein. Deshalb ist der Aufbau des Chips geheim. Er wechselt zudem von Anwendung zu Anwendung. Auch die Software selber soll möglichst sicher sein.
Falls trotzdem ein Missbrauch passiert, werden rasch Abwehrmassnahmen eingeleitet. Das bedeutet insbesondere eine Anpassung der Software, indem Flickprogramme auf die Set-Top-Box geladen werden. Diese sind vergleichbar mit den Patches, welche Microsoft monatlich für Lücken im Betriebssystem Windows und anderen Programmen bereitstellt.
Als dritte Massnahme sind Klagen vorgesehen. Im laufenden Jahr sind in der Schweiz zweimal Händler von illegalen Smartcards verurteilt worden.
Die Hacker gefährden das Geschäft mit dem Digitalfernsehen. Aber sie beleben jenes der Verschlüsselungsfirmen. Jedes Verschlüsselungsprogramm durchläuft mehrere Stufen, wird dem Besucher bei Kudelski erläutert. Am Anfang ist es mit den neuesten Sicherheitsmerkmalen ausgerüstet, welche noch nie ein Hacker hat aufbrechen können. Mit der Zahl der Jahre wächst auch die Zahl der Missbräuche. Diese lassen sich anfänglich mit Gegenmassnahmen eindämmen. Das wird aber mit zunehmendem Alter der Software immer schwieriger, bis es billiger kommt, eine völlig neue Version einzuführen.
Starkes Gewinnwachstum
Das Geschäft mit dem Digitalfernsehen boomt. Das zeigt sich daran, dass Kudelski am Hauptsitz in Cheseaux im laufenden Jahr bereits 150 zusätzliche Mitarbeiter angestellt hat, in erster Linie Software-Ingenieure. Der Boom schlägt sich aber auch in den Geschäftszahlen nieder. Im vergangenen Jahr wuchs der Umsatz um gut 8 Prozent auf 756 Mio Franken. Der Bereich Digitalfernsehen erhöhte dabei seinen Umsatz um 23 Prozent auf über 500 Mio Franken. Der Gewinn stieg um 60 Prozent auf 138,5 Mio Franken. Das ergibt eine stolze Gewinnmarge von über 18 Prozent.
Im Jahr 2008 will die Gruppe erstmals mehr als 1 Milliarde Franken Umsatz erzielen, wie Firmenchef Andre Kudelski an einem Medienseminar in Montreux ankündigte. Auch die Beschäftigtenzahl von heute weltweit 2200 soll weiter wachsen.
CD-Anlage für 100000 Franken
Von den gegen 700 Angestellten am Hauptsitz arbeiten nur noch 40 im ursprünglichen Kernbereich der 1951 gegründeten Firma, der Tonaufzeichnung. Die Nagra-Tonbänder waren Standard bei Radio und Fernsehen. Heute stellt Kudelski in Handmontage digitale Musikanlagen her, die zum Teil mehr als 100000 Franken kosten. Kunden sind laut Firmenangaben Hollywoodstars, aber auch gut verdienende Ärzte und Zahnärzte.
Quelle: http://www.espace.ch/artikel_396412.html
PDF: http://194.209.226.170/pdfdata/bund/2007/07/14/BVBU-011-1407-2.pdf
Der Zugang ist streng geschützt. Selbst die Kadermitarbeiter der eigenen Firma dürfen das Heiligtum nicht ohne Begleitung betreten: das Sicherheitslabor der Kudelski-Gruppe in Cheseaux oberhalb von Lausanne.
Der Raum ist voll gestopft mit blinkenden Set-Top-Boxen, jenen Computerkästen, welche den Zugang zum digitalen Fernsehangebot erlauben. Kudelski gehört mit der Marke Nagra zu den weltweit führenden Herstellern von Verschlüsselungslösungen für das Digitalfernsehen. Die Nagra-Software ist weltweit auf über 71 Millionen Smartcards installiert, welche in die Set-Top-Boxen gesteckt werden.
Falls es Aussenstehenden gelingt, den Software-Code zu knacken, droht ein hoher finanzieller Schaden. Versucht wird es stündlich, wie ein Kudelski-Mitarbeiter erklärt. Das Problem sei nicht der einzelne Computerfreak, der die Verschlüsselung aus persönlichem Ehrgeiz überwinden wolle. Gefährlich seien Piraten, welche Smartcards fälschen und sie in grosser Stückzahl in Umlauf bringen wollten, um damit Geld zu verdienen.
