So wird für Swisscom TV geworben
13 Antworten2'222 AufrufeGestartet von tosci ·
Liebe Leser
Was wir soeben aufgedeckt haben, verstösst gegen alle guten Sitten, alle Regeln und ist unseres Erachtens zudem unlauterer Wettbewerb. Aber alles der Reihe nach:
Was wir soeben aufgedeckt haben, verstösst gegen alle guten Sitten, alle Regeln und ist unseres Erachtens zudem unlauterer Wettbewerb. Aber alles der Reihe nach:
- Am 11.12.2009 erhalte ich von der Firma cR KOM ein Mail mit dem Hinweis das die Firma cR Kommunikation im Rahmen eines online-Monitoring-Mandates von der Swisscom beauftragt wurde, relevante Portale ausfindig zu machen und die Portalbetreiber auf den Namenswechsel (bluewinTV zu SwisscomTV) aufmerksam zu machen. Dabei habe ich festgestellt das ich den Namen auf haus-forum.ch tatsächlich noch nicht angepasst hatte. Selbstverständlich habe ich das angepasst und gemeldet, somit war die Sache für mich erledigt.
Zufälligerweise (oder eben nicht) hat ein neuer Benutzer "maritimo" ein Thema gestartet indem er nach "Erfahrungen mit Swisscom TV" nachfragte. Die Benutzer - auch ich - erteilten bereitwillig Auskünfte.
- Am 18. Dezember war der User nach eigener Darstellung dann bereits zufriedener Swisscom TV - Kunde. Und nicht nur das. Er lobte Swisscom TV in den Himmel, verlinkte auf ein Kündigungsformular für Cablecom, und gab bekannt: "und einen schrottigen cablecom-decoder brauchst du für swisscom TV ja nicht.."
Das war mir dann zuviel des Guten, also checkte ich “maritimo“ durch. Ich verglich die IP-Adresse des netten Herrn von der Firma cR Kom, der mich auf den Namenswechsel aufmerksam gemacht hat, mit dem schnellen und zufriedenen User auf haus-forum.ch - et voilà, erwischt. Ein und derselbe! Hier geht es zum Thema: CH Erfahrungen mit Swisscom TV ??? - Haus-Forum.ch - Das grösste Hausbau-Forum
Gemäss unseren AGB auf haus-forum.ch ist Eigenwerbung verboten dies gilt selbstverständlich auch für Eigenwerbung im Auftrag! Weiter kann es nicht sein, dass unsere Benutzer durch gefakte Berichte manipuliert und durch einseitige Angaben für dumm verkauft werden. Unsere Foren leben von authentischen Beiträgen. Solche Aktionen schaden der Glaubwürdigkeit und das lassen wir nicht zu!
Gruss
Tosci
Warren1'339 Beiträge
Hmm, tönt nicht schön, aber ob Swisscom das in dem Sinne beauftragt hat, würde ich bezweifeln, ergo istdein Titel und die Art und Weise auch nicht die feine Art ;-)
tosci5'731 Beiträge
Ich kenne den Auftrag auch nicht im Detail - woher auch. Fakt ist was dabei herausgekommen ist. Trotzdem habe ich den Titel angepasst.
Warren1'339 Beiträge
Danke, so kann ich damit leben ;-)
Ich denke nämlich, das wird am ehesten ein zu enthusiastischer Mitarbeiter sein. IStdoch noch oft so, damit haben wir genauso, wie auch andere zu kämpfen, Interna sollte Interna bleiben und Werbung machen ist die eine Seite, Falschinformationen rausrücken eine andere.
