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Der 16:9-Siegeszug

10 Antworten2'342 AufrufeGestartet von smid ·

smidThemenstart12'144 Beiträge
#1
Besonders die Öffentlich-Rechtlichen sind derzeit im 16:9-Fieber. Seit dieser Woche strahlt das ZDF fast sein komplettes Programm im Breitbildformat aus – das Erste wird am Sonntag nachziehen. Doch auch bei den Privaten gibt es inzwischen einige 16:9-„Inseln“.

Als ARD und ZDF vor zwei Jahren den Confederations Cup im 16:9-Format ausstrahlten, waren die Aufschreie vieler Zuschauer kaum zu überhören. Während bei Spielfilmen die beiden Balken am oberen und unteren Bildschirmrand längst akzeptiert wurden, war die Übertragung von Fußballspielen im modernen Breitbildformat ein Novum. Bereits ein Jahr danach hielt sich die negative Kritik in Grenzen. Der Grund dafür liegt auch hier einerseits in der Gewöhnung, anderseits aber auch im deutlichen Anstieg verkaufter Breitbild-Fernseher.

Die flachen 16:9-Bildschirme waren in Zeiten der WM ein wahrer Renner, schließlich versteht der typische Fan bei Fußballspielen keinen Spaß – erst recht nicht, wenn zwei schwarze Balken die Freude an den Übertragungen trüben. Wenige Monate nach der WM zeigten sich ARD und ZDF schließlich ganz besonders mutig: Mit den «Morgenmagazinen» beider Sender wurden erstmals auch Info-Formate im neuen Format ausgestrahlt. Martin Hövel, Leiter des ARD-«Morgenmagazins» zeigte sich im Vorfeld der ersten «Moma»-Ausgabe in 16:9 stolz: „Ich freue mich, dass wir als Vorreiter im aktuellen Informationsprogramm technisch ganz vorne dabei sind.“

„Die digitale Zukunft gehört dem Breitbildformat“, freute sich auch ZDF-Intendant Markus Schächter im vergangenen Jahr. Nach der schnellen Gewöhnung an Kino- und Fernsehfilme sowie Serien in 16:9-Breitbild sei die Umstellung von ZDF-Sportsendungen auf das moderne Format ein wichtiger Schritt gewesen, sagte Schächter weiter. Auf dem internationalen Fernsehmarkt sei das Breitbild längst Standard, hochwertige Dokumentationen und Koproduktionen würden im 16:9-Format produziert. „Die Ablösung der 4:3-Röhrengeräte durch Flachbildschirme, die ausschließlich im 16:9-Format angeboten werden, ist in vollem Gange und verändert allmählich auch die Sehgewohnheiten der Zuschauer“, erläuterte Schächter.

Am vergangenen Wochenende fiel nun eine weitere Bastion, die bislang noch immer im „alten“ 4:3-Format zu sehen war: «Wetten, dass..?» machte sich ebenfalls breit und bei der „Bild am Sonntag“ beschwerte man sich Tags darauf über ein „verkleinertes Bild bei Millionen Zuschauern“. Viel unterhaltsamer war jedoch die Überschrift, die die Redakteure fanden: „Hilfe, die haben «Wetten, dass..?» geschrumpft!“ hieß es in großen Lettern. Einen Skandal konnte die „BamS“ allerdings nicht daraus machen: Eine Umfrage auf der Internetseite des Blattes ergab nämlich, dass sich die Mehrheit nicht am 16:9-Format störte. Der Quote tat ohnehin eher Hape Kerkeling Abbruch als das veränderte Bild.

Und so geht die Umstellung munter weiter: Seit Anfang der Woche zeigt das ZDF fast kein Format mehr im jahrelang gewohnten 4:3-Format – selbst «heute» und «heute-journal» kommen nun ganz modern daher. In einer Nachtschicht wurden im Mainzer Nachrichtenstudio offenbar alle inzwischen veralteten Monitore gegen 16:9-Screens ausgetauscht. Das Erste wird am Sonntag folgen und von diesem Tag an die «Tagesschau» umstellen – kleine notwenige Änderungen am Design inklusive. „Das alte 4:3-Format ist auf dem Fernsehgeräte-Markt praktisch verschwunden“, so ARD aktuell-Chefredakteur Dr. Kai Gniffke. „Daher ist jetzt der Zeitpunkt für einen Umstieg auch bei uns gekommen.“

Gemeint sind allerdings nicht nur «Tagesschau» und «Tagesthemen» – auch sonst stellt das Erste weitgehend auf 16:9 um. Die Telenovela «Sturm der Liebe» sowie die Vorabendsoaps bleiben allerdings wohl vorerst beim alten Bildformat – doch auch hier dürfte die Umstellung nur noch eine Frage der Zeit sein. Schließlich kommen inzwischen selbst die Privaten immer häufiger auf den 16:9-Geschmack. So strahlt beispielsweise RTL seine US-Serien am Dienstagabend nicht mehr in 4:3 aus und auch die neue Piraten-Spielshow «Entern oder kentern» wurde überraschend im Breitbildformat gedreht.

