Swisscom muss neue Glasfaserkooperationen vorläufig sistieren
8 Antworten1'911 AufrufeGestartet von roman70 ·
Nach dem Bericht und neuen Äusserungen des Sekretariats der Wettbewerbskommission (Weko) zu den Kooperationsvereinbarungen im Glasfaserausbau sieht sich Swisscom gezwungen, gemeinsam mit den Partnern sämtliche bereits abgeschlossene Verträge dahingehend zu überprüfen, ob Anpassungen am Kooperationsmodell mit vertretbarem unternehmerischem Risiko umsetzbar sind. Neue – aber bereits fertig verhandelte – Kooperationsverträge können vorläufig nicht unterschrieben werden, weil das zugrunde liegende Kooperationsmodell aufgrund der neuen Ausgangslage in Frage gestellt werden muss.
Das aktuelle Mehrfaser- und Kooperationsmodell ist während den letzten zwei Jahren an einem runden Tisch unter Leitung der ComCom mit allen Beteiligten entwickelt worden. Dank dieser Einigung der Branche wurde in der Schweiz eine Dynamik im Glasfaserausbau ausgelöst, die in Europa ihresgleichen sucht. Das entwickelte Kooperationsmodell sollte die Grundlage für einen schnellen und volkswirtschaftlich sinnvollen Glasfaserausbau in der Schweiz bilden.
In ihrem Bericht zu den Glasfaserkooperationen in Basel, Bern, Luzern, St. Gallen und Zürich kritisierte das Sekretariat der Wettbewerbskommission (Weko) verschiedene Vertragsklauseln, welche elementare Eckpunkte des Kooperationsmodells sind. Im Bericht und aufgrund neuer Äusserungen des Sekretariats der Weko wird deutlich, dass das Sekretariat die Kooperationen ausschliesslich streng rechtlich beurteilen wird, ohne die reale Marktdynamik abzuwarten. Das Sekretariat nimmt dabei eine unrealistische Marktabgrenzung vor, indem sie das Glasfasernetz isoliert und nicht als Teil des gesamten Breitbandmarktes betrachtet, in welcher verschiedenste Technologien für einen intensiven Infrastrukturwettbewerb sorgen. Mit ihrer Beurteilung verbietet das Sekretariat der Weko faktisch die Kooperationen in der aktuellen Form. Sie hat überdies verlauten lassen, rasch eine Untersuchung einleiten zu wollen.
Aufgrund dieser Einschätzung des Sekretariats der Weko sieht sich Swisscom gezwungen, gemeinsam mit ihren Partnern zu verhandeln, ob das Kooperationsmodell und die abgeschlossenen Verträge so angepasst werden können, dass sie noch mit vertretbarem unternehmerischem Risiko umsetzbar sind. Andernfalls kann Swisscom einen Alleinbau nicht ausschliessen. Noch nicht unterschriebene Verträge mit einem Investitionsvolumen von CHF 800 Mio. müssen deshalb aufgrund der notwendigen Neuverhandlungen zurzeit sistiert werden.
Insgesamt umfassen die Kooperationsverträge ein Investitionsvolumen von CHF 1.7 Mrd. Die bereits unterzeichneten Verträge erlauben eine Erschliessung von rund 16% der Schweizer Wohnungen und Geschäfte mit Glasfaser, die noch offenen Kooperationen würden zusätzlich rund 14% beisteuern.
Swisscom bedauert diese Entwicklung und ist weiterhin davon überzeugt, dass die Kooperationen einen Schlüssel für die schnelle Erschliessung der Schweiz mit FTTH darstellen, den Wettbewerb ermöglichen und Investitionen in die Zukunft sichern. Ein Alleinbau von Swisscom würde eine deutliche Verlangsamung des Glasfaserausbaus bedeuten und zu weniger Wettbewerb führen. Dies hätte grosse Folgen für die Investitionen in die Infrastruktur der Zukunft.
Quelle: Swisscom - Privatkunden
Das aktuelle Mehrfaser- und Kooperationsmodell ist während den letzten zwei Jahren an einem runden Tisch unter Leitung der ComCom mit allen Beteiligten entwickelt worden. Dank dieser Einigung der Branche wurde in der Schweiz eine Dynamik im Glasfaserausbau ausgelöst, die in Europa ihresgleichen sucht. Das entwickelte Kooperationsmodell sollte die Grundlage für einen schnellen und volkswirtschaftlich sinnvollen Glasfaserausbau in der Schweiz bilden.