Ich denke nämlich, das wird am ehesten ein zu enthusiastischer Mitarbeiter sein. IStdoch noch oft so, damit haben wir genauso, wie auch andere zu kämpfen, Interna sollte Interna bleiben und Werbung machen ist die eine Seite, Falschinformationen rausrücken eine andere.
olifaessler4'260 Beiträge
Das ist ja recht frech... nicht gerade für Ihn spricht dann, dass er nicht mal auf anhieb das richtige Forum für das Thema, nämlich dieses hier, gefunden hat /emoticons/default_wink.png
Vielleicht hatte er aber auch nur Angst, dass er bei den gewieften Moderatoren hier noch schneller auffliegen würde (nichts gegen die haus-forum.ch moderatoren, ich meine nur wegen der Vertrautheit mit dem Themengebiet /emoticons/default_wink.png )
Aber mit dem obergewieften Tosci hat er nicht gerechnet /emoticons/default_wink.png
Vielleicht hatte er aber auch nur Angst, dass er bei den gewieften Moderatoren hier noch schneller auffliegen würde (nichts gegen die haus-forum.ch moderatoren, ich meine nur wegen der Vertrautheit mit dem Themengebiet /emoticons/default_wink.png )
Aber mit dem obergewieften Tosci hat er nicht gerechnet /emoticons/default_wink.png
tosci5'731 Beiträge
So falsch war das Forum nicht, denn auch Häuslebauer beschäftigen sich intensiv mit diesem Thema da der Entscheid ob Kabel einziehen, nur Telefon oder SAT bei allen früher oder später kommen wird...
pacopitt19 Beiträge
Für mich ist die ganze Geschichte etwas übertrieben dargestellt... Wahrscheinlich steckt wirklich ein übereifriger Mitarbeiter dahinter.
Schlimmer finde ich die Methoden der CABLECOM ... Als ich mir einen Receiver bei der Cablecom gekauft habe, wurde ständig von der Nr. 071 555 08 00 angerufen.
Dahinter steckt die Gesellschaft CallWorld Telemarketing AG, die von der Cablecom Kundendaten erhält und dann versucht Telemarketing zu betreiben und die Kunden kontaktiert. Dies ohne Einverständnis des Kunden. Hinweise findet man auch dazu unter:
0715550844 - who calls me from 07-1555-0844?
Hier wurde bewusst Daten weitergeben. Datenschutz hin oder her ...
Schlimmer finde ich die Methoden der CABLECOM ... Als ich mir einen Receiver bei der Cablecom gekauft habe, wurde ständig von der Nr. 071 555 08 00 angerufen.
Dahinter steckt die Gesellschaft CallWorld Telemarketing AG, die von der Cablecom Kundendaten erhält und dann versucht Telemarketing zu betreiben und die Kunden kontaktiert. Dies ohne Einverständnis des Kunden. Hinweise findet man auch dazu unter:
0715550844 - who calls me from 07-1555-0844?
Hier wurde bewusst Daten weitergeben. Datenschutz hin oder her ...
tosci5'731 Beiträge
Pacopitt, die Geschichte ist überhaupt nicht übertrieben dargestellt und ich werde mich auch gar nicht erst auf Diskussionen diesbezüglich einlassen, denn Fakt ist: Swisscom hat den Auftrag an cR KOM erteilt, weiter ist die Person welche gepostet hat in der Geschäftsleitung (was aber gar keine Rolle spielt - ob CEO oder Putzfrau, das Unternehmen muss dafür einstehen!), weiter preist man sich wie folgt an:
Social Media Marketing
Sie wissen, dass es Facebook gibt. Und Blogs. Und Foren. Und noch so einiges mehr. Aber wissen Sie auch, wie Sie mit diesen Instrumenten Ihre Zielgruppen erreichen? Wir sind Profi-Kommunikatoren, die nicht nur Technologien und Plattformen kennen, sondern auch etwas von Inhalten und Inszenierungen verstehen.
Konzepte und Redaktion von Blogs, Foren etc.
(...)
