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Avenir Suisse will Swisscom privatisieren

9 Antworten1'581 AufrufeGestartet von smid ·

Umfrage

Soll die Swisscom privatisiert werden?

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smidThemenstart12'144 Beiträge
bearbeitet #1
Die Denkfabrik Avenir Suisse möchte eine Reihe von staatlichen Firmen privatisieren. Würde die Swisscom verkauft, solle jeder Steuerzahler 1600 Franken oder Aktien der Firma erhalten






Quelle

http://www.20min.ch/finance/news/story/Swisscom-privatisieren---Jeder-soll-profitieren-19800602

Snowman410'415 Beiträge
#2
Die wollen immer alles Privatisieren. Ich bin ein Gegner solcher Privatisierungen, sie sind nie zu Gunsten des Verbrauchers.

creep2'589 Beiträge
#3
Avenir Suisse = eine weitere Organisation, die die Reichen und Mächtigen dieser Welt noch reicher und mächtiger machen will. Der Mittelstand wird ausgeblutet.

Was Privatisierungen bringen sieht man in England beim Wasser und Eisenbahn.

- Preiserhöhungen

- maximieren der Gewinne für die Aktionäre

- nach ein paar Jahren ist die ganze Infrastruktur marode, da nichts investiert wird

- am Schluss muss der Steuerzahler mit Milliarden wieder einspringen

Schöne neue globalisierte Welt.

roman709'245 Beiträge
#4
Ich bin auch dieser Meinung.

Da hat man wirklich aus verschiedenen Ländern schon Erfahrungswerte, die sehr schlecht sind. Wie erwähnt England, aber auch sonst diverse. Hat es überhaupt irgendwo nachher besser funktioniert?

Creep hat die treffenden Punkte ja schon aufgeführt. Sehe ich auch so.

magicfriend3'697 Beiträge
#5
Das ist ein extrem zweischneidiges Schwert. Wegen der Gewaltentrennung ist es schon stossend, dass der Bund Haupteigner ist an Swisscom. Schlussendlich sind es staatliche Gremien, die den Wettbewerb kontrollieren und gewährleisten sollen. Doch die negativen Beispiele stimmen häufig. Zwar würde ein Einmaleffekt mit Milliarden für den Bund resultieren. Doch die Quittung könnte folgen. Je nach Besitzstruktur könnte der klar grösste Player im Markt noch mehr die Shareholder befriedigen wollen, als es heute schon getan wird.

BloodMagic1'089 Beiträge
bearbeitet #6
Ich habe vor Jahren für einen Swisscom Konkurrenten gearbeitet und kann euch sagen, dass es nicht so toll ist, dass ein Bundesbetrieb in Konkurrenz steht zu den Privaten Unternehmen und so Projekte an Land zieht, die sie Quer subventionieren. Ich finde es, obwohl ich heute nicht mehr in dem Business arbeite, sehr störend, dass sowas möglich ist. Die Parlamentarier haben sie natürlich auf ihrer Seite wenn man mal sieht was National-, Bundes- und Ständeräte alles für tolle Gimmicks von der Swisscom (Privat) erhalten.

Wie gesagt: Ausgliedern der Netzdienste (Unterhalt physikalisches Netz) in einen 100% Staatsbetrieb und die Dienstleistungen auf dem Netz für alle zum gleichen Preis anbieten. Von mir aus Kostenneutral.

frantic2'985 Beiträge
#7
Wie gesagt: Ausgliedern der Netzdienste (Unterhalt physikalisches Netz) in einen 100% Staatsbetrieb und die Dienstleistungen auf dem Netz für alle zum gleichen Preis anbieten. Von mir aus Kostenneutral.


Korrekt, man müsste dies fairerweise "entflechten"! Aber genau dann verliert SC ihren historisch-gewachsenen Vorteil. Darum werden sie sich so lange wie möglich dagegen wehren.

In den Aufbauzeiten der Netze wäre das match-entscheindend gewesen. Aber heute sähe ich das nicht mehr so tragisch. Die Netzqualität hat sich ja weitestgehend angenähert.

Guest
bearbeitet #8
Sehe ich auch so!

Das Netz (Festnetz und Mobilfunk) der Swisscom entziehen (die der Konkurrenten auch) ** Unterhalt und Ausbau in Staatshand, und die TelCo's können sich auf den Netzen zu den gleichen Bedingungen einmieten und Services verkaufen...

So gäbe es echten Wettbewerb, der Staat hätte gute Einnahmen durch die Einmietungen, und weil es nur ein Netz geben müsste, gäbs kein "Gschiss" mit 3 Mobilfunkantennen pro Zelle, und man könnte den Ausbau gleichmässig in allen Gebieten vorantreiben (und nicht nur immer dort, wo die Anbieter die meisten Kunden sehen...)

Technologische Konkurrenz gäbs ja weiterhin via TV-Kabel und Glasfaser, wobei man auch beim Glasfaser die Infrastruktur der neu zu gründenden "Netz-Service AG zu 100% in Staatsbesitz" übertragen könnte, um ein erneutes "Klumpenrisiko" auszuschliessen...

