smid
Super-Moderator
Ich hab im Blog einen offenen Brief an die Kabelstiftung Basel geposted.
Brief an die Stiftung Kabelnetz Basel | digichris.info
Mittlerweile gibt es eine Antwort. Vielleicht sollten sich noch andere melden. Ich finde die Antworten nur lächerlich. 25% Digital-TV Kunden gegen eine kleine Minderheit, die z.B. ERT World analog sehen wollen.
Ob im Stiftungsrat auch nur ein "Digital Native" sitzt?
Wir danken Ihnen für Ihr Schreiben, welches im Sinne eines „Offenen Briefs“ auch auf der Website www.digichris.ch zu finden ist. Gerne nehmen wir dazu Stellung:
· Es trifft zu, dass heute auf dem Kabelnetz Basel noch 56 analoge TV-Programme aufgeschaltet sind. Daneben läuft auch das volle digitale Programmangebot von cablecom, mit einer Ausnahme im HDTV-Bereich:
- Statt sechs zusätzlichen HD-Sendern konnte cablecom aus Kapazitätsgründen Anfang November 2010 in Basel nur zwei aufschalten (Fox HD, ESPN America). Ferner wurde der HD-Sender Anixe – wie im übrigen cablecom-Netz – auch in Basel durch das Programm Servus ersetzt.
- Es fehlen also – immer im Vergleich zum übrigen cablecom-Netz – im HD-Angebot in Basel im Moment vier Sender: TNT Film, TNT Serie, SyFi, History.
- Insgesamt sind auf dem Kabelnetz Basel bis auf weiteres nur 13 statt 17 HD-Programme verfügbar.
· Wir haben zwar volles Verständnis für alle Besitzer eines HDTV-Geräts, welche möglichst viele HD-Programme empfangen möchten und die auch bereit sind, für das Comfort-Paket bei cablecom die entsprechende Abo-Gebühr von CHF 30.- (mit Receiver oder Digicard) oder CHF 40.- (mit Recorder) monatlich zu entrichten.
· Auf der anderen Seite haben wir aber auch Verständnis für die rund 75% der ca. 80'000 ans Basler Kabelnetz angeschlossenen Haushalte, welche den Schritt zum digitalen Fernsehen noch nicht vollzogen haben. Im Vergleich zu den Basellandschaftlichen Gemeindenetzen im nahen Umfeld der Stadt Basel entrichten sie eine erheblich höhere monatliche Abonnementsgebühr an cablecom und sie reagieren, wie die Erfahrung zeigt, jeweils entsprechend empfindlich, wenn das analoge Programmangebot ohne Gegenleistung gekürzt wird. Denn jeder analoge Sender hat sich eine Zuschauergruppe geschaffen, die durch seine Abschaltung zwangsläufig frustriert wird.
· Mit dem Hinweis auf diesen Interessengegensatz zwischen analogen und digitalen Fernsehkunden (Status quo) wollen wir uns jedoch keineswegs zufrieden geben. Die Stiftung Kabelnetz Basel ist sich völlig im Klaren darüber, dass die Zukunft dem digitalen Fernsehen gehören wird und dass die Tage des analogen Fernsehens mittelfristig gezählt sind. Das Ziel ist unumstritten, nur der Weg dorthin ist angesichts der ausgelasteten Netzkapazität, der gegebenen Rahmenbedingungen und der herrschenden Mehrheits- und Minderheitsverhältnisse bei den Basler TV-Haushalten ziemlich dornenvoll.
Nun aber zu Ihren Fragen und Anregungen:
1. Die Stiftung wird sich selbstverständlich nicht der Aufschaltung weiterer HDTV-Programme widersetzen. Aber ihr statutarischer Auftrag und die Verpflichtung zum Service Public gebieten es ihr, alle Aspekte und Interessen im Auge zu behalten und mit dem Netzbetreiber cablecom taugliche Lösungen anzustreben. „Schnellschüsse“ erachtet sie daher nicht als sinnvoll.
