Für säumige Digital-Fernseh-Kunden wirds teuer: Verlegen sie eine Rechnung, kostet das künftig 10 Franken. Zahlungserinnerung gibts keine mehr.
Dicke Post für die Konsumenten kurz vor Weihnachten: Die Telecomfirmen verschärfen ihre Praxis bei der Rechnungsstellung. Die Swisscom lässt ihren Handy-Kunden seit kurzem nur noch 30 Tage Zeit, um die Rechnung zu begleichen. Bis anhin war die Frist 60 Tage.
Noch härter trifft es die Cablecom-Kunden. Sie müssen heute schon als einzige ihre Rechnungen im Voraus bezahlen. Hinzu kommt neu, dass die Zahlungserinnerung fürs Digital-TV etwas kostet. Konkret: Wer die Rechnung verlegt und das Geld fürs digitale Fernsehabo zu spät überweist, zahlt 10 Franken Strafe. Bislang waren Mahnungen gratis.
Betroffen von der Änderung sind über 200’000 Kunden. Ein guter Teil von ihnen bezahlt monatlich nur gerade 6 Franken für das digitale Grundangebot. Für diese Kunden bedeutet die neue Mahngebühr einen Zuschlag von 166 Prozent gegenüber dem eigentlichen Rechnungsbetrag. Das ist zwar zulässig, da der Betrag vom Aufwand abhängt, der der Cablecom entsteht. Für den Kunden ist das allerdings ein Ärgernis. Kleiner Trost: Bei Swisscom, Sunrise und Orange ist die Busse sogar noch höher.
Der Grund für den Kurswechsel sei die schlechte Zahlungsmoral der Cablecom-Kunden. «Wir verschicken jeden Monat mehrere zehntausend Mahnungen», sagt Wyler. Mit der neuen Gebühr sollen die Kunden diszipliniert werden. Leidtragende sind ausgerechnet die guten Zahler, die nur ausnahmsweise vergessen, eine Rechnung zu zahlen. Um sie nicht zu vergrämen, fordern Swisscom und Sunrise erst dann bereits bei der ersten Mahnung einen Zuschlag, wenn sich die Überweisung zum wiederholten Mal verspätet.
Nach dieser Änderung ist die Cablecom nicht nur die einzige Telecomanbieterin, die ihren Kunden eine Rechnung schickt, bevor diese den Dienst bezogen haben. Sie ist auch die einzige, die ihre Kunden im ersten Anlauf büsst. Darin sieht sie aber kein Problem. «Wir kommen den Kunden immerhin entgegen, indem wir erst 30 Tage nach Ablauf der Zahlungsfrist mahnen», sagt Wyler. Bis anhin ging die erste Mahnung nach 14 Tagen an die Kunden.
«Marktposition ausgenützt»
Eigenartig ist, dass im Moment nur die Digital-TV-Kunden betroffen sind. Bei den Internet und Telefonkunden gilt nach wie vor das alte Zahlungsregime, und das kennt keine Mahngebühren. Hintergrund ist die Tatsache, dass die Cablecom nach wie vor zwei Rechnungssysteme unterhält _ eines für die Fernsehkunden und eines für alle anderen. Letzteres scheint nicht in der Lage zu sein, Mahngebühren zu verrechnen. Deshalb sollen die beiden Systeme bis Mitte nächsten Jahres zusammengeführt werden. Danach müssen wohl auch Internet- und Telefon-Kunden der Cablecom mit Zuschlägen rechnen.
Dass gerade die Cablecom mit einem so strengen Mahnregime vorprescht, ärgert Thomas Meier von der Stiftung für Konsumentenschutz: «Die Rechnungsstellung der Cablecom ist bereits heute nicht konsumentenfreundlich.» Die Zahlungsfrist sei kürzer als bei der Konkurrenz. Die Rechnungen treffen meist erst viel zu spät beim Kunden ein. «Ihm bleiben dann oft nur 10 Tage, um fristgerecht zu zahlen», so Meier. «Mit der neuen Mahngebühr ohne Zahlungserinnerung nutzt die Cablecom einmal mehr ihre Marktposition aus.»
Die Cablecom hält dem entgegen, dass sie die Rechnungen an ihre TV-Kunden im Griff hat. «Gerade in diesem Bereich besteht das Problem nicht mehr: Den Kunden bleiben heute zwei bis drei Wochen, um zu bezahlen», so Wyler.
Preisüberwacher Rudolf Strahm wollte sich heute nicht zum neuen Regime der Cablecom äussern.
Tages-Anzeiger - News - Übersicht
cablecom - tv / internet / phone





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wenn ich das abbonniere, zahle ich die 72 franken ein und will dann für ein jahr ruhe haben. da kommt man sich sonst vor wie wenn du jeden monat einem penner auf der strasse einen fünfliber in die hand drückt oder surprise kauft.

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