** bedingt, das man die Leuenbergerische Teilprivatisierung rückgängig macht. In einem Land wie der Schweiz ist es IRRSINN, um nicht zu sagen "monumentalidiotisch Hirnverbrandt", das Netz zu privatisieren...

Für Avenir Suisse habe ich nur einen Tip: in Zukunft mal bitte etwas mehr auf die schweizer Gegebenheiten achten, und nicht nur dem nachdackeln was in der EU gerade gegen jede Vernunft gehypt wird...

Edit:

@frantic

...leider gilt diese Annäherung nur für Städte und deren Aglos, schon 3km ausserhalb hat man gravierende Empfangsunterschiede. Darum macht diese Entflechtung weiterhin Sinn - zumal ja auch neue Technologien (5G) im Anmarsch sind, und die Aktuellen entweder neue Antennenstandorte oder Umrüstungen erfordern, die - wie geschrieben - in 3 facher Ausfertigung erfolgen müssen; pro "Zelle", versteht sich...

Köbi411 Beiträge
#9
Ich glaube es erstaunt niemanden, dass Avenir Suisse mit diesem Vorschlag kommt. Wenn man sieht, welche (Eigen-)Interessen Avenir Suisse hat und welche Parteien da im Hintergrund fungieren, dann ist jetzt das nicht wirklich eine Meldung wert. Die Schnapsidee kann ich selbstverständlich nicht ernst nehmen, da man bewusst entscheidende Fakten verschweigt. Die gleichen Leute, die Feuer und Flamme sind für diesen radikalen Vorschlag, haben sich damals FÜR die Service-Public-Initiative eingesetzt und sich künstlich empört über die angeblich zu hohen Managersaläre. Ich bin ja gespannt, ob diese dann weniger hoch sind, wenn ein ausländischer Grosskonzern am Ruder ist;-)

Warum soll man sich überhaupt auf ein so kopfloses Experiment einlassen, wenn die Folgen schon jetzt absehbar sind. Im europäischen Ausland, wo man den Strom- und Telekom-Markt teilweise schon privatisiert hat,  hat man anfänglich die gleichen Argumente gebracht. Im Nachhinein hat sich dann gezeigt, dass sich weder die Preise noch die Leistung positiv entwickelt haben. Warum sind wohl so viele neidisch auf die Schweiz, die in unzähligen Ranglisten oben steht bei den Durchschnittsleistungen und dem Service?

Neben den unzähligen anderen negativen Auswirkungen (Abbau Service Public; nur noch lukrative Gebiete werden ausgebaut, etc.) wurde ein ganz wichtiger Aspekt noch nicht genannt... Die Swisscom beschäftigt in der Schweiz 22'000 Leute. Bei der UPC Schweiz, die unterdessen komplett vom amerikanischen Mutterkonzern abhängig ist, sind es nicht mal 1'500 (Tendenz sinkend). Bei Liberty Global zählt der Schweizer Markt absolut nichts, das zeigt sich dann z.B. auch bei der Entwicklung der TV-Hardware, wo nicht auf länderspezifische Bedürfnisse eingegangen werden kann.

doom2'266 Beiträge
bearbeitet #10
Swisscom privatisieren? Absolut! Wer mal in der Branche gearbeitet hat weiss wie Bloodmagic es schon erwähnt hat - die Swisscom ist der 100 Pound Gorilla, und wenn sie wollen, kannst du dir beide Arme und Beine ausreissen und stehst am Schluss trotzdem als Verlierer da. So eine massive Wettbewerbsverzerrung kann nicht im Sinne des Bürgers sein.

ABER...

Wir wissen alle welche Interessen Avenir Suisse vertritt. The 1%, Big Business, you name it. Die würden natürlich gerne noch mehr vom Kuchen abeschneiden, und die unrentablen Bereiche einfach schliessen.

Darum das ABER. Infrastruktur sollte IMHO etwas sein wo der Staat zumindest mitreden kann. In den grössten Städten der Schweiz z.B. hat der dortige Stimmbürger entschieden dass ein gutes Netz (mit Glasfaser.. nicht popeligen Vectoring oder G.Fast) zur Staatsaufgabe gehört. Ich profitiere als Neuzuzüger von diesen Entscheidungen und möchte kein Glasfaser nicht mehr missen. Da Internet wird jedes Jahr wichtiger, mehr und mehr wird ins Netz verlagert, da ist ein guter Netzausbau ein Standortvorteil. Und ein gutes Netz kostet nun mal Geld. Und wer baut hierzulande Netze? Es sind die 2 Anbieter die historisch ein Monopol hatten, also Swisscom und UPC (und in die Kategorie gehören auch die Kabler). Die einzigen Neubauten gabs wenn die Gemeinde auch mitspielt. Es ist absolut unrealistisch dass jemals eine weitere Firma ein Netz bauen wird, schon gar kein Festnetz. Aber auch bei Mobile - es gab 4 UMTS Konzessionen, eine wurde dem Käufer entzogen weil er das Netz nicht baute. Und bei der letzten Netzaktion, hätte es auch Platz gehabt für 4 Anbieter, aber die Einsteigshürde ist so gross, das lohnt sich nicht mehr.