In ihrem Bericht zu den Glasfaserkooperationen in Basel, Bern, Luzern, St. Gallen und Zürich kritisierte das Sekretariat der Wettbewerbskommission (Weko) verschiedene Vertragsklauseln, welche elementare Eckpunkte des Kooperationsmodells sind. Im Bericht und aufgrund neuer Äusserungen des Sekretariats der Weko wird deutlich, dass das Sekretariat die Kooperationen ausschliesslich streng rechtlich beurteilen wird, ohne die reale Marktdynamik abzuwarten. Das Sekretariat nimmt dabei eine unrealistische Marktabgrenzung vor, indem sie das Glasfasernetz isoliert und nicht als Teil des gesamten Breitbandmarktes betrachtet, in welcher verschiedenste Technologien für einen intensiven Infrastrukturwettbewerb sorgen. Mit ihrer Beurteilung verbietet das Sekretariat der Weko faktisch die Kooperationen in der aktuellen Form. Sie hat überdies verlauten lassen, rasch eine Untersuchung einleiten zu wollen.
Aufgrund dieser Einschätzung des Sekretariats der Weko sieht sich Swisscom gezwungen, gemeinsam mit ihren Partnern zu verhandeln, ob das Kooperationsmodell und die abgeschlossenen Verträge so angepasst werden können, dass sie noch mit vertretbarem unternehmerischem Risiko umsetzbar sind. Andernfalls kann Swisscom einen Alleinbau nicht ausschliessen. Noch nicht unterschriebene Verträge mit einem Investitionsvolumen von CHF 800 Mio. müssen deshalb aufgrund der notwendigen Neuverhandlungen zurzeit sistiert werden.
Insgesamt umfassen die Kooperationsverträge ein Investitionsvolumen von CHF 1.7 Mrd. Die bereits unterzeichneten Verträge erlauben eine Erschliessung von rund 16% der Schweizer Wohnungen und Geschäfte mit Glasfaser, die noch offenen Kooperationen würden zusätzlich rund 14% beisteuern.
Swisscom bedauert diese Entwicklung und ist weiterhin davon überzeugt, dass die Kooperationen einen Schlüssel für die schnelle Erschliessung der Schweiz mit FTTH darstellen, den Wettbewerb ermöglichen und Investitionen in die Zukunft sichern. Ein Alleinbau von Swisscom würde eine deutliche Verlangsamung des Glasfaserausbaus bedeuten und zu weniger Wettbewerb führen. Dies hätte grosse Folgen für die Investitionen in die Infrastruktur der Zukunft.
Quelle: Swisscom - Privatkunden
tosci5'731 Beiträge
Um 10.30 Uhr gibt's eine Telefonkonferenz mit Carsten Schloter, werde da mal reinhören.
Gruss
Tosci
Gruss
Tosci
robi6'764 Beiträge
Es scheint Kräfte in diesem Land zu geben, die neue Technoplogien behindern wollen. Und diese Kräfte haben offenbar gute Lobbyisten nicht nur in der Legislative sondern offenbar auch in der Exekutive.
Naja, dann geht es halt zukünftig langsamer...
Robi
Naja, dann geht es halt zukünftig langsamer...
Robi
DamneD104 Beiträge
Ich will einfach hoffen, dass sie meinen Glasanschluss hier in Fribourg nicht abschalten, weil er ein Produkt der Swisscom/Groupe-E/Staat-Fribourg Kooperation ist...
Gibt's genauere Informationen was mit bereits bestehenden und voll funkionierenden Anschlüssen passieren wird?
Gibt's genauere Informationen was mit bereits bestehenden und voll funkionierenden Anschlüssen passieren wird?
tosci5'731 Beiträge
Die WEKO kann man schlicht und ergreifend rauchen! Wo sie dringend eingreifen sollte, tut sie es nicht. Wo sie den Fortschritt behindern kann, ist sie sofort zur Stelle!
Die coolste Aussage im Laufe der Telefonkonferenz von Schloter auf die Frage eines Journalisten was denn Cablecom in dieser Sache für eine Rolle spielt:
"Na, die lachen und haben Freude!"
Allen ein schönes Weekend.
Die coolste Aussage im Laufe der Telefonkonferenz von Schloter auf die Frage eines Journalisten was denn Cablecom in dieser Sache für eine Rolle spielt:
"Na, die lachen und haben Freude!"
Allen ein schönes Weekend.
smid12'144 Beiträge
Analog forever! :-(
Aber dieser Entscheid hilft natürlich dem Konsumenten. Genau wie die Zwangsboxen..... /Ironie Off
Aber dieser Entscheid hilft natürlich dem Konsumenten. Genau wie die Zwangsboxen..... /Ironie Off
Izzmir568 Beiträge
Swisscom muss neue Glasfaserkooperationen vorläufig sistierenMüssen tun sie nicht, gemäss WEKO dürfen sie ihren Mitbewerbern nur nicht 40 Jahre lang die Preise vorschreiben...
www.news.admin.ch - Glasfaser-Kooperationen: Keine Sanktionsbefreiung für harte Wettbewerbsabreden
tosci5'731 Beiträge
Gute News:
Glasfaserausbau in Basel dank neuem Vertrag gesichert
Nach dem negativen Entscheid der Wettbewerbskommission (Weko) zum Basler Glasfaserausbau haben Swisscom und IWB in intensiven Gesprächen den Kooperationsvertrag in wesentlichen Punkten angepasst. Dank der Streichungen und Anpassungen einzelner Klauseln kann der Ausbau des Glasfasernetzes in Basel rasch und ohne Verzögerungen vorangetrieben werden. Der angepasste Vertrag wurde bereits mit dem Sekretariat der Weko besprochen.
