CH/EWZ: Derzeit keine Kooperation bei Glasfasernetzbau mit Swisscom
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Zürich (AWP/sda) - Beim Bau von Glasfasernetzen ist zur Zeit keine Kooperation zwischen der Swisscom und dem Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (EWZ) in Sicht. Beide Seiten halten laut EWZ an ihren Grundsätzen fest, die weit auseinander lägen.
Das Modell des EWZ und mehrerer anderer Stromunternehmen biete allen Telekommunikationsanbietern gleichlange Spiesse, sagte EWZ-Telekomverantwortlicher Peter Messmann am Dienstag am Rande der 7. Bieler Kommunikationstage im Gespräch mit der Nachrichtenagentur SDA.
Mittlerweile haben sich zehn Elektrizitätsunternehmen im Verband Openaxs zusammengefunden, um ein Glasfaser-Datennetz zu den Wohnungen zu legen. Gemäss dem Konzept "Open Access" (Zugang für alle) wollen die Stromversorger das Netz nur betreiben: Dienstleistungen wie Telefonie, Breitbandinternet und Fernsehen könnten dann von verschiedenen Telekomanbietern geliefert werden.
Man wolle allen Telekommunikationsanbietern einen diskriminierungsfreien Zugang bieten. Das führe zu mehr Wettbewerb bei den Telekomangeboten, sagte Messmann. Davon profitierten die Kunden mehr als wenn einzelne kapitalkräfige Anbieter ein eigenes Glasfasernetz legen und dieses für sich beanspruchen würden.
Glasfasern seien extrem leistungsfähig. Eine Faser genüge für die Bedürfnisse der Privatkunden, sagte Messmann. Bei der heutigen Netzkonfiguration seien beim EWZ-Netz Bandbreiten bis 1 Gigabit pro Sekunde (GBit/s) möglich. Derzeit werden 100 Megabit pro Sekunde angeboten.
Mittlerweile böten bereits die Unternehmen Orange, GGA Maur, Init Seven, Translumina und Green ihre Telekomangebote auf dem EWZ-Netz an, sagte Messmann. Sunrise will laut Unternehmenschef Christoph Brand demnächst einen Pilotversuch starten. Bis Ende Jahr kämen weitere Anbieter aufs Netz, sagte Messmann.
Der Bau von mehreren Netzen und die Mehrfacherschliessung von Häusern seien unnötig, sagte Messmann. Das führe zu mehr Emissionen und höheren Baukosten.
Das EWZ wolle einen Wettbewerb der Dienstleistungsangebote und nicht bei der Infrastruktur. Dann könnten auch Telekomanbieter aufgeschaltet werden, denen zwar das Kapital für Investionen in eigene Infrastruktur fehle, die aber innovative Angebote hätten.
Die Swisscom schlägt indes vor, dass sich Elektrizitätswerke, Cablecom und Swisscom beim Bau der Glasfasernetze die Schweiz geografisch aufteilen sollten, wie Konzernchef Carsten Schloter sagte. Durch könnten sie Kosten sparen und doppelte Infrastrukturen vermeiden.
Mit geringen Mehrkosten könnten Elektrizitätswerke, Cablecom und Swisscom ein Glasfaserkabel mit mehreren Fasern legen. Nach dem Bau könnten die Unternehmen die Fasern untereinander tauschen, sagte Schloter.
Das heisst, wer auf das Swisscom-Glasfasernetz will, muss sich an den Investitionskosten beteiligen. Partner ohne eigene Infrastruktur soll ein Grosshandelsangebot wie heute beim Breitbandinternet angeboten werden. Das laufe auf ein neues Monopol hinaus, kritisierte Messmann.