Die deutschen Fernsehsender sind in Bewegung – jedenfalls im Bezug auf das breite Bild. Dennoch: Gerade bei RTL & Co. dürfte eine komplette Umstellung noch auf sich warten lassen. Während die ProSiebenSat.1-Gruppe nach und nach das Bildformat verändern möchte, stellt sich vor allem VOX noch quer: Die Kölner wollen vorerst nicht umstellen, weil man – im Gegensatz zum ARD aktuell-Chefredakteur - glaubt, dass in Deutschland derzeit zu wenige 16:9-Geräte in den Wohnzimmern stehen. Ein Service der etwas anderen Art.

Quelle (Quotenmeter.de)

Snowman410'415 Beiträge
#2
"stellt sich vor allem VOX noch quer: Die Kölner wollen vorerst nicht umstellen, weil man – im Gegensatz zum ARD aktuell-Chefredakteur - glaubt, dass in Deutschland derzeit zu wenige 16:9-Geräte in den Wohnzimmern stehen."

Bei dieser Einstellung hätten wir heute noch kein Farb Fernsehen.

The Dude908 Beiträge
#3
"stellt sich vor allem VOX noch quer: Die Kölner wollen vorerst nicht umstellen, weil man – im Gegensatz zum ARD aktuell-Chefredakteur - glaubt, dass in Deutschland derzeit zu wenige 16:9-Geräte in den Wohnzimmern stehen."
Bei dieser Einstellung hätten wir heute noch kein Farb Fernsehen.
Ob VOX so auf die dauer die Quote halten kann? /emoticons/default_confused.png

smid12'144 Beiträge
#4
Aprops Deutschland

Was fällt hier auf?

CHfish3'690 Beiträge
#5
die sind konservativer als die Schweizer /emoticons/default_biggrin.png

sparky336 Beiträge
#6
was aber ebenso peinlich ist, dass z.b. im jumbo noch immer analog satreceiver sets verkauft werden und nebenan stehen digisets zum etwa gleichen preis.

und ich glaube kaum dass so schnell einer dieser sender sich vom analogen verabschieden wird ausser den fremdsprachigen.

CHfish3'690 Beiträge
#7
Intelligenz kann nicht überall sein /emoticons/default_biggrin.png

Cooldown510 Beiträge
#8
muss sagen die Tagesschau Hauptausgabe sieht 16:9 klasse aus /emoticons/default_cool.png

Vorallem die Totale am Ende der Sendung:



Credits 2 msv

Der breite Tisch wirkt in diesem Format logischer Weise einfach besser / das Studio grösser.

Mit der Totalen könnten sie jetzt viel mehr arbeiten. Auch schon während der Sendung mit Kamerafahrten (ranzoomen aus der Totalen nach dem Ende eines Beitrags usw). Das würde dynamischer wirken als die starre Kameraeinstellung aus der 4:3 Zeit.

Beim neuen Studio der SF Tagesschau + 10vor10 wird anamorph auch viel besser wirken, wenn's denn endlich kommt *die Däumchen wund dreh bis Dezember* /emoticons/default_tongue.png

Icetiger877 Beiträge
#9
Ein TV-Abend wird zur Nervenprobe

Wer um 20 Uhr 15 mit seinen Nächsten vor dem alten Röhrenfernseher in der Stube zusammenrückt, bei dem ist die Welt noch in Ordnung. Aber er ist nicht à jour. Ihm bleibt verborgen, dass die Weterfee eine Schokoladendiät gemacht hat. Statt der schönen Schlanken palavert heute eine blonde Dicke von orkanartigen Böen. Das Malträtieren der Fernbedienung führt zwar zum gewohnten Bild zurück, dafür muss nun eiligst die Brille her. Schwarze Balken links und rechts lassen die Wetterkarte zusammenschrumpfen. Just in dem Moment wird manch einer bereuen, deine neue Glotze angeschafft zu haben.

Die Wahl zwischen verschiedenen Formaten sorgt für hektische Fernsehabende. In Foren tauscht sich das TV-Publikum über seine Sorgen aus. Ein Mann erzält, seine Frau gebe ihm die Schuld für das seltsame Aussehen der Darsteller ihrer Lieblingssoap. Einen anderen ärgert, dass ein 16:9 Streifen im 4:3 Format ausgestrahlt wird. Breidbildfernseher sind für Übertragungen im 16:9 Format gedacht. Es zirkuliert aber noch viel 4:3-Filmmaterial. Das zaubert je nach Format-Wahl Ungewohntes auf die Scheibe: kurze Gesichter. Und Fragwürdiges: Fette, die für Slim-Fast-Produkte werben. Der Fachmann empfiehlt: es bei der Formatwahl zu belassen, die der Hersteller eingestellt hat, und mit leichten Verzerrungen leben zu lernen. Oder auf "Zoom" zu schalten und dafür bei stimmigen Proportionen auf gewisse Bildteile zu verzichten. Wir empfehlen: zuwarten. Vor der Kiste zusammenrücken und in Ruhe den Krimi geniessen. Dann kann höchstens dieser zur Nervenprobe werden.

Quelle: Basler Zeitung vom 28.August 2010, Papierausgabe Seite 2, Artikel "zap!" von Muriel Gnehm

Gelöschtes Mitglied 21
#10
So ein sch....

smid12'144 Beiträge
#11
Was hat die Frau geraucht?

Gerade News sind in 16:9. Tele Basel ist doch auch 16:9.

Klar, einige alte Serien sind 4:3, aber die Mehrheit des Contenst ist doch 16:9.

Was will uns die Frau sagen? Soll die "fortschrittliche" Kabelstiftung jetzt Sender in 4:3 umwandeln oder wie?

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