Durch das Entgegenkommen beider Vertragspartner konnten in kürzester Zeit substantielle Vertragsänderungen vorgenommen werden, um das Basler Glasfasernetz rasch voranzutreiben. Sowohl der Investitionsschutz als auch die Layer1-Exklusivität wurden vollständig gestrichen. Sowohl IWB als auch Swisscom bieten neu die sogenannte passive, unbeleuchtete Glasfaser an und kommen damit einer wesentlichen Forderung des Weko Sekretariates nach.
Gleichzeitig wurde der Ausgleichzahlungsmechanismus präzisiert. Falls ein Partner die gemeinsam erstellte Infrastruktur deutlich mehr nutzt, als ihm gemäss Investitionsanteil zusteht, erhält die andere Partei vom Vertragspartner eine Ausgleichszahlung. Dieser Mechanismus greift jedoch erst nach Abschluss des Grundausbaus in Basel, voraussichtlich im Jahr 2018. Swisscom ist über die Einigung erfreut, da der Ausbau nun rasch und mit tragbaren unternehmerischen Risiken vorangetrieben werden kann. Swisscom investiert über CHF 100 Mio. in den Glasfaserausbau in Basel.
Nach dem Bericht des Sekretariats der Wettbewerbskommission zu den Kooperationsvereinbarungen im Glasfaserausbau im vergangenen September hat Swisscom gemeinsam mit den Partnern bei allen bereits abgeschlossenen Verträgen Anpassungen überprüft, die mit vertretbarem unternehmerischem Risiko umsetzbar sind. Dies wurde notwendig, da das zugrunde liegende Kooperationsmodell aufgrund des Schlussberichtes des Sekretariates in Frage gestellt wurde. Die Weko zeigt sich gegenüber den Kooperationspartnern erfreut, dass eine gemeinsame Lösung erzielt werden konnte. Die Verhandlungen von Swisscom mit den weiteren Kooperationspartnern sind noch im Gange.
Glasfaserausbau in Basel dank neuem Vertrag gesichert
Nach dem negativen Entscheid der Wettbewerbskommission (Weko) zum Basler Glasfaserausbau haben Swisscom und IWB in intensiven Gesprächen den Kooperationsvertrag in wesentlichen Punkten angepasst. Dank der Streichungen und Anpassungen einzelner Klauseln kann der Ausbau des Glasfasernetzes in Basel rasch und ohne Verzögerungen vorangetrieben werden. Der angepasste Vertrag wurde bereits mit dem Sekretariat der Weko besprochen.
Durch das Entgegenkommen beider Vertragspartner konnten in kürzester Zeit substantielle Vertragsänderungen vorgenommen werden, um das Basler Glasfasernetz rasch voranzutreiben. Sowohl der Investitionsschutz als auch die Layer1-Exklusivität wurden vollständig gestrichen. Sowohl IWB als auch Swisscom bieten neu die sogenannte passive, unbeleuchtete Glasfaser an und kommen damit einer wesentlichen Forderung des Weko Sekretariates nach.
Gleichzeitig wurde der Ausgleichzahlungsmechanismus präzisiert. Falls ein Partner die gemeinsam erstellte Infrastruktur deutlich mehr nutzt, als ihm gemäss Investitionsanteil zusteht, erhält die andere Partei vom Vertragspartner eine Ausgleichszahlung. Dieser Mechanismus greift jedoch erst nach Abschluss des Grundausbaus in Basel, voraussichtlich im Jahr 2018. Swisscom ist über die Einigung erfreut, da der Ausbau nun rasch und mit tragbaren unternehmerischen Risiken vorangetrieben werden kann. Swisscom investiert über CHF 100 Mio. in den Glasfaserausbau in Basel.
Nach dem Bericht des Sekretariats der Wettbewerbskommission zu den Kooperationsvereinbarungen im Glasfaserausbau im vergangenen September hat Swisscom gemeinsam mit den Partnern bei allen bereits abgeschlossenen Verträgen Anpassungen überprüft, die mit vertretbarem unternehmerischem Risiko umsetzbar sind. Dies wurde notwendig, da das zugrunde liegende Kooperationsmodell aufgrund des Schlussberichtes des Sekretariates in Frage gestellt wurde. Die Weko zeigt sich gegenüber den Kooperationspartnern erfreut, dass eine gemeinsame Lösung erzielt werden konnte. Die Verhandlungen von Swisscom mit den weiteren Kooperationspartnern sind noch im Gange.
easypeacy422'068 Beiträge
Das ging ja erstaunlich schnell. Daumen hoch für Swisscom und IWB!
Seite 1 von 1 · 9 Beiträge in diesem Thema