2. Zu den statutarischen und vertraglichen Rahmenbedingungen, innerhalb derer sich die Stiftung bewegen kann, gehört zwar die „Programmhoheit“ auf dem Kabelnetz Basel; sie kann jedoch mit dem Netzbetreiber nicht über technische und kommerzielle Geschäftsmodalitäten und -modelle verhandeln (um solche geht es bei der Verschlüsselungsfrage und der Frage der sog. Conditional Access-Module), über die man in der Fachwelt in guten Treuen unterschiedlicher Meinung sein kann.
3. Auch die Stiftung ist der Meinung, dass die Frage der vielen, heute nur noch in Basel analog verbreiteten fremdsprachlichen Programme einer vordringlichen, befriedigenden Lösung bedarf. Sie teilt Ihre Bedenken und hat diese in die Gespräche mit cablecom eingebracht.
4. Es trifft zu, dass cablecom der Stiftung im Frühjahr 2007 angeboten hatte, im Gegenzug zu sieben analogen Programmabschaltungen zehn zusätzliche französischsprachige Programme im Kabelnetz Basel digital aufzuschalten. Der Ausschuss der Stiftung Kabelnetz Basel erachtete jedoch einen Lösungsansatz, der einseitig einer einzigen Sprachgruppe zu Gute gekommen wäre, als nicht zielführend und nahm daher Abstand von diesem Vorschlag.
Wir hoffen, dass Sie aus unseren Ausführungen ersehen können, dass wir Ihre Anliegen verstehen und auch ernst nehmen. Die Stiftung arbeitet ihrer Zweckbestimmung und Verantwortung gemäss an einer Lösung, die den verschiedenen, teilweise divergierenden Interessenlagen einigermassen gerecht zu werden vermag. Dass das nicht einfach ist und auch etwas Zeit benötigt, dafür bitten wir Sie um Verständnis.
Wir danken Ihnen für Ihr Interesse und verbleiben mit freundlichen Grüssen
Stiftung Kabelnetz Basel
Brief an die Stiftung Kabelnetz Basel | digichris.info
Mittlerweile gibt es eine Antwort. Vielleicht sollten sich noch andere melden. Ich finde die Antworten nur lächerlich. 25% Digital-TV Kunden gegen eine kleine Minderheit, die z.B. ERT World analog sehen wollen.
Ob im Stiftungsrat auch nur ein "Digital Native" sitzt?
Wir danken Ihnen für Ihr Schreiben, welches im Sinne eines „Offenen Briefs“ auch auf der Website www.digichris.ch zu finden ist. Gerne nehmen wir dazu Stellung:
· Es trifft zu, dass heute auf dem Kabelnetz Basel noch 56 analoge TV-Programme aufgeschaltet sind. Daneben läuft auch das volle digitale Programmangebot von cablecom, mit einer Ausnahme im HDTV-Bereich:
- Statt sechs zusätzlichen HD-Sendern konnte cablecom aus Kapazitätsgründen Anfang November 2010 in Basel nur zwei aufschalten (Fox HD, ESPN America). Ferner wurde der HD-Sender Anixe – wie im übrigen cablecom-Netz – auch in Basel durch das Programm Servus ersetzt.
- Es fehlen also – immer im Vergleich zum übrigen cablecom-Netz – im HD-Angebot in Basel im Moment vier Sender: TNT Film, TNT Serie, SyFi, History.
- Insgesamt sind auf dem Kabelnetz Basel bis auf weiteres nur 13 statt 17 HD-Programme verfügbar.
· Wir haben zwar volles Verständnis für alle Besitzer eines HDTV-Geräts, welche möglichst viele HD-Programme empfangen möchten und die auch bereit sind, für das Comfort-Paket bei cablecom die entsprechende Abo-Gebühr von CHF 30.- (mit Receiver oder Digicard) oder CHF 40.- (mit Recorder) monatlich zu entrichten.