In den Aufbauzeiten der Netze wäre das match-entscheindend gewesen. Aber heute sähe ich das nicht mehr so tragisch. Die Netzqualität hat sich ja weitestgehend angenähert.
Geh mal ein paar Schritte weg von der durch den connect test gezeichneten Karte 😉  Ich hab vor 2 Jahren mal die Zahl Antennen von Swisscom und Sunrise mitbekommen - Swisscom hatte damals irgendwo zwischen 1500 und 2000 Antennen mehr als die Nummer 2. Und es dauert durchschnittlich 5 Jahre bis ein Standort bewilligt ist. Swisscom hat also immer noch einen massiven Wettbewerbsvorteil. Und mit 60% Marktanteil frage ich - bei welchem Anbieter sind wohl die meisten Einsprecher gegen eine Sunrise oder Salt Antenne unter Vertrag? .... Und, es sind nicht nur die Antennenstandorte - jede Antenne muss ja mit Glasfaser ans eigene Netz angeschlossen werden. Eine Salt welche nur Mobile macht, hat dort schon mal ein gewaltiges Handicap, die Swisscom welche in jeder Gemeinde präsent ist, ein grossen Wettbewerbsvorteil.

Die Infrastruktur der Swisscom wurde zu Monopolzeiten von uns, oder unseren Eltern bezahlt. Von diesem Vorsprung profitiert die Swisscom auch heute noch - sie kann es sich auch leisten, mit dem Geld das sie einfährt, in weitere Bereiche vorzudringen die nichts mehr mit Telekommunikation zu tun haben. Bereiche wo man sich die Frage stellen darf: soll das ein Betrieb unter Bundeskontrolle machen? Mit dem Bund als Gesetzgeber, Regulator und Mehrheitsaktionär im Rücken? Ich finde nein - wir haben Marktwirtschaft, nicht Kommunismus.

@Köbi: ist es Staatsaufgabe Leute zu beschäftigen? Ich finde nein. Staatsaufgabe ist gute Voraussetzungen zu schaffen dass die eigenen Bürger und das Land insgesamt erfolgreich sein können. Dazu gehört z.B. eine gute Infrastruktur (nicht nur Telekom... Verkehr ist z.B. ebenso zentral), ein gutes Bildungssystem, und insgesamt ein attraktiver Standort für Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Aber eine Beschäftigungsgarantie gehört da sicher nicht dazu. Und der Bund wird Swisscom auch nicht dreinreden, wenn sie die Firma umbauen und auf neue Geschäftsbereiche ausrichten (Digitalisierung...)

Und - die Swisscom ist bei weitem nicht der super soziale Arbeitgeber wie mancher hier das Gefühl hat. Ich kenn genügend Leute die bei Swisscom entlassen wurden, oder die von einem Tag auf den anderen an eine Drittfirma ausgelagert wurden. Und Swisscom lagert genauso aus wie Private - die Leute die eure Telefon beantworten wenn ihr 0800 800 800 anruft, sind schon lange nicht mehr alles Swisscom Mitarbeiter. Und auch wenn die Callcenter in der Schweiz bleiben - schaut euch mal an wieviele Schweizer dort arbeiten, und wieviele Grenzgänger. Und Swisscom ist nicht die einzige Firma unter Kontrolle des Bundes die so geschäftet.

Die "Staatsbetriebe", das sind nicht sozialer oder asozialer als andere Firmen - auch die sind mittlerweile privatrechtlich organisiert, und faul Rumsitzen wie zu Beamtenzeiten das ist definitiv vorbei. 

Und was willst du mit den 22k Stellen insinuieren? Dass diese Leute andernorts nicht gebraucht werden? Dass sie weniger gut sind und deshalb "entsorgt" würden wenn der Bund nicht mehr am Ruder wäre? Sag das mal einem Swisscom Mitarbeiter... die ehemaligen Kollegen die zur Swisscom gegangen sind, sind definitiv keine Sesselfurzer die nix taugen und die Swisscom Mitarbeiter mit denen ich als Kunde oder Partner zu tun hatte ebenfalls nichts. Die Zahl der Mitarbeiter hängt in erster Linie davon ab wieviel Leute wo gebraucht werden.

Darum also:

Trennung von Infrastruktur und Dienstleistung. Infrastruktur bleibt under Bundeskontrolle, aber die Dienstleistung da brauchts keinen Staatsschutz. Indem die Infrastruktur kontrolliert bleibt, wird es weiterhin möglich sein, den Service Public zu definieren. 

Für diese Lösung würde ich auch gerne auf jegliche Einnahmen verzichten welche der Bund durch den Verkauf der nicht-Infrastrukturteile der Swisscom entstünden - das Lösen des Interessenskonfliktes als Besitzer, Regulator und Grosskunde alleine wärs mir Wert. Den Werteverlust meiner Swisscom Aktien der möglicherweise durch so eine Aktion entstünde, ebenfalls.

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