Kudelski versucht den Missbrauch mit einer dreistufigen Strategie zu verhindern:
Die Verschlüsselung soll möglichst schwierig zu knacken sein. Deshalb ist der Aufbau des Chips geheim. Er wechselt zudem von Anwendung zu Anwendung. Auch die Software selber soll möglichst sicher sein.
Falls trotzdem ein Missbrauch passiert, werden rasch Abwehrmassnahmen eingeleitet. Das bedeutet insbesondere eine Anpassung der Software, indem Flickprogramme auf die Set-Top-Box geladen werden. Diese sind vergleichbar mit den Patches, welche Microsoft monatlich für Lücken im Betriebssystem Windows und anderen Programmen bereitstellt.
Als dritte Massnahme sind Klagen vorgesehen. Im laufenden Jahr sind in der Schweiz zweimal Händler von illegalen Smartcards verurteilt worden.
Die Hacker gefährden das Geschäft mit dem Digitalfernsehen. Aber sie beleben jenes der Verschlüsselungsfirmen. Jedes Verschlüsselungsprogramm durchläuft mehrere Stufen, wird dem Besucher bei Kudelski erläutert. Am Anfang ist es mit den neuesten Sicherheitsmerkmalen ausgerüstet, welche noch nie ein Hacker hat aufbrechen können. Mit der Zahl der Jahre wächst auch die Zahl der Missbräuche. Diese lassen sich anfänglich mit Gegenmassnahmen eindämmen. Das wird aber mit zunehmendem Alter der Software immer schwieriger, bis es billiger kommt, eine völlig neue Version einzuführen.
Starkes Gewinnwachstum
Das Geschäft mit dem Digitalfernsehen boomt. Das zeigt sich daran, dass Kudelski am Hauptsitz in Cheseaux im laufenden Jahr bereits 150 zusätzliche Mitarbeiter angestellt hat, in erster Linie Software-Ingenieure. Der Boom schlägt sich aber auch in den Geschäftszahlen nieder. Im vergangenen Jahr wuchs der Umsatz um gut 8 Prozent auf 756 Mio Franken. Der Bereich Digitalfernsehen erhöhte dabei seinen Umsatz um 23 Prozent auf über 500 Mio Franken. Der Gewinn stieg um 60 Prozent auf 138,5 Mio Franken. Das ergibt eine stolze Gewinnmarge von über 18 Prozent.
Im Jahr 2008 will die Gruppe erstmals mehr als 1 Milliarde Franken Umsatz erzielen, wie Firmenchef Andre Kudelski an einem Medienseminar in Montreux ankündigte. Auch die Beschäftigtenzahl von heute weltweit 2200 soll weiter wachsen.
CD-Anlage für 100000 Franken
Von den gegen 700 Angestellten am Hauptsitz arbeiten nur noch 40 im ursprünglichen Kernbereich der 1951 gegründeten Firma, der Tonaufzeichnung. Die Nagra-Tonbänder waren Standard bei Radio und Fernsehen. Heute stellt Kudelski in Handmontage digitale Musikanlagen her, die zum Teil mehr als 100000 Franken kosten. Kunden sind laut Firmenangaben Hollywoodstars, aber auch gut verdienende Ärzte und Zahnärzte.
Quelle: http://www.espace.ch/artikel_396412.html
PDF: http://194.209.226.170/pdfdata/bund/2007/07/14/BVBU-011-1407-2.pdf
smid12'144 Beiträge
Wie wärs mal damit die alten Karten aus dem Verkehr zu ziehen?
CHfish3'690 Beiträge
du meinst damit - bildlich gesprochen - die Pflaster nicht mehr Platz brauchen, als die Smartcards /emoticons/default_wink.png ?
Vampire539 Beiträge
Am Montreux Jazz Festival zeigte sich André Kudelski in bester Stimmung. Nicht nur konnte der Westschweizer Unternehmer einmal mehr das Festival mit Studiotechnik und Zutrittslösungen beliefern. Er freute sich auch über einen Grossauftrag. Und der kommt von der allseits beliebten Cablecom : Nachdem die SonntagsZeitung im März über Hackerangriffe auf Kudelski-Verschlüsselungskarten berichtete, orderte der Kabelnetzbetreiber Zehntausende von neuen Smartcards. Stückpreis rund 15 Franken.
Quelle: SonntagsZeitung
Quelle: SonntagsZeitung
hilfi780 Beiträge
Auf den Aktienkurs hat diese leider keine Auswirkung /emoticons/default_sad.png
Seite 1 von 1 · 5 Beiträge in diesem Thema