500 digitale Programme und Handy-TV
Digitalfernsehen bedeutet auch einen Wettkampf der Betriebssysteme. Während Bluewin-TV mit der Software von Microsoft Anlaufschwierigkeiten hat, gehört Kudelski mit Open-TV zu den führenden Plattformen.
Zu Beginn dieses Jahres hat Kudelski die amerikanische Firma Open-TV übernommen. Seither gehört der Schweizer Konzern nicht nur zu den führenden Anbietern von Verschlüsselungssoftware für das Digitalfernsehen. Vielmehr ist er auch bei der Betriebssoftware führend – in der Fernsehwelt heisst sie «Middleware».
Die Middleware von Open-TV ist weltweit auf 88 Millionen Set-Top-Boxen installiert. Dazu gehören jene der niederländischen UPC-Gruppe und ihrer Schweizer Tochter Cablecom.
Orientierung verschaffen
In einigen Jahren werden die Konsumenten bis zu 500 digitale Programme empfangen können. Die grosse Herausforderung sei, Reine Software zu entwickeln, damit sie sich in dieser Fülle zurechtfinden können, sagte Olivier Wellmann, Produktmanager von Open-TV. Elektronische Programmführer, welche Hunderte von Programmen auflisten, seien dazu ungeeignet. Fernsehbildschirme werden laut Wellmann künftig anders aufgebaut sein. Je nach dem vom Nutzer eingegebenen Profil werden sie in kleinen Fenstern mehrere parallel laufende Programme zeigen. Der Zuschauer kann dann wählen, was er gerade sehen will. Er hat auch die Möglichkeit, ein Programm gross darzustellen und gleichzeitig andere im Kleinformat anzuzeigen.
Fussball-Euphorie in Italien
Grosse Hoffnungen setzt Kudelski auf das Handy-TV. Gemeint ist nicht Fernsehen über das UMTS-Mobilfunknetz, sondern echtes digitales Fernsehen, das so genannte DVB-H. Das entsprechende Signal wird über einen Fernsehsender ausgestrahlt. Für den Empfang sind Mobiltelefone nötig, welche mit einem Fernsehempfänger ausgerüstet sind. Sie haben zudem einen grösseren Bildschirm als die normalen Handys. Kudelski liefert die Zugangssoftware, welche auf der SIM-Karte installiert wird.
In Italien hat das Handy-TV den Durchbruch im vergangenen Jahr mit der Fussball-WM geschafft. Sport ist in Italien auch heute noch die grösste Anwendung mit einem Anteil von 30 Prozent. Dahinter folgen Nachrichten sowie Unterhaltung (inklusive Erotik) mit je 17 Prozent, wie Kudelski-Geschäftsleitungsmitglied Adrienne Corboud erklärt.
In der Schweiz wird das Handy-TV im kommenden Jahr im Hinblick auf die Fussball-Europameisterschaft eingeführt.
Quelle: http://www.espace.ch/artikel_396421.html
PDF: http://194.209.226.170/pdfdata/bund/2007/07/14/BVBU-011-1407-2.pdf
Digitalfernsehen bedeutet auch einen Wettkampf der Betriebssysteme. Während Bluewin-TV mit der Software von Microsoft Anlaufschwierigkeiten hat, gehört Kudelski mit Open-TV zu den führenden Plattformen.
Zu Beginn dieses Jahres hat Kudelski die amerikanische Firma Open-TV übernommen. Seither gehört der Schweizer Konzern nicht nur zu den führenden Anbietern von Verschlüsselungssoftware für das Digitalfernsehen. Vielmehr ist er auch bei der Betriebssoftware führend – in der Fernsehwelt heisst sie «Middleware».
Die Middleware von Open-TV ist weltweit auf 88 Millionen Set-Top-Boxen installiert. Dazu gehören jene der niederländischen UPC-Gruppe und ihrer Schweizer Tochter Cablecom.
Orientierung verschaffen
In einigen Jahren werden die Konsumenten bis zu 500 digitale Programme empfangen können. Die grosse Herausforderung sei, Reine Software zu entwickeln, damit sie sich in dieser Fülle zurechtfinden können, sagte Olivier Wellmann, Produktmanager von Open-TV. Elektronische Programmführer, welche Hunderte von Programmen auflisten, seien dazu ungeeignet. Fernsehbildschirme werden laut Wellmann künftig anders aufgebaut sein. Je nach dem vom Nutzer eingegebenen Profil werden sie in kleinen Fenstern mehrere parallel laufende Programme zeigen. Der Zuschauer kann dann wählen, was er gerade sehen will. Er hat auch die Möglichkeit, ein Programm gross darzustellen und gleichzeitig andere im Kleinformat anzuzeigen.
Fussball-Euphorie in Italien
Grosse Hoffnungen setzt Kudelski auf das Handy-TV. Gemeint ist nicht Fernsehen über das UMTS-Mobilfunknetz, sondern echtes digitales Fernsehen, das so genannte DVB-H. Das entsprechende Signal wird über einen Fernsehsender ausgestrahlt. Für den Empfang sind Mobiltelefone nötig, welche mit einem Fernsehempfänger ausgerüstet sind. Sie haben zudem einen grösseren Bildschirm als die normalen Handys. Kudelski liefert die Zugangssoftware, welche auf der SIM-Karte installiert wird.
In Italien hat das Handy-TV den Durchbruch im vergangenen Jahr mit der Fussball-WM geschafft. Sport ist in Italien auch heute noch die grösste Anwendung mit einem Anteil von 30 Prozent. Dahinter folgen Nachrichten sowie Unterhaltung (inklusive Erotik) mit je 17 Prozent, wie Kudelski-Geschäftsleitungsmitglied Adrienne Corboud erklärt.
In der Schweiz wird das Handy-TV im kommenden Jahr im Hinblick auf die Fussball-Europameisterschaft eingeführt.
Quelle: http://www.espace.ch/artikel_396421.html
PDF: http://194.209.226.170/pdfdata/bund/2007/07/14/BVBU-011-1407-2.pdf