Zum Inhalt springen

China & supercomputer

4 Antworten2'245 AufrufeGestartet von Punktmann ·

PunktmannThemenstart372 Beiträge
#1
Gestern in 20minuten nachzulesen: Schnellster der Welt (zzt. nehme ich an /emoticons/default_wink.png) gehe Ende dieses Jahres in China in Betrieb. Name Tianhe-2 (= Milchstrasse), Rechenleistung 33,86 Petaflops/s - "entspricht - fast der doppelten Leistung des US-Computers Titan, der bisherigen Nummer eins".

Wozu wohl den das ding? Um den neuen cyber-schachweltmeister zu stellen? Oder beim berechnen der optimalen ernährung bessere resultate als 1,5 l essig/tag bzw. (nach korrektur der eingangsdaten, um auch geschmackanforderungen gerecht zu werden) 40 tassen milchkaffe? /emoticons/default_tongue.png

Es wäre interessant zu wissen, wie lange schon der cyber-krieg zwischen China ind USA tobt :?:. Da hört man immer nur, wie die bösen Chinesen die USA ausspionieren, ein solcher krieg (abgesehen vom krieg der allgemeinheit gegegn viren- und ähnliche schädlingsproduzenten) gebe es nur in einzelfällen wie angriffen gegen iranichhe atomanlagen oä. Erst jetzt mit der affäre Snowden wird der breiten öffentlichkeit vor die augen geführt, was in den USA bereists seit langem im betrieb ist, was bislang nur vorsichtig, ohne grosse aufmerksamkeit zu erwecken als "im aufbau" präsentiert wurde.

Punktmann372 Beiträge
#2
Allerdings offensichtlich nicht nur die überwachung, sondern auch der gegenseitige feindliche digitale schlagabtausch einzelner länder und grossmächte nimmt schon seit längerer zeit um einiges grössere ausmassen an, als in die medien durchsickert. Das sehe ich allerdings kaum als folge des 11.9.2001, viel mehr ist es etwas, worauf die machtambitionierten schon längst gewartet haben und was erst der in den letzten jahr(zehnt)en erfolgte technologische fortschritt möglich gemacht hat.

Punktmann372 Beiträge
#3
Dies habe ich jetzt beim Tagi gefunden: http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/eur ... y/18553473 . Nichts spektakuläres, doch wo sie recht hat, da hat sie recht, würde ich sagen, unsere liebe Angela /emoticons/default_wink.png.

Bei Routern, den zentralen Datenvermittlungsstellen, gebe es gegenwärtig zwei grosse Anbieter, einen amerikanischen und einen chinesischen, aber keinen europäischen.
Welche sind das? Und welche stechen in Europa (im entsprechenden masstab) aus und im welchen grössenverhältnis stehen sie etwa zu jenen 2?
dreael322 Beiträge
#4
Welche sind das? Und welche stechen in Europa (im entsprechenden masstab) aus und im welchen grössenverhältnis stehen sie etwa zu jenen 2?
Derjenige aus USA: Cisco. Viele grosse Backbone-Corerouter sind alle Cisco -> Kein Wunder, dass Cisco deswegen beim Aufdecken von Schwachstellen in Ciscos IOS schon so manchen Vortragsreferenten an Black Hat-Konferenzen per Gerichtsbeschluss "mundtot" gemacht hat.

Derjenige aus China: vermutlich Huawei gemeint. Mehrere grössere Telcos bei uns beziehen ihre Infrastruktur von den Chinesen, z.B. diese Swisscom UMTS-Surf-USB-Sticks bei uns. Dagegen in den USA beissen die Huawei-Verkäufer auf Granit, weil anscheinend Backdoors in der Firmware vermutet werden.

Punktmann372 Beiträge
#5
Neben dem rein wirtschaftlichen aspekt dürfte die backdoor-problematik das wichtigste sein, was da durch Angelas mund geäussert wurde. Der datenkrieg von China gegen Europa scheint zwar von weitem nicht so heftig wie derjenige zu sein, den sich die Chinesen mit den USA liefern. Doch dass sie hier ebenfalls ihre netze ausgeworfen haben, für den fall, dass bei uns doch ein gut auszuvertender fisch auftauchen sollte, liegt auf der hand. Ebenfalls dass sie genau gleich wie die USA (bzw. auch GB) daten auf vorrat sammeln, von den man nicht weiss, zu welchem zweck sie diese mal in zukunft verwenden können.

Es ist überhaupt interessant: Wegen der datenhamsterei der USA regen sich alle auf, ob und inwiefern das selbe auch die Chinesen oder auch zb. die Inder und Russen machen, lüpft kaum jemand vom stuhl, obwohl es anzunehmen ist. Die USA gelten nämlich als à priori befreundetes land und da denkt man, unter freunden macht man solche sachen nicht und wenn das einer doch macht, empfindet man das als einen schweren vertrauensverrat. Beim partner, zu dem man keine so traditionsreiche gute beziehung pflegt, doch im moment auch nicht unbedingt auf kriegsfuss steht, nimmt man das viel gelassener, obschon der hypothetische missbrauchspotential für die so gewonnenen informationen viel höher liegt (ohne das selbe von den Amerikanern unterschätzen zu wollen).

Es ist auch die gegenwärtige diesbezügliche diskussion in den USA interessant: Der fokus liegt in der "ungeheuerlichkeit", eigene bürger im eigenen land ausspioniert zu haben und es werden schon auch einschlägige versprechungen gemacht, diesen fehler zu korrigierren. Von den ebenso ausspionierten abermillionen unbescholtenen bürgern in befreundeten staaten spricht allerdings niemand, da ist es erlaubt aus fremdem leder riemen zu schneiden. Um ihre gesetze brauchen wir uns nicht zu kümmern, da leige es viel mehr an ihnen, dass sie sich an unseren gesetzen richten /emoticons/default_tongue.png :twisted:. Wie dann der unterschied zwischen den begriffen freund und wasale definiert wird, soll man lieber nicht fragen, sonst könnte man noch auf parallelen kommen, wie noch vor wenigen jahrzehnten jenes grosses land im osten, mit rotem stern, hammer und sichel im schild, diese differenz um den begriff bruder gehandhabt hat. So fällt einem ein bekannter einstiger ausspruch von Henry Kissinger ein: »Die USA haben weder freunde noch feinde, nur interessen.« :? :| :x

Seite 1 von 1 · 5 Beiträge in diesem Thema