Für die, die es interessiert - hier die nostalgische (not!) Geschichte unserer Satellitenanlagen. Einige Stadien liegen fast 30 Jahre zurück, also muss ich um Entschuldigung bitten, wenn Namen usw. fehlen.
Es begann im Herbst 1981, als ich in der englischen Zeitung Daily Mail zum ersten mal über Satelliten Fernsehen las. Ein Engländer (Name vergessen aber sicher nicht Murdoch!) hatte seinen eigenen Fernsehkanal, namens "Sky Channel" und dieser würde im Frühjahr 1982 On Air gehen.
Im April 1982 fand ich einen Satelliten-Installationsfirma in Frankreich, nur 2 km von Genf entfernt. Die Suche war eine Sache für sich - es gab damals kein Internet und infolgedessen auch kein Google. Ich fand die Firma schlussendlich zufällig dank einem Inserat in einer französischen TV-Heft.
Die Korrespondenz erfolgte per Telefon und Fax. Ich bestellte eine 1.5 m Schüssel (motorisierte Systeme gab es noch nicht). Mein Mann musste lediglich einen stabilen Basis aus Eisen zuschneiden, bohren und auf dem Dach montieren.
Inzwischen fragte ich bei der Gemeinde nach und wurde informiert, dass unsere Nachbaren die Schüssel "gutheissen" müssen, weil sie sie ja sehen würden. Das war kein Problem.
Die Kleine Baubewilligung wurde eingereicht, aber es hiess, wir müssten auch von der PTT Bewilligung bekommen.
Ich rief die PTT in Bern an und fragte, was wir tun müssten, um Bewilligung für die Schüssel zu bekommen. Das Problem war, dass wir die ersten "privaten" Leute waren, die ein eigenes Dish montieren wollten und sie wussten nicht, was sie für eine Bewilligung erteilen sollten. Sie sagten, sie müssten beim Militär nachfragen...
Nach einer Woche hat ein Herr von der PTT angerufen. Sie würden die Bewilligung erteilen, aber unter der Bedingung, dass sie später ein paar Spezialisten vorbeischicken dürften, um sich die Sache anzusehen. Die Gebühren würden normalerweise "12 Fr pro empfangene Sendung pro Monat" kosten (!!), sagte er, aber weil diese Sache sozusagen ein Pionierfall wäre, würden sie mit den üblichen Gebühren von 96 SFr im Jahr zufrieden sein, weil es sowieso geplant war, irgendwann in Zukunft die Tarife anzupassen.
Im Juni 1982 kamen dann zwei Franzosen und montierten die Schüssel. Das Ding war riesig - 1.5m Durchmesser, aus Stahl. Während der Montage hielten einige schaulustigen Autofahrer an und schauten zu. Keine Ahnung was sie davon hielten. Seeland hatte nun anscheinend sein eigenes Cape Canaveral...
Die Franzosen arbeiteten schnell und exakt, und bald waren wir im Wohnzimmer und peilten den Satelliten an. Es gab zu diesem Zeitpunkt nur eben das oben erwähnte "Sky Channel" und zwar auf 16 Grad Ost. Der Installateur zeigte mir, wie ich in Zukunft andere Kanäle einstellen könnte und ich machte Notizen.
Eine absolute super Sendung war "DJ Kat", die unsere damals 3-jährige Tochter liebte.
3 Herren von der PTT kamen bald vorbei und ummm'd und aahhh'd und machten Fotos und Notizen und Messungen und waren von der Signal-Qualität ziemlich beeindruckt.
Ein paar Jahre später wurde "Sky Channel" von Murdoch gekauft, war aber nicht verschlüsselt.
1985 begann dann auch Filmnet zu senden. Dazu benötigte man aber ein motorisiertes System, das wir 1985 - wieder bei den Franzosen - kauften. Der Motor-Actuator Box war gross und sehr schwer. Für Filmnet benötigte man auch einen Decoder Box den man in England kaufen konnte. Da ich damals jedes Jahr in England beim GP als Dolmetscherin arbeitete, konnte ich einen nach Hause bringen. Die Codes wurden damals nie gewechselt. Man hatte den Box und konnte Filmnet (später in Canal+ umgenannt) schauen.