· Auf der anderen Seite haben wir aber auch Verständnis für die rund 75% der ca. 80'000 ans Basler Kabelnetz angeschlossenen Haushalte, welche den Schritt zum digitalen Fernsehen noch nicht vollzogen haben. Im Vergleich zu den Basellandschaftlichen Gemeindenetzen im nahen Umfeld der Stadt Basel entrichten sie eine erheblich höhere monatliche Abonnementsgebühr an cablecom und sie reagieren, wie die Erfahrung zeigt, jeweils entsprechend empfindlich, wenn das analoge Programmangebot ohne Gegenleistung gekürzt wird. Denn jeder analoge Sender hat sich eine Zuschauergruppe geschaffen, die durch seine Abschaltung zwangsläufig frustriert wird.
· Mit dem Hinweis auf diesen Interessengegensatz zwischen analogen und digitalen Fernsehkunden (Status quo) wollen wir uns jedoch keineswegs zufrieden geben. Die Stiftung Kabelnetz Basel ist sich völlig im Klaren darüber, dass die Zukunft dem digitalen Fernsehen gehören wird und dass die Tage des analogen Fernsehens mittelfristig gezählt sind. Das Ziel ist unumstritten, nur der Weg dorthin ist angesichts der ausgelasteten Netzkapazität, der gegebenen Rahmenbedingungen und der herrschenden Mehrheits- und Minderheitsverhältnisse bei den Basler TV-Haushalten ziemlich dornenvoll.
Nun aber zu Ihren Fragen und Anregungen:
1. Die Stiftung wird sich selbstverständlich nicht der Aufschaltung weiterer HDTV-Programme widersetzen. Aber ihr statutarischer Auftrag und die Verpflichtung zum Service Public gebieten es ihr, alle Aspekte und Interessen im Auge zu behalten und mit dem Netzbetreiber cablecom taugliche Lösungen anzustreben. „Schnellschüsse“ erachtet sie daher nicht als sinnvoll.
2. Zu den statutarischen und vertraglichen Rahmenbedingungen, innerhalb derer sich die Stiftung bewegen kann, gehört zwar die „Programmhoheit“ auf dem Kabelnetz Basel; sie kann jedoch mit dem Netzbetreiber nicht über technische und kommerzielle Geschäftsmodalitäten und -modelle verhandeln (um solche geht es bei der Verschlüsselungsfrage und der Frage der sog. Conditional Access-Module), über die man in der Fachwelt in guten Treuen unterschiedlicher Meinung sein kann.
3. Auch die Stiftung ist der Meinung, dass die Frage der vielen, heute nur noch in Basel analog verbreiteten fremdsprachlichen Programme einer vordringlichen, befriedigenden Lösung bedarf. Sie teilt Ihre Bedenken und hat diese in die Gespräche mit cablecom eingebracht.
4. Es trifft zu, dass cablecom der Stiftung im Frühjahr 2007 angeboten hatte, im Gegenzug zu sieben analogen Programmabschaltungen zehn zusätzliche französischsprachige Programme im Kabelnetz Basel digital aufzuschalten. Der Ausschuss der Stiftung Kabelnetz Basel erachtete jedoch einen Lösungsansatz, der einseitig einer einzigen Sprachgruppe zu Gute gekommen wäre, als nicht zielführend und nahm daher Abstand von diesem Vorschlag.
Wir hoffen, dass Sie aus unseren Ausführungen ersehen können, dass wir Ihre Anliegen verstehen und auch ernst nehmen. Die Stiftung arbeitet ihrer Zweckbestimmung und Verantwortung gemäss an einer Lösung, die den verschiedenen, teilweise divergierenden Interessenlagen einigermassen gerecht zu werden vermag. Dass das nicht einfach ist und auch etwas Zeit benötigt, dafür bitten wir Sie um Verständnis.
Wir danken Ihnen für Ihr Interesse und verbleiben mit freundlichen Grüssen
Stiftung Kabelnetz Basel