-----
Gruss
Tosci
Social Media Marketing
Sie wissen, dass es Facebook gibt. Und Blogs. Und Foren. Und noch so einiges mehr. Aber wissen Sie auch, wie Sie mit diesen Instrumenten Ihre Zielgruppen erreichen? Wir sind Profi-Kommunikatoren, die nicht nur Technologien und Plattformen kennen, sondern auch etwas von Inhalten und Inszenierungen verstehen.
Konzepte und Redaktion von Blogs, Foren etc.
(...)
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Gruss
Tosci
robi6'764 Beiträge
Wir sind Profi-Kommunikatoren, die nicht nur Technologien und Plattformen kennen, sondern auch etwas von Inhalten und Inszenierungen verstehen.
Caruso74 Beiträge
Ich hatte ehrlich gesagt in diesem Forum auch schon den Eindruck, dass gewisse Leute von der Swisscom "gekauft" sind um gewisse Slogans zu platzieren /emoticons/default_wink.png
tosci5'731 Beiträge
Solche Verdächtigungen kannst Du mir gerne mittels PN in konkreten Fällen mitteilen - ansonsten finde ich die Aussage etwas hart... es hat bekanntlich Swisscom-Mitarbeiter hier, diese sind uns aber bekannt und da um zu unterstützen - nicht um die Werbekelle einseitig zu Gunsten SC-TV zu schwingen.
Gruss
Tosci
Gruss
Tosci
sparky336 Beiträge
so schlimm finde ich das nicht. allerdings ist mir bewusst, dass nicht jeder user ein echter user ist. solche thematisierungen sind oft auch heikel weil wenn der schuss hinten raus geht, dann ist das image eher in gefahr als dass der marke geholfen wird.
ich hab irgendwo mal so eine übersicht gehabt worauf man achten müsse wenn solche werbung gemacht werden muss. ich weiss auch dass es hier cablecom mitarbeiter gibt die helfen aber nicht so dass man sie erkennt, die message ist trotzdem die eines kundendienstmitarbeiter. das ist ja schön und gut, mir sind einfach jene suspekt die dauernd nur positiv schreiben über die cablecom. ich kann mir nicht vorstellen dass die nur positives erleben. mit migros/coop hab ich auch hin und wieder negatives erlebt auch wenn ich generell positiv eingestellt bin.
meine bald genutzte datenleitung ist im besitz des ewz, nicht dass ich etwa swisscom freundlich bin.
ich hab irgendwo mal so eine übersicht gehabt worauf man achten müsse wenn solche werbung gemacht werden muss. ich weiss auch dass es hier cablecom mitarbeiter gibt die helfen aber nicht so dass man sie erkennt, die message ist trotzdem die eines kundendienstmitarbeiter. das ist ja schön und gut, mir sind einfach jene suspekt die dauernd nur positiv schreiben über die cablecom. ich kann mir nicht vorstellen dass die nur positives erleben. mit migros/coop hab ich auch hin und wieder negatives erlebt auch wenn ich generell positiv eingestellt bin.
meine bald genutzte datenleitung ist im besitz des ewz, nicht dass ich etwa swisscom freundlich bin.
olifaessler4'260 Beiträge
ich weiss auch dass es hier cablecom mitarbeiter gibt die helfen aber nicht so dass man sie erkennt, die message ist trotzdem die eines kundendienstmitarbeiter. das ist ja schön und gut, mir sind einfach jene suspekt die dauernd nur positiv schreiben über die cablecom.
Hier gibts Leute, die nur positiv über Cablecom schreiben? Mir kommt da wirklich keiner in den Sinn, so gut kommt die Cablecom unter dem Strich ja hier nicht weg... /emoticons/default_wink.png
tosci5'731 Beiträge
Während wir täglich für Glaubwürdigkeit, Authentizität und GEGEN Schleichwerbung kämpfen, scheint es in der Blogosphäre bereits Usus zu sein das man gegen Geld positiv über bestimmte Produkte berichtet. Bei sogenannten "Advertorial-Kampagnen" werden dem Blogger Textbausteine geliefert, er muss sie nur noch einsetzen und verdient dadurch zwischen 20 - 500 Franken - je nach Reichweite. Die sueddeutsche.de hat diese Werbemöglichkeit ebenfalls probiert, dummerweise endete auch dies in einem PR-Gau!
