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Schweizer Regierung gibt TV-Frequenzen für die Telekommunikation frei

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dshThemenstart178 Beiträge
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Ein Teil der Frequenzen, die bisher für die analoge terrestrische Fernsehübertragung genutzt werden, soll in Zukunft neuen mobilen Kommunikationsdiensten vorbehalten sein. Dies hat, wie das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) heute bekannt gab, der Schweizer Bundesrat entschieden, indem er die Änderungen des Nationalen Frequenzzuweisungsplans (NaFZ) verabschiedet hat.

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Die dann frei werdenden und überschüssigen Rundfunkfrequenzen, die sogenannte "Digitale Dividende", soll künftig etwa für breitbandigen Internetzugang via Mobiltelefon genutzt werden. In der heute vom Bundesrat verabschiedeten Version des NaFZ wird das Frequenzband von 790 bis 862 MHz spätestens im Jahr 2015 für mobile Dienste zur Verfügung stehen. Die Ausbreitungseigenschaften dieser Frequenzen sind besonders interessant, denn sie ermöglichen eine ausgezeichnete großflächige Abdeckung von Gebieten und weisen gleichzeitig eine gute Durchdringung in Gebäuden auf. In anderen Ländern, beispielsweise in Deutschland, ist deshalb über die Digitale Dividende ein Streit entbrannt, weil die überzähligen Frequenzen sich bestens zur Versorgung der mit Breitbandanschlüssen unterversorgten ländlichen Bevölkerung eignen.

Die Schweiz ist eines der ersten europäischen Länder, das die Entscheidungen der Weltfunkkonferenz konkretisiert, die vor genau einem Jahr unter der Ägide der Internationalen Fernmeldeunion (ITU) in Genf durchgeführt wurde. Die Schweizer Regierung vertritt die Haltung, dass das weiterhin dem Rundfunk zugewiesene Frequenzband von 470 bis 790 MHz ausreicht, um in Zukunft den Frequenzbedarf des digitalen terrestrischen Fernsehens abzudecken. Die letzten analogen Fernsehsender werden im Frühjahr 2009 außer Betrieb gesetzt.

In den Jahren zwischen 2009 und 2015 wolle man, erklärte Philippe Horisberger, Leiter der Sektion Frequenzplanung beim BAKOM gegenüber heise online, die Zeit nutzen, um mit den an die Schweiz angrenzenden Ländern die Frequenzabdeckung zu harmonisieren. "In Frankreich hat man jetzt entschieden, die frei werdenden Frequenzen ab 2013 für die mobile Breitbandkommunikation einzusetzen, Deutschland hat noch keine Entscheidung gefällt. Wir in der kleinen Schweiz können aber nicht isoliert vorgehen, sondern das geht nur im Verbund mit unseren Nachbarn", verdeutlicht Horisberger. Solange auch noch analoge TV-Sender im Bereich der Landesgrenzen laufen würden, gäbe es ohnehin technische Probleme. "Wir hoffen auch, mit dieser Entscheidung einigen Ländern, die an der Weltfunkkonferenz teilgenommen haben, ein Signal zu geben, die damals getroffenen Entscheidungen jetzt umzusetzen", unterstreicht der Sektions-Leiter.

Da es in der Schweiz keinen Mangel an Frequenzen gebe, würden hierzulande auch keine Konzepte zur Nutzung des "weißen Raums" (White Spaces) diskutiert, also des ungenutzten Spektrums zwischen den digitalen Fernsehkanälen, was vor allem derzeit in den USA für Streit sorgt. Auch gebe es auf der praktischen Bewilligungs- und Durchsetzungsebene große Unterschiede zwischen Europa und den USA. Die US-Zulassungs- und Regulierungsbehörde FCC könne innerhalb der Vereinigten Staaten viel einfach agieren, falls sich nach der Zulassung von künftigen "White Space Devices" (oder WSD-Geräten) herausstellen sollte, dass diese doch benachbarte Frequenzen stören, erklärt Horisberger. Da in Europa alles viel enger zusammenliege und auch viel mehr sekundäre Dienste in dem fraglichen Frequenzbereich betrieben würden, sei die Nutzung von "weißen Räumen" hier ein wesentlich heikleres Thema. Auch könnten einmal erteilte Gerätezulassungen hier nicht plötzlich einfach wieder zurückgezogen werden. (Tom Sperlich) / (pmz/c't)

Quelle: heise online - 12.11.08 - Schweizer Regierung gibt TV-Frequenzen für die Telekommunikation frei

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