1987 begann "Super Channel" zu senden: Filme, Serien, gute Musiksendungen, Nachrichten, Sport..
1989 gab es auf 16 Grad nicht sooo viele Kanäle mehr. RTL, Sky News, Sky Movies, Eurosport, Sky Arts, und noch ein sehr guter Sportkanal, dessen Name ich vergessen habe.
Die Codierung begann 1991. Für Sky kaufte man eine selbstgebastelte Karte mit Keypad von einem Deutschen aus Köln. Man musste die Karte jede 4 Wochen oder so zusammen mit 10 DM wieder einsenden und er würde es mit den neusten Codes neu programmieren. (Codes waren damals absolut geheim und deren mystischen Geheimnisse wurden nur den Wenigen offenbart. Als besagter Deutscher man eine neue Karte für 55 DM anbot, steckte er das ganze Geld von seinen Kunden ein und verschwand auf nimmerwiedersehen von der Szene.
Das Internet gab es immer noch nicht, obschon man seit 1978 über die Telefonleitung schon Leute auf US-Bulletin Boards kontaktieren konnte - 12 Fr pro Minute Telefonkosten nach America, wenn man kein Blackbox hatte, welcher einem dank einer Serie von Tönen die Atlantic Gate gratis passieren liess.
1988 wurde Astra auf 19 Grad hochgeschickt und alle existierende Sky Channels wurden dorthin verlegt.
1990 kam die D2Mac Codierung. Diese benötigte ein D2Mac Box von Philips und eine Karte. Aber die Kanäle, die man auf Thor (und ein paar auf Sirius) empfangen konnte - traumhaft ! Die Programmierung der Karte erfolgte auch via Post. Jede 6 Wochen oder so £5 plus Karte nach England zurücksenden und in einer Woche konnte man wieder Thor anpeilen.
Man hatte also nicht, wie heute, den Empfänger mit eingesteckten CAMS neben dem Fernseher, sondern einen richtigen Turm von Decodern.
Ich habe immer noch eine Kanal-Listing von November 1995. Die Liste enthält 361 Kanäle auf 34 Satelliten (10 davon ausserhalb unserer Empfangsbereich)
So, das ist unsere Geschichte. Ich hoffe es war nicht zu langweilig !
Es begann im Herbst 1981, als ich in der englischen Zeitung Daily Mail zum ersten mal über Satelliten Fernsehen las. Ein Engländer (Name vergessen aber sicher nicht Murdoch!) hatte seinen eigenen Fernsehkanal, namens "Sky Channel" und dieser würde im Frühjahr 1982 On Air gehen.
Im April 1982 fand ich einen Satelliten-Installationsfirma in Frankreich, nur 2 km von Genf entfernt. Die Suche war eine Sache für sich - es gab damals kein Internet und infolgedessen auch kein Google. Ich fand die Firma schlussendlich zufällig dank einem Inserat in einer französischen TV-Heft.
Die Korrespondenz erfolgte per Telefon und Fax. Ich bestellte eine 1.5 m Schüssel (motorisierte Systeme gab es noch nicht). Mein Mann musste lediglich einen stabilen Basis aus Eisen zuschneiden, bohren und auf dem Dach montieren.
Inzwischen fragte ich bei der Gemeinde nach und wurde informiert, dass unsere Nachbaren die Schüssel "gutheissen" müssen, weil sie sie ja sehen würden. Das war kein Problem.
Die Kleine Baubewilligung wurde eingereicht, aber es hiess, wir müssten auch von der PTT Bewilligung bekommen.
Ich rief die PTT in Bern an und fragte, was wir tun müssten, um Bewilligung für die Schüssel zu bekommen. Das Problem war, dass wir die ersten "privaten" Leute waren, die ein eigenes Dish montieren wollten und sie wussten nicht, was sie für eine Bewilligung erteilen sollten. Sie sagten, sie müssten beim Militär nachfragen...
Nach einer Woche hat ein Herr von der PTT angerufen. Sie würden die Bewilligung erteilen, aber unter der Bedingung, dass sie später ein paar Spezialisten vorbeischicken dürften, um sich die Sache anzusehen. Die Gebühren würden normalerweise "12 Fr pro empfangene Sendung pro Monat" kosten (!!), sagte er, aber weil diese Sache sozusagen ein Pionierfall wäre, würden sie mit den üblichen Gebühren von 96 SFr im Jahr zufrieden sein, weil es sowieso geplant war, irgendwann in Zukunft die Tarife anzupassen.