Zitat sueddeutsche.de:
Mit einer Blog-Kampagne wollte sueddeutsche.de für ein neues Produkt werben. Doch weil das gründlich schiefging, hagelte es im Netz Kritik.
Virales Marketing ist eine heikle Sache. Wenn es gutgeht, wirbt nicht die Firma, sondern deren Zielgruppe für ein neues Produkt. Doch wenn es schiefgeht, ist der Schaden groß. Denn was dann passiert, ist in den meisten Fällen das Gegenteil von Werbung.
Diese Erfahrung musste nun auch die Online-Tochter der Süddeutschen Zeitung machen. Die Werbe-Abteilung von sueddeutsche.de wollte mit viralem Marketing für die neuen Smartphone-Anwendungen ("Apps") werben. Sie hat dafür die Schweizer Firma Trigami beauftragt, die ihre Arbeit als "Social Media Marketing" bezeichnet.
Dahinter verbirgt sich ein Geschäftsmodell, in dem Unternehmen dafür zahlen, dass Blogger erst von Trigami auf ihre Produkte aufmerksam gemacht werden, um dann selbst andere darauf aufmerksam zu machen. In diesem Fall war das Interesse groß - aber anders als erhofft. "Peinlich, peinlich" titelte das Portal Upload-Magazin. Von "manipulierten App-Kritikern" war anderswo die Rede. Die Kritik wurde von vielen Kommentatoren geteilt. Zu Recht.
Textbausteine mitgeliefert
Die Trigami AG unterscheidet mehrere Angebote. Kunden können unter anderem sogenannte Advertorials buchen - ein Wortspiel aus Anzeige und Kommentar. Trigami verspricht den Auftraggebern auf der eigenen Website in diesem Fall "redaktionelle Berichte über Ihre Produkte".
Und mehr noch: "volle Inhaltskontrolle" und "100% positive Berichte". Ein anderes Angebot heißt "Text-Reviews". Dahinter, so die Beschreibung, stecken "redaktionelle Testberichte (...) mit Meinungsfreiheit". Die Blogger werden von Trigami bezahlt; je nach Aufwand und Bekanntheit gebe es meistens zwischen zehn und 150 Euro.
Die Marketingabteilung von sueddeutsche.de hat einer internen "Briefing-Checkliste" zufolge den Kampagnentyp Advertorial gebucht. Nun könnte man sich wundern, weshalb die Marketingabteilung eines Medienhauses eine Firma beauftragt, die etwas als "redaktionellen Bericht" bezeichnet, das inhaltlich voll kontrolliert wird und immer positiv ausfällt.
Doch in diesem Fall geschah noch mehr. Die teilnehmenden Blogger erhielten in der Ausschreibung ganze Textbausteine mitgeliefert. Unter dem Stichwort "Vorteile des Produkts aufzeigen" standen mehrere Vorschläge. "Die bekannt hohe journalistische Qualität von SZ und sueddeutsche.de kann jetzt auch komfortabel mit dem iPhone genutzt werden", hieß es.
Oder auch: "sueddeutsche.de hat eine Meinung." Von der "Stärke" der Autoren war die Rede, von den Informationsbedürfnissen moderner Menschen. Es gab auch Blogger, die dieses Lob so oder ähnlich verbreiteten. Laut Trigami wurden 25 Aufträge erteilt, sieben Rezensionen seien bis Montag erschienen. Sucht man die Einträge heute, heißt es mal, ein Text sei auf Wunsch entfernt, ein andermal, er sei wegen Missverständnissen geändert worden.