Der Knackpunkt ist die Frage des Zugangspunktes der alternativen Anbieter auf das Swisscom-Glasfasernetz. Das könnten zehntausende solcher Anknüpfungspunkte sein, sagte Sunrise-Chef Christoph Brand. Kein Telekomanbieter könne so viele Anknüpfungspunkte an sein eigenes Netz anschliessen. mk
Quelle: swissinfo - Swiss news and information platform about Switzerland, business, culture, sport, weather
Das Modell des EWZ und mehrerer anderer Stromunternehmen biete allen Telekommunikationsanbietern gleichlange Spiesse, sagte EWZ-Telekomverantwortlicher Peter Messmann am Dienstag am Rande der 7. Bieler Kommunikationstage im Gespräch mit der Nachrichtenagentur SDA.
Mittlerweile haben sich zehn Elektrizitätsunternehmen im Verband Openaxs zusammengefunden, um ein Glasfaser-Datennetz zu den Wohnungen zu legen. Gemäss dem Konzept "Open Access" (Zugang für alle) wollen die Stromversorger das Netz nur betreiben: Dienstleistungen wie Telefonie, Breitbandinternet und Fernsehen könnten dann von verschiedenen Telekomanbietern geliefert werden.
Man wolle allen Telekommunikationsanbietern einen diskriminierungsfreien Zugang bieten. Das führe zu mehr Wettbewerb bei den Telekomangeboten, sagte Messmann. Davon profitierten die Kunden mehr als wenn einzelne kapitalkräfige Anbieter ein eigenes Glasfasernetz legen und dieses für sich beanspruchen würden.
Glasfasern seien extrem leistungsfähig. Eine Faser genüge für die Bedürfnisse der Privatkunden, sagte Messmann. Bei der heutigen Netzkonfiguration seien beim EWZ-Netz Bandbreiten bis 1 Gigabit pro Sekunde (GBit/s) möglich. Derzeit werden 100 Megabit pro Sekunde angeboten.
Mittlerweile böten bereits die Unternehmen Orange, GGA Maur, Init Seven, Translumina und Green ihre Telekomangebote auf dem EWZ-Netz an, sagte Messmann. Sunrise will laut Unternehmenschef Christoph Brand demnächst einen Pilotversuch starten. Bis Ende Jahr kämen weitere Anbieter aufs Netz, sagte Messmann.
Der Bau von mehreren Netzen und die Mehrfacherschliessung von Häusern seien unnötig, sagte Messmann. Das führe zu mehr Emissionen und höheren Baukosten.
Das EWZ wolle einen Wettbewerb der Dienstleistungsangebote und nicht bei der Infrastruktur. Dann könnten auch Telekomanbieter aufgeschaltet werden, denen zwar das Kapital für Investionen in eigene Infrastruktur fehle, die aber innovative Angebote hätten.
Die Swisscom schlägt indes vor, dass sich Elektrizitätswerke, Cablecom und Swisscom beim Bau der Glasfasernetze die Schweiz geografisch aufteilen sollten, wie Konzernchef Carsten Schloter sagte. Durch könnten sie Kosten sparen und doppelte Infrastrukturen vermeiden.
Mit geringen Mehrkosten könnten Elektrizitätswerke, Cablecom und Swisscom ein Glasfaserkabel mit mehreren Fasern legen. Nach dem Bau könnten die Unternehmen die Fasern untereinander tauschen, sagte Schloter.
Das heisst, wer auf das Swisscom-Glasfasernetz will, muss sich an den Investitionskosten beteiligen. Partner ohne eigene Infrastruktur soll ein Grosshandelsangebot wie heute beim Breitbandinternet angeboten werden. Das laufe auf ein neues Monopol hinaus, kritisierte Messmann.
Der Knackpunkt ist die Frage des Zugangspunktes der alternativen Anbieter auf das Swisscom-Glasfasernetz. Das könnten zehntausende solcher Anknüpfungspunkte sein, sagte Sunrise-Chef Christoph Brand. Kein Telekomanbieter könne so viele Anknüpfungspunkte an sein eigenes Netz anschliessen. mk
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