Im Juni 1982 kamen dann zwei Franzosen und montierten die Schüssel. Das Ding war riesig - 1.5m Durchmesser, aus Stahl. Während der Montage hielten einige schaulustigen Autofahrer an und schauten zu. Keine Ahnung was sie davon hielten. Seeland hatte nun anscheinend sein eigenes Cape Canaveral...
Die Franzosen arbeiteten schnell und exakt, und bald waren wir im Wohnzimmer und peilten den Satelliten an. Es gab zu diesem Zeitpunkt nur eben das oben erwähnte "Sky Channel" und zwar auf 16 Grad Ost. Der Installateur zeigte mir, wie ich in Zukunft andere Kanäle einstellen könnte und ich machte Notizen.
Eine absolute super Sendung war "DJ Kat", die unsere damals 3-jährige Tochter liebte.
3 Herren von der PTT kamen bald vorbei und ummm'd und aahhh'd und machten Fotos und Notizen und Messungen und waren von der Signal-Qualität ziemlich beeindruckt.
Ein paar Jahre später wurde "Sky Channel" von Murdoch gekauft, war aber nicht verschlüsselt.
1985 begann dann auch Filmnet zu senden. Dazu benötigte man aber ein motorisiertes System, das wir 1985 - wieder bei den Franzosen - kauften. Der Motor-Actuator Box war gross und sehr schwer. Für Filmnet benötigte man auch einen Decoder Box den man in England kaufen konnte. Da ich damals jedes Jahr in England beim GP als Dolmetscherin arbeitete, konnte ich einen nach Hause bringen. Die Codes wurden damals nie gewechselt. Man hatte den Box und konnte Filmnet (später in Canal+ umgenannt) schauen.
1987 begann "Super Channel" zu senden: Filme, Serien, gute Musiksendungen, Nachrichten, Sport..
1989 gab es auf 16 Grad nicht sooo viele Kanäle mehr. RTL, Sky News, Sky Movies, Eurosport, Sky Arts, und noch ein sehr guter Sportkanal, dessen Name ich vergessen habe.
Die Codierung begann 1991. Für Sky kaufte man eine selbstgebastelte Karte mit Keypad von einem Deutschen aus Köln. Man musste die Karte jede 4 Wochen oder so zusammen mit 10 DM wieder einsenden und er würde es mit den neusten Codes neu programmieren. (Codes waren damals absolut geheim und deren mystischen Geheimnisse wurden nur den Wenigen offenbart. Als besagter Deutscher man eine neue Karte für 55 DM anbot, steckte er das ganze Geld von seinen Kunden ein und verschwand auf nimmerwiedersehen von der Szene.
Das Internet gab es immer noch nicht, obschon man seit 1978 über die Telefonleitung schon Leute auf US-Bulletin Boards kontaktieren konnte - 12 Fr pro Minute Telefonkosten nach America, wenn man kein Blackbox hatte, welcher einem dank einer Serie von Tönen die Atlantic Gate gratis passieren liess.
1988 wurde Astra auf 19 Grad hochgeschickt und alle existierende Sky Channels wurden dorthin verlegt.
1990 kam die D2Mac Codierung. Diese benötigte ein D2Mac Box von Philips und eine Karte. Aber die Kanäle, die man auf Thor (und ein paar auf Sirius) empfangen konnte - traumhaft ! Die Programmierung der Karte erfolgte auch via Post. Jede 6 Wochen oder so £5 plus Karte nach England zurücksenden und in einer Woche konnte man wieder Thor anpeilen.
Man hatte also nicht, wie heute, den Empfänger mit eingesteckten CAMS neben dem Fernseher, sondern einen richtigen Turm von Decodern.
Ich habe immer noch eine Kanal-Listing von November 1995. Die Liste enthält 361 Kanäle auf 34 Satelliten (10 davon ausserhalb unserer Empfangsbereich)
So, das ist unsere Geschichte. Ich hoffe es war nicht zu langweilig !