"Nicht zu rechtfertigen"
Die Redaktion der Süddeutschen Zeitung war über die Trigami-Kampagne ebenso wenig informiert wie die Redaktion von sueddeutsche.de. Beide verurteilen den Versuch, über bezahlte Blog-Einträge Werbung zu treiben.
Es sei legitim, neue Werbeformen zu testen, sagt Hans-Jürgen Jakobs, Chefredakteur von sueddeutsche.de: "Doch der Versuch, sich eine bestimmte Berichterstattung zu erkaufen, ist nicht zu rechtfertigen. Selbst wenn die sogenannten Advertorials als Anzeigen gekennzeichnet wurden."
Peter Bilz-Wohlgemuth, Marketingchef von sueddeutsche.de, hat die Kampagne in einem Kommentar unter dem Bericht des Upload Magazins als "Fehler" bezeichnet und versprochen, künftig von solchen Werbeformen Abstand zu nehmen. Der Auftrag selbst wurde umgehend gestoppt.
Auch Remo Uherek, Geschäftsführer der Trigami AG, äußerte sich im Internet selbstkritisch. Trigami habe "großen Mist gebaut", schrieb er. Bilz-Wohlgemuth habe ihm "telefonisch ausdrücklich bestätigt, dass das Ziel der Kampagne niemals war, Bloggern vorzuschreiben, was sie zu sagen hätten". Es sei lediglich "zum Ausdruck gebracht worden, dass das Wunschresultat der Kampagne möglichst viele positive Berichte und Kommentare (...) wären". Aufgrund eines internen Fehlers sei diese Information auch ins Briefing der Blogger übertragen worden.
Bilz-Wohlgemuth sagt, Trigami habe seinen Auftrag "falsch verstanden". Er habe in drei Telefonkonferenzen Wert darauf gelegt, "keine Lobhudelei" zu bestellen; die neuen Apps sollten lediglich besprochen werden. Er habe nach den mündlichen Vereinbarungen nicht mehr geprüft, was sich hinter dem Begriff "Advertorial" im Falle von Trigami verberge. "Das", sagt er, "war ebenfalls ein großer Fehler."
Gruss
Tosci
Zitat sueddeutsche.de:
Mit einer Blog-Kampagne wollte sueddeutsche.de für ein neues Produkt werben. Doch weil das gründlich schiefging, hagelte es im Netz Kritik.
Virales Marketing ist eine heikle Sache. Wenn es gutgeht, wirbt nicht die Firma, sondern deren Zielgruppe für ein neues Produkt. Doch wenn es schiefgeht, ist der Schaden groß. Denn was dann passiert, ist in den meisten Fällen das Gegenteil von Werbung.
Diese Erfahrung musste nun auch die Online-Tochter der Süddeutschen Zeitung machen. Die Werbe-Abteilung von sueddeutsche.de wollte mit viralem Marketing für die neuen Smartphone-Anwendungen ("Apps") werben. Sie hat dafür die Schweizer Firma Trigami beauftragt, die ihre Arbeit als "Social Media Marketing" bezeichnet.
Dahinter verbirgt sich ein Geschäftsmodell, in dem Unternehmen dafür zahlen, dass Blogger erst von Trigami auf ihre Produkte aufmerksam gemacht werden, um dann selbst andere darauf aufmerksam zu machen. In diesem Fall war das Interesse groß - aber anders als erhofft. "Peinlich, peinlich" titelte das Portal Upload-Magazin. Von "manipulierten App-Kritikern" war anderswo die Rede. Die Kritik wurde von vielen Kommentatoren geteilt. Zu Recht.
Textbausteine mitgeliefert
Die Trigami AG unterscheidet mehrere Angebote. Kunden können unter anderem sogenannte Advertorials buchen - ein Wortspiel aus Anzeige und Kommentar. Trigami verspricht den Auftraggebern auf der eigenen Website in diesem Fall "redaktionelle Berichte über Ihre Produkte".
Und mehr noch: "volle Inhaltskontrolle" und "100% positive Berichte". Ein anderes Angebot heißt "Text-Reviews". Dahinter, so die Beschreibung, stecken "redaktionelle Testberichte (...) mit Meinungsfreiheit". Die Blogger werden von Trigami bezahlt; je nach Aufwand und Bekanntheit gebe es meistens zwischen zehn und 150 Euro.
Die Marketingabteilung von sueddeutsche.de hat einer internen "Briefing-Checkliste" zufolge den Kampagnentyp Advertorial gebucht. Nun könnte man sich wundern, weshalb die Marketingabteilung eines Medienhauses eine Firma beauftragt, die etwas als "redaktionellen Bericht" bezeichnet, das inhaltlich voll kontrolliert wird und immer positiv ausfällt.
Doch in diesem Fall geschah noch mehr. Die teilnehmenden Blogger erhielten in der Ausschreibung ganze Textbausteine mitgeliefert. Unter dem Stichwort "Vorteile des Produkts aufzeigen" standen mehrere Vorschläge. "Die bekannt hohe journalistische Qualität von SZ und sueddeutsche.de kann jetzt auch komfortabel mit dem iPhone genutzt werden", hieß es.
Oder auch: "sueddeutsche.de hat eine Meinung." Von der "Stärke" der Autoren war die Rede, von den Informationsbedürfnissen moderner Menschen. Es gab auch Blogger, die dieses Lob so oder ähnlich verbreiteten. Laut Trigami wurden 25 Aufträge erteilt, sieben Rezensionen seien bis Montag erschienen. Sucht man die Einträge heute, heißt es mal, ein Text sei auf Wunsch entfernt, ein andermal, er sei wegen Missverständnissen geändert worden.
"Nicht zu rechtfertigen"
Die Redaktion der Süddeutschen Zeitung war über die Trigami-Kampagne ebenso wenig informiert wie die Redaktion von sueddeutsche.de. Beide verurteilen den Versuch, über bezahlte Blog-Einträge Werbung zu treiben.
Es sei legitim, neue Werbeformen zu testen, sagt Hans-Jürgen Jakobs, Chefredakteur von sueddeutsche.de: "Doch der Versuch, sich eine bestimmte Berichterstattung zu erkaufen, ist nicht zu rechtfertigen. Selbst wenn die sogenannten Advertorials als Anzeigen gekennzeichnet wurden."
Peter Bilz-Wohlgemuth, Marketingchef von sueddeutsche.de, hat die Kampagne in einem Kommentar unter dem Bericht des Upload Magazins als "Fehler" bezeichnet und versprochen, künftig von solchen Werbeformen Abstand zu nehmen. Der Auftrag selbst wurde umgehend gestoppt.
Auch Remo Uherek, Geschäftsführer der Trigami AG, äußerte sich im Internet selbstkritisch. Trigami habe "großen Mist gebaut", schrieb er. Bilz-Wohlgemuth habe ihm "telefonisch ausdrücklich bestätigt, dass das Ziel der Kampagne niemals war, Bloggern vorzuschreiben, was sie zu sagen hätten". Es sei lediglich "zum Ausdruck gebracht worden, dass das Wunschresultat der Kampagne möglichst viele positive Berichte und Kommentare (...) wären". Aufgrund eines internen Fehlers sei diese Information auch ins Briefing der Blogger übertragen worden.
Bilz-Wohlgemuth sagt, Trigami habe seinen Auftrag "falsch verstanden". Er habe in drei Telefonkonferenzen Wert darauf gelegt, "keine Lobhudelei" zu bestellen; die neuen Apps sollten lediglich besprochen werden. Er habe nach den mündlichen Vereinbarungen nicht mehr geprüft, was sich hinter dem Begriff "Advertorial" im Falle von Trigami verberge. "Das", sagt er, "war ebenfalls ein großer Fehler."
Gruss
